Köder für die Grünen

Launig reicht Thomas Käding im Leverkusener Anzeiger den Lesern ein Häppchen aus der politischen Gerüchteküche: Unter der Überschrift „Schwarze Sirenen locken die Grünen“ berichtet er von einem Ansinnen der CDU, die Grünen mit zwei fetten Ködern in eine „Jamaika-Koalition“ zu locken. Demnach solle Grünen-Vorsitzende Roswitha Arnold den Posten der Ersten Bürgermeisterin angedient bekommen. Und binnen zweieinhalb Jahren, wenn Stadtkämmerer Rainer Häusler in Ruhestand geht, könne auch der Grüne Gerd Wölwer als Umweltdezernent aufrücken. Der Artikel ist leider nicht online abrufbar, daher kein Link.

Sehr wohl online abrufbar ist das Rätsel um die Pro-NRW-Kandidatur, während die Rheinische Post ihre Meldung dazu nicht online veröffentlicht: Der Wahlausschuss, der das amtliche Endergebnis der Wahl vom Sonntag gemäß dem vorläufigen Endergebnis festgestellt hat, muss sich mit einer Merkwürdigkeit befassen: Ein Mann aus Schlebusch-Süd hatte Anzeige erstattet, weil er sich, offenbar ohne sein Zutun, als Bewerber für „Pro NRW“ auf einem Wahlzettel entdeckte. Immerhin: Der Mann soll 91 Stimmen bekommen haben.

Von einer Testwahl-Schlappe für den SPD-Bundestagskandidaten Karl Lauterbach bei einer Podiumsdiskussion im Lise-Meitner-Gymnasium berichtet die RP. Besonders bitter: Nicht nur sein CDU-Konkurrent Thomas Portz luchste ihm Stimmen der Schüler ab, sondern auch der 21-jährige Kandidat der Linken, Manuel Lindlar.

Die RP macht gesundheitssensiblen Leverkusenern Hoffnung: Im Oktober soll der Schweinegrippen-Impfstoff in Leverkusen ankommen, berichtet Amtsarzt Dr. Hans-Eckhard Linstaedt der RP. Freilich gebe es derzeit keine neuen Fälle von Schweinegrippe in Leverkusen, Autor Peter Korn aber kennt die Schnellstraße, die die Viren nach Küsschen, Hände schütteln und Wechselgeld geben gerne nehmen: „So manch einer fasste sich danach mit der Hand ins Gesicht – für Virenübertragung ein Weg so effektiv wie eine Autobahn.“

Was gestern noch klein angekündigt wurde, ist heute der Aufmacher im Anzeiger: Am Bahngelände Opladen wurden Kreuzkröten umgesiedelt.

Die RP interviewt Freiherr-vom-Stein-Schulleiterin Monika Romain zu ihrem denkmalgeschützten Schulgebäude. Das neue Programm der Volkshochschule Leverkusen stellt der Stadt-Anzeiger vor, die Inszenierung von Charles Dickens‘ „Oliver Twist“ als Musical von der Leverkusener Musikschule loben Anzeiger und RP unisono.

Diese Korrektur haben wir bereits gestern gemeldet: Die BayArena darf doch leuchten. Heute Abend wird dort das Länderspiel Deutschland gegen Südafrika ausgerichtet. Die RP rät ihren Lesern noch einmal, besser außerhalb zu parken, der Stadt-Anzeiger hatte seine Vorberichterstattung bereits vor einigen Tagen veröffentlicht. Im Sportteil wartet dafür ein besonderes Schmankerl für die Leverkusener Fußballfans: Ein Interview mit dem weißen Brasilianer Bernd Schneider, der bei dem Spiel heute vom DFB feierlich verabschiedet werden soll. „Schnix“ zeigt sich in dem Interview einmal mehr als Meister des Understatements. Frage: „Sind Sie zufrieden damit, wie Sie als Spieler öffentlich wahrgenommen worden sind?“ Antwort Schneider: „Das weiß ich nicht.“

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