Anonymer Angriff auf Holzhäuser

So richtig viel Berichtenswertes gab es am Wochenende nicht in Leverkusen, sieht man mal vom 4:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg ab, der den Bayer-Kickern die Bundesliga-Tabellenführung beschert. Nicht nur im, sondern auch vor dem Stadion schaute sich die Rheinische Post erwartungsgemäß sehr genau um (hier die Vorberichterstattung), die An- und Abreise der Fans im Blick. „Etwas Chaos, etwas Schlägerei“ lautet die Überschrift der Reportage, die darauf hindeutet, dass es, um die Lokalseite eins komplett zu füllen, vielleicht gerne auch etwas mehr hätte sein dürfen. So kommt ein vergleichsweiser langer und zudem ohne Namen versehener Leserbrief zu Ehren, in dem ein Anwohner – „Der Name ist der Redaktion bekannt“ – die Situation rund um die BayArena an Spieltagen kritisiert und unverhohlen Bayer 04-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser angreift: Niemand anderes als Bayer 04 und Holzhäuser seien veranwortlich für diese Situation, so der für die Leser anonym bleibende Leserbriefschreiber, und weiter: Die Kritik am Verkehrskonzept der Stadt, die Holzhäuser in einem Brief an eine Anwohnerin äußert, sei „eine groteske Heuchelei“. Fortsetzung folgt.

Bemerkenswert ist ein zweiter Leserbrief, der heute in der RP abgedruckt und sogar online abrufbar ist, zum Thema Dystar und Tanatex: Hauke Fürstenwerth, seines Zeichens Unternehmensberater und Buchautor aus Bergisch Neukirchen und bereits einige Male in lokalen Wirtschaftsfragen meinungsstark in Erscheinung getreten, weist darin auf „offenkundige Fehlentscheidungen in Wirtschafts- und Finanzpolitik“ hin: Die Politik habe „die Geschäftspraktiken der Heuschrecken durch entsprechende Gesetzgebung gefördert“. Und mit Verweis auf die jüngste Werbekampagne bemerkt Fürstenwerth spitz: „Imagekampagnen werden Leverkusen nicht retten.“

Den bundesweiten „Tag der offenen Moschee“ am Tag der deutschen Einheit nutzte der Leverkusener Anzeiger für einen ausgiebigen Blick in die Moschee des türkisch-islamischen Vereins am Kiesweg in Küppersteg. Und trifft dort auf eine deutsche Besucherin, die sich skeptisch gibt: Dass ihre Landsleute „den Islam wirklich akzeptieren, glaube ich nicht“.

Wie er seinen Ankündigungen nun Taten folgen lassen möchte, das verriet der kommende Leverkusener Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn der Jahresversammlung der örtlichen CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) am Sonntag im Bayer-Kasino: Neue Netzwerke in Politik, Verwaltung und Wirtschaft sollen gegründet und die Wirtschaftsförderung „neu aufgestellt und personell verstärkt“ werden, zitiert ihn der Anzeiger. Mit von der Partie war bei dem „Politischen Frühschoppen“ auch der Verein „Leverkusen – Ein starkes Stück Rheinland“ mit seinem Vorsitzenden Manfred Wiethüchter, leverkusen.com hat die Veranstaltung filmisch weitgehend dokumentiert, wer Zeit und Lust hat: bitteschön!

Auf die letzte Stadtratssitzung in alter Konstituierung und ohne Buchhorn am heutigen Montag weisen Anzeiger und Radio Leverkusen hin.

Flugs noch ein Nachtrag aus dem Themenbereich „Politik“: Ursula Monheim (CDU) kündigt soeben ihren Verzicht für eine erneute Kandidatur bei der Landtagswahl im Mai 2010 an.

Der Anzeiger war beim Feuerwehrtag an der Stixchesstraße und berichtet außerdem unter anderem aus der Nachbarschaft, wo sich am Wochenende alles ums Obst drehte: Auf dem Leichlinger Obstmarkt und beim traditionellen, karnevalistisch angehauchten Erntedank-Festumzug in Witzhelden.

Der „richtige“ Karneval wirft in der RP bereits erbarmungslos seine Schatten voraus: Roman Zilles stellt Jens Singer vor – beziehungsweise dessen neues „Alter Ego“ für die kommende Session: Konny Kühnsbusch, der Chauffeur von Kanzlerin Angela Merkel. In seiner Heimat Schlebusch will Singer, der im „richtigen Leben“ für die SPD in der Bundeshauptstadt Berlin tätig ist, aber weiterhin als „Schliebijer Schäng“ in die Bütt steigen.

Eine randvolle Wiesdorfer City hat RL am verkaufsoffenen Sonntag beim Herbstfest gesehen: 50.000 Besucher seien dort gewesen, schätzt der (namentlich nicht genannte) Veranstalter.

Über die Wiederansiedlung von Lachsen und der illegalen Jagd auf sie hat der Kölner Stadt-Anzeiger am Samstag einen Beitrag veröffentlicht, zumindest in der Ortsmarke taucht da auch „Leverkusen“ auf – im Text freilich leider nicht mehr.

Das auch im Manforter Innovationspark vertretene finnische Chemieunternehmen Kemira hat ein neues „Research & Development“-Center eröffnet: Neben denen in Leverkusen, Schanghai und Espoo (Finnland), gibt es nun auch eines in Atlanta in den USA, ein fünftes „R&D“-Center soll 2010 in São Paulo (Brasilien) eröffnet werden.

Zum Abschluss noch einen Blick in die unmittelbare Nachbarschaft: Das Team von „HiB-TV“ hat einen neuen Beitrag im Netz: Die beiden schauten sich bei der „Bergisch BBQ“-Grillmeisterschaft in Odenthal um. Da taucht doch tatsächlich auch mein einstiger Mathematiklehrer auf – wer errät, um wen es sich handelt, dem erkläre ich kostenlos noch einmal die Grundprinzipien der Funktion f(x). Ein Tipp: „Heinz“ ist es nicht.

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