Boll und Maske inszenieren Schmeling

Mit „Max Schmeling – Eine deutsche Legende“ kommt heute ein Film in die deutschen Kinos, zu dem zwei Wahl-Leverkusener einen wesentlichen Beitrag geleistet haben: Hauptdarsteller Henry Maske und Regisseur Uwe Boll, der einst bei Bayer 04 gelegentlich den Sparringspartner für Dariusz Michalszewski und Felix Sturm gab.

Zwar wohnt Henry Maske im Bergischen Land, er zeichnet aber für sämtliche Buletten, die in dieser Stadt unter dem großen „M“ gebraten werden, verantwortlich. Als Schauspieler ist „Gentleman“ Maske bislang freilich nicht ernstlich in Erscheinung getreten. Dass der einstige Rechtsausleger im Halbschwergewicht zumindest im Ring ein würdiger Darsteller der deutschen Boxer-Legende Max Schmeling ist, daran aber wird niemand ernsthaft zweifeln. Für die darstellerischen Highlights sorgen derweil Heino Ferch, Susanne Wuest oder Vladimir Weigl.

Regisseur Uwe Boll, gebürtiger Wermelskirchener, lebt mittlerweile in Mainz, hat seine ersten Gehversuche als Filmemacher gemeinsam mit Frank Lustig in Leverkusen unternommen. In Thorsten Neschs Leverkusener Mañana-Verlag erschien 1992 das Buch zu den Filmen „German Fried Movie“ sowie „Barschel – Mord in Genf?“ – Untertitel: „Wie man in Deutschland einen Film drehen muss“. Seither hat Boll schon Filme in den USA und mit Millionen-Budget gedreht. Ob sie freilich durchweg als gelungen gelten dürfen, daran scheiden sich die Geister. Aber mit seinen jüngeren Werken – „Tunnel Rats“, „Darfur“ und nun „Max Schmeling“ – will Boll, übrigens Doktor der Germanistik, offenbar weg von seinem Splatterfilm-Image, das er sich weltweit und recht nachhaltig erworben hat.

Ein Faible für den Boxsport hat Boll sich übrigens bei Bayer 04 Leverkusen erworben, wie er selbst verrät: „Ich habe bei Bayer Leverkusen 14 Jahre trainiert und in der Handball-Oberliga gespielt – mein Vater war mit Bayer seinerzeit deutscher Meister im Handball. Ich habe daneben aber auch fünf Mal die Woche bei Bayer Leverkusen Boxen trainiert, wo ich das Glück hatte, die besten als Sparringspartner zu haben. Es waren damals auch Dariusz Michalczewski und Felix Sturm dabei. Da lernt man Tricks, die man in einem mittelmäßigen Club niemals mitbekommen würde.“

Seine Leistung als Darsteller schätzt Henry Maske realistisch ein und lobt zugleich die Hilfe seines Regisseurs: „Ich kann ja nur schwer beurteilen, wie die Gepflogenheiten beim Film so sind, aber ich habe Uwe Boll als zurückhaltend und sehr kenntnisreich erlebt. Er hat mir große Freiheiten gelassen, man könnte wohl sagen, er hat mir vertraut. So konnte ich die entscheidende Erfahrung machen, dass man den Text nicht nur lernen muss, sondern auch zu dem Punkt kommen muss, an dem der Text sich verselbständigt. Dann kann man etwas ausdrücken, dann kann man variabel sein – wenn auch in meinem Fall natürlich etwas limitiert.“ Uwe Boll wiederum äußert sich begeistert über seinen Hauptdarsteller: „Henry – der spielt sich eigentlich selbst. Deswegen ist es ja auch so eine geniale Besetzung, weil er vom Typ her Schmeling so ähnlich ist. Das konnte er sehr naturgetreu. Und er hat mir natürlich einiges voraus, vor allem kannte er Max Schmeling persönlich. Das war für ihn noch eine zusätzliche Motivation.“

Max Schmeling – Eine deutsche Legende Regie: Uwe Boll. Malta, Kroatien, Deutschland 2009, 123 Minuten. FSK: Ab 12 Jahren. Film-Website
In Leverkusen läuft der Film im Kinopolis in Wiesdorf, in der Woche vom 7. bis 13. Oktober täglich um 17.30 Uhr und um 20.15 Uhr.

NACHTRAG, 13.04.2011: HiB-TV hat Dr. Uwe Boll und Henry Maske im Burscheider Megaphon getroffen.

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