Bahnstadt Opladen: Was ahnte Mues?

Die Lage ist ernst, die „veränderte Situation“ für die Bahnstadt Opladen durch die vom Regierungspräsidenten verweigerte Verlegung der Güterstrecke keine Kleinigkeit – das signalisiert die Rheinische Post ihren Lesern heute schon, indem sie gleich die beiden ersten Lokalseiten für dieses Thema frei räumt. „Teil der Bahnstadt droht das Aus“ titelt sie auf der ersten Lokalseite: Die Kosten für die Bahnstadt seien mittlerweile auf 125 Millionen angestiegen, Regierungspräsident Hans-Peter Lindlar habe nicht zuletzt aus diesem Grund und mit Verweis auf die Schulden Leverkusens den Stadtoberen in einem Brief (den die RP auf Seite zwei komplett abdruckt und hier online bereit hält) mitgeteilt, die geplante Gleisverlegung nicht zu gestatten. Da die Gleisverlegung das entscheidende verbindende Element (RP: „das Herzstück“) des Konzepts für die „Neue Bahnstadt Opladen“ ist, darf das als ein harter Schlag für das Stadtentwicklungsprojekt gelten. Überdies drohe Lindlar der Stadt eine bevorstehende Zwangsverwaltung an.
Kämmerer Rainer Häusler und Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn überbrachten gestern erst Vertretern der Ratsfraktionen und anschließend der Presse die Nachricht. Eigentlich habe der Anteil der Stadt an den Kosten der Gleisverlegung (in einer kalkulierten Höhe von 14,6 Millionen Euro) durch den Verkauf von RWE-Aktien finanziert werden sollen, das widerspreche Absprachen, erklärt die Bezirksregierung nun. Den Vertretern der Ratsfraktionen solle Häusler laut RP bereits Projekte genannt haben, deren Streichung die notwendigen Einsparungen bringen könnten: Umbau Busbahnhof Wiesdorf, Sanierung Ophovener Weiher, Sanierung Hauptfeuerwache sowie Straßenausbau Hitdorf. Die Verabschiedung des Haushaltsetats für 2010 sei gestern bereits von Dezember auf Februar verlegt worden. Die RP erkundigte sich bei Vertretern Leverkusener Ratsfraktionen, die weitgehend geschlossen ankündigen, für den Westteil der Bahnstadt kämpfen zu wollen. Klaus Hupperth von der CDU wolle nötigenfalls sogar Landesvater Jürgen Rüttgers zu Hilfe holen.
Im Kommentar stellt „peco“ die Frage, ob das Thema womöglich unter der Decke gehalten worden sei, um den Wahlkampf von Buchhorns Amtsvorgänger Ernst Küchler nicht damit zu belasten. Im beistehenden Artikel „Wer wusste wann Bescheid?“ erinnert „peco“ auch daran, dass Baudezernent Wolfgang Mues „bereits vor Monaten gewarnt“ haben soll. Tatsächlich hatte es Mues 2008 sogar abgelehnt, den Ratsentwurf für die Gleisverlegung zu unterschreiben (siehe hier). Öffentlich äußerte sich Mues damals nicht, wenige Monate später wurde er aus dem Bahnstadt-Aufsichtsrat entfernt, Begründung damals: Mues habe keine Zeit mehr dafür. Das fand nicht nur der Leverkusener Anzeiger schon sehr, sehr eigenartig.
Etwas gelassener als die RP berichtet der Anzeiger: Artikel („Stadtrat will sich wehren“) nebst Kommentar („Es riecht nach Schnellschuss“) vermitteln ein nicht so sehr getrübtes Bild der Gesamtlage mit Aussicht auf eine denkbare Korrektur. Tenor: Die Verfügung des Regierungspräsidenten sei möglicherweise nicht konsequent zuende gedacht und erweise der Stadt einen „Bärendienst“, falls andere dringende Investitonen auf der Strecke blieben.

Den Protestzug der DyStar-Mitarbeiter mit rund 800 Teilnehmern gestern durch Wiesdorf würdigen Anzeiger und RP jeweils mit kurzen Berichten. Es sollen „Investoren bevorzugt werden, die das Unternehmen als Ganzes weiter betreiben wollen“, zitiert die RP OB Buchhorn.

Nach der Umfrage bei Leverkusener Ärzten hat der Anzeiger heute auch Passanten zur Impfung gegen die Schweinegrippe befragt. Derweil meldet die Stadt nun einen „Run“ auf die Impfungen.

Die Energieversorgung Leverkusen (EVL) senkt die Strompreise zum 1. Januar, je nach Kundengruppe um bis zu vier Prozent.

Im Sportteil stellt die RP heute Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius in ihrem neuen Job als Trainerin in der Behindertensportabteilung beim TSV Bayer 04 vor. „Werkselfe“ Laura Steinbach von den Leverkusener Handballfrauen hat eine Patenschaft für den Verkauf der kürzlich erschienenen Biografie „Teamgeist“ des seit 1979 nach einem Sportunfall pflegebedürftigen Handballers Jo Deckarm übernommen, meldet der Anzeiger. Das weltweit große Interesse an dem Videoclip von der Bayer-Medienfassade bei YouTube (den wir an dieser Stelle auch bereits eingebettet hatten) resümiert die RP heute verblüffend detailliert (was alleine den Rückschluss zulässt, dass YouTube-User „1234bayer“ allerbeste Beziehungen zur RP-Redaktion pflegt). Vor Briefen der Finanzdienstleistungsfirma „Dr. Schneider & König“ warne die Verbraucherzentrale in Leverkusen, berichtet der Anzeiger. Der Anzeiger ist auch den gefährlichen Tücken, die die Steinbücheler Straße für Fußgänger bereit hält, nachgegangen. Und heute ab 22 Uhr bis Montagmorgen wird die A3 zwischen Leverkusen und dem Kreuz Köln-Ost voll gesperrt, erinnert Straßen NRW u.a. bei leverkusen.com; wie sich Besucher des Fußballspiels heute Abend in der BayArena (Bayer 04 – Eintracht Frankfurt) am besten verhalten, rät leverkusen.de.

Kultur: Die Ausstellung „Zwei Welten“ der Foto-Designerin Annet van der Voort im Forum stellen heute RP und Anzeiger vor.
In der RP resümiert Monika Klein den Auftritt von Kleinkünstler Jess Jochimsen im K1.
Den Auftakt der Konzertreihe „Orgel Plus“ der katholischen Kirchen in Leverkusen kündigt der Anzeiger an: Los gehe es am Sonntag, 8. November, in St. Andreas in Schlebusch mit Saxofonist Martin Hilner und Organist Hans-André Stamm, die einen Bogen schlagen vom Barock bis zu Jazzstücken.
Die RP erinnert: Heute, Freitag, ist die „Nacht der Bibliotheken“, in der Stadtbibliothek in Wiesdorf werde dann ein „Traum aus 1001 Nacht“ Wirklichkeit. Und morgen, Samstag, 7. November, trete die Leverkusener Nadine-Kraemer-Band um 18.30 Uhr bei der Schulvereins-Gala in der Aula des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums auf.

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