„Die pure Freude“

Von „spontanen Konzerten“ und „beeindruckenden Kostproben ihrer Musikalität und ihres Takt-Gefühls“ berichtet Tobias Krell heute für die Rheinische Post. Krell ist nicht zum RP-Kulturattaché avanciert, er wandelte vielmehr auf den Spuren der Fans beim Fußball-Länderspiel Deutschland gegen Südafrika Samstagabend in der BayArena. Dort widmete er sich besonders den Musikinstrumenten der beiden Lager. Und siehe da: Mit „Guggenmusik“ stellten Trommler aus Stockach am Bodensee den Lautstärkepegel der berüchtigten südafrikanischen Vuvuzela-Hörner zwar nicht in den Schatten, hielten aber offenbar gut mit. Zu Besuch in Leverkusen waren natürlich auch einige weitgereiste Fans der Bafana Bafana, wie das Online-Magazin kickoff.com bezeugt.

In der BayArena durfte derweil ausnahmsweise noch einmal bar gezahlt werden statt nur mit Geldkarte: „Wegen der vielen Fans von außerhalb haben wir uns entschlossen, ausnahmsweise auch Bargeldzahlung zu ermöglichen“, zitiert Krell Bayer-04-Eventmanager Stephan Rehm.

Das „aktuelle sportstudio“ nach dem Länderspiel live aus dem Lindner-Hotel im ZDF war nicht nur Pflichtprogramm, sondern geradezu Hochamt für Bayer-04-Fans: Torhüter René Adler war zu Gast und gab sich gewohnt bescheiden: In seinem „Heimatstadion“ endlich wieder für die Nationalmannschaft spielen zu dürfen sei für ihn „die pure Freude“.
Und anschließend wurde der „weiße Brasilianer“ gebührend verabschiedet: Moderator Michael Steinbrecher begrüßte die lebende Legende Bernd Schneider, der seine soeben beendete Karriere noch einmal Revue passieren lassen durfte. Die heißen Tränen von Schneiders vielleicht größtem Fan Claudia, die das ZDF zeigte, besingt auch Vim Vomland für die Bild. Schließlich traf „Schnix“ noch drei Mal an der Torwand der Mainzelmännchen – und verriet dabei, warum er zuvor noch nie Gast im Sportstudio war: „Meine Mutter hatte immer Geburtstag.“

Aber es wurde nicht nur Fußball gespielt: Maximilian Plück interviewt in der RP den Lanxess-Vorstandschef Axel C. Heitmann über sein Sparprogramm und die Weltkonjunktur. Beschäftigungsgarantien gibt Heitmann ausdrücklich nicht ab: „Wie könnte ich versprechen, Arbeit zu haben, wenn ich nicht weiß, ob morgen ein Kunde tatsächlich bestellt?“ Zum geplanten Umzug des Unternehmens von Leverkusen nach Köln bekräftigt er, dass dieses Projekt wie andere während der aktuellen Krisenbewältigung hinten angestellt werde.

Stefan Schneider besuchte für die RP die Steinbücheler Kleingärtner, die kürzlich für die schönste Anlage in NRW ausgezeichnet wurden – und fegt in seinem Kommentar (nicht online) das Vorurteil vom „rückständigen Laubenpieper“ entschlossen hinweg.

Ansonsten herrscht heute Familientag im Leverkusener Blätterwald: Die GGS Morsbroicher Straße feierte mit den Ehemaligen Henning Krautmacher (Höhner) und „Major“ Klaus Heuser (Bap) ihr 125-jähriges Bestehen. Die Kindertagesstätte St. Remigius in Opladen feierte die offizielle Einweihung als Familienzentrum NRW. Beim TSV Bayer 04 stieg auf der Kurt-Rieß-Anlage und in der Herbert-Grünewald-Halle eine Familienolympiade. Im Best-Western-Hotel wurde das „Fest zum Weltkindertag“ ausgerichtet, mit dabei: die 15-jährige Leverkusener Unicef-Botschafterin Nana Yaa Nyantakyi. Dazu passend zitiert Radio Leverkusen heute Morgen den Kinderschutzbund, der von katastrophalen Lebenssituationen einiger Kinder in Leverkusen berichtet: Kinderschutzbund, Arbeiterwohlfahrt und Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft seien sich einig, „dass dringend etwas passieren muss“.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Presseschau

2 Antworten zu “„Die pure Freude“

  1. „… ausnahmsweise auch Bargeldzahlungen zu ermöglichen“, sagt großzügig der „Event-Manager“ (wat is’n das? Hat so einer was zu melden?). Rauchen darf man auch nicht mehr. Darf man noch aufspringen, wenn ein Tor fällt, oder ist das auch verboten? Torschrei bitte nicht über 120 Dezibel. Was die Fans doch alles mit sich machen lassen! Gruß Manfred Poser.

    • Der „Event-Manager“ hat eine nicht zu unterschätzende Aufgabe in der Bayer 04 Fußball GmbH, zumal „Events“ untrennbar zum „Business“ gehören. Fußball ist heute ein Hochglanzprodukt für die ganze Familie – ohne Qualm, ohne Randale, auch die Blutgrätsche steht auf dem Index. Nicht alle Fans finden das toll, aber vom Kosten/Nutzen-Standpunkt betrachtet scheint sich das zu rechnen. Gruß, Stefan

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