„Jamaika Plus“ will „Soli“ abschaffen – Hitdorf: Wer plant die Ortsumgehung?

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Freitag, 5. März 2010:
Für den Aufbau Ost will die Leverkusener Regierungskoalition nichts mehr zahlen. +++ Wann bekommt Hitdorf endlich seine Ortsumgehung?, fragt die RP. +++ „Zweifelhafte Identitätsfindung“: Gerd Köster im Anzeiger über Lokalpatriotismus und Leverkusen. +++ Lokalsport: Felix Sturm will nicht mehr für Universum boxen.

Politik:

Die politischen Ziele der „Jamaika Plus“-Koalition (CDU, Grüne, FDP, OWG/UWG) im Stadtrat zählt die Rheinische Post heute auf. Das wichtigste liegt freilich nicht in ihrem Einflussbereich: Der Leverkusener „Soli“-Beitrag in den Einheits-Fond solle gestrichen werden – das möge die Stadtspitze auf Bundes- und Landesebene durchsetzen. Weitere Eckpunkte sind die Realisierung der Bahnstadt Opladen mit Gleisverlegung, Bau von Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren nach Gesetzesvorgabe, Sanierung von Schulen und Maßnahmen für Ganztagsschulen sowie Verbesserung der städtischen Infrastruktur.

Mit ihrem Lokalaufmacher lenkt die RP heute die Aufmerksamkeit wieder auf die Ortsumgehung für Hitdorf: Es mangele den Politikern offenbar am Willen zu konkreten Planungen, lesen wir aus Artikel und Kommentar heraus. Unter anderem bedürfe es derzeit noch einer schriftlichen Begründung für deren Notwendigkeit, die die Stadt an den Landesbetrieb Straßen NRW richten müsse. Außerdem stehe in Frage, ob die Verbindung auf der „Bernsteintrasse“ mit vielen Straßenanschlüssen und Grundstückszufahrten auch von der – finanziell klammen – Stadt mitfinanziert werden könne.

Ein Angebot für die Kommunalpolitiker haben sich die örtlichen Geschichtsvereine unter dem Dach der Villa Römer ausgedacht, lesen wir heute in der RP: Mit „Expeditionen im Stadtgebiet für Ratsmitglieder“ wollen die Historiker die Politiker mit der Stadtgeschichte vertraut machen und für diese sensibilisieren.

Wirtschaft:

„City-Reinigung“ ist nicht gleich „City-Reinigung“, weiß der Leverkusener Anzeiger: Jedenfalls habe die in den Luminaden nichts mit dem Kooperationspartner einer Schneiderei in der neuen Rathaus-Galerie zu tun, lernen wir.

101 Unternehmen aus Leverkusen sind 2009 pleite gegangen – immerhin 20 mehr als im Vorjahr, fasst der Anzeiger die Statistik der Landesstelle Information und Technik zusammen.

Übermorgen lädt Wiesdorf zum ersten verkaufsoffenen Sonntag des Jahres in die City. In Aachen genehmigten die Kommunalpolitiker den Händlern keine Sonderöffnungszeiten für Sonntage in diesem Jahr, lesen wir heute auf der Land/Region-Seite im Stadt-Anzeiger und bei der Münsterländischen Volkszeitung im Netz. „Alle verkaufsoffenen Sonntage 2010 in NRW“ versammelt übrigens diese Seite.

Bei einer Diskussion in der Opladener Festhalle am Markt zwischen Schülern und „Jobexperten“ über den Berufseinsteg in der „Generation Praktikum“ hörten RP und Anzeiger zu.

Die Krankenhäuser St. Remigius und St. Josef, beide unter dem Dach der Katholischen Kranken- und Pflegeeinrichtungen GmbH, fusionieren Kliniken, nimmt die RP ein Pressegespräch von heute vorweg: Die Innere Medizin in Opladen und die Lungen- und Bronchialheilkunde in Wiesdorf sollen ihre Kräfte demnach fortan bündeln.

Lokalgeschehen

Das Landrat-Lucas-Gymnasium in Opladen müsse aus Platzgründen 30 Schüleranmeldungen ablehnen, meldet der Anzeiger. Die Schüler könnten aber am Werner-Heisenberg-Gymnasium unterkommen.

Die Verurteilung eines 40-jährigen Leverkuseners am Amtsgericht Opladen wegen sexueller Nötigung melden heute RP und Anzeiger, letzterer gar als Lokalaufmacher.

Klaus-Uwe Fuchs heißt der neue Geschäftsführer des Luftsportclubs LSC Bayer Leverkusen am Kurtekotten, meldet die RP. Er folge am 1. Juni 2010 auf Helmut Koch, der in den Ruhestand gehe.

Kultur:

Mit dem Kölner Musiker Gerd Köster spricht der Anzeiger vor seinem Konzert am Samstagabend im Opladener „Scala“ unter anderem über Lokalpatriotismus dies- und jenseits des Rheins. Nur im Fußball sieht Köster eine allerdings „wohl etwas zweifelhafte Identitätsfindung“ der Leverkusener, vergleichbar mit der der Kölner: „Es singt ja jetzt keiner Lieder über Leverkusen, weil Fettehenne so toll ist.“ (Dabei ist es dort doch ganz hübsch).

„Tausch der Skulpturen“: Vor Schloss Morsbroich werde im Juni die Wasserspiel-Skulptur „Action in Space, Space in Action“ des dänischen Künstlers Jeppe Hein aufgestellt. Das melden heute Anzeiger und RP einhellig aus dem Betriebsausschuss der KulturStadtLev. Die Skulptur der Argentinierin Alicia Penalba, die derzeit vor dem barocken Schloss steht, werde an den ursprünglich für sie vorgesehenen Platz vor dem Geschwister-Scholl-Berufskolleg an der Bismarckstraße verlegt.

Das dürften auch Organisatoren und Fans der Leverkusener Jazztage aufmerksam verfolgen: Dem traditionsreichen Jazz-Festival in Moers droht wegen knapper Kassen 2011 das Aus. Die RP berichtete gestern, der Stadt-Anzeiger funkt heute ein Notsignal auf seiner Kulturseite.

Die Ausstellung „Ein Tag“ des Berliner Künstlers Albrecht Schäfer, die am Sonntag im Museum Morsbroich eröffnet, stellen Anzeiger und RP heute noch einmal ausführlich vor.

„Die Erotik tobt grell und lieblos“, doch davon lässt sich ein Gerhard Bauer nicht irritieren: Der Anzeiger-Kritiker ist zwar nicht rundweg enttäuscht von der „Salome“ der Tschechischen Oper Prag im Forum, nicht entgangen sind ihm aber unter anderem die kleinen Patzer der (sonst überzeugenden) Hauptdarsteller Katja Beer (Salome) und Martin Bárta (Jochanaan). Er rät ihnen deshalb, sich „den Gefühlswelten ihrer Partien nicht allzu intensiv auszusetzen“.

Sport:

Handball
Der Ligaverband der Frauen-Handball-Bundesliga (HBVF) wirkte auf die Rettung der „Werkselfen“ hin, meldet die RP heute: Der HBVF-Vorsitzende Berndt Dugall habe auf RP-Nachfrage bestätigt, dass bei den „Unterstützer-Briefen“ (unter anderem von Konkurrent HC Leipzig an Bayer AG, TSV Bayer 04 und den Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn) die Fäden in der Verbandszentrale zusammengelaufen seien.

Boxen
Der Leverkusener Boxer Felix Sturm will nicht mehr für den Hamburger Box-Stall Universum antreten, melden heute verschiedene Zeitungen, unter anderem Welt Online und sueddeutsche.de. Das habe Sturm vor Gericht erklärt. Notfalls wolle er seinen Weltmeister-Titel kampflos abgeben, wenn er unter Universum gegen Pflichtherausforderer Gennadi Golowkin antreten müsse.

2 Kommentare

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2 Antworten zu “„Jamaika Plus“ will „Soli“ abschaffen – Hitdorf: Wer plant die Ortsumgehung?

  1. Skulptur?! Man denkt darüber nach, das Schloss zu schliessen, weil die Stadt kein Geld hat und dann das?!

    • Sagen wir so: „man“ sind – noch – nur ein paar kulturunempfindliche Oppositionspolitiker, die mit solchen Forderungen bei bildungsfernen Schichten ein paar Wählerstimmen abgreifen wollen. Und die Skulptur wird dem Museum vom Museumsverein gestiftet. Soweit also alles im Lot!😉 Für mich aber die Erkenntnis des Tages: Dass diese vor meinem geistigen Auge mit dem barocken Schloss längst zu einer Einheit verschmolzene Brunnenskulptur von der Künstlerin selbst offenbar von Anfang an für den Stahlbetonskelett-Bau des Berufskollegs in seiner ganzen modernistischen 50er-Jahre-Pracht gedacht war – das scheint mir doch wirklich beinahe unglaublich. Muss ich mir demnächst noch einmal genauer anschauen, dieses Kunstwerk.

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