DyStar-Pleite: Wer ist noch betroffen?

Die Frist für das „vorläufige Insolvenzverfahren“ bei DyStar läuft heute ab. Die Mitarbeiter sind bereits freigestellt. Im Chempark Leverkusen werden weitere Firmen betroffen sein, sollte DyStar wirklich endgültig dicht machen müssen.

Heute läuft die Frist für das vorläufige Insolvenzverfahren bei DyStar ab und damit schwindet die Hoffnung weiter, dass der vorläufige Insolvenzverwalter Stephan Laubereau noch einen Investor auftut. Die Suche gehe zwar auch im Dezember weiter, allerdings sind die DyStar-Angestellten bereits seit heute freigestellt, darunter auch die rund 380 Mitarbeiter am Standort Leverkusen.

„Rettet DyStar, sonst stirbt die Farbenstadt“, mahnte ein Banner, das Mitarbeiter unter anderem an einem DyStar-Gebäude im Leverkusener Chempark befestigt hatten. Was die Geschichte der Industrieansiedlung in Leverkusen und damit die Geschichte der Stadt selbst angeht, ist dem nichts hinzuzufügen. Aber auch auf die Zukunft gerichtet werden Firmen im Chempark bei einer endgültigen Insolvenz des Farbpigmente-Herstellers Anpassungsmaßnahmen vornehmen müssen. LevLog hat bei Firmen im Chempark nachgefragt:

Currenta: Ein Sprecher des Chempark-Betreibers Currenta bestätigt, dass eine endgültige DyStar-Insolvenz „natürlich Auswirkungen auf den Chempark“ haben würde. Deshalb hoffe man weiterhin, dass sich eine Lösung für DyStar finde.

Lanxess: Bei Lanxess bestätigt man, dass man als Eigentümer mehrerer Gebäude am Standort Leverkusen und Brunsbüttel, in denen DyStar produziert, in das Insolvenzverfahren involviert sei. Auch sei die Dystar-Produktion „teilweise verflochten mit der Herstellung von Lanxess-Produkten“. Daher sei es im Sinne von Lanxess sowie der gesamten Standorte Leverkusen und Brunsbüttel, dass „für DyStar eine Lösung gefunden wird, die einen dauerhaften Weiterbetrieb der Produktionsstätten ermöglicht“. Ein Lanxess-Sprecher erklärte dazu, für die Spezial-Chemikalien, die man von DyStar beziehe, suche man für den Fall, dass eine Belieferung durch DyStar nicht mehr möglich ist, andere Lieferanten: „Da sind wir derzeit dabei.“ Um über weitergehende Maßnahmen nachzudenken, etwa die Verlagerung bestimmter Produktionsbereiche, sei es aber noch zu früh, so der Sprecher weiter.

F. A. Kruse: An die Friedrich A. Kruse jun. Logistics Services GmbH & Co. KG hatte DyStar zum 1. Januar 2008 die Ab- und Umfüllung seiner Produkte und die komplette Logistik abgegeben. 80 Mitarbeiter der Logistik-Abteilung seien damals zu Kruse (die Firma sitzt im Chempark in dem Lanxess-Gebäude, auf dessen Dach abends das Bayerkreuz erstrahlt) gewechselt, berichtete die Rheinische Post im vergangenen Jahr. Entsprechend interessiert beobachtet man auch dort den Fortgang des Insolvenzverfahrens. Geschäftsführer Dirk Emmerich mochte am Montag keinen Kommentar abgeben: „So ist es abgemacht, daran halte ich mich.“ Allerdings, so war zu hören, habe Kruse noch andere Auftraggeber im Chempark und sei deshalb zumindest nicht völlig abhängig von DyStar.

Weitere LevLog-Artikel zu dem Thema:
Hauke Fürstenwerth: DyStar & Co: Entfesseltes Finanzcasino

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