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Für Steuersünder kommt’s Knüppel-dick – Bald „Leverkusen für alle“

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Donnerstag, 11. Februar 2010:
Finanzamts-Vorsteher Alexander Knüppel meldet großen Andrang. +++ Rat beschließt Sozialkonzept für finanzschwache Leverkusener. +++ In Hahnenblecher bleibt alles, wie es ist. +++ Lokalsport: Stefan Kießling ärgert sich über „Vizekusen“.
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CDU und FDP ohne Mehrheit

Die neue Legislaturperiode im Leverkusener Stadtrat wirft ihre Schatten voraus: Bildmächtig im Leverkusener Anzeiger, der die Amtsübergabe des alten Oberbürgermeisters, Ernst Küchler (SPD), an den neuen, Reinhard Buchhorn (CDU), im Büro des Stadtchefs heute groß auf seine Titelseite hebt. Im Lokalteil geht es dann auf Seite zwei weiter: Sämtliche 68 Bürgerinnen und Bürger, die im Idealfall in den nächsten fünf Jahren die Leverkusener Bürgerschaft im Rat der Stadt repräsentieren, hat der Anzeiger dort, nach Fraktionszugehörigkeit sowie alphabetisch geordnet, ins Bild gesetzt. Sogar in Farbe, also dran denken: Nicht dort an die Wand hängen, wo Sonneneinstrahlung die Ratsdamen und -herren allzu schnell verblassen lässt.
Auch das WDR-Fernsehen war bei dem Pressetermin dabei.
Die Rheinische Post hat das OB-Motiv ebenfalls auf ihrer Titelseite, wenn auch nur klein, dazu die Überschrift „Die Demokratie wird künftig teurer“ – dass damit nicht gemeint ist, dass dem neuem OB Buchhorn ein Ruf als Verschwender vorauseilt, erklärt die Geschichte auf der ersten Lokalseite: Dort rechnet Peter Korn vor, was Leverkusen die Demokratie wert sein muss: Nämlich „genau 772.000 Euro pro Jahr“, mithin 82.000 Euro mehr als bisher. Das erkläre sich mit den neu in den Rat gekommenen Gruppen und Fraktionen, erläutert die RP unter Bezugnahme auf Stadtkämmerer Rainer Häusler und den Paragrafen 56, Absatz 3 der Gemeindeordnung. Diese regelt die Höhe der Zuwendungen in Stadträten in Nordrhein-Westfalen. Daraus folge, dass die CDU-Fraktion als größte im neuen Rat jährlich 174.000 Euro für Personal, Büroräume etc. erhält, die SPD 138.000 Euro, die kleinsten Fraktionen mit drei Mitgliedern (OWG-UWG, Pro NRW und OP) jeweils 60.000 Euro und die einzige Gruppe ohne Fraktionsstatus (die Linke hat nur zwei Sitze) 40.000 Euro.
Im Kommentar zeigt die RP dann auf die Wähler, die mit ihrer Stimme zwei neue Gruppierungen in den Stadtrat gewählt und so „an der Kostenschraube gedreht“ hätten. Richtiger ist natürlich, was der Kommentator dann anfügt: Dass nämlich das Land mit geändertem Wahlrecht und Wegfall der Prozent-Hürden dieser Entwicklung den Weg ebnete. Mit einem rätselhaften Satz schließt der Kommentar: „Demokratie mag teuer sein, angesichts der Alternativen ist sie jedoch auch unbezahlbar.“

Dafür hält die RP aber auch wirklich interessante Neuigkeiten bereit: Sie meldet nämlich, dass die CDU nun offenbar definitiv keine Mehrheit im neuen Rat vor der ersten Sitzung am kommenden Montag zusammenbekommt. Die Gespräche mit der Bürgerliste am Dienstagabend seien gescheitert – nicht an Inhalten, sondern an Personalfragen: Hinsichtlich der Besetzung der Bürgermeisterposten habe die Bürgerliste Forderungen gestellt, „die CDU und FDP nicht akzeptieren konnten“, wird Buchhorn zitiert. Nun sei es wahrscheinlich, dass die SPD den ersten und FDP den zweiten Bürgermeisterposten besetzen. Und Buchhorn hofft laut RP im Rat nun auf „punktuelle und themenbezogene Mehrheiten“ für seine CDU.

Das Schicksal der 21 gekündigten DyStar-Mitarbeiter, die nach der Insolvenz nicht nur ohne Abfindung, sondern gar ohne alles dastehen, behält der Anzeiger aufmerksam im Auge. Thilo Engelbrecht, einer der Betroffenen, fasst die Situation so zusammen: „Ich glaube, wir haben alle gegen uns.“
In der RP keimt derweil wieder ein zartes Pflänzchen Hoffnung: Die Produktion des Farbstoffs Indigo sei wieder angelaufen – wenngleich nur in Ludwigshafen. Einer der Insolvenzverwalter werte dies aber als „erfreuliches Zeichen“.

Radio Leverkusen hat in den kürzlich vorgestellten Ausbildungsreport 2009 des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) geschaut – und findet dort Kritik an der Ausbildungslage in Leverkusen: Es würden „zu wenige Ausbildungsplätze angeboten“ und „die Übernahmechancen nach einer erfolgreichen Ausbildung seien sehr gering“, heiße es dort zu Leverkusen.

Bei der Bayer Unternehmenskommunikation (UK) darf man sich ganz authentisch über Preise freuen: In New York wurden die „Galaxy-Awards“ vergeben und die Abteilung für die Öffentlichkeitsarbeit bei Bayer strich gleich sieben Auszeichnungen ein – unter anderem für verschiedene Imagefilme, für das Magazin „Report“ und für das Wissenschaftsmagazin „Research“. „UK“-Leiter Michael Schade freut sich über diese Auszeichnung der amerikanischen Organisation MerComm: „Es ist eine Anerkennung für unsere moderne und offene Kommunikation.“ Die RP freut sich für Bayer mit, allerdings nur im Print.

Ein Happy-End kann der Anzeiger von Lothar H. (siehe hier) vermelden: Der Hartz-IV-Empfänger kann seine neue, preiswertere Wohnung jetzt doch beziehen, nachdem Reinhard Buchhorn, letztmalig als AGL-Geschäftsführer, dem Vermieter erklärte, wie das mit der Mietzahlung funktioniert: Das Geld für die Miete erhält weiterhin der Mieter, werde die Miete aber einmal nicht vom Mieter an den Vermieter überwiesen, überweise die AGL das Geld fortan doch direkt dem Vermieter. So einfach ist das.

Ärger gibt es an der Mohlenstraße in Hitdorf, meldet die RP: Deren Anwohner sollen für eine Sanierung der Straße zahlen – und sind davon eher unbegeistert.

Soeben flattert ein Sondernewsletter der Wirtschaftförderung Leverkusen (WfL) herein, der auf eine „Informationsveranstaltung zum betrieblichen Mobilitätsmanagement“ am Mittwoch, 28. Oktober, bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Köln aufmerksam macht. Über die Initiative von IHK und Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) für Unternehmen informiert im Detail diese Seite: www.effizient-mobil.de.

Etwas Fußballsport schmuggelt die RP auch in ihren Lokalteil: Vom „Einstand nach Maß“ des VfL Leverkusen beim Spiel gegen Düren berichtet Tobias Krell – der 2:1-Pflichtspielsieg wurde nämlich auf dem neuen Kunstrasenplatz an der Tannenbergstraße errungen. Der Sportpark Leverkusen hatte den alten, dringend sanierungsbedürftigen Kunstrasen aus dem Jahr 1996 für 335.000 Euro erneuern lassen.

Was die RP kann, können wir auch – also gleich noch einmal Fußball: Wirklich sehr interessant ist das Interview, das die FAZ mit Bayer-04-Idol und -Torwarttrainer Rüdiger Vollborn zu dessen „Ziehsohn“ René Adler geführt hat. Frage FAZ: „Ist Adler der vollkommene Vollborn?“ Antwort Vollborn: „René hat ganz andere Voraussetzungen. Ich hatte auch Talent, aber kann mich nicht mit ihm vergleichen. Da liegen Welten zwischen uns.“

Schließlich die Kultur: Durch das Atelier des im Februar verstorbenen Künstlers Paul Weigmann hat sich Frank Weiffen für den Anzeiger von Weigmanns Witwe Marga führen lassen. Die hat dort eine große Retrospektive der Werke ihres Mannes arrangiert, mit zahlreichen Zeichnungen sowie Entwürfen für Kirchenfenster. Für interessierte Besucher steht das Haus des Künstlers in der Küppersteger Straße 9 am kommenden Samstag und Sonntag, jeweils von 11 bis 17 Uhr, offen.

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„Fundamental oppositionell“

Auch der Sportbund Leverkusen hat seine Nische zur Verwaltung des Mangels gefunden: Ana Ostrić hat sich für den Leverkusener Anzeiger eine Fortbildungsmaßnahme für Arbeitslose angeschaut, die sich offenbar an die Fitteren unter den Empfängern von Arbeitslosengeld II richtet. In dem Pilotprojekt des Dachverbands der Leverkusener Sportvereine können sich Arbeitslose unter der gewissenhaften Anleitung von Diplom-Sportlehrer Thomas Edelmann zu Übungsleitern ausbilden lassen, um die sogenannte „Breitensport-Übungsleiter-C-Lizenz“ zu erwerben. Mit dem Schein sollen sie dann, so lautet der Plan, bei Sportvereinen oder in Offenen Ganztagsschulen wieder Arbeit finden können. 120 Stunden Theorie und Praxis erfordert die Fortbildung, und was erwartet so ein Diplom-Sportlehrer von seinen Schützlingen? Natürlich: „Eiserne Disziplin.“ Edelmann hält aber auch Lob bereit: „Positiv überrascht“ sei er von Motivation und Leistungsbereitschaft der insgesamt 13 Teilnehmer. Doch nicht alles Drückeberger, soll das wohl heißen. Die ins Bild gesetzten Anwärterinnen Andrea Neuber und Astrid Lindner machen jedenfalls durchaus eine gute Figur an den Trainingsgeräten. Freilich steht das ganze Modell vielleicht doch ein wenig auf wackligen Füßen, Sportbund-Geschäftsführer Thorsten Morig selbst warnte schließlich erst Ende September, dass den Vereinen vom Landessportbund (LSB) schon 2010 jene Zuschüsse gekürzt werden sollen, die die für ihre Übungsleiter erhalten. Morig regte damals übrigens indirekt an, statt Zuschüsse zu kürzen solle der LSB besser seine Personalkosten reduzieren.

Mit den Widrigkeiten von Arbeitslosigkeit befasst sich auch der Rest der ersten Lokalseite des Anzeigers: Thomas Käding erzählt uns von dem Hartz-IV-Empfänger Lothar H., der sich wegen um 57 Euro zu hoher Mietkosten eine neue, preiswertere Wohnung suchen muss. Die findet er auch, bekommt sie aber nicht, weil die Leverkusener Hartz-IV-Behörde, die Arbeitsgemeinschaft Leverkusen (AGL), die Miete partout nicht direkt an den Vermieter überweisen will – worauf der aber besteht. Also muss Lothar H. weiter suchen. Die fällige Rüge handelt sich die AGL im beistehenden Kommentar von Käding ein.
Und in einem Kasten informiert der Anzeiger über die aktuellen AGL-Interna: Auf den in das Oberbürgermeisteramt ausscheidenden Geschäftsführer Reinhard Buchhorn folgt übergangsweise dessen Stellvertreterin Renate Helff. Bis zur fälligen Neuorganisation der AGL Ende 2010 wird sie kommissarische Geschäftsführerin sein, ihr Stellvertreter wird Andreas Laukötter.

Die Leser der Rheinischen Post müssen schon etwas abkönnen: Die setzt heute für ihre lokale Aufmacherseite auf den Schockeffekt und zeigt die Mündung eines Maschinengewehrs. Was das mit Leverkusen zu tun hat, erklärt die Unterzeile des beistehenden Artikels: „Auch in Leverkusen“ gilt nämlich die landesweite Verordnung, nach der Polizeiautos ab sofort die Schusswaffe, Modell „Heckler & Koch MP5“, mitführen. Sollte sich also in Zukunft neben Tankstellen- oder Taxiräubern auch mal ein Terrorist nach, sagen wir: Hitdorf verlaufen, dann können ihm die Schutzpolizisten ab sofort relativ umstandslos einheizen. Natürlich verzichtet der Artikel nicht auf Schlagworte wie „Terrorgefahr“ oder gar „Al qaida“.

Fundamentalisten haben sich die Leverkusener offenbar auch in ihren Stadtrat gewählt: Die neue Ratsfraktion von Pro NRW kündigt laut Anzeiger an, sie werde im Rat einen „fundamental oppositionellen Kurs in Sachfragen“ einschlagen. Die drei tapferen Bürgervertreter ahnen offenbar, dass sie es im Rat nicht allzu oft zu tragfähigen Mehrheiten bringen werden. So ganz fundamental oppositionell will Fraktionschef Markus Beisicht dann aber wohl doch nicht sein: „Zum Wohle des Bürgers“ werde man sich auch gesprächsbereit zeigen. Die Kenntnisse der Grundprinzipien der Demokratie kann man ihnen folglich wohl nicht absprechen. Wir warten gespannt auf die erste Ratsfraktion, die diese Gesprächsbereitschaft antestet. Schwerpunkte der Pro NRW-Ratsarbeit sollen übrigens sein: „Innere Sicherheit“ und „multikulturelle Gesellschaft“.

Die RP meldet, dass es in der CDU Bestrebungen gebe, noch vor der offiziellen Kandidatennominierung für die Landtagswahlen 2010 aus den derzeit drei Bewerbern (Rainer Ewig, Albrecht Omankowsky, Rüdiger Scholz) einen zu machen. Richtige Wahlen sind eben auch für richtige Demokraten manchmal eine lästige Sache, zumal dann, wenn der Kandidat sich schon innerparteilich nur haarscharf durchsetzen kann und so unnötig beschädigt werden könnte.

Am Standort Geretsried in Bayern läuft die DyStar-Produktion schon wieder, melden der Anzeiger und auch die FAZ. Die Suche nach neuen Investoren sei wieder in Gang gesetzt, wird Insolvenzverwalter Stephan Laubereau zitiert, die Gespräche freilich seien in einem „sehr frühen Stadium“.

Über „“Gefallene M-Dax-Engel“ mit Bilderbuch-Erholung“ berichtet die FAZ heute und meint neben GEA und Hochtief auch Lanxess: Deren Aktien blieben in der Kategorie „Zukäufe“. Beide FAZ-Artikel kosten online Geld.

Im Sinkflug hingegen sieht der Anzeiger die Aktien der Kanadagänse in Hitdorf: Am 31. Oktober ende die Schonfrist für die Tiere, die Jäger grübeln schon, wie sie die Tiere ins Visier nehmen sollen. Förster Karl Zimmermann schätzt die Leverkusen Gänse-Population auf 250 Tiere, nur 100 seien besser. Der Vorsitzende des Leverkusener Tierschutzvereins, Gerd Kortschlag, protestiert: „Nur weil einige Leute gepennt haben, können die Gänse doch nicht jetzt abgeschossen werden.“

Über die Kollision zweier Lastkähne am frühen Freitagmorgen auf dem Rhein bei Wiesdorf, unmittelbar vor dem Chempark, berichten online Anzeiger, RP, Radio Leverkusen und auch die Bild.

Und schließlich Kultur: Die RP war bei einem Comedy-Abend bei der Tanzschule Kaechele in Opladen. Der Anzeiger lauscht in die Debüt-CDs der Leverkusener Musiker Crazy Freilach und Marc Schönberger, blickt auf das Konzert von Brian Auger am Samstag (19.30 Uhr) im Opladener Scala sowie auf die achte Leverkusener Shuttle-Nacht am Samstag, 24. Oktober.

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