„Ein echter Traum“

Firmenpleiten, Geschäftsaufgaben, Nieselregen – das alles war gestern. Heute sieht das schon ganz anders aus: Heute schlägt die Stunde der Idealisten und Lokalpatrioten!

Mit einer Image-Kampagne wollen Bayer und Leverkusen – ja: was eigentlich? In der Rheinischen Post verrät es Bayer-Pressechef Michael Schade: „Wir wollen damit wahrnehmbar machen, was die Stadt zu bieten hat. Hier passiert so viel, die neue Stadtmitte, die Fassade, das Stadion“ – und doch überwiege die Zahl der Nörgler. Oberbürgermeister Ernst Küchler sekundiert im Leverkusener Anzeiger: Dass diese Stadt so viel zu bieten habe, sei dem Umstand geschuldet, dass „Bayer sich in allen gesellschaftlichen Bereichen engagiert hat“. Auf der Internet-Plattform www.bayer-und-leverkusen.de werden also ab sofort in zeitgemäßer Interpunktion die Schokoladenseiten dieser Stadt beleuchtet, als da wären: Wirtschaft@LEV, Bildung@LEV, Kultur@LEV, Sport@LEV und Leben@LEV. So wird auf der Seite geworben:

Leverkusen: Traditionell zukunftsorientiert
Leverkusen kombiniert Top-Angebote aus Kultur, Sport und Freizeit mit den Stärken eines dynamischen Wirtschaftsstandorts. Die Region bietet ihren Bürgern nicht nur attraktive Arbeitsplätze, sondern auch zahlreiche Möglichkeiten zum Leben und Wohlfühlen.

Geht es nach Markus Heinzelmann, dann kommt bald noch ein weiterer Glanzpunkt hinzu. Bereits in der zweiten Runde rührt der Leiter des Museum Morsbroich die Werbetrommel für einen 14-Millionen-Anbau im Museumspark: „Die Schönheit der Chance“ titelt der Anzeiger, nun im Lokalteil, wo Heinzelmann nach dem Interview im Kulturteil vor zwei Tagen heute zu Wort kommt. „Der vom Architektenbüro Kuehn Malvezzi entworfene Bau sei letztlich ein vom Museumsverein geschnürtes, privat bezahltes und an die Stadt übergebenes Geschenk“, lesen wir dort, und Heinzelmann ergänzt: „Wer diese Chance wegwirft, ist selber schuld.“ Marion Grundmann, Chefin der „KulturStadtLev“, ist jedenfalls angetan von der Idee: „Die Verwirklichung wäre ein echter Traum.“

Bei Dystar liegt die Produktion (nicht nur) im Chempark still, meldet nun auch die RP, die Wirtschaftsprüfer von KPMG suchten „mit Hochdruck“ nach Investoren. Die FAZ kennt das eigentliche Problem des Textilfarbenherstellers: „Die billigen Farben aus Asien“

Über alten und neuen Ärger von Anwohnern der BayArena über die Parkplatzsituation und das Verkehrskonzept bei Fußballspielen im Stadion berichtet die RP (nicht online) und zitiert auch aus einem Brief von Bayer 04-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser an eine Anwohnerin: „Warum ich Ihren Ärger verstehen kann? Weil auch wir von Bayer 04 alles andere als erfreut sind, dass unseren Zuschauern und Gästen vergleichsweise chaotische Verkehrsführung zugemutet wird.“ Eine Änderung gibt es schon: Ab sofort sollen die Pendelbusse wieder direkt vorm Stadion halten, melden Anzeiger und Radio Leverkusen.

Bei einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Energie-Check für Hausbesitzer war der Anzeiger mit dabei.

Die Wirtschaftsförderung Leverkusen (WfL) hat zum Monatsbeginn ihren neuen Newsletter veröffentlicht, darin: Viel Werbung und ein Ausblick auf die WfL-Präsentation auf der Gewerbeimmobilienmesse EXPO REAL in München.

Monika Klein schwärmt (vollkommen zurecht!) in der RP über die „schlicht fantastische“ Vorstellung der Kammerspiele Hamburg am Dienstag im Erholungshaus: Michael Ehnert und Volker Lechtenbrink glänzten als „Frost/Nixon“ – und im Erholungshaus waren auch erheblich mehr (begeisterte) Zuschauer als einst im Kinopolis.

Und ganz zum Schluss noch dies: Das Land zahlt 2010 an Leverkusen rund 61 Millionen Euro, meldet die RP heute ihren Lesern: „Dies berichtete gestern Ladtagsabgeordnete Ursula Monheim.“ (Hier die Pressemittteilung vom 14. September 2009)

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