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Fröhliche Menschen, geöffnete Augen

Donnerwetter: Da hat sich einiges getan…
Kann man sagen: Lena Landrat-Lucas gewinnt in Oslo, mit Heiko Westermann fällt der nächste deutsche Kicker für die WM aus – und soeben verkündet auch Bundespräsident Horst Köhler seinen Verzicht auf die Teilnahme an der WM sowie an allen weiteren offiziellen Anlässen.

Wenn in Leverkusen am Wochenende nur halb soviel… Also los: Montag, 31. Mai – was gibt es Neues aus Leverkusen?
Naja. Die Rheinische Post ahnte wohl, dass an diesem Wochenende nicht so sehr viel passiert und überrascht ihre Leser mit einer hellwach recherchierten Geschichte zum Campus in Opladen: „Verschläft Opladen die FH?“ lautet die Überschrift zu dem Bericht, für den Peter Korn mal hinterfragte, ob und inwiefern die Opladener eigentlich auf mindestens 500 Studenten ab 2013 vorbereitet sind. Stellungnahmen geben ab Manfred Wiethüchter vom Verein „Leverkusen – Ein starkes Stück Rheinland“, Eva Babatz von der IHK, Bernd Fass vom Gemeinnützigen Bauverein Opladen und Siegfried Kuhl von der Aktionsgemeinschaft Opladen. Letzterer glaubt, es hake noch daran, dass „die Geschäftswelt noch keine Vorstellung davon hat, was auf sie zukommt“.

Es ist immer von Vorteil, vorausschauend zu handeln.
Das dachten sich vielleicht auch Mitglieder im Leverkusener Integrationsrat, die sich bei der Volkshochschule politisch fortbilden ließen. Auf dem Lehrplan: „Handlungsfelder und Umsetzungsstrategien kommunaler Integrationsräte.“

Wenn das mal nicht praxisnah ist!
Und offenbar mit durchschlagendem Erfolg: „Jetzt sind meine Augen geöffnet“, gesteht Nina Girivenko im Pressegespräch. Und der Vorsitzende Serkan Kaygisiz hofft, dass nun auch endlich die Arbeit im Leverkusener Integrationsrat aufgenommen werden könne: „Wir haben gezeigt, dass wir zusammenarbeiten können.“

Das tat ja auch Not. Weitere gute Nachrichten?
In der Sindelfinger Zeitung / Böblinger Zeitung soll am 5. Februar eine sehr gute Nachricht über ein Projekt der Firmen Daimler und Bayer zum Anbau der ölhaltigen Pflanze Jatropha in Indien gestanden haben. So gut sogar, dass der gleiche Text auch als Werbetext auf der Daimler-Homepage habe stehen können. Dafür habe sich die Zeitung nun eine „Rüge mit Abdruckverpflichtung“ des Presserates eingehandelt, meldet die „Coordination gegen Bayer-Gefahren“ heute.

Man muss eben vorsichtig sein mit guten Nachrichten.
Keine gute Nachricht ist die Meldung von dem Mordversuch an Bahnhofsstraße in Opladen, nach dem nun ein 25-Jähriger in Lebensgefahr schwebe.

Die Bahnhofsstraße gilt ja als unruhiges Pflaster.
Da ging es in Schlebusch bei der „Nacht der offenen Kirchen“ ganz sicher beschaulicher zu. „Die fröhlichen Menschen waren in Schlebusch in der Überzahl“, resümiert jedenfalls Ana Ostric im Leverkusener Anzeiger.

Weitere kulturelle Höhepunkte?
Ganz viele: Beim Gründungsfest der Stiftung „Bürger für Musikschule“, die der Leverkusener Musikschule künftig unter die Arme greifen soll, füllten fast 1000 Besucher den Großen Saal im Forum. Darüber freut sich Musikschulleiter Jürgen Ohrem in Zeiten leerer Stadtkassen natürlich: „Unser Ziel muss es sein, das Angebot der Musikschule Leverkusen auf breitere Füße zu stellen“, zitiert ihn der Anzeiger. Außerdem: Im Erholungshaus verstand es der Bayer-Frauenchor glanzvoll Revue-Atmosphäre zu versprühen. Und als „hinreißend“ lobt der Anzeiger-Kritiker die Inszenierung von „Tiefflug“ von Neuntklässlern des Landrat-Lucas-Gymnasiums.

Üblicherweise gehören Wochenenden ja dem Sport…!?
Die Bayer-04-Fans bangen: Um den letzten „richtigen“ Leverkusener in Jogi Löws WM-Kader. Denn es scheint derzeit ganz so, als stünde Stürmer Stefan Kießling auf des Bundestrainers Streichliste ganz weit oben. Trost mag den Fans aber zumindest vorübergehend sein, dass Burak Kaplan mit seinem Treffer zum 1:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach II der zweiten Bayer-Elf in letzter Not den Verbleib in der Regionalliga sicherte. Dem SSV Lützenkirchen hingegen fehlte schließlich ein Törchen – und steigt nun in die Kreisliga B ab.

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Wofür Lokalzeitungen wirklich da sind

Köln verzichtet auf die Gewerbesteuern, die bei der Sanierung von Karstadt anfallen könnten. Gab es so etwas ähnliches nicht auch schon einmal in Leverkusen?
In der Tat: 2006, als der Stadtrat einen Steuererlass in dreistelliger Millionenhöhe zu Gunsten von Finanzinvestoren für TMD Friction beschloss. Damit sollten Arbeitsplätze gerettet werden. Leider war der Erfolg rückblickend eher nicht so durchschlagend.

Möge es Karstadt besser ergehen. Wohlan: Dienstag, 25. Mai – wäre es jetzt noch Vormittag: Was wären jetzt die neuesten Nachrichten?
Keine Sorge: Auch wenn es nicht mehr Vormittag ist – es war nicht so sehr viel los. In Wiesdorf lockte das Stadtfest in einem Rutsch mit der Ehrenamtsbörse an drei Tagen Menschen in die Fußgängerzone. Dabei gab es laut Rheinischer Post unzufriedene Gesichter bei den Marktbeschickern, die dem Fest am Samstag ausweichen mussten. Am Montag lockte der „Mühlentag“ einige Ausflügler auch zum Sensenhammer. Die RP weiß, warum es in Leverkusen bald zu einer Schwemme an Neubauten kommen könnte: Die Stadt bietet derzeit 1000 Grundstücke zum Verkauf an. Und die RP kennt Überlegungen, nach denen in dem Magazin der Bahnstadt Opladen möglicherweise Büros für die Stadtverwaltung untergebracht werden könnten. Dessen Verkauf war rechtswidrig, wie der Leverkusener Anzeiger am Samstag berichtete.

Und ich höre, die Berichterstattung der Rheinischen Post über die „heimatlosen“ Bogenschützen hat Reaktionen gezeitigt?
Jawohl: Veranstaltungsprofi und „Bierbörsen-Guru“ (Zitat RP) Werner Nolden liest die RP – und hat bei der Lektüre des Artikels über die Schützen, die am Birkenberg wegen des neuen Klettergartens nicht mehr trainieren können, spontan beschlossen, ihnen das Bierbörsen-Areal für ihr Training zur Verfügung zu stellen.

Was lernen wir daraus?
Man kann recherchieren, hinter die Kulissen der Kommunalpolitik schauen oder wissen, was die Wirtschaft vor Ort im Innersten zusammenhält – in Wirklichkeit sind Lokalzeitungen für so etwas erfunden worden! Für alles andere gibt es ja zum Beispiel die Börsen-Zeitung: Die widmet sich heute zum Beispiel recht ausführlich Lanxess und porträtiert dessen Finanzvorstand Matthias Zachert – leider aber nicht online.

Was tut sich im Sport?
Während die Profi-Fußballer längst im Urlaub (oder auf dem Weg nach Südafrika) sind, muss die von Ulf Kirsten trainierte Bayer II plötzlich noch einmal mächtig um den Klassenerhalt in der Regionalliga bangen: Nach einer 0:1-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf muss kommende Woche gegen die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach unbedingt gewinnen.

Und was gab’s in der Kultur?
Von Abdullah Ibrahims Komposition „Bombella“ mit der WDR Big Band im Erholungshaus zeigt sich der Anzeiger bezaubert. Und vom Pfingstkonzert des Bayer Blasorchesters wird in der RP geschwärmt.

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Aliseca Leverkusen neue Nachrichten

Von wegen „Leverkusener Domplatte“ – Leverkusen ist sogar ein noch viel teureres Pflaster als Köln!
In der Tat, wer hätte das gedacht? Der Bund der Steuerzahler in NRW bringt es an’s Licht: 25 Quadratmeter öffentlicher Fläche in der City kosten in Leverkusen 837,50 Euro im Jahr – mehr als in Köln (787,50 Euro) und sogar mehr noch als in Düsseldorf (831,25 Euro). Was allerdings etwas stutzig macht: Teurer sind nur glamourmäßig eher unverdächtige Metropolen wie Bielefeld oder Wuppertal sowie Bonn, das mit 1250 Euro den Spitzenplatz einnimmt.

Egal! Es ist Donnerstag, 20. Mai, die Sonne scheint – über was spricht man heute bei den Reichen und den Schönen? Was ist der Klatsch des Tages unter den Flaneuren?
Die freuen sich vielleicht auf neue Geschäfte in den Schlebuscher Arcaden: Im Juli sollen dort nach dem Umbau neue Mieter einziehen. Beim Aldi soll es dann auch frische Backwaren aus dem Automaten geben. Außerdem stellt der Leverkusener Anzeiger den neugegründeten Förderverein vor, der den Radweg auf der Balkantrasse verwirklichen helfen möchte. Und der Kletterpark am Birkenberg, das Projekt des Job-Service Leverkusen, wurde gestern eröffnet.

Aldi-Brötchen? Radfahren? Job Service? Klingt nicht so richtig nach dem neusten Schickimicki-Talk.
Aber jetzt: Ärzte gehen immer! Die sind hoch im Kurs bei allen, die sie sich noch leisten können. Und da gibt es leider schlechte Nachrichten, denn: Am Klinikum soll heute der Ärzte-Streik seinen vorläufigen Höhepunkt erreichen.

Oh weh, da schmeckt doch keinem Ärzte-Hopper mehr der Cappuccino.
Der schmeckt dann am besten, wenn das Gegenüber charmant und reizvoll ist. Wie viele Paare haben sich nicht beim Heißgetränk in der Sonne schon einander an die Ewigkeit versprochen? Aber wer sich spontan in Wiesdorf das Ja-Wort geben möchte, hat ab Oktober schlechte Karten: Die Stadt wird das zentrale Trauzimmer im City-Point aufgeben, weiß die Rheinische Post. Dann soll die Villa Wuppermann in Schlebusch an drei Tagen in der Woche als „provisorisches Regel-Trauzimmer“ dienen. Dabei sei das nicht einem Rückgang der Nachfrage geschuldet: „Der Trend geht zur Zweitehe“, wird ein Standesbeamter zitiert.

Aha! Da sind sie, die Reichen & Schönen, die sich so etwas leisten können: Eine Zweitehe! Luxus pur…
Mancher kann nicht verstehen, wie man einen Fehler zweimal begehen kann. Einem Betriebsschlosser von der Firma Aliseca sei erst kürzlich gekündigt worden, nachdem er nach 20 Jahren Tätigkeit im Betrieb im vergangenen Jahr zweimal zu spät – einmal im Juli, einmal im Dezember – gekommen sei. So ist es heute in der RP nachzulesen (leider aber nicht online. UPDATE: Doch, nämlich hier.).

Zuspätkommen ist wirklich nicht schön. Aber reicht das für eine Kündigung?
Das wollte der 38-jährige Schlosser und dreifache Familienvater offenbar auch wissen und klagte. Und Richter Thomas Maercks vom Arbeitsgericht Solingen habe gestern entschieden: Nein, das reicht nicht. Zum einen sei dem Mann nach dem ersten Zuspätkommen nur eine zweite Abmahnung, und nicht die Kündigung angedroht worden. Außerdem gebe es zwischen Schlosser und Firma eine Gleitzeitvereinbarung. Von einem Zuspätkommen im strengen Sinne könne daher gar keine Rede sein.

Wie hat man bei Aliseca reagiert?
In dem Artikel ist von einer „kurzen, hitzigen Diskussion zwischen Richter und Beklagtem“ die Rede. Anschließend, so heißt es weiter, habe sich einer der Aliseca-Vertreter erkundigt, „ob es nötig sei, dass die Öffentlichkeit durch die Presse von dieser Klage erführe“.

Oha! Und mit welchem Ausgang?
Das steht da nicht. Die Tatsache freilich, dass der Artikel heute in der RP zu lesen ist, könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Aliseca-Vertreter noch vor Ort über das Prinzip der Pressefreiheit aufgeklärt wurden. Es ist aber dringend davon auszugehen, dass die Aliseca-Leute höchstselbst zu dem Schluss gekommen sind, dass es sehr wohl nötig ist, dass die Öffentlichkeit von dieser Klage erfährt. Denn dass die Lanxess-Tochter allem Anschein nach versucht, einen vieljährigen Angestellten, der drei Kinder zu versorgen hat, mit Begründungen vor die Türe zu setzen, die vor einem Arbeitsgericht dann nicht standhalten – das könnte manchen interessieren.

Nehmen wir an, dass es so und nicht anders war. Alles andere wäre auch ein Skandal.
Eben. Und weil man bei Aliseca zu dieser weisen Einsicht gekommen sein muss, habe ich auch die Überschrift der heutigen Presseschau so suchmaschinenoptimiert, dass möglichst viele, die sich für Aliseca interessieren, auch hier davon lesen.

Wer Probleme mit der Pressefreiheit hat, der kann ja Chinesisch lernen.
Das ist eine böse Anspielung! Aber immerhin eine gute Überleitung: Denn wer seine Kinder an die chinesische Sprache heranführen möchte, für den hat das Forum Wuxi-Leverkusen das „Lernforum Prinz Taibo“ ins Leben gerufen, das die RP heute vorstellt. Mit ein paar Brocken Chinesisch hätten die Kicker von Bayer 04 vielleicht auch die taktischen Absprachen ihres Gegners verstanden: So unterlagen sie am Deutschlandtag auf der Expo in Shanghai gegen die chinesische Nationalmannschaft chancenlos mit 0:3.

Damit hätten wir auch schon den Sport abgehandelt. Was gab’s in der Kultur?
Beim Anzeiger wollte man möglicherweise zu gerne eine ganze Seite vollschreiben über das Gastspiel des TV-bekannten Comedian und gebürtigen Leverkuseners Ralf Schmitz im Forum. Ein Foto von Schmitz mit heruntergelassener Hose auf der Forum-Bühne hatte man eingefangen – also alles wunderbar. Aber irgendwie ist es dann doch gescheitert und es reichte nur zu exakt 14 Zeitungszeilen.

Schade!
Aber der Nachwuchs schläft auch nicht: An Schmitz‘ einstiger Schule, dem Landrat-Lucas-Gymnasium, hat sich eine Truppe namens „Sonder-Einsatz-Kabarett“ zusammengefunden – und bereitete Zuschauern und der Kritikerin der RP einen vergnüglichen Abend „mit Sketchen, deren Pointen zündeten“, wie ein ausführlicher Artikel bezeugt. Im Anzeiger wird die Ausstellung im Erholungshaus mit bemerkenswerten „urbanen Schnappschüssen“ des Kabarettisten Jess Jochimsen ausführlicher vorgestellt.

Comedy, Kabarett – gut und schön. Was ist mit der Hochkultur?
Auch die kommt zu ihrem Recht: Über den Vortrag von Franz Schuberts „Winterreise“ auf Einladung der KulturStadtLev im Schloss Morsbroich durch Tenor Werner Güra, begleitet am Klavier von Christoph Berner, gibt es unter den beiden Zeitungskritikern keine zwei Meinungen: Tränen der Rührung, „Indianergeheul“ gar machten sie im Publikum aus.

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Von bösen großen Brüdern

Guten … Morgen!
Der frühe Vogel fängt den Wurm!

Dann mal los: Dienstag, 18. Mai – was sagt die Nachrichtenlage in Leverkusen?
Der Geisterfahrer, der einen Unfall mit tödlichem Ausgang auf der A59 vor Leverkusen verursachte, kommt für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis, melden heute auch Medien überregional. Im Leverkusener Anzeiger wird Sicherheit heute groß geschrieben: Dort hat man sich mal den Sicherheitsdienst näher angeschaut, der am Rathaus-Eingang Wache schiebt und die Stadt 3000 Euro im Monat kostet.

Wer oder was wird denn da bewacht?
Der „Behörden-Besucherverkehr“, erklärt eine Stadtsprecherin. Was auch sonst? Nicht so gut überwacht wird hingegen der Neulandpark, wo am Wochenende die hölzernen Radständer vor dem Eingang Ziel blinder Zerstörungswut wurden. Aber apropos Rathaus: Dazu gibt es im Anzeiger heute auch eine „Nicht“-Meldung.

Was ist eine „Nicht“-Meldung?
Eine „Nicht“-Meldung meldet, dass etwas nicht geschehen ist. „Es ist kein Auto vor einen Baum gefahren“, wäre so ein Fall. Das kann man im Zweifel immer bringen, wenn einfach gar nichts passiert. Verwunderlich also eigentlich, dass es diese Meldung nicht schon gestern in die Zeitung geschafft hat. Die Meldung lautet: Die Stadt hat keine Sammelliste ausgelegt, auf der Bürger gegen die Veröffentlichung ihrer Häuser bei „Google Streetview“ Einspruch erheben können. Immerhin also ein aktuelles Thema, sogar mit Bezug auf das Internet.

Das darin aber nun wieder etwas unreflektiert als eine Art Brutstätte des Bösen erscheint.
Das könnte man kritisieren, die Reflektion bietet den Anzeiger-Lesern heute aber der Leitartikel von Thomas Kröter auf der Meinungsseite. Da kommt das Internet freilich auch nicht so richtig gut weg: „Es gehört schon sehr hartnäckiger Glaube an das Gute im Menschen dazu, da nichts Böses zu unterstellen“, schreibt Kröter über Streetview, Google und die großen „sozialen Netzwerke“. Die Überschrift dazu lautet: „Großer Bruder außer Kontrolle“.

Die könnte heute auch über einem Artikel über Kevin-Prince Boateng stehen.
Schon. Aber Nationaltrainer Joachim „Jogi“ Löw hat ja appelliert, man möge Jerome Boateng jetzt nicht in Sippenhaft nehmen für das böse Foul seines großen Bruders an unserem Fußball-Nationalheiligtum Michael Ballack. Übrigens haben sich zu dieser Tragödie auch Leverkusener geäußert: „Bitter und tragisch“ findet Bayer-04-Trainer Jupp Heynckes Ballacks WM-Aus: „Das war wahrscheinlich seine letzte Chance, an einer WM teilzunehmen.“ Und Reiner Calmund meint, die Nationalspieler sollten nun nicht resignieren, „auch wenn kein Spieler da ist, der Michael ersetzen kann“.

Können die Ärzte da eigentlich wirklich nichts mehr machen?
Zumindest wohl nicht die Ärzte am Klinikum in Leverkusen: Rund die Hälfte von ihnen beteiligt sich nämlich an den bundesweiten Streiks und demonstrieren in München für mehr Lohn. Immerhin: Bei der Rheinischen Post sieht man dazu nur glückliche Patienten, die attestieren, dass es keine Verzögerungen gab und dass die Ärzte ruhig gerecht entlohnt werden sollten.

Hm. Spricht das nun dafür, den Ärzten mehr Geld zu zahlen? Oder dafür, auf die Hälfte der Ärzte einfach ganz zu verzichten?
Weiß nicht. Aber im Zweifel hilft immer Hypnose: Die Süddeutsche etwa staunt, wie Bayer-Hochspringerin Silke Spiegelburg die Latte zu hypnotisieren versteht. Und wo wir gerade in den überregionalen Zeitungen blättern: Der Chemiekonzern Lanxess „fasst neuen Mut“, konstatiert heute die FAZ, die von der Eröffnung eines neuen Lanxess-Werks in Singapur berichtet (der Artikel kostet online, die AnzeigerMeldung nicht). Und neuen Mut fassen auch die Leverkusener Radfreunde in Sachen Balkantrasse: Auf der Gründungsversammlung eines Fördervereins für das Projekt wurde Rechtsanwalt Karl-Friedrich Weber zum Vorsitzenden gewählt.

Was gibt es aus der Kultur?
Mitfinanziert hat die Bayer AG die Restaurierung des Kunstwerks „Large Divided Oval: Butterfly“ von Henry Moore vor dem Haus der Kulturen der Welt.

Ich wusste gar nicht, dass das in Leverkusen steht.
Tut es natürlich auch nicht. Es steht in Berlin und darf daher zu Bayers „Kulturachse Leverkusen-Berlin“ zählen. In Leverkusen wurde in der Stadtbibliothek gestern eine Ausstellung zu „25 Jahre Frauenbüro“ eröffnet. Und alle zwei Kritiker (online nur einer) zeigen sich begeistert über den Filmmusiken-Abend des Bayer-Mandolinenorchesters im Erholungshaus.

Gibt es eigentlich auch noch einmal was aus den Blogs?
Na klar: Leverkusen hat einen neuen Baublog! Während in Quettingen bereits der Garten gestaltet wird, dokumentieren Kerstin und Christian bereits eine Weile ihren Hausbau in Schlebusch – für sich selbst und für ihre Freunde und Bekannten. Aber vielleicht darf man dort auch unbekannterweise mal reinschauen. Immerhin ist bereits das Obergeschoss „schon fast fertig“.

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Zögern gibt es nicht

Endlich Wochenende! Ist das nicht schön?
Keine Ahnung. Ich arbeite immer.

Recht so. Also: 15./16. Mai – was interessiert in Leverkusen?
Fangen wir mit den leichten Sachen an – ist ja schließlich Wochenende. Ghanas Fußball-Nationalspieler Hans Edu Sarpei, geboren in Köln-Chorweiler und Profi bei Bayer 04, gibt im Interview im Wochenend-„Magazin“ des Kölner Stadt-Anzeiger Auskunft über Fußball in Ghana. Und ebendort im Kölner Lokalteil schwärmt Alfred Vianden, Präsident des Fußballverbandes Mittelrhein, über den Frauenfußball im Rheinland – besonders den in Leverkusen: „Was die Verantwortlichen dort anpacken, ziehen sie auch absolut professionell durch. Zögern gibt es da dann nicht.“

Auch bei der Stadt Leverkusen kennt man kein Zögern.
Keinesfalls! Das amtliche Endergebnis der Landtagswahl in Leverkusen festgestellt hat am Freitag Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn. Übrigens lehne der Leverkusener Kreisvorstand der FDP eine Ampelkoalition in Düsseldorf ab, weiß der Anzeiger. FDP-Fraktionschefin Monika Mallin-Meyer-Ahrens rätselt übrigens auch, welche „gemeinsamen Positionen“ der FDP mit der SPD Walter Mende in Sachen Schulpolitik gemeint haben könnte: „Nichts trennt die FDP mehr von der SPD als die Schulpolitik.“

Das können die beiden dann ja vielleicht bei der nächsten Ratssitzung diskutieren.
Aber bitte in angemessenem Ton! Zumal Bürgermeister Friedrich Busch nach der vergangenen Sitzung zu mehr Fairness im Rat aufruft: „Abrutschen in eine Fäkalsprache und die Diffamierung des politischen Gegenspielers“ biete jedenfalls keine Vorbildfunktion, findet er.

Was bietet die Rheinische Post heute ihren Lesern?
Die weite Welt des Straßenverkehrs füllt dort fast vollständig die erste Lokalseite – sogar ganz ohne Unfall: Der Öffentliche Personen-Nahverkehr ist mit der „schlechtesten Haltestelle Leverkusens“ an der Von-Knoeringen-Straße in Lützenkirchen (die sich nun zum „Luxus-Halt“ verwandeln soll) vertreten. Fernfahrer erfahren, dass der Entscheid über eine mögliche Raststätte im Bürgerbusch auf die zweite Jahreshälfte verschoben worden sein soll. Und das Verkehrskonzept für Hitdorf stecke derzeit im politischen Prozess fest, lesen wir.

Puh. Nach so viel Verkehr vielleicht noch eine Prise Kultur?
Bitteschön: Im Erholungshaus eröffnet an diesem Wochenende die Klasse von Künstlerin Ute Pleuger der Burg Giebichenstein – Hochschule für Kunst und Design in Halle die neue Reihe „Kunsthochschulen zu Gast“.

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Bayer 04 sichert sich den Titel

Hast du gelesen: „Strafraumwühler“ möchte „bitte mehr von diesen Selbstgesprächen“.
Soll er bekommen! Wichtig ist natürlich, dass man auch sieht, dass das hier ein Dialog ist. All jene nämlich aus meinem unmittelbareren Umfeld, die das gestern nicht gleich erkannt hatten, signalisierten desolatestes Unverständnis. Das gilt es zu vermeiden.

Man muss aber auch wirklich sehr genau hinschauen…
…, weil sich die kursiv gesetzten Fragen optisch nicht so gut absetzen wie zum Beispiel beim Kölner Stadt-Anzeiger. Dort handelt ein Sportredakteur mit dem Stilmittel feiner Ironie in Rede und Gegenrede Woche für Woche und meist sehr unterhaltsam die Kuriositäten des jüngsten Spieltags der Fußball-Bundesliga ab (übrigens stets nur im Print). Womit auch klar wäre, woher ich diese Idee habe.

Schon wieder alles nur geklaut?
Nur bei den Besten!

Na gut. Wegen der Optik: Versuch’s doch mal mit Fetten – so wie hier.
Das könnte klappen!

Nun, wohlan: Dienstag, 13. April – was gibt es Neues in Leverkusen?
Heute sind die Zeitungen voll mit Bayer 04.

Fußball? Wochenende ist doch vorbei?
Macht doch nichts. Schließlich wird Rudi Völler heute 50! Im Stadt-Anzeiger auf Seite 2 widerlegt Frank Nägele aus diesem Anlass unter anderem den Gassenhauer „Es gibt nur ein Rudi Völler“: „Schon oberflächliches Suchen ergibt, dass im Eifelstädtchen Schleiden an der Seite seiner Frau Anneliese ein zweiter Rudi Völler lebt“. (Tatsächlich!). Im Lokalteil gratuliert auch Günter Müllers Freund und Fußballfan Kurt und bei der Rheinischen Post schlägt sich Stefan Klüttermann im Sportteil einmal quer durch Völlers Fußballerleben. Außerdem: Im Lokalaufmacher weiß die RP zu berichten, dass die BayArena neuerlich ausgebaut wird – freilich nur die dritte Etage des Gebäudes an der Westseite. Und der Anzeiger hat sich für seinen Lokalaufmacher die Kiste im Bayer 04-Fundbüro zeigen lassen. Aber die beste Nachricht ist selbst das noch nicht!

Sondern?
Bayer 04 hat sich den Titel gesichert! Den Titel „Vizekusen“. Kein Witz: Der Begriff ist ab sofort als Marke geschützt!

Heißt das, wann immer jemand den Verein künftig mit diesem Schimpfwort verhöhnt, kann Bayer 04 anschließend eine Rechnung schicken?
Das wäre fürwahr ein Geniestreich. Aber zuvorderst will der Verein den Begriff wohl einfach selbst vermarkten – ganz so wie schon „Pillendreher“ oder „Werksklub“, beliebte Verbalinjurien aus dem Prä-„Vizekusen“-Zeitalter. Über soviel Selbstironie staunt selbst ZEIT Online. Und für alle Fälle hat Bayer 04 sich auch den bislang völlig unbekannten Begriff „Meisterkusen“ schützen lassen. Man weiß ja nie…

Na denn. War’s das mit Fußball? Vielleicht ein bisschen Politik?
Oh ja! Renate Künast war da! Die Vorsitzende der Berliner Bundestagsfraktion der Grünen hat sich die Bahnstadt Opladen zeigen lassen. Und der nächste hohe Besuch aus Berlin steht schon in der Startlöchern: Am Donnerstag will auch FDP-Generalsekretär Christian Lindner die Bahnstadt sehen, meldete gestern der Anzeiger.

Schön, schön! Können die betriebsamen Berliner Bahnstadt-Besucher denn auch dafür sorgen, dass die so wichtige Gütergleisverlegung planmäßig durchgeführt wird?
Nö. Aber solche Details sind zu vernachlässigen, schließlich ist Wahlkampf.

Geht es Politikern denn wirklich immer nur um Wählerstimmen?
Ja. Aber wenn man diese dann hat, kann man auch mal Sinnvolles tun. So wie die Bürgerliste, die sich nun dafür einsetzt, dass Jugendliche in Rheindorf, die ihre BMX-Bahn ahnungslos über einer Gasleitung angelegt haben, einen geeigneten anderen Bereich für eine neue Bahn bekommen.

Man darf diesen Einsatz der Bürgerliste unumwunden würdigen!
Stimmt! Zumal es die Jugendlichen in Rheindorf bekanntlich nicht immer leicht haben: Ihr neues Jugendhaus soll nicht am Bauspielplatz entstehen, fordert laut RP nun ein Antrag, da andernfalls Klagen von Anwohner drohten. Antragsteller: SPD und … Bürgerliste. Diese „Zwangs-Ratskoalition“, wie die RP die beiden Nicht-Mitglieder von „Jamaika Plus“ nennt, wolle übrigens auch das Verkehrskonzept für Hitdorf schnell umsetzen und den Ausbau der Rheindorfer Burgstraße dafür zurückstellen.

Gibt es auch etwas ohne Bürgerliste?
Eher nicht. Nur aus dem Bereich Schule: Ana Ostrić widmet sich im Anzeiger recht ausführlich dem Thema Offene Ganztagsschule. Und angehende Abiturienten des Werner-Heisenberg-Gymnasiums haben sich zum Abi-Gag als Radfahrer zu einer „Kritischen Masse“ (vergleiche hier) zusammengeschlossen und so kurzzeitig die Kreisverkehre an der Steinbücheler Straße und am Berliner Platz in Beschlag genommen.

Was gibt es für die Kulturinteressierten?
Einiges: Frank Weiffen lobt im Anzeiger die Bayer-Kulturverantwortlichen, die Uraufführung von „Liebe Tilla Durieux“ durch Studenten der Berliner Ernst-Busch-Hochschule für Schauspielkunst in das Erholungshaus geholt zu haben: Sie hätten damit „Mut und Gespür für Qualität bewiesen“.

War das nicht Puppentheater?
Na und? Puppentheater für Erwachsene, und Weiffen lobt ausdrücklich, dass es dieser Inszenierung gelinge, Seriosität zu bewahren. Nicht zwingend seriös muss es bei der „Legendary Ghetto Dance Band“ aus Leverkusen zugehen, die ebenfalls Frank Weiffen vorstellt: Nur knapp sei die Combo bei einem TV-Wettbewerb am Titel „Deutschlands beste Partyband“ gescheitert. Wie Objektkünstler Lüder Seedorf am Hitdorfer Rheinufer die Feuergeburt einer Schwarzen Venus zelebrierte, hat die RP beobachtet. Beim Jazz-Konzert von Mezartha im Sensenhammer lauschte auch die RP.

Großartig! Und – klappt das mit dieser Zusammenfassung auch mal vor Einbruch der Dunkelheit?
Mal gucken. Aber so können wir heute auch noch flugs das Gerücht streuen, demzufolge Novartis Bayer schlucken will.

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Schulden: Leverkusen ist nicht allein – Bahnstadt: Macht Kämpfen noch Sinn?

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Mittwoch, 24. März 2010:
Leverkusen ist arm, aber nicht allein: Städtetag klagt über die Gemeindefinanzierung. +++ Bahnstadt Opladen: Ratsherr Bernhard Marewski zweifelt am Projekt. +++ „Der Kick“: Ungebührliches Verhalten im Theater. +++ Lokalsport: Der Express spekuliert über Neuzugänge für die Bayer-04-Fußballer.
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Bahnstadt: Land widerspricht nicht – CDU: Currenta „ergreift Partei“

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Donnerstag, 18. März 2010:
Bahnstadt Opladen: Die Staatskanzlei will dem Regierungspräsidenten nicht widersprechen. +++ Wirtschaftsförderung: CDU uneins über Mues‘ Ablösung. +++ Currenta „ergreift Partei“ bei der CDU. +++ Kölner irrten orientierungslos durch Leverkusen.
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Beschlussfertig: Stadtetat für 2010 – Dante: Uraufführung mit Textlücken

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Dienstag, 16. März 2010:
„Jamaika Plus“ bringt den Stadtetat für 2010 auf den Weg. +++ Die SPD rüstet sich für den NRW-Wahlkampf. +++ Dantes „La Vita Nova“: Durchwachsene Uraufführung in Leverkusen. +++ Lokalsport: 135 Stadionverbote nach Fußball-Derby ausgesprochen.
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WfL: Mues muss gehen – Im Wupsi-Bus für’s Leben lernen

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Mittwoch, 10. März 2010:
Wolfgang Mues soll nicht länger Leverkusens erster Wirtschaftsförderer sein, weiß die RP. +++ Preisfrage: Was kosten Kindertagesstätten? +++ Wupsi-Chef Marc Kretkowski fährt im Schulbus mit. +++ Uraufführung in Leverkusen: Schauspieler Tilo Prückner im Interview mit dem Anzeiger.
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