„Mir tut Opladen leid“

Zur Insolvenz von DyStar hat Philipp Mimkes vom Verein „Coordination gegen Bayer-Gefahren“ mit Dr. Hauke Fürstenwerth gesprochen, auf dessen LevLog-Meinungsbeitrag zu DyStar wir bei dieser Gelegenheit noch einmal hinweisen. Das Interview ist hier abrufbar. Frage Mimkes: „Ist eine mittelgroße Stadt wie Leverkusen den globalen Finanztransaktionen multinationaler Unternehmen eigentlich gewachsen?“ Antwort Fürstenwerth: „Wenn sie durch entsprechende politische Rahmengesetzgebung geschützt wird: ja. Wenn man sie aber gemäß der Auffassung vom ehemaligen Vorsitzenden der Grünen, Joschka Fischer, man könne keine Politik gegen die Finanzwirtschaft machen, im Regen stehen lässt: nein.“
Große querformatige Bilder für die erste Lokalseite ermöglicht dem Leverkusener Anzeiger und der Rheinischen Post das Banner, das DyStar-Mitarbeiter gestern an einem Gebäude angebracht haben, den Text kennen wir schon vom jüngsten Fußballspiel aus der BayArena: „Rettet DyStar, sonst stirbt die Farbenstadt.“ Heute, so die kleine Meldung zu den großen Bildern, wird laut Insolvenzverwalter Stephan Laubereau mit Currenta verhandelt, ob DyStar wieder Energie geliefert bekommen kann, um seine Produktion wieder anzufahren.

Heute morgen um 8.20 Uhr sendete DeutschlandRadio Kultur in der Sendung „Ortszeit“ eine Reportage von Claudia Hennen, die Christel Hoheisel zur Arbeitsagentur begleitete. Hoheisel war die Angestellte, die im Woolworth in Leverkusen-Wiesdorf die Türen jüngst für immer schließen musste.
Ähnliche Sorgen machen sich auch manche Einzelhändler in Wiesdorf vor der Eröffnung der ECE Rathaus-Galerie im Frühjahr 2010. Nachdem mit dem Sporthaus Röhrich (seit 50 Jahren) und dem Optiker- und Schmuckgeschäft Roetzel (seit 106 Jahren) zuletzt wieder Traditionsgeschäfte ihre Pforten für immer geschlossen haben oder noch schließen, hat sich der Anzeiger bei Einzelhändlern umgehört – und stößt auf durchaus unterschiedliche Ansichten, die offenbar eng mit dem Blickwinkel zusammenhängen: Elli Lützenkirchen vom „Papierlädchen“ schräg gegenüber vom neuen Einkaufscenter glaubt, dass mit der Rathaus-Galerie wieder mehr Kunden in die City und damit auch in ihr Geschäft gelockt werden. Etwas anders sieht das Uwe Baur in seinem Schuh- und Orthopädiefachgeschäft, das an der Hauptstraße entschieden weiter ab vom Schuss angesiedelt ist. Er klagt: „Hier sind die Auswirkungen schon zu sehen.“ Ellen Hölzer schließt ihre Drogerie Hölzer an der Hauptstraße zum Jahresende, Hildegard Ern vom Haushaltswarengeschäft Ern in den Luminaden glaubt, dass alle Geschäfte zwischen Center und Kaufhof profitieren können. Frank Riedel macht sich weniger Sorgen um seine Apotheke unweit des ECE-Neubaus, sondern denkt an die benachbarten Zentren: „Mir tut Opladen leid.“

Dafür hat Opladen demnächst einen „Kümmerer“, wie die RP meldet: Es ist Evelyn Erb, die die Stadt Leverkusen eingestellt hat, um sich kleiner Anliegen von Mitbürgern im Stadtteil anzunehmen. Ein Büro im Wohnhaus Upladin wird ihr gestellt, Geld gibt es aber keines für sie und ihren Stellvertreter Bernhard Bauer – sie arbeiten als Ehrenamtler.

Keine zwei Wochen bis zum 26. Oktober, dann konstituiert sich der neue Rat der Stadt – und noch immer hat sich keine mehrheitsfähige Koalition herauskristallisiert, wie uns die RP mit ihrem Aufmacher unter der knalligen Überschrift „Pokerspiel um die Macht im Rat“ erinnert. „Desillusioniert“ gibt sich der neue CDU-Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn: „Es gibt eine massive Front gegen die CDU“, gesteht er der RP. Mit einem „Forderungskatalog“ möchte offenbar die Bürgerliste ihr Herzblatt finden – 39 Fragen zu Themen, mit denen die Fraktion bislang im Rat gescheitert war, seien an CDU, SPD und andere gegangen. „Wir warten auf Antworten“, wird Erhard Schoofs zitiert, der auch andeutet, die CDU habe derzeit leicht die Nase vorn in der Gunst der Bürgerliste. „Ein unverschämter Katalog“, findet freilich FDP-Chef Friedel Ferber, der möglicherweise um die Rolle des Juniorpartners in einer Koalition fürchtet, und warnt: „Wenn der (Schoofs) alle Posten für die Bürgerliste hat, dann schert der bald ‚wegen unüberbrückbarer Differenzen’ aus einer Kooperation wieder aus.“ Es gebe nur eine Lösung aus dem Mehrheits-Dilemma: „CDU und SPD müssen aufeinander zugehen.“ Diese Ansicht gefällt auch RP-Kommentator „US“. Der resümiert: „Die großen Fraktionen müssen sich zusammen raufen“ – vielleicht ein absichtsvoller Schreibfehler.

Einen neuerlichen, etwas genaueren Blick auf die Bahnstadt Opladen und auf Wege zu einem harmonischen Miteinander mit dem Stadtteil Quettingen wirft der Anzeiger.

Post aus dem Gallierdorf zum Verkehrskonzept rund um die BayArena veröffentlicht die RP heute, auch online: Gisela Kronenberg (alias „Gutemine“) und Ute Pilch erläutern noch einmal die vielfältigen Belästigungen, denen die Bewohner der Siedlung ausgesetzt sind. Und sie freuen sich über die jüngste Feststellung von Klaus Hupperth (CDU), nach der das Stadion schlicht am falschen Ort stehe.

Leverkusen.com meldet mit Rainer Ewig den dritten parteiinternen Kandidaten auf die Nachfolge von Ursula Monheim: Der Vorsitzende der Schlebuscher Werbe- und Fördergemeinschaft sowie stellvertretende Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Schlebusch steigt zu Rüdiger Scholz und Albrecht Omankowsky in den Ring um die CDU-Kandidatur zur Landtagswahl 2010. Die CDU nominiert ihren Kandidaten am 28. Oktober in der Stadthalle Bergisch Neukirchen.

Von ihrem Besuch im „Olymp der Forschung“, der naturwissenschaftlich-medizinisch ausgerichteten Leopoldina in Halle/Saale, erzählen dem Anzeiger die Schüler Patrick Dietz und Philipp Egenolf vom Werner-Heisenberg-Gymnasium.

Von „neuem Ärger“ um die geplante CO-Pipeline von Bayer, freilich jenseits der Leverkusener Stadtgrenzen, weiß die RP.

Radio Leverkusen meldet eine Umsatzsteigerung bei der Wupsi: Dank verstärkter Kontrollen sei die Bereitschaft der Fahrgäste merklich angestiegen, ihre Fahrten auch ordnungsgemäß zu bezahlen, teilt Vorstandschef Marc Kretkowski mit.

Mazda hat seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr nach oben korrigiert, meldet der Anzeiger.

Kultur: Beim zweiten „Kulissen-Talk“ der Bayer-Kulturabteilung mit Heidi Mahler, Ohnsorg-Schauspielerin und Tochter von Heidi Kabel war die RP dabei – und bespricht heute auch das Gastspiel des Ohnsorg-Theaters mit „Frühstück bei Kellermanns“.

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