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Wen der OB auf die Terrasse lockt

Heute viel zu tun, daher recht spät.
Wahlergebnisse aufarbeiten – das galt es gestern auch in den Leverkusener Parteizentralen. Besonders viel aufzuarbeiten hatte natürlich die SPD: Dem Leverkusener Anzeiger verrät die Leverkusener SPD-Vorsitzende Eva Lux, dass sie zu gerne wüsste, „welche Alters- und Geschlechtsgruppen uns verlassen haben“. Fehler der Partei in Leverkusen sehe sie nicht, Lux glaubt, dass die Partei bundesweit ein Glaubwürdigkeitsproblem hat, das mit der Agenda 2010 geschaffen worden sei: „Die Verantwortlichen haben das Land gerettet – und die Partei erschossen.“
Sein denkbar knappes Ergebnis als gewählter Direktkandidat im Wahlkreis 102 hatte sich Karl Lauterbach bis Montag offenbar schon wieder schöngegrillt: „Von den Kölner SPD-Kandidaten habe ich diesmal die meisten Erststimmen bekommen“, erklärt er dem Anzeiger. Gegenspieler Thomas Portz von der CDU gibt sich gegenüber der Rheinischen Post nicht übertrieben niedergeschlagen: „Wir haben die Sensation knapp verpasst.“
Aber auch die Kommunalpolitik schläft nicht, wenn der Bund zur Wahlurne bittet. Der Parteiaustritt des Wiesdorfer SPD-Urgesteins Jürgen Scharf ist in beiden Zeitungen wieder Thema: Während Lux glaubt, Scharfs Austritt drei Tage vor der Wahl sei hilfreich für den politischen Gegner gewesen, bedauert SPD-Mitglied Jens Singer in der RP Scharfs Abgang: „Es kann nicht sein, dass in Leverkusen die Mandatsträger nach und nach verschwinden.“ Der Anzeiger weiß indes, wo Scharf seine politische Zukunft finden wird: Er wechselt zur OWG-UWG und schließt sich mit seinem Ratsmandat Thomas Wolf und Michael Schmidt (ebenfalls ein ehemaliger SPD-Ratsherr) an. Die OWG-UWG-Wählergruppe erreicht damit Fraktionsstärke im neuen Rat.
Avancen an die Wählergruppe seitens der CDU hat die RP bei der Wahlparty im Forum beobachtet: Während alle auf den Fernseher starrten, schnappte sich kein Geringerer als der neue Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn OWG-UWG-Mann Thomas Wolf zu einem Zwiegespräch auf die Terrasse. „Ich habe nur mal den Zwischenstand abgefragt“, antwortet Buchhorn auf die Nachfrage der RP etwas schmallippig.

Radio Leverkusen hat sich nach der Wahl einmal umgehört und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen: „Unternehmer freuen sich auf schwarz- gelb“ und „DGB nicht zufrieden mit dem Ausgang der Wahl“. Wer hätte das gedacht!

Ein Steuerloch aufgrund einer geringen Fehlkalkulation bei den Gewerbesteuereinnahmen im Leverkusener Haushalt für 2010 meldet die RP: Statt 55 werde es nur 50 Millionen geben, dafür gebe es aber auch mehr Geld vom Land. Das Konto der Stadt sei zum Jahresende mit 160 Millionen überzogen.

Von der Ursache für den Amok-Fehlalarm in der vergangenen Woche an der Lise-Meitner-Schule berichten nach Radio Leverkusen heute auch Anzeiger und RP: Es war ein „Störimpuls“.

Vier neue Kanalbaustellen ab Oktober/November der Technischen Betriebe Leverkusen kündigt die RP an: Und zwar an der Carl-Duisberg-Straße/Willy-Brandt-Ring, Berliner Platz/Düsseldorfer Straße/Rat-Deycks-Straße, Hermann-Löns-Straße/Kämper Weg und am Schmutzwasserkanal Wiehbachtal.

Lanxess wurde für seine gute Bilanz im Finanzkrisenjahr 2008 vom „ICIS Chemical Business Magazin“ zum „Unternehmen des Jahres“ gewählt, meldet der Anzeiger nur online, die RP nur im Print.

Der Anzeiger war im neuen Büro, das die Stadt Leverkusen für die Frauen-Fußball-WM 2011 beim Sportpark an der Robert-Blum-Straße eingerichtet hat. Die RP kündigt die Kampagne „Kinderträume 2011“ an.

Mit der „Privatisierung“ des Pfarrer-Jekel-Gemeindehauses in eine Physiotherapeutische Praxis sind die Quettinger nicht mehr so unglücklich, weiß der Anzeiger.

Von der Fortsetzung des Streits über die Bebauung der Ostseite in Hahnenblecher berichtet der Anzeiger: Die Stadt empfiehlt nach Rücksprache mit der Bezirksregierung, die geplante Änderung des Flächennutzungsplans für die bauwilligen Grundstückseigentümer beizubehalten.

Kultur satt heute in der RP: Monika Klein war beim 2. Leverkusener Akkordeontag in der Musikschule, beim „Konzert Leverkusener Musiker“ mit Erika Manns Pfeffermühle (der Anzeiger lobte schon gestern), beim Duo „Pianoworte“ im Gemeindesaal der evangelischen Kirchengemeinde Opladen – freilich ist nichts davon online zu finden.
Vom Titel „Museum des Jahres“ für das Museum Morsbroich berichten nun auch überregionale Medien aus ganz Deutschland: Hoch im Norden, tief im Westen und weit im Süden.

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Nächste Woche kein Kakao!!!

Der Amok-Fehlalarm am Lise-Meitner-Gymnasium – eine überaus dämliche Lappalie, die geschockte Schüler zurücklässt und heute natürlich Thema in den Zeitungen ist: Der Leverkusener Anzeiger berichtet gar ausführlich auf seiner Themenseite zwei. Der Satz, der das Chaos erst auslöste, ist aber in der Rheinischen Post dokumentiert: „Nächste Woche fällt der Milch- und Kakaodienst aus.“ Man darf sich die verblüfften Schüler vorstellen, deren Lehrer ob dieser Nachricht kreidebleich die Türen verriegeln und hastig die Fenster schließen lassen. Nach rund einer Stunde gab die Polizei Entwarnung. Und mitten im Chaos steht eine Mutter und klagt gegenüber der RP-Reporterin: „Ich finde, hier herrscht eine schlechte Informationspolitik.“
Das „Amok-Alarmsystem“ war erst im April installiert worden, so wie an 47 weiteren Schulen in Leverkusen. Gert Geiger von der städtischen Gebäudewirtschaft hat die zuständige Firma nun beauftragt, das System an allen Schulen zu prüfen. (Was sind das eigentlich für Zustände, in denen flächendeckend „Amoklauf-Alarmsysteme“ in Schulen installiert werden? Die sich dann auch noch als defektanfällig herausstellen? Da weiß man gar nicht, was schlimmer ist.)

Zu erfreulicheren Themen: Einen Sieg gab es für die Bayer 04-Fans nach dem Spiel gegen Werder Bremen zwar nicht zu feiern, aber Freibier gab es trotzdem. Sogar schon vor Spielbeginn: Das Bezahlsystem mit der „BayArena-Card“ hat versagt, da entschlossen sich die Verantwortlichen, lieber freigiebig zu sein statt Aufruhr zu riskieren. Ein restlos begeisterter Fan berichtet bei werkself.de:

Habe selten soviel bei einem 0-0 gelacht wie heute. Scharenweise sind die Leute von den Ständen hochgekommen, soviel Bier gebunkert wie nur ging.
War wie zu den Zeiten der Schlußverkäufe. Und dann war es besonders lustig zu beobachten, wie es sich durch die Reihen durchgesprochen hat und alle freudestrahlend wieder hoch kamen.

So schön kann Fußball sein! Alles das, was bei der Premiere in der neuen BayArena funktionierte, hakt jetzt irgendwie doch: Das Bezahlsystem knickt ein, im Fanshop müffelt es, Fans bemängeln Parkplatzsituation und die neuen Pendelbusrouten, müssen sich auf zu eng geratenen neuen Oberrängen drängeln (siehe hier) und Anwohner beklagen sich über die Sperrungen.

Was Guido Westerwelle für die Bundes-SPD, das ist Roswitha Arnold für die Leverkusener CDU: Die Fraktionsvorsitzende der Leverkusener Grünen hatte einer „Jamaika-Koalition“ bereits vor der Mitgliederversammlung am Montag eine Absage erteilt. Die Mitglieder gaben ihrer Fraktion nun den Auftrag, den Kontakt mit der SPD für ein Bündnis ohne die CDU und ihren OB Reinhard Buchhorn zu „intensivieren“, melden RP und Radio Leverkusen.

„Wir liegen voll im Zeitplan!“, betont Vera Rottes, Geschäftsführerin des Projekts „Neue Bahnstadt Opladen“, umgeben von Baustaub und riesigen Baggern, zum Fortschritt der Abrissarbeiten im nördlichen Bereich des alten Bahnausbesserungswerkes. Wolfgang Müller-Schlesinger vom Förderverein des Kulturausbesserungswerkes hofft derweil darauf, dass die Gestaltung des neu enstehenden Platzes vor dem KAW in der Hand derer bleibt, die sich dort später auch aufhalten werden – und nicht von einem Planungsbüro jenseits der Stadtgrenzen oktroyiert wird. Dazu sollen bei einer „Klausurtagung“ am Mittwoch Ideen gesammelt und diskutiert werden. Er ist sich sicher: „Das kann ein ganz abenteuerlicher Platz werden!“

Kultur: Von der Komödie „Jakes Frauen“ am „matchboxtheater“ sowie vom ersten „KlassikSonntag“ der KulturStadtLev in der neuen Spielzeit am vergangenen Sonntag mit Dirigent Dirk Joeres und Klarinettist Wolfgang Esch berichtet die RP, leider nicht online. Beim Konzert der Folk-Bands der Musikschule Leverkusen in der Christuskirche war der Anzeiger.

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