Schoofs will’s wissen – Polizei ermittelt in „Köln-Wiesdorf“

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen vom 13. bis 17. Februar 2010 an Aschermittwoch:
Oppositionsarbeit in närrischer Zeit: Bürgerliste beklagt Karnevalsfrei des OB. +++ Bayer verkauft Zeitarbeitsfirma „Job@ctive“. +++ Die Polizei meldet einen Raub aus „Köln-Wiesdorf“. +++ Lokalsport: Bayer 04 und das Märchen.

Karneval ist zwar ziemlich lustig, aber eher nichts für Zeitungsjournalisten und -leser. Keine geeignete Zeit für Recherchen, folglich nichts, was den Aufwand einer Zusammenfassung gerechtfertigt hätte. Daher nun am Aschermittwoch in aller Kürze die Zusammenfassung für die letzten Karnevalstage der nun abgelaufenen Session:

Politik:

Wenigstens einer zeigte, wie Oppositionsarbeit auch während der tollen Tage geht: Erhard Schoofs will gar nicht lustig finden, dass Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn städtischen Bediensteten an Weiberfastnacht
vier Stunden freigab. Die Bürgerlisten-Fraktion möchte nun mit einem Antrag erfahren, wie Buchhorn diese „Freiwillige Ausgabe“ zu finanzieren gedenke. Der Leverkusener Anzeiger hat sich bereits in der Montagausgabe ebenso dankbar wie genussvoll auf diese Perle einer Politposse im karnevalesken Miniaturformat gestürzt. Die Rheinische Post zog am Dienstag nach (mit Kommentar: „Buchhorn hat Recht“) und zitiert heute noch Personalratschef Friedhelm Schmitz, der Buchhorn offenbar mit diesen Worten zur Seite springt: „Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten macht das überhaupt keinen Unterschied.“

Lokalgeschehen

Acht Tage vor der Eröffnung zeigt die RP als Lokalaufmacher die Rathaus-Galerie von oben: Fotograf Kalle Halberstadt hat das beeindruckende Foto des fast fertiggestellten Komplexes aus einem Flugzeug geschossen.

Dazu gibt es auch eine interessante Neuigkeit: City-Werbegemeinschaft und Luminaden GbR (jetzt mit steuerbarer Webcam!) empfehlen einheitliche Öffnungszeiten für Wiesdorf: Künftig sollen die Läden bis 20 Uhr geöffnet sein. Im Kommentar zweifelt „US“ an einer dauerhaften Einigkeit: „Gekniffen sind Geschäfte mit wenig Personal.“

Eine neue Post-„Filiale“ in Manfort meldet der Anzeiger: Beim Schlüsseldienst in der Stixchesstraße 123 können ab sofort auch Briefe und Pakete aufgegeben werden.

Über Winterschäden an der Baustelle des Gemeinnützigen Bauvereins Opladen (GBO) an der Düsseldorfer Straße spricht die RP mit GBO-Geschäftsführer Bernd Fass.
Über Winterschäden auf Leverkusener Straßen hatte der Anzeiger bereits am Samstag berichtet.

Richtig macht es Barbara Schmickler: Die Freie Mitarbeiterin der RP zieht es für zwei Monate in die Ewige Stadt. Allerdings sei, lesen wir in ihrer neuen Kolumne „Dolce Barbara“, in Rom erst kürzlich Schnee gefallen.

Das Karnevals-Fazit im Anzeiger mit betrunkenen Jugendlichen und einem Interview mit FLK-Präsident Uwe Krause.

Den Ort einer gewalttätigen Auseinandersetzung am Karnevalssonntag verlegte die Polizei in ihrer Pressemitteilung nach „Köln-Wiesdorf“. Versteckter Hinweis auf eine mögliche Lösung der Präsidiums-Problematik? Am Montag war der Polizeibericht noch abrufbar, nachdem die RP diesen Fauxpas in ihrer Meldungsüberschrift monierte, finden wir sie nicht mehr. Aber die Suche nach „Wiesdorf“ im Presseportal der Polizei spült den Fehler wieder an die Oberfläche. Immerhin: Die Polizei hat mittlerweile offenbar zwei der Täter gefasst – und auch gelernt, in welcher Stadt Wiesdorf liegt.

Wirtschaft:

Beim amerikanischen Automobilzulieferer Johnson Controls sind in der Pattscheider Dependance nach weniger als drei Jahren schon wieder die Lichter ausgegangen: Die rund 120 Mitarbeiter wurden aus dem Verwaltungsgebäude der ehemaligen Firma Illbruck mitsamt altem Pattscheider Bahnhof zurück in die Europazentrale nach Burscheid geholt, berichten heute RP und Anzeiger. JC hatte die Büroräume erst im Sommer 2007 aus Platznot angemietet. Unternehmenssprecherin Astrid Schafmeister im Anzeiger: „Das alles geschah vor der schweren Wirtschaftskrise, die uns ab Mitte 2008 voll erwischt hat.“

Aus der Rubrik „Was man alles verkaufen kann“: Bayer verkauft Job@ctive, melden RP (hier) und Anzeiger. Der Anzeiger zitiert Bayer Business Services-Sprecher Oliver Günther: „Zeitarbeit gehört nach Auffassung des Vorstands nicht zum Kernsgeschäft von Bayer.“ Bemerkenswert: Der Anzeiger, der sich standhaft neumodischen Binnenmajuskel-Schreibweisen (BayArena, DyStar) verweigert, schreibt den Namen tapfer sogar ganz ohne Anführungszeichen.

Die Zeichen der Zeit hat man bei Bayer erkannt: Ab sofort dürfen Bayer-Mitarbeiter twittern und soziale Netzwerke im Internet wie Facebook nutzen. Meldete die RP am Samstag.

Mit dem Otto-Bayer-Preis zeichnete Bayer den Biologen und Pflanzenforscher Prof. Dr. Detlef Weigel aus Tübingen aus, meldet u.a. der Tagesspiegel. Bayer TV verfolgte die Preisverleihung im E-Werk in Berlin.

Eine Vereinbarung mit der Bayer Schering Pharma AG vermeldet die Universität Bonn: Das Unternehmen werde sich künftig unter adnerem an der Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern in den Bereichen Pharmaforschung und Biomedizin beteiligen.

Kultur:

Wie es der kleinen Buchhandlung „Zentral Antiquariat“ in der Wiesdorfer Lichstraße gelingen konnte, Herz und Portemonnaie des Chefs der Volksbank Rhein-Wupper zu öffnen, das verriet der Anzeiger am Samstag in einem Nachklapp zur Berichterstattung zur (nun vermeintlich) letzten Lesung in der Buchhandlung: Ein Exemplar von „Sechs Jungens tippeln nach Indien“, das Buchantiquarin Christine Weihermüller einst für Hans-Jörg Schäfer aufstöbern konnte, hatte daran offenbar einen nicht geringen Anteil.

Nun hat Frank Weiffen auch den „berühmtesten Leverkusener Musik-Export“ in seine „Lauschangriff“-Serie einreihen können: BAP-Gitarrist Klaus „Major“ Heuser gewährt dem Anzeiger Einblick in seine Plattensammlung.

Die RP kündigt das Gastspiel des Schauburg Theater der Jugend aus München mit „Scuderi“ auf Einladung der Bayer-Kultur an: Morgen und am Samstag, jeweils um 20 Uhr, wird das Stück nach E.T.A. Hoffmann im Erholungshaus gezeigt.

Sport:

Fußball
Bayer 04 besiegte auch den amtierenden Deutschen Meister VfL Wolfsburg und bleibt Tabellenführer vor dem FC Bayern München. Ex-Bayern-Stürmer Giovane Elber wird offenbar nervös und hofft nun in der Bild inständig: „Bayer kriegt Panik!“ In den fünf Top-Ligen ist Leverkusen jetzt die letzte noch ungeschlagene Mannschaft, was Frank Nägele im Stadt-Anzeiger zu einem sehr hübschen Vergleich der sportlichen Ziele beflügelt: „Der Titel wäre nicht weniger als ein Märchen, der Vize ein Lottogewinn, Platz drei die Fünf mit Zusatzzahl, selbst die Plätze vier und fünf das Erreichen eines ehrgeizigen Saisonziels.“ Antwort von catenaccio-Blogger Jens Peters: „Ich glaube fest an Märchen!“
Außerdem meldet der Express eine Neuverpflichtung bei Bayer: Nachwuchsverteidiger Lucas soll im Sommer aus Brasilien kommen.

Die Ulf-Kirsten-Stiftung stellt die RP vor.

Volleyball
Die Bayer-Damen sind vorzeiztig Meister geworden – aber wie es weiter geht, sei nach wie vor unklar, berichtet der Anzeiger.

Handball
Losglück hatten die Werkselfen laut RP, die im Europapokal nun auf das serbische Team ZRK Kikinda treffen.

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