Leverkusen soll sicherer werden

Die Woche in Leverkusen: Stadt Leverkusen und Polizeipräsidium Köln schließen medienwirksam Vereinbarung für noch mehr Sicherheit +++ Steinbüchel: Polizei findet Waffe +++ Dynamische Entwicklung in Opladen: Der Stadtteil profitiert von der Bahnstadt +++

Mehr Sicherheit in Leverkusen

Eine „Vereinbarung zur Verbesserung der Sicherheit in Leverkusen“ haben Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn und der Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers gestern öffentlich unterzeichnet. Die Vereinbarung schreibe fest, dass Stadt und Polizei eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit pflegen, beide Seiten verpflichteten sich demnach, den Kooperationspartner frühzeitig bei der Planung von Projekten und Maßnahmen mit Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit zu beteiligen. „Die Vereinbarung unterstreicht den beiderseitigen Willen, die Kooperation zum Wohl der Leverkusener Bürger zukünftig noch zu verstärken“, lässt sich OB Buchhorn in der Pressemeldung der Stadt zitieren. Die Kooperationsvereinbarung mache deutlich, ergänzt Albers, „dass Stadt und Polizei auch in Zukunft an einem Strang ziehen“. Themenfelder der Vereinbarung sollen sein:

  • Maßnahmen zur Stabilisierung der sozialen Strukturen
  • Großveranstaltungen, insbesondere auch im Sportbereich
  • Planungen zur Unterbringung, Betreuung, zum Aufenthalt und zur Integration von Flüchtlingen
  • Baumaßnahmen im Brücken- und Straßenbau
  • verkehrliche Maßnahmen

Steinbüchel: Polizei sucht weiter

Rund um den Tatort nach den Angriffen auf zwei Männer im Juni und im Juli ermittelt die Polizei weiter: Heute Morgen führte sie wieder „Durchsuchungsmaßnahmen“ durch, wie in einer Pressemeldung mitgeteilt wurde. Gefunden haben die Beamten eine Waffe, ob es sich aber um die gesuchte Tatwaffe handele, müsse noch ermittelt werden. Vergangene Woche wurde ein dritter Tatverdächtiger verhaftet und eine Hundertschaft der Polizei durchsuchte neuerlich die Umgebung.
Twitter-Hashtag: #Steinbüchel

Bahnstadt und Opladen machen Fortschritte

Auf gutem Wege scheint Opladen, nicht zuletzt dank der Neuen Bahnstadt. Für die hat die Stadt Leverkusen kürzlich das Gesamttestat der Bezirksregierung Köln erhalten. Demnach betragen die anerkannten Gesamtkosten für die Bahnstadt 104 Millionen Euro. Durch die daraus folgenden Zuwendungen seien „nunmehr fast 87 Prozent aller Maßnahmen des Projekts über die Städtebauförderung finanziert“, rechnet Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn in einem Schreiben an die Fraktionen im Stadtrat.
Wer sich vor Ort selbst ein Bild machen möchte: Für Sonntag, 7. September, lädt die Bahnstadt zu ihrem Brückenfest ein (mehr hier).
Auch Rainer Bertelsmeier, bei der Wirtschaftsförderung Leverkusen zuständig für die Zentrenentwicklung, lobte die Fortschritte, die Opladen derzeit mache, auf einer WfL-Presserundfahrt vergangene Woche: Der Wohnraum hier sei bezahlbar und die Nachfrage groß, außerdem halte der Facheinzelhandel in den Nebenlagen tolle Konzepte bereit, verweist er unter anderem auf Blumen-, Bio- oder Buchladen. Er empfiehlt den Opladenern: “Leute, geht doch mal in die Seitenstraßen!” Überhaupt sei in der Entwicklung des Stadtteils “Dynamik drin”, nicht zuletzt auch dank des Engagements des Opladener Bauvereins.
Twitter-Hashtags: #nbso #Opladen

Weitere Meldungen:

Stadt plant Erhöhung der Grundsteuer
Um Schulsozialarbeiter über 2014 hinaus anstellen zu können, soll die Stadt den Hebesatz für die Grundsteuer B um 10 Prozent ab 2015 erhöhen. Der entsprechenden Verwaltungsvorlage stimmten die Kommunalpolitiker auf der Sitzung des Recht- und Finanzausschusses am Montag mehrheitlich zu. Die Kosten für die Schulsozialarbeiter belaufen sich demnach auf rund 750.000 Euro im Jahr, mit der Erhöhung sei die erwartete Finanzierungslücke in Höhe von 650.000 Euro laut Verwaltung zu schließen.

Stadt zahlt 4 Millionen Euro an Rossmann
Außergerichtlich haben sich die Stadt und die Drogeriekette Rossmann geeinigt: Die Stadt zahlt der Gruppe einen Vergleichsbetrag in Höhe von 4 Millionen Euro. Rossmann hatte auf Schadensersatz geklagt, nachdem sie 2011 am neuen Logistikzentrum Hitdorf entgegen der ursprünglichen Abmachung keine wassergefährdenden Stoffe lagern konnte. Abzüglich Versicherungen belastet dieser Vergleich die Stadtkasse nach Rechnung von Oberbürgermeister Buchhorn mit 3,1 Millionen Euro. Rossmann hatte über 13 Millionen Schadenersatz gefordert.

“Pictures of LEV” abgesagt
Die von der LEV-Partei um Ratsherr Manuel Lindlar ins Leben gerufene Veranstaltung „Pictures of LEV“ muss in diesem Jahr ausfallen. Die Stadtverwaltung hatte die Nutzung des Jugendhauses in Rheindorf kurzfristig untersagt, da es sich um eine politische Veranstaltung handele. Zuvor hatte Ratsherr Erhard Schoofs (Bürgerliste) eine entsprechende Anfrage an die Verwaltung gerichtet. In einer schriftlichen Stellungnahme betont Lindlar, es handele sich um eine politisch neutrale Veranstaltung. Unterstützung erhält er von der Piratenpartei: Man wundere sich darüber, “dass gerade Herr Schoofs, der sich noch letzte Woche darüber echauffiert hatte, dass das Jugendhaus Rheindorf zu selten geöffnet hat, jetzt dafür sorgt, dass ‘Pictures of LEV’ abgesägt wird”. Die Veranstaltung war für kommenden Samstag geplant.

Arbeiten an Autobahnbrücke
Der Landesbetrieb Straßenbau NRW wird auf der Leverkusener Rheinbrücke die zweite Hälfte der Betonschutzwände demontieren lassen. Für den Abtransport sei die Nacht auf Samstag, 23. August, vorgesehen, in Richtung Koblenz stehe dann zwischen 21 und 5 Uhr nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Die Betonschutzwände werden entfernt und durch Wände aus Stahl ersetzt, dadurch könne die angeschlagene Brücke um rund 500 Tonnen Gewicht entlastet werden. Die Reparatur der jüngst durch Risse auffällig gewordenen Seileinleitungsstellen in die Brücke solle in der kommenden Woche begonnen werden, sobald notwendige Verstärkungsbleche angeliefert seien. Die Reparaturen solle rund drei Monate dauern. Wie viele Fahrspuren sich danach mit welchem Gewicht befahren lassen, sei derzeit noch nicht absehbar, teilt der Landesbetrieb mit.

Karow & Blank nominiert
Die Leverkusener Karow & Blank Kälte- und Klimaanlagen GmbH ist von der Stiftung “Pro Duale Ausbildung” der Handwerkskammer Köln als „Top-Ausbildungsbetrieb 2014“ nominiert worden und damit auf einer Shortlist mit 15 Unternehmen aus der Region. Die Verleihung wird am 4. September in Köln ausgerichtet. „Die Ausbildung hat einen hohen Stellenwert in unserem Unternehmen. Die Nominierung würdigt unser Engagement“, freut sich der geschäftsführende Gesellschafter Michael Blank.

Gründerpreis: Erfolg für „Sensorforge“
Ins Rennen um den Deutschen Gründerpreis 2104 schickte die Sparkasse Leverkusen zehn Schülerteams des Städtischen Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung. Die Gruppe „Sensorforge“ belegte dabei den ersten Platz in der internen Wertung der Sparkasse und den 50. in Nordrhein-Westfalen: Sie kreierte einen Sensorchip im Lenkrad eines Kraftfahrzeuges, der anhand des Schweißes den Alkoholwert im Körper des Fahrers misst und bei Bedarf eine Lenkradsperre aktiviert.

Branchenbuch für die Kreativwirtschaft
Eine Plattform für Leverkusener Kreativdienstleister baut derzeit die Wirtschaftsförderung auf. Bis zum 30. August 2014 können sich Kreative für einen Eintrag in einem Kompendium anmelden, die Teilnahme ist kostenlos: http://www.kreative-wirtschaft-leverkusen.de/

Wiesdorfer City
Wer in der Wiesdorfer Innenstadt seinen Hunger stillen möchte, hat seit Ende Juli eine Anlaufstation weniger, nachdem der „Grillmeister“ an der Otto-Grimm-Straße dicht gemacht und an den Chempark-Pförtner 1 umgezogen ist. Dass an dem Grillmeister-Standort jederzeit wieder ein Grill eröffnen könne, dafür wirbt Wolfgang Schade: „Die festen Einbauteile sowie Kühlräume sind vorhanden!“ Schade ist gewissermaßen der Vater der „Grillmeister“-Kette, die verbliebene Filiale in Alkenrath betreibt er weiterhin. Er ist zugleich Besitzer des Hauses in der Otto-Grimm-Straße, das er verkaufen möchte. Das war Anlass für die Betreiber Sylvia und Dieter Meis, mit dem „Restaurant B8“ an der Ecke Philipp-Ott-Straße im historischen Bayer-Kaufhaus-Gebäude einen Neustart zu wagen.
Twitter-Hashtag: #Wiesdorf

Lesungen in Wiesdorf
Das „chocofini“ in der Wiesdorfer City entdeckt die Literatur für sich: Unter dem Titel „Goethe war auch Chiller“ lud der Burscheider Martin König am Samstag zur „King’s Party“ und stellte den Zuhörern, musikalisch begleitet von Wolfgang Schumacher, seinen Ideenreichtum rund um das wohlgesetzte Wort eindrucksvoll unter Beweis. Bereits im Juli sorgte am selben Ort der Leverkusener Poetry-Slammer Timte Schneider mit furiosen Texten und energischem Vortrag für Begeisterung beim überwiegend jungen Publikum.

Bayer-Handballerinnen trennen sich von Trainer Khan
Noch vor dem ersten Saisonspiel und nach gerade mal 50 Tagen haben die Bayer-Handballerinnen und Trainer Khalid Khan ihre Zusammenarbeit bereits wieder beendet. Die Entscheidung sei nach einstimmigem Beschluss der verantwortlichen Vorstandsmitglieder wegen “anhaltender struktureller Differenzen” erfolgt. Khan hatte das Amt erst am 1. Juli übernommen. Handball-Abteilungsleiter Andreas Thiel wird in der kurzen Pressemitteilung zitiert: “Wir haben ein großes Missverständnis beendet.” Die sportliche Verantwortung für die “Werkselfen” übernimmt bis auf weiteres Managerin Renate Wolf.

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Schüsse in Steinbüchel: Mann verletzt

Mit Schüssen lebensgefährlich verletzt wurde in der vergangenen Nacht ein 25-jähriger Mann in Steinbüchel: Gegen 1.50 Uhr meldeten Zeugen der Polizei mehrere Schüsse auf der Hermann-Hesse-Straße, die vom Theodor-Heuss-Ring abgeht. Die Polizisten fanden das Opfer kurz darauf schwer verletzt auf der Straße liegend. Der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht und schwebt weiter in Lebensgefahr.

UPDATE 21.08.: Heute Vormittag führte die Polizei erneut “Durchsuchungsmaßnahmen” im Umfeld der Carl-von-Ossietzky-Straße durch. Eine Waffe sei gefunden worden, bestätigte die Polizei, allerdings müsse noch geprüft werden, ob es sich um die gesuchte Tatwaffe handele.

UPDATE 15.08.: Eine Polizei-Hundertschaft durchkämmte am Donnerstag das Wohnviertel in Steinbüchel, offenbar weiterhin auf der Suche nach der Tatwaffe. Bereits am Mittwoch, erklärt Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer, sei in Steinbüchel ein weiterer Mann festgenommen worden, der Vorwurf gegen ihn laute “Versuchter Mord”.
UPDATE 13.08.: Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer zum aktuellen Stand gegenüber dem levlog: “Wir müssen uns in dem Fall weiter bedeckt halten, die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.”
UPDATE 12.08., 16.15 Uhr: Eine Spezialeinheit der Polizei hat heute in den frühen Morgenstunden in Steinbüchel einen weiteren mutmaßlichen Täter festgenommen. Dieser stehe im Verdacht, teilt die Polizei mit, an der Tat am 17. Juni beteiligt gewesen zu sein. Umfangreiche Ermittlungen des Kriminalkommissariates 11 in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Köln hätten nun zu dem 29-Jährigen geführt. Nach einer Vernehmung werde der 29-Jährige dem Haftrichter vorgeführt, kündigt die Polizei in einer Pressemitteilung an. Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer hatte gegenüber dem levlog vergangene Woche erklärt, dass aufgrund “biographischer Nähe” ein Zusammenhang zwischen den Fällen vom 17. Juni und vom 27. Juli überprüft werde. Es handele sich um einen “sehr komplexen Fall”, erklärte Bremer weiter.
UPDATE 29.07., 16 Uhr: Der mutmaßliche Schütze wurde gestern im Amtsgericht Opladen dem Haftrichter vorgeführt. Er wurde wegen des Verdachts auf vorsätzlichen Totschlag sowie gefährliche Körperverletzung in Untersuchungshaft genommen, berichtete Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer dem levlog. Der 25-Jährige, dem es seit gestern besser geht und außer Lebensgefahr ist, konnte inzwischen zum Tathergang befragt werden. Die Ermittlungen zur Motivlage dauerten aber weiterhin an, so Bremer, der zugleich darauf verwies, dass die Polizei in Köln derzeit eine sehr große Zahl an Mordkommissionen eingerichtet habe und die Ermittlungen sich daher hinziehen können.
UPDATE 28.07., 16 Uhr: Der 25-Jährige ist nach Angaben der Polizei inzwischen außer Lebensgefahr. Die Ermittlungen dauern an, weitere Neuigkeiten zu dem Fall meldet die Polizei keine.

Die Hermann-Hesse-Straße in Steinbüchel am Sonntag.

Die Hermann-Hesse-Straße in Steinbüchel am Sonntag.

Ein 31-jähriger Tatverdächtiger flüchtete und konnte erst rund sieben Stunden später von einem Sondereinsatzkommando festgenommen werden: Gegen 8.45 Uhr sei der Zugriff erfolgt, geben Polizei und Staatsanwaltschaft Köln bekannt. Das Tatmotiv sei derzeit noch unklar, die Polizei Köln hat eine Mordkommission eingesetzt.

Auffällig häufig werden Streitigkeiten zuletzt mit Schusswaffen “gelöst”: Erst Mitte Juni wurde ein 24-Jähriger in Steinbüchel nachts an der Karl-Jaspers-Straße mit Messerstichen und durch Schüsse schwer verletzt (hier ein Bericht bei ksta.de). Er überlebte nach einer Notoperation. Anfang Juni schoss ein Mann vor einer Bäckerei in Wiesdorf um sich: Das Opfer wurde nur leicht verletzt, der Schütze wurde von einem SEK in seiner Wohnung festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft.

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Rialto-Boulevard 6 Monate Baustelle

Eine Freigabe der Brücke für Fußgänger sei bald wieder möglich, die Geschäfte auf der Nordseite können in wenigen Wochen wieder den Betrieb aufnehmen. Für die vom Brand unmittelbar betroffene Südseite fällt die Prognose allerdings “deutlich schlechter” aus. Die Polizei wertet derweil weiter Spuren und Zeugenaussagen aus.

UPDATE 29.08., 13 Uhr: Ab Montag, 1. September, können die Geschäfte auf der nördlichen Seite der Brücke sowie das Eiscafé wieder öffnen. Ein Gutachter für Brandmeldeanlagen habe heute die technischen Anlagen in den Geschäfts-, Keller- und Nebenräumen des nördlichen Rialto Boulevard sowie im Eiscafé geprüft und abgenommen, teilt die WGL mit: Mit der Prüfbescheinigung können die Betreiber dieser Ladenlokale “ab dem 01.09.2014 ihren Geschäftsbetrieb uneingeschränkt wieder aufnehmen”.

UPDATE 01.08., 13:15 Uhr: Die Polizei schließt mittlerweile “böse Absicht” als Brandursache aus. Die Ermittlungen nach der Brandursache dauerten weiter an, jedoch könne ausgeschlossen werden, dass dort ein gegen die Betreiber des Geschäfts gerichteteter Anschlag verübt worden sei. In dem Geschäftslokal hatte sich zu dem Zeitpunkt ein Kind alleine aufgehalten; ein technischer Defekt als Brandursache könne weiterhin nicht völlig ausgeschlossen werden. UPDATE 25.07., 14 Uhr: Die Rialto-Brücke ist für Fußgänger wieder geöffnet!

Blick auf den "Rialto-Boulevard" - in der Mitte das zerstörte Glasdach.

Blick auf den “Rialto-Boulevard” – in der Mitte das zerstörte Glasdach.

Für rund ein halbes Jahr wird der „Rialto-Boulevard“ eher einer Baustellengasse gleichen: So lange werde es dauern, bis die vom Brand am Abend des 11. Juli unmittelbar betroffene Ladenzeile wieder hergestellt ist, prognostizierte WGL-Geschäftsführer Wolfgang Mues heute bei einem Pressetermin. Die Ladenzeile sei von dem “verheerenden Brand” (hier der Bericht im LevLog) so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass dort „bis zum Zustand des Rohbaus zurückgebaut werden muss“, erklärte Mues. Den Gesamtschaden schätzt Mues auf 1 Million Euro.

Die erfreulichere Nachricht, die Mues parat hatte: Für Fußgänger könne die Brücke voraussichtlich „in Kürze“ wieder freigegeben werden. Das Ergebnis der Materialprüfung von der die Brücke überspannenden Stahl-Glas-Decke durch die Fachhochschule Köln werde in diesen Tagen erwartet. Fällt dieses Urteil zufriedenstellend aus, sei es möglich, rasch eine mit Bauzäunen gesicherte, fünf Meter breite Passage für Fußgänger über die Brücke zu öffnen. Auf einen genauen Tag mochte sich Mues nicht festlegen, zumal ein Statiker und der Fachbereich Gebäudewirtschaft der Stadt Leverkusen letztlich über die Freigabe zu entscheiden haben. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass überall dort, wo noch Glasscheiben in den Rahmen stecken, die Standsicherheit der Stahlkonstruktion nicht gefährdet sei. Andernfalls müsse auch dort das Glas entfernt werden, bevor die Brücke wieder freigegeben werden kann.

Bildergalerie – zum Vergrößern einfach klicken! Unten geht’s weiter im Text.

“Der Brand hatte verheerende Folgen”, beschönigte Mues nichts. Entstanden sei der Brand, wie im LevLog bereits berichtet, in dem Geschäft „Amore Accessoires“ und habe von dort auf die benachbarten Geschäfte übergegriffen. Bei Temperaturen von zum Teil über 500 Grad Celsius habe die Konstruktion sehr gelitten. Auch die nicht unmittelbar vom Brand betroffene Ladenzeile auf der Nordseite der Brücke (mit “Mr. Chicken”, die Pizzeria oder “Back-Company”) sei durch Verrußung und Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen. Die gebäudetechnischen Einrichtungen und der Strom seien hier außer Betrieb, derzeit sei ein Brandsanierer damit beauftragt, alle Spuren des Brandes zu beseitigen. Dazu gehöre auch das Prüfen sämtlicher Lüftungsöffnungen. „Das dauert einige Wochen“, erläutert Mues, „wir rechnen damit, dass die Geschäfte auf dieser Seite in rund vier bis sechs Wochen wieder öffnen können.“

Auf der vom Brand unmittelbar betroffenen Südseite müsse die Metalldachkonstruktion, die dem Bau ein Hangar-ähnliches Aussehen verleiht, nahezu vollständig entfernt werden. Hierzu sei es voraussichtlich nötig, die Abfahrt vom Europaring in Richtung Rathenaustraße und Bahnhof für ein bis zwei Tage zu sperren. Die Dauer der Arbeiten sei jedoch schwer einzuschätzen, womöglich ließen sich die vom Brand zum Teil erheblich verformten Metallteile nur mit schwerem Gerät entfernen. Eine neue Metallverkleidung müsse in Auftrag gegeben werden, es handele sich um eine Sonderanfertigung. Mues: „Die bekommt man nicht von der Stange“. Ebenfalls sämtliche Innenarchitektur und Zwischenwände in der Ladenzeile müssten entfernt werden, ebenso der fünflagige Bodenaufbau, der durch Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen sei. Das betreffe die Geschäfte vom China-Imbiss auf der Bahnhofsseite bis zu „Pretty Shoes“. Mues: „Hier wird mehrere Monate kein Geschäftsbetrieb möglich sein, wir rechnen mit einem Zeitraum von bis zu einem halben Jahr.“ Glück im Unglück könnte die Eisdiele auf Seite der City C gehabt haben, hier seien die Schäden nicht so groß: „Die wird vielleicht in ein paar Wochen wieder öffnen können“, ist Mues hier vorsichtig optimistisch.

Kritik am Brandschutzkonzept mochte Mues nicht gelten lassen: „Eine Sprinkleranlage ist bei Verkaufsflächen dieser Größe nicht notwendig und auch nicht vorgeschrieben“, verweist er auf die Gesetzeslage. Gleichwohl stehe er der Einrichtung einer Sprinkleranlage beim Neuaufbau auf der Südseite durchaus offen gegenüber, „wenn sie etwas bringt“. Die WGL ist durch Versicherungen abgesichert, sowohl für den Schaden als auch für den Einnahmeausfall durch die fehlenden Mietzahlungen. Den Mietern stelle man für die Dauer der Arbeiten keine Miete in Rechnung, die bereits gezahlte Juli-Miete habe man bereits anteilig wieder zurückgezahlt. Mit den Händlern selber stehe man ständig in engem Kontakt, es habe mehrere Versammlungen gegeben, die nächste sei bereits terminiert. Allerdings: „Was die Händler für Versicherungen abgeschlossen haben, wissen wir nicht.“ Aus Händlerkreisen war zu erfahren, dass sich nicht alle für einen solchen Fall abgesichert haben.

Der Brand hat hinter der Verkleidung die Wand wieder freigelegt, auf der das Jugendamt Leverkusen auf der Brücke bis zum Bau des „Boulevards“ 2003 mit einem großen Graffiti für die “Nummer gegen Kummer” (diese hier) für Eltern und Jugendliche warb. Eine “Nummer gegen Kummer” dürfte mancher Geschäftsbetreiber jetzt bitter nötig haben.

Im Dunkeln bleibt weiterhin die Brandursache: Die Polizei hatte Videoaufnahmen umliegender Kameras unmittelbar nach dem Brand einkassiert und auch im Umfeld der Brücke nach Spuren und Hinweisen gesucht. Darunter auch von Videokameras, die die WGL dort installiert hat. „Wir hatten keine Gelegenheit, die Bänder zu sichten, die Polizei hat die unmittelbar am nächsten Tag eingesammelt“, erklärte Klaus-Ulrich Heimann von der WGL. Die Polizei teilte heute auf Anfrage nur mit, es lägen “mehrere Spuren und Zeugenaussaugen vor”, deren Auswertung aufgrund ihrer Fülle noch andauere. Sobald man näheres sagen könne, werde man dies tun, “in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Köln”.

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Großbrand auf Rialto-Boulevard

Ein Kind wird von Passanten aus einem brennenden Geschäft gerettet. Polizei sucht offenbar nach Hinweisen auf Brandstiftung. Die Sicherheit der Brücke muss von einem Statiker geprüft werden.

UPDATE 23.07. & alle weiteren Neuigkeiten – bitte hier entlang: Rialto-Boulevard 6 Monate Baustelle

UPDATE 22.07., 16.15 Uhr: Nach dem Brand haben heute weitere Abstimmungsgespräche zwischen Wohnungsgesellschaft Leverkusen, städtischer Bauaufsicht und Feuerwehr zur Frage einer Wiederöffnung der Brücke für Fußgänger stattgefunden, meldet die Pressestelle der Stadt soeben. Derzeit würden Stahlproben der Dachkonstruktion in einem Prüflabor untersucht, das entsprechende Gutachten werde voraussichtlich im Laufe dieser Woche vorliegen. Parallel dazu würden die Vorbereitungen zur Demontage der beschädigten Stahlträger getroffen. Im Anschluss daran müsse die Standsicherheit der verbliebenen Dachkonstruktion erneut durch einen Statiker begutachtet werden, bevor die städtische Bauaufsicht über eine Freigabe zur Öffnung für Fußgänger entscheiden könne. Angedacht sei, einen etwa fünf Meter breiten, durch Bauzäune abgesicherten Fußgängerweg in der Brückenmitte einzurichten. Am Mittwochmittag informiert die WGL die Presse bei einem Pressetermin.

UPDATE 15.07., 15 Uhr: Bis die Rialto-Brücke wieder (teilweise) freigegeben werden könne, werden eher Wochen denn Tage vergehen, so die Auskunft für’s LevLog von der WGL.
UPDATE 14.07., 12.13 Uhr: Erste Entwarnung für die Rialto-Brücke: Die Statik der Brücke sei durch das Feuer nicht in Mitleidenschaft gezogen. Das habe die Prüfung der drei Teilbrücken des Rialto-Boulevards durch die Brückenfachleute der Technischen Betriebe Leverkusen (TBL) ergeben, teilt die Stadtverwaltung soeben mit. Unklar sei nunmehr, ob die Glasdachkonstruktion stabil sei, das werde nun durch einen Statiker geprüft. Dann solle über die Öffnung des Fußgängerüberweges auf der nördlichen Seite der Brücke entschieden werden.
Die Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL), die Eigentümerin der beiden seitlichen Brückenteile mit der Dachkonstruktion und den darauf befindlichen Ladenzeilen ist, werde über die weiteren Schritte zur Sicherung bzw. möglichen Abtragung des Glasdaches gemeinsam mit der städtischen Bauaufsicht entscheiden.
Derzeit ist der Rialto-Boulevard noch gesperrt, eine Sicherheitsfirma ist damit beauftragt, das Gelände zu überwachen. Der Zugang vom Busbahnhof LEV-Mitte zur Innenstadt und in die Gegenrichtung ist derzeit über die Y-Brücke, den Fußgängerüberweg zwischen Forum und Kinopolis oder die Fußgängerbrücke zwischen Rentenversicherung und Musikschule möglich.

UPDATE 2: Hier ist übrigens die Webpräsenz des Ladens, der am stärksten von dem Brand betroffen war: http://www.amore-accessories.com/

Zu einem Großbrand auf der Rialto-Brücke in Leverkusen-Wiesdorf zwischen City und Busbahnhof LEV-Mitte musste die Feuerwehr am Freitagabend ausrücken. Zwei Personen wurden leicht verletzt, darunter ein Kind; beide hatten Rauchgas eingeatmet und wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Das Feuer war offenbar in einem Bekleidungsgeschäft ausgebrochen, etwa dort, wo Ladenzeilen-Eigentümerin WGL auf dieser (veralteten) Übersicht noch das Geschäft für “Tierbedarf” führt.

Bildergalerie – zum Vergrößern einfach klicken! Unten geht’s weiter im Text.

Um 21.05 Uhr war die Feuerwehr durch die automatische Brandmeldeanlage zu dem Einsatz gerufen worden. Kurz zuvor sollen sich nach Auskunft eines Augenzeugen dramatische Szenen abgespielt haben: Demnach sei der circa 10 bis 12 Jahre alte Sohn des Ladenbesitzers offenbar allein in dem Geschäft gewesen, als sich Rauch darin ausbreitete. Daraufhin hätten Passanten versucht, den Jungen aus dem Laden zu befreien und eine Glastüre eingeschlagen. Kurz darauf, vermutlich durch den nun in den Laden strömenden Sauerstoff, habe sich das Feuer schlagartig zu einem riesigen Brand ausgedehnt. Bilder von Augenzeugen zeigen, wie die Flammen auf allen Seiten meterweit aus dem Geschäft schlugen. Dichter Rauch stieg über dem Rialto-Boulevard auf. Auf dem Fußweg der Brücke lagen später zahllose Glassplitter zerborstener Glasplatten von der Überdachung der Brücke, auch die Aluminiumverkleidung der Fassade hatte sich verbogen. Auch benachbarte Geschäfte, unter anderem der Blumenladen, seien zum Teil erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden. Zum Teil seien auch Trümmerteile auf die Fahrbahn der B8 gestürzt.

Zur Ursache des Brandes konnte die Feuerwehr nach Angaben von Chef und Einsatzleiter Hermann Greven noch keine Auskunft geben. Die Polizei hatte aber bereits die Umgebung nach Videokameras abgesucht, womöglich besteht also ein Anfangsverdacht auf Brandstiftung. Auch die Gebüsche neben der B8 wurden durch Polizisten mit Taschenlampen abgesucht. Die Feuerwehr war angesichts der Dimensionen des Brandes mit 142 Kräften im Einsatz, zum Teil mit schwerem Atemschutzgerät. Löschzüge der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr Wiesdorf sowie zwei weitere Löschzüge benachbarter Freiwilliger Feuerwehren wurden alarmiert. Nachdem der Brand gelöscht war, suchten sie unter der Deckenverkleidung über dem Geschäft als auch im Brückengerüst unter dem Geschäft nach Glutnestern, zumal sich das Feuer auch nach außen gefressen habe. Diese Arbeit dauerte nach 1 Uhr in der Nacht noch an, die Deckenverkleidung musste dafür zum Teil aufgeflext werden.

Der Rialto-Boulevard war die ganze Zeit über gesperrt und wird es laut Greven sicher auch am Samstag noch sein. Die Busse wurden umgeleitet und auch die B8, die unter der Brücke herführt, musste während der Löscharbeiten gesperrt werden. Zwischenzeitlich sollen die Straßen wieder freigegeben sein. Ob die Statik der Brücke in Mitleidenschaft gezogen sei, vermochte Greven nicht zu sagen: “Das ist Sache des Eigentümers der Brücke, die werden einen Statiker mit der Prüfung beauftragen.”

Der Brand in den sozialen Medien:

Auf Facebook gibt es einige bewegte Bilder von dem Brand: Hier und hier

Bei Twitter verbreitete sich die Nachricht am raschesten. Hier ein paar Tweets:

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Festnahme nach Schießerei in Wiesdorf

Nachdem ein Mann am frühen Sonntagnachmittag auf Gäste vor der Bäckerei “Merzenich” an der Otto-Grimm-Straße in der Wiesdorfer Fußgängerzone geschossen hat, nahm ein Sondereinsatzkommando den mutmaßlichen Schützen in einer Wohnung an der Dönhoffstraße fest. Die Wohnung liegt nur rund 100 Meter vom Tatort entfernt. Es handelt sich um einen Mann zwischen 60 und 70 Jahren, der gebrochen Deutsch spricht. Durch die Schüsse wurde ein Mann leicht verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden. Vor der Bäckerei zeugen umgeworfene Stühle, zerbrochenes Geschirr am Boden und eine Patronenhülse von dem Geschehen. Über das Motiv des Täters wusste die Polizei zunächst nichts.

Via Megaphon hatte das Sondereinsatzkommando Kontakt zu dem Mann am Fenster einer Wohnung in der vierten Etage aufgenommen. Er wurde aufgefordert, beide Hände sichtbar aus dem Fenster zu halten. Der Mann hielt ein Handy, das er zunächst nur widerwillig aus der Hand legte. Bei der Kommunikation mit dem Mann gab es Verständigungsprobleme, aber der Mann hielt sich mit Verzögerung an die Anweisungen, die ihm die rigide Beamtin freundlich, aber bestimmt via Megaphon gab. Vor der Spielhalle an der Dönhoffstraße hielten sich währenddessen ein Dutzend SEK-Beamte in voller Montur bereit. Der Mann sprach davon, dass er Hilfe benötige. Nach rund fünf Minuten forderte die Beamtin den Mann auf, mit leeren Händen zu seiner Wohnungstüre zu gehen und herauszukommen. Daran hielt er sich, mit etwas Verzögerung, und wurde sofort überwältigt, nachdem er die Türe geöffnet hatte. Ein Beamter in zivil signalisierte seinen Kollegen auf der Straße mit erhobenem Daumen, dass die Lage unter Kontrolle ist. Der mutmaßliche Schütze wurde wenig später abgeführt. Die Dönhoffstraße blieb für polizeiliche Untersuchungen weiter gesperrt, ist inzwischen aber wieder freigegeben.

Zum Vergrößern auf das Bild klicken:

NACHTRAG 18.08.: Am gestrigen Sonntag wollte sich der Mann, der von dem Schützen angeschossen und dabei leicht verletzt wurde, wieder bei der Wiesdorfer Bäckerei hinsetzen. Die Verkäuferin, die den Zwischenfall vor zehn Wochen miterleben musste, zeigte sich nicht ganz so furchtlos: sie bat ihn höflich, sich einen anderen Ort für das zweite Frühstück zu suchen. Der Mann zeigte sich verständig und ging.

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Agfa-Gebäude: Der Abriss im Zeitraffer

Mit dem Abriss des Agfa-Gebäudes Anfang März gehört ein Stück Leverkusener Industriegeschichte endgültig der Vergangenheit an. Ein sehr schönes Zeitraffer-Video vom Abriss im Chempark Leverkusen an der B8 am 7. und 8. März möchte ich Euch nicht vorenthalten:

Werksintern handelte es sich um die Gebäude E 49 und E 52. Mit Großgeräten wurde der rund 100 Meter lange, etwa 34 Meter hohe und 16 Meter breite Gebäudekomplex abgerissen, die das Gebäude bis in etwa acht Metern Höhe in zwei Tagen zerkleinerten. Die B8 musste während der Abrissarbeiten halbseitig gesperrt werden. Aufgenommen hat das Video Philip Bechtle – vielen Dank für die Erlaubnis, es hier zu zeigen!

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26. März 2014 · 12:15

9. Kunstnacht: Rundgang im Regen

Die 9. Leverkusener Kunstnacht ist Geschichte, die Twitterwall hat noch ein paar Einträge hinzugewonnen. Vielen Dank allen, die mitgelesen haben, noch mehr Dank allen, die mitgetwittert haben. 2014 steht dem trending topic #KunstnachtLev, denke ich, nichts mehr im Wege. Wer noch keinen Twitter-Account hat, meldet sich am besten jetzt schon für die 10. Kunstnacht an.

Hier habe ich noch ein paar Fotos von meinem Rundgang durch den Regen und immerhin sechs der insgesamt 42 Stationen:

Hier ein Video von einer Restauration im Atelier Grass mit Jenny Oster während der Kunstnacht, aufgenommen von leverkusen.com:

Das Team aus der Witzheller Kornbrennerei hat ein paar Fotos bei einem bekannten großen sozialen Netzwerk online gestellt.

Und auch die Energieversorgung Leverkusen hat die Kunstnacht im City-Point mit einigen Fotos dokumentiert.

Abschließend ein paar meiner Lieblingstweets von dem Abend:

Und hier noch ein Screenshot von der Twitterwall – als Vorgeschmack für 2014:

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Auf zur 9. Leverkusener Kunstnacht

Am Freitag. 11. Oktober 2013, ist es wieder soweit: Die Leverkusener Kunstnacht bietet dann ab 18 Uhr bereits zum 9. Mal die Chance zu einem Orte übergreifenden Streifzug durch die lebendige Leverkusener Kunstszene. 42 Stationen im ganzen Stadtgebiet laden ein zum Besuch und zum Verweilen, Shuttle-Busse der Wupsi verbinden alle Stationen miteinander. In diesem Jahr möchte ich einen neuen Anlauf nehmen, das Geschehen vor und vor allem während der Kunstnacht via Soziale Netzwerke ein wenig zu bündeln.

Bei der 9. Leverkusener Kunstnacht nutzen wir das Twitter-Hashtag

#KunstnachtLev

Und hier geht’s zur Twitterwall für die 9. Kunstnacht: http://kunstnachtlev.tweetwally.com/

Auf dieser Twitterwall erscheinen alle Eure Tweets mit dem Hashtag #KunstnachtLev. [Keine Ahnung, was ein "Häschtäg" ist? Einfach im Tweet die Raute "#" direkt vor ein Wort setzen - und schon ist's ein Hashtag, das man anklicken und so andere Tweets mit dem gleichen Hashtag sehen kann.] Ein paar Tweets gibt es bereits – schreibt, wo Ihr gerade seid, schickt Fotos von Kunstwerken oder aus dem Shuttle-Bus. Erst mit möglichst vielen Tweets wird die Twitterwall so richtig interessant. Viel Spaß beim Twittern von den & Lesen über die 42 Stationen!

Wer noch keinen Twitter-Account hat, der kann sich den in wenigen Augenblicken anlegen: Es kostet nichts, verpflichtet zu nichts, selbst die NSA erfährt dort nichts, was sie nicht eh längst über Euch weiß – und Ihr werdet sehen: es macht Spaß.

Die Twitterwall ist übrigens auch für iPhone optimiert abrufbar, und zwar hier: http://kunstnachtlev.tweetwally.com/iphone

Und diese Optimierung können all jene nutzen, die die Twitterwall z.B. für die Gäste in ihrer Kunstnacht-Station mit einem Projektor an die Wand werfen möchten: http://kunstnachtlev.tweetwally.com/projection

Natürlich kann sich jeder auch seine ganz eigene Twitterwall für die Projektion in der eigenen Station anlegen. Empfehlen möchte ich zum Beispiel twitterwall.me, wo man außer Twitter- auch Facebook-Postings mit dem Hashtag #KunstnachtLev einbinden kann.

Hier geht’s zum Kunstnacht-Programm 2013 als PDF:
http://kunstnacht-lev.de/fileadmin/flyer2013.pdf

Alle 42 Stationen im Schnelldurchlauf:

Schlebusch
1) Altes Bürgermeisteramt Schlebusch Bergische Landstr. 28
2) Atelier Richard Bausewein Metzer Str. 18
3) Villa Wuppermann Mülheimer Str. 14
4) Atelier Kunstraum von Ulrike Harter Grüner Weg 96 (Hinterhaus)
5) Schmuckwerkstatt Böhme Mülheimer Str. 27
6) Atelier Ploenes Hammerweg 26
7) Friedenskirche Merziger Straße (Waldsiedlung)
8) Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer Freudenthal 68
9) Spektrum Leverkusen Virchowstr. 43
10) Villa Rhodius Bergische Landstr. 82a-84

Lützenkirchen
11) Ehemalige Witzheller Kornbrennerei FB Visuelle Kommunikation Altenberger Str. 147

Alkenrath
12) Museum Morsbroich & Kunstverein Leverkusen Schloss Morsbroich e.V. Gustav-Heinemann-Str. 80

Bergisch Neukirchen
13) Atelier Engelbert Engel Burscheider Str. 400
14) Restaurant Fachwerk Burscheider Str. 106a
15) Imbacher Weinladen Wuppertalstr. 96a
16) Grunder Mühle Grunder Mühle 1
17) Atelier-Gemeinschaft C.A.P.R.A. Albert-Zarthe-Weg 9

Wiesdorf, Manfort & Bürrig
18) Lindenhof Weiherstr. 49
19) Galerie im Forum Am Büchelter Hof 9
20) Christuskirche Dönhoffstr. 2
21) CityKirche Herz Jesu Wiesdorfer Platz 55
22) Energieversorgung Leverkusen City Point, Friedrich-Ebert-Platz 11
23) Bayer Kulturhaus Nobelstr. 37
24) Koloniemuseum Nobelstr. 78
25) Sparkasse Leverkusen Hauptfiliale Friedrich-Ebert-Str. 39
26) topos Hauptstr. 134
27) Reuschenberger Mühle Alte Garten 61

Hitdorf
28) Atelier Martina Auweiler-Gewaltig Hitdorfer Str. 130
29) Atelier Helga Santel Hohestr. 15

Opladen, Quettingen & Fixheide
30) Galerie am Markt Peter-Neuenheuser-Str. 3
31) Atelier Grass Restaurierung Birkenbergstr. 84
32) CBT-Wohnhaus Upladin Opladener Platz 8
33) St. Remigius-Kirche An St. Remigius
34) Tanzstelle Düsseldorfer Str. 119
35) Künstlerverein Begegnungsstätte Bunker Karlstr. e.V. Karlstr. 9
36) Junges Theater Leverkusen Karlstr. 9a
37) NaturGut Ophoven Burg Ophoven, Talstr. 4
38) AWO-Familienseminar Berliner Platz
39) Café Galerie Zettel’s Traum Altstadtstr. 20
40) Kulturausbesserungswerk (KAW) Kolberger Str. 95a
41) Alter Wasserturm Neue Bahnstadt Opladen, Bahnstadtchaussee 8
42) Ateliergemeinschaft etage3 Benzstr. 1a

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Mietspiegel 2013: Die Welt in Ordnung

Der „Arbeitskreis Mietspiegel Leverkusen“ legt den Mietspiegel 2013 für die Stadt vor. Die Tabelle ist ab dem 1. September verbindlich.

Man ist das kaum noch gewohnt: Neuigkeiten künden von Unbilden, Katastrophen, zuallermindest von nahendem Unheil. Insbesondere dann, wenn es um Geld und Prozentzahlen geht. Und dann treten Donnerstagnachmittag im Rathaus sieben dunkel gekleidete Herren und eine dunkel gekleidete Dame der lokalen Presse gegenüber und fassen ihre Neuigkeit so zusammen: „Man kann sagen, dass die Welt hier noch weitgehend in Ordnung ist.“ So formulierte es Dr. Thomas Gutknecht, Vorsitzender des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer-Vereins Leverkusen und Umgebung. Was Gutknecht, Birgit Maaß von der städtischen Statistikstelle und die übrigen sechs Herren so froh vorstellten, war der neue Mietspiegel für Leverkusen. Die letzte tabellarische Auflistung über die ortsüblichen Wohnungsmieten war 2011 erstellt worden, und da eine Kommune angehalten ist, mindestens alle zwei Jahre einen neuen Mietspiegel vorzulegen, war es nun wieder soweit. Der neue gilt ab dem Stichtag 1. September.

Spektakulär unspektakulär also die Steigerungen, die in der Diktion der Runde auch nur „Anpassungen“ hießen: Die „Anpassungen“ seien „sehr moderat ausgefallen“, noch unter der Inflationsrate. In gerade mal 23 der 60 Werte habe es überhaupt Veränderungen gegeben, erläuterte Maaß. Noch den größten Sprung um bis zu 25 Cent seien bei Wohnungen mit 90 Quadratmetern und mehr zu verzeichnen, und das weitgehend unabhängig von Baujahr oder Lage. Insgesamt lägen die Mittelwerte abhängig von der Baualtersklasse, der Lage und der Größe der Wohnung zwischen 5,10 Euro und 9,45 Euro, jeweils bezogen auf die Netto-Kalt-Miete, also ohne Betriebskosten.

Geordnete Mietpreise statt Exzesse

WGL-Chef Wolfgang Mues variierte die Heile-Welt-Metapher dann auch noch etwas poetischer: „Man kann sagen, dass sich die Welt hier noch in geordneten Mietpreisen darstellt.“ Mehr Ordnung braucht kein Mensch. Im landauf, landab wütenden Sturm explodierender Mietpreise ist Leverkusen also ein behaglicher Hort glückseliger Anpassungen im Prozentbereich einer durchschnittlichen Sparbuchverzinsung. Von den „Exzessen“ in Metropolen wie Köln oder Düsseldorf, wo binnen nur eines Jahres zum Teil „Steigerungen“ (nicht „Anpassungen“) um 8 oder gar 9 Prozent zu verzeichnen seien, sei man weit entfernt.

Und zu was so ein Mietspiegel eigentlich zunutze ist? Es sei „ein Friedensinstrument“, erläuterte André Juffern vom Mieterverein Leverkusen, für zerstrittene Mieter und Vermieter sowie Arbeitsgerät für vereidigte Sachverständige. Jürgen Späker vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Leverkusen erklärte, wer sich außerdem am Mietspiegel zu orientieren pflege: „Es gibt verschiedene Akteure auf dem Immobilienmarkt“, außer Käufern und Verkäufern seien das auch Makler „oder Investoren, die darüber entscheiden, wie sie ihr Geld möglichst gewinnbringend aufwenden wollen.“ Und nebenbei stünden auch die Kommunen im Wettbewerb untereinander, erinnerte Gutknecht mahnend: denn wenn so ein Mietspiegel möglicherweise gar einen negativen Trend aufweise, könne das einen Domino-Effekt nach sich ziehen.

Günstiger Wohnraum Sache der Politik

Was das derzeit oft beschworene Ringen um günstigen Wohnraum angeht, verwiesen die anwesenden Vertreter übrigens gleich vorbeugend auf die Politik: „Der freie Markt kann das nicht leisten“, betonte Gutknecht, „dieses Postulat aus der Politik ist nur mit Förderung möglich.“ Womit an diesem Nachmittag beiläufig die Grenzen des Marktliberalismus auch in einer geordneten Welt ausgemessen waren.

Der Mietspiegel ist gegen eine Schutzgebühr von 5 Euro unter anderem per E-Mail als pdf-Dokument erhältlich, Bestellungen werden unter statistik@stadt.leverkusen.de erbeten.

Um den Mietspiegel zu ermitteln, treten in Leverkusen die fünf Mitglieder des „Arbeitskreises Mietspiegel Leverkusen“ zusammen:

  • Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer-Verein Leverkusen und Umgebung e.V.
  • Mieterverein Leverkusen und Umgebung e.V.
  • Leverkusener Immobilienbörse
  • Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Leverkusen
  • Stadtverwaltung

sowie die Wohnungsgesellschaft Leverkusen GmbH und Vivawest Wohnen GmbH.

Der erste Mietspiegel vergleichbar der jetzigen Form, wurde übrigens 1975 von „Haus- und Grund“, „Mieterverein“ und Stadt Leverkusen 1975 unterschrieben.

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Verrückt in der Stadtbibliothek

Mit der Kampagne „BiblioFreak“ sollen die Bibliotheken im deutschsprachigen Raum kräftig entstaubt werden. In Leverkusen gehen die Mitarbeiter der Stadtbibliothek für die Kampagne mutig in Vorleistung.

Für eine Imagekampagne präsentieren sich die Mitarbeiter der Stadtbibliothek Leverkusen und Kulturdezernent Marc Adomat (Mitte, hinten) vor der Lokalpresse als "Freaks": Jeder mit seinem ganz eigenen "Spezialgebiet".

Für die Imagekampagne BiblioFreak präsentieren sich die Mitarbeiter der Stadtbibliothek Leverkusen und Kulturdezernent Marc Adomat (Mitte, hinten) vor der Lokalpresse als “Freaks”: Jeder mit seinem ganz eigenen Spezialgebiet.

Etwas Außergewöhnliches musste geschehen sein, denn während Lucia Werder die geladene Presseschar im Foyer ihrer Stadtbibliothek begrüßte, zierte ein Kochlöffel unübersehbar ihr Haar und ragte dabei mit der Löffelschale beinahe bedrohlich über sie selbst hinaus. Dass die anwesenden Bibliotheksnutzer denken könnten: „Was ist denn bloß in die Leiterin unserer ehrwürdigen Bibliothek gefahren?“, nahm Werder offenkundig nicht nur billigend in Kauf: sie legte es darauf an. Im Obergeschoss outeten sich, dem Vorbild ihrer Chefin folgend, dann auch gleich einige Mitarbeiter als Freaks, und zwar als: Golf-, Motorrad-, Kunst-, Katzen-, Hunde- oder Hockey-Freak. Sogar Marc Adomat, in Personalunion derzeit sowohl Kulturdezernent als auch kommissarischer KulturStadtLev-Leiter, erinnerte sich Frank Weiffens Lauschangriff und outete sich als Musik-Freak, mit gleich einem ganzen Schwung seiner Platten- und CD-Sammlung als anschaulicher Beglaubigung unterm Arm.

“Modernes Kommunikationszentrum”

Es sind also alle verrückt geworden im engeren Umfeld der Stadtbibliothek, könnte man nun zusammenfassen, den Kopf bedenkenvoll wiegen und die Geschichte dann zu den Akten legen. Doch die Freakshow mit Ansage hat einen Sinn und ein Ziel: Mit einer Aufmerksamkeitskampagne sollen Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz von ihrem angestaubten Image befreit werden und fortan wieder wahrgenommen werden als Orte, in denen außergewöhnliche Dinge geschehen, in denen vielfältige Quellen die unterschiedlichsten Interessen nähren, in denen man sich ganz seinen heimlichen und unheimlichen Leidenschaften widmen kann. Und zwar mittels aller zu Gebote stehenden Medien.

Vorbei die Zeiten, in denen verhärmte Bücherwürmer durch Regalreihen im Dämmerlicht schleichen, Bücher hervorziehen und mit bewegtem Gesichtsausdruck stumm deklamieren. In der modernen Bibliothek wird an der Playstation gezockt, werden Filme geschaut, Musik gehört, Fachzeitschriften ebenso wie Tageszeitungen gelesen, eMedien heruntergeladen, im Internet gesurft. Lucia Werder erklärt, den Kochlöffel beharrlich ins schwarze Haar geknotet, den ernsthaften Hintergrund: „Wir hoffen, mit dieser Kampagne die Wahrnehmung und die Sichtbarkeit der Bibliothek auf sympathische Weise zu erhöhen.“ Immerhin investiert die Leverkusener Stadtbibliothek Jahr für Jahr sechsstellige Summen in aktuelle Medien, für 2013 beträgt der Medienetat 118’900 Euro. Und das in Zeiten knapper Kassen, in denen das Angebot der Bibliotheken oft kommunalen Haushaltskürzungen ausgesetzt ist, auch in Leverkusen. Es lohnt sich für das Angebot zu werben, weiß Werder: „Wir sind ein modernes Kommunikationszentrum mit einem breiten Angebot”, erklärt sie, “was wir alles Tolles leisten ist vielen gar nicht bewusst.“ Das soll mit der “Freak”-Kampagne anders werden. Mitarbeiterin Eva-Marie Urban erklärt vorsichtshalber, wie das mit dem “Freak” gemeint sein soll: „Wir denken dabei an jemanden, der auf etwas abfährt, total auf etwas steht oder sich mit etwas einfach sehr gut auskennt.“

In den USA sponsert Bill Gates die Kampagne

Vorbild für die Kampagne ist die amerikanische „Geek the Library“-Kampagne, die mit Bill Gates immerhin auch einen wahrhaftigen Geek als potenten Sponsor vorweisen kann. Die deutschsprachige Kampagne wird gleichsam von der in den USA beheimateten Bibliotheksorganisation OCLC organisiert. Leverkusen ist, gemeinsam mit Sömmerda, Mettmann, Graz und Basel eine von fünf Pilottest-Bibliotheken, die sie antesten sollen: Stellt sich der gewünschte Erfolg ein, soll die Kampagne mit allen Erfahrungen, die gesammelt werden konnten, ab dem Frühjahr 2014 in Deutschland, Österreich und der Schweiz starten. Für die Erprobungsphase darf Leverkusen sämtliche Materialien – Plakate, Flyer, Postkarten – kostenlos verwenden.

Seinen ganz persönlichen Freak eintragen kann man auf dieser Seite, auf der sich – obschon noch in der Erprobungsphase – schon so mancher Freak verewigt hat: www.bibliofreak.org. Auch bei Facebook ist die Kampagne vertreten, ebenso bei YouTube.

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