OB Buchhorn: So wahr ihm Gott helfe

Nicht so sehr weltbewegende Themen heute in den Leverkusener Lokalzeitungen: Der Leverkusener Anzeiger macht lokal auf mit einer kleinen Reportage über Alkohol in Bussen und Bahnen, nachdem die Polizeigewerkschaft ein Trinkverbot in Zügen anregt. Die Rheinische Post war dabei, als eine Abordnung aus Indien in Opladen an das Unglück in einer Pesitizidfabrik in Bhopal vor 25 Jahren erinnerte.

Bei der achten Leverkusener Shuttle-Nacht der Leverkusener Initiative für Kunst und Kultur, kurz „LIKK“, waren Anzeiger und RP live dabei. Ebenfalls mitgefeiert haben Anzeiger und RP beim Fest im Erholungshaus anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Roten Funken in Leverkusen. Bei einer Informationsveranstaltung für Hautkrankheiten am Psoriasis-Welttag in Schloss Eicherhof in Leichlingen war der Anzeiger vor Ort (dazu passt übrigens diese aktuelle Diskussion). Die Fällung einer 100-jährigen Esche an Haus Vorst ist dort ebenfalls festgehalten. Und die RP schaute sich die riesige Luftkarte von Leverkusen an, die seit kurzem den Boden der Grundschule Im Kirchfeld in Lützenkirchen schmückt.

Die RP hat heute auch das Schulterzucken vom neuen Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn zum Fall DyStar im Blatt, von dem wir schon am Samstag im Anzeiger lasen. Dafür gibt es hier auch einen kurzen Kommentar, in dem „LH“ fordert, die Kontaktpflege zwischen Wirtschaft und Politik müsse verbessert werden. Bliebe die Frage, ob und wer sich überhaupt verantwortlich fühlt.

OB Buchhorn hat heute seinen großen Auftritt, gemeinsam mit 68 weiteren Volksvertretern bei der konstituierenden Sitzung des neuen Leverkusener Stadtrats: Die begann um 13 Uhr, und während ich diese Zeilen schreibe, bombardiert uns die RP online geradezu mit Neuigkeiten (dazu auch dies und das und jenes). „So wahr mir Gott helfe“, habe Buchhorn bei seiner Vereidigung geschworen, zum Wohle der Stadt und der Bürger zu arbeiten. Dann wollen wir ihm mal glauben. Die drei Bezirksvorsteher hören auf die Vorsilbe „Rai“: Rainer Gintrowski (Bürgerliste) im Bezirk I, Rainer Schiefer (CDU) im Bezirk II und Raimund Gietzen (CDU) im Bezirk III. Beim Anzeiger ruht still der See… Radio Leverkusen versucht zumindest, mit der RP mitzuhalten und leverkusen.com hat offenbar mit den Zugriffszahlen zu kämpfen.

Jetzt hat sich auch die RP zur Ruhe gelegt, und soeben lese ich bei leverkusen.com: Eva Lux (SPD) und Friedrich Busch (FDP) sind zu den Bürgermeistern der Stadt gewählt worden. So hatte es die RP am Freitag bereits vorhergesagt. Der Anzeiger hechelt online derweil mit Buchhorns Eröffnungsrede hinterher, die den Redaktionen mutmaßlich seit Stunden (mit Sperrfrist) vorliegt.

Zum Schluss noch ein Kultur-Highlight aus dem gedruckten Magazin der Süddeutschen. Dort wird „Fausts Neue“ vorgestellt, und die kommt aus Leverkusen: Ein Interview mit Katharina Lorenz, die an der Wiener Burg derzeit das Gretchen in Goethes Drama spielt – und glänzende Kritiken einheimst. Wie es ihr gelungen sei, das Gretchen „als moderne, selbstbewusste Frau“ zu spielen? Antwort Lorenz: „Ich habe mir erst einmal eine Ukulele gekauft und das Lied ‚Es war ein König in Thule‘ gelernt. Und meine Mutter hat mir das Stricken beigebracht.“

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