Aliseca Leverkusen neue Nachrichten

Von wegen „Leverkusener Domplatte“ – Leverkusen ist sogar ein noch viel teureres Pflaster als Köln!
In der Tat, wer hätte das gedacht? Der Bund der Steuerzahler in NRW bringt es an’s Licht: 25 Quadratmeter öffentlicher Fläche in der City kosten in Leverkusen 837,50 Euro im Jahr – mehr als in Köln (787,50 Euro) und sogar mehr noch als in Düsseldorf (831,25 Euro). Was allerdings etwas stutzig macht: Teurer sind nur glamourmäßig eher unverdächtige Metropolen wie Bielefeld oder Wuppertal sowie Bonn, das mit 1250 Euro den Spitzenplatz einnimmt.

Egal! Es ist Donnerstag, 20. Mai, die Sonne scheint – über was spricht man heute bei den Reichen und den Schönen? Was ist der Klatsch des Tages unter den Flaneuren?
Die freuen sich vielleicht auf neue Geschäfte in den Schlebuscher Arcaden: Im Juli sollen dort nach dem Umbau neue Mieter einziehen. Beim Aldi soll es dann auch frische Backwaren aus dem Automaten geben. Außerdem stellt der Leverkusener Anzeiger den neugegründeten Förderverein vor, der den Radweg auf der Balkantrasse verwirklichen helfen möchte. Und der Kletterpark am Birkenberg, das Projekt des Job-Service Leverkusen, wurde gestern eröffnet.

Aldi-Brötchen? Radfahren? Job Service? Klingt nicht so richtig nach dem neusten Schickimicki-Talk.
Aber jetzt: Ärzte gehen immer! Die sind hoch im Kurs bei allen, die sie sich noch leisten können. Und da gibt es leider schlechte Nachrichten, denn: Am Klinikum soll heute der Ärzte-Streik seinen vorläufigen Höhepunkt erreichen.

Oh weh, da schmeckt doch keinem Ärzte-Hopper mehr der Cappuccino.
Der schmeckt dann am besten, wenn das Gegenüber charmant und reizvoll ist. Wie viele Paare haben sich nicht beim Heißgetränk in der Sonne schon einander an die Ewigkeit versprochen? Aber wer sich spontan in Wiesdorf das Ja-Wort geben möchte, hat ab Oktober schlechte Karten: Die Stadt wird das zentrale Trauzimmer im City-Point aufgeben, weiß die Rheinische Post. Dann soll die Villa Wuppermann in Schlebusch an drei Tagen in der Woche als „provisorisches Regel-Trauzimmer“ dienen. Dabei sei das nicht einem Rückgang der Nachfrage geschuldet: „Der Trend geht zur Zweitehe“, wird ein Standesbeamter zitiert.

Aha! Da sind sie, die Reichen & Schönen, die sich so etwas leisten können: Eine Zweitehe! Luxus pur…
Mancher kann nicht verstehen, wie man einen Fehler zweimal begehen kann. Einem Betriebsschlosser von der Firma Aliseca sei erst kürzlich gekündigt worden, nachdem er nach 20 Jahren Tätigkeit im Betrieb im vergangenen Jahr zweimal zu spät – einmal im Juli, einmal im Dezember – gekommen sei. So ist es heute in der RP nachzulesen (leider aber nicht online. UPDATE: Doch, nämlich hier.).

Zuspätkommen ist wirklich nicht schön. Aber reicht das für eine Kündigung?
Das wollte der 38-jährige Schlosser und dreifache Familienvater offenbar auch wissen und klagte. Und Richter Thomas Maercks vom Arbeitsgericht Solingen habe gestern entschieden: Nein, das reicht nicht. Zum einen sei dem Mann nach dem ersten Zuspätkommen nur eine zweite Abmahnung, und nicht die Kündigung angedroht worden. Außerdem gebe es zwischen Schlosser und Firma eine Gleitzeitvereinbarung. Von einem Zuspätkommen im strengen Sinne könne daher gar keine Rede sein.

Wie hat man bei Aliseca reagiert?
In dem Artikel ist von einer „kurzen, hitzigen Diskussion zwischen Richter und Beklagtem“ die Rede. Anschließend, so heißt es weiter, habe sich einer der Aliseca-Vertreter erkundigt, „ob es nötig sei, dass die Öffentlichkeit durch die Presse von dieser Klage erführe“.

Oha! Und mit welchem Ausgang?
Das steht da nicht. Die Tatsache freilich, dass der Artikel heute in der RP zu lesen ist, könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Aliseca-Vertreter noch vor Ort über das Prinzip der Pressefreiheit aufgeklärt wurden. Es ist aber dringend davon auszugehen, dass die Aliseca-Leute höchstselbst zu dem Schluss gekommen sind, dass es sehr wohl nötig ist, dass die Öffentlichkeit von dieser Klage erfährt. Denn dass die Lanxess-Tochter allem Anschein nach versucht, einen vieljährigen Angestellten, der drei Kinder zu versorgen hat, mit Begründungen vor die Türe zu setzen, die vor einem Arbeitsgericht dann nicht standhalten – das könnte manchen interessieren.

Nehmen wir an, dass es so und nicht anders war. Alles andere wäre auch ein Skandal.
Eben. Und weil man bei Aliseca zu dieser weisen Einsicht gekommen sein muss, habe ich auch die Überschrift der heutigen Presseschau so suchmaschinenoptimiert, dass möglichst viele, die sich für Aliseca interessieren, auch hier davon lesen.

Wer Probleme mit der Pressefreiheit hat, der kann ja Chinesisch lernen.
Das ist eine böse Anspielung! Aber immerhin eine gute Überleitung: Denn wer seine Kinder an die chinesische Sprache heranführen möchte, für den hat das Forum Wuxi-Leverkusen das „Lernforum Prinz Taibo“ ins Leben gerufen, das die RP heute vorstellt. Mit ein paar Brocken Chinesisch hätten die Kicker von Bayer 04 vielleicht auch die taktischen Absprachen ihres Gegners verstanden: So unterlagen sie am Deutschlandtag auf der Expo in Shanghai gegen die chinesische Nationalmannschaft chancenlos mit 0:3.

Damit hätten wir auch schon den Sport abgehandelt. Was gab’s in der Kultur?
Beim Anzeiger wollte man möglicherweise zu gerne eine ganze Seite vollschreiben über das Gastspiel des TV-bekannten Comedian und gebürtigen Leverkuseners Ralf Schmitz im Forum. Ein Foto von Schmitz mit heruntergelassener Hose auf der Forum-Bühne hatte man eingefangen – also alles wunderbar. Aber irgendwie ist es dann doch gescheitert und es reichte nur zu exakt 14 Zeitungszeilen.

Schade!
Aber der Nachwuchs schläft auch nicht: An Schmitz‘ einstiger Schule, dem Landrat-Lucas-Gymnasium, hat sich eine Truppe namens „Sonder-Einsatz-Kabarett“ zusammengefunden – und bereitete Zuschauern und der Kritikerin der RP einen vergnüglichen Abend „mit Sketchen, deren Pointen zündeten“, wie ein ausführlicher Artikel bezeugt. Im Anzeiger wird die Ausstellung im Erholungshaus mit bemerkenswerten „urbanen Schnappschüssen“ des Kabarettisten Jess Jochimsen ausführlicher vorgestellt.

Comedy, Kabarett – gut und schön. Was ist mit der Hochkultur?
Auch die kommt zu ihrem Recht: Über den Vortrag von Franz Schuberts „Winterreise“ auf Einladung der KulturStadtLev im Schloss Morsbroich durch Tenor Werner Güra, begleitet am Klavier von Christoph Berner, gibt es unter den beiden Zeitungskritikern keine zwei Meinungen: Tränen der Rührung, „Indianergeheul“ gar machten sie im Publikum aus.

3 Kommentare

Eingeordnet unter Presseschau

3 Antworten zu “Aliseca Leverkusen neue Nachrichten

  1. strafraumwühler

    Herrlich! Was darf man lesen: Auf ihrer Internetnetseite wirbt Aliseca damit, dass Flexibilität für die Mitarbeiter bei ihnen groß geschrieben wird…

  2. alf

    Das Thema ‚zu spät kommen‘ hat Dich offenbar ganz besonders beschäftigt.

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