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Loch in der Kalkstraße – Leverkusen schrumpft

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Donnerstag, 18. Februar 2010:
Loch in der Kalkstraße: Asphalt bricht ein. +++ Kein Loch im Hitdorfer Deich: Eisen korrekt verbaut. +++ Leverkusener Einwohnerzahl sinkt um fast 1000. +++ Lokalsport: Bayer-Volleyballerinnen starten ihre Kampagne „Sponsor für Null“.
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Jobversorgung in Leverkusen top

Ausnahmsweise mal positive Nachrichten aus den Wirtschaftsressorts: Bayer Material Science hebt die Arbeitszeitverkürzung wieder auf, wie auch Leverkusener Anzeiger (hier) und Rheinische Post (hier) melden: Ab November arbeiten die rund 4100 Beschäftigten wieder voll für vollen Lohn. Bayer hatte Arbeitszeit und Löhne Anfang Februar um knapp sieben Prozent reduziert.

Dem Raps die letzten Geheimnisse entlockt hat Bayer auch, nun freilich Bayer CropScience: Dort wurde, so die zweite Meldung des Tages aus der Bayer-Kommunikation, erstmals das gesamte Genom der Rapssorte Canola (lateinisch „Brassica napus“) sowie die darin enthaltenden Genome der Pflanzen Rübsen („Brassica rapa“) und Kohl („Brassica oleracea“) entschlüsselt. Was das nun für den Raps bedeutet, geht aus der Mitteilung nicht eindeutig hervor.

Bei einem Städteranking der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ und der WirtschaftsWoche mit insgesamt 50 Städten belegt Leverkusen Rang 29, zwischen Hagen und Kassel; Primus ist München, gefolgt von Münster, Hamburg und Düsseldorf, Köln liegt auf Rang 20. Bei der Arbeitsplatzversorgung ist Leverkusen sogar die beste Stadt: „2008 waren in Leverkusen 61,6 Prozent der Einwohner zwischen 15 und 64 Jahren abhängig beschäftigt. Im Durchschnitt aller untersuchten Großstädte liegt die Arbeitsplatzversorgung bei 55,9 Prozent“ Fazit: Die „Bayer-Stadt hat die beste Jobversorgung, fällt jedoch bei der Wirtschaftsdynamik ab“. Das detaillierte Ergebnis für Leverkusen ist hier abrufbar. Auch die Zeitungen berichten, hier die RP, hier der Stadt-Anzeiger.

Von einem Erfolg vor Gericht für die Energieversorgung Leverkusen (EVL) berichten die Zeitung für kommunale Wirtschaft (hier) und die RP: Die Tochterfirma „eprima“ des Wettbewerbers RWE darf nicht mehr in Haustürgeschäften und per Telefon in Leverkusen behaupten, RWE arbeite mit der EVL zusammen. Dies sei falsch, das Landgericht Köln wertete dies als „unlautere und wettbewerbswidrige Verkaufspraktiken“.

Beim Anzeiger angerufen hat das Büro des vorläufigen DyStar-Insolvenzverwalters Stephan Laubereau und erklärt, man werde gemeinsam mit der Arbeitsagentur eine „Koordinationsstelle“ einrichten und nach einer Lösung für die 21 ehemaligen DyStar-Mitarbeiter suchen, die nun ihre zugesagten Abfindungen in hoher fünfstelliger Höhe nicht erhalten. In der RP schimpft Bodo Wilms, seines Zeichens Bezirksleiter Leverkusen der Gewerkschaft IG BCE, gegen DyStar-Eigentümer Platinum Equity, diese begehe „Vertragsbruch“: „Die Arbeitnehmer haben jederzeit ihren Beitrag geleistet, aber der Arbeitgeber hat letztlich die Zusagen nicht eingehalten.“ Beide Artikel sind leider nicht online abrufbar.

Aber apropos IG BCE: Deren designierter neuer Vorsitzender Michael Vassiliadis begann seine Gewerkschaftskarriere einst bei Bayer in Leverkusen, vor seiner Wahl am Dienstag berichten unter anderem RP (bereits gestern) und WirtschaftsWoche.

Über die rund zehn Millionen Euro teuren neuen Laborräume am Klinikum Leverkusen berichten nun auch Anzeiger und RP, jeweils recht ausführlich, die RP freilich nicht online.

Auch die Bestätigung von Roswitha Arnold als Leverkusener Grünen-Chefin wird in den Zeitungen heute bestätigt.

Die RP macht ihren Lokalteil mit einer Reportage über mögliche „Hundehasser“ am Rhein bei Hitdorf auf: Dort legen Unbekannte offenbar mit Nägeln gespickte Stofffetzen aus.

Der Anzeiger zeigt auf der ersten Lokalseite das Bild von mehr 1000 Rheindorfer Schülern, die sich im Friedenspark zu einem Regenbogen formierten, und dazu das Friedensparklied „Farbenland“ sangen mit viel Text dazu. Die RP war auch da.

Bei einer Diskussion über das neue Kinderbildungsgesetz, kurz: KiBiZ, vor offenbar recht leeren Rängen haben Anzeiger und RP zugehört, auch beim „Markt der Möglichkeiten“ in Pattscheid , einer Messe fürden Klimaschutz waren Anzeiger und RP mit dabei.

Mit Thomas Röhrich vom Sporthaus Röhrich, das derzeit jeden Tag noch ein bisschen leerer gekauft wird, sprach Günter Müller für den Anzeiger. Röhrich betont, dass er weiter Geld verdienen will, nämlich mit seinem kleinen Laden im Soccer-Centor. Und dass die von ihm mitbetreute Basketball-Giants-League für Schulen demnächst wieder starte.

Gleich zwei mal geht es in der RP heute um Friseure: Auf Seite vier begutachtet Barbara Schmickler die neuen Frisurtrends für den Herbst, präsentiert von der Friseurinnung Bergisches Land („Die Dauerwelle kehrt zurück“), auf Seite drei wird über „Schwerpunktprüfung“ des Hauptzollamtes bei Friseurbetrieben in Leichlingen und Rhein-Berg (leider nicht online): Dabei flogen Fälle von Lohndumping auf, im Einzelfall wurden Stundenlöhne von 1,50 bis 5 Euro festgestellt.

Gestern schwärmte Eberhard Foest noch vom „Edel-Rost“, heute schiebt die RP hinterher, dass der für die Bahnstadt-Brücken vorgesehene Corten-Stahl vor allem wohl doch eine Sparmaßnahme ist. Paul Hebbel, Aufsichtsratsvorsitzender der Bahnstadt-Gesellschaft, jedenfalls wird so zitiert: „Wir haben uns für dieses Material entschieden, weil es geringe Folgekosten hat.“ Das Material müsse in 50 Jahren nicht ein mal gestrichen werden.

Kultur: Bei der konzertanten Aufführung der Händel-Oper Armida durch das Kammerorchester L’arte del mondo und dem türkischen Pera Ensemble auf Einladung der KulturStadtLev im Forum sahen eine offenbar angetane Monika Klein für die RP, ein nicht vollends überzeugter „gb“ für den Anzeiger – und außerdem auch der türkische Generalkonsul Mustafa Kemal Basa, von dem nicht überliefert ist, wie es ihm gefallen hat.
Der Anzeiger stellt vor der Leverkusener Kunstnacht am Freitag, 30. Oktober, den impressionistischen Maler Josef Schiefer aus Leverkusen.

Und für alle, die es gestern verpasst haben: Hier sind die Buchempfehlungen von Manfred Gottschalk von der Buchhandlung Gottschalk in Schlebusch gestern Nachmittag bei DeutschlandRadio Kultur. Als ein „besonders spannendes Buch“ empfiehlt er:
„Herr Mozart wacht auf“ von Eva Baronsky (Aufbau Verlag, 320 Seiten, 19 Euro). Als „besonders schönes Buch“ nennt er „Müller hoch drei“ von Burkhard Spinnen (Schöffling, 296 Seiten, 17,90 Euro). Sein persönlicher Lieblingstitel ist „Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón (Suhrkamp, 563 Seiten, 9,90 Euro). Und als das Buch, von dem man etwas lernen kann, nennt Gottschalk: „Die Farben meiner Seele. Die Lebensgeschichte der Frida Kahlo“ von, huch: Maren Gottschalk (Beltz & Gelberg, 220 Seiten, 16,95 Euro).

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Liquiditätsdruck & andere Adressaten

Morgen wieder viel früher, versprochen!
Ausgerechnet für die Farbpigmentspezialisten kommt der Wirtschaftsmotor „Schwarz-Gelb“ offenbar knapp zu spät: DyStar ist insolvent. Der Textilfarbenhersteller, früher eine Bayer-Sparte (und letzter Nachfolger für das Gewerbe, das die örtliche Wirtschaftsgeschichte einst mit Carl Leverkus‘ Ultramarinfabrik überhaupt begründete), hat am Montag in Frankfurt den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für ihre deutschen Gesellschaften und die Holding gestellt. Der Leverkusener Anzeiger weiß, dass alle 383 in Leverkusen verbliebenen Arbeitsplätze in Gefahr sind. Und die Rheinische Post zitiert (leider nicht online) die blumige Formulierung im Insolvenzantrag, die erklärt, dass kein Geld mehr da ist: Die Anwälte lassen ausrichten, „dass die Möglichkeiten erschöpft waren, den Liquiditätsdruck zu adressieren“.

Wo Schatten ist, da ist auch Licht – bei Bayer bald sogar ziemlich großflächig. An der Medienfassade am Bayer-Hochhaus hat ein neuerlicher Testlauf gezeigt, was das Teil so kann. Anzeiger und RP waren am Montagabend mit dabei, die RP will sogar Gerüchte vernommen haben, nach denen Bundeskanzlerin Angela Merkel zur feierlichen Eröffnung (die „in Bälde“ erfolgen solle) der Medienfassade erwartet werde. Bilder und Text sind schon schön, aber selber gucken ist eindeutig am besten – bitteschön, so adressiert Bayer seine Werbung bald:

Das dürfte auch den neuen Bayer-Vorstandsvorsitzenden Marijn Dekkers beeindrucken. Brigitte Koch liest heute in der FAZ aus dessen bisheriger „Score-Karte“ vor: „Dekkers steht für Begriffe wie Akquirieren, Konzentrieren, Restrukturieren und Internationalisieren.“ Und sie zitiert „Beobachter“, denen zufolge die Kunststoffsparte Bayer Material Science zukünftig stärker in den Blickpunkt rücken, will heißen: verkauft werden könnte. Der Artikel ist im Netz kostenpflichtig, aber Koch könnte für ihren Beitrag diesen Artikel gelesen haben: Bereits vergangene Woche stellte Jürgen Salz Dekkers mögliche Pläne bei Bayer in der Wirtschaftswoche vor. Bayer müsse „nicht unbedingt durcheinandergewirbelt“ werden, wird Dekkers dort zitiert. Nicht unbedingt, vielleicht aber auch doch.

Für den Kulturteil des Anzeigers hat Georg Imdahl recht ausführlich mit dem Leiter des „Museums des Jahres“ gesprochen. Und siehe da: Markus Heinzelmann holt längst vergessen geglaubte Pläne für einen Anbau des Museums Morsbroich sowie Pläne für ein „Kompetenzzentrum für Fluxuskunst“ hervor. Das Land und eine Stiftung sollen dabei helfen, zahlungswillige Mäzene seien in Reichweite. Namen nennt Heinzelmann freilich nicht. Wir erfreuen uns an der Vorstellung, wie Erhard Schoofs (siehe hier) und seine Bürgerlisten-Kollegen augenblicklich in Ohnmacht fallen ob solcher Formulierung Heinzelmanns: „Ich sehe durchaus Möglichkeiten, weil in Nordrhein-Westfalen noch immer sehr viel altes, aber auch neues Geld vorhanden ist, das teilweise unberührt von der Finanzkrise geblieben ist.“

Am Landrat-Lucas-Gymnasium herrschte gestern offenbar eine leicht angespannte Atmosphäre, nachdem ein Schüler angeblich im „SchülerVZ“ adressiert haben soll, so das Gerücht, an der Schule Mitmenschen möglicherweise erheblich verletzen zu wollen. Eltern und Schüler waren entsprechend nervös, die Polizei zeigte Präsenz, die RP erhebt das Thema heute mit Bild zum Lokal-Aufmacher und der Anzeiger hievt es auf seine lokale Titelseite. Wie bitte: Sie vermissen etwas? Es fehlt ein Wort? Nicht unbedingt: Man kann darüber schreiben, ohne das Wort „Amok“ zu verwenden. Oder „Amoklauf“. Oder „Amokdrohung“. Andererseits bringen diese Schlüsselworte nachweislich dutzende Klicks. Daher also: Danke der Nachfrage!

Von der Fusion der Pronova BKK, ehemals Bayer BKK, mit den Betriebskrankenkassen von Goetze und Ford, berichten Anzeiger (hier) und RP in ihrem Wirtschaftsteil (nicht online).

Für den Wirtschaftsstandort Leverkusen wirbt die Wirtschaftsförderung Leverkusen (WfL) vom 5. bis 7. Oktober auf der Gewerbeimmobilienmesse „EXPO REAL“ in München am Messestand der Metropolregion Köln/Bonn, lesen wir bei leverkusen.com.

Noch mehr Wirtschaft: Die im Gewerbepark Manfort angesiedelte Biofrontera AG hat ihre Kapitalerhöhung um rund 2 Millionen auf nunmehr 7,6 Millionen Euro abgeschlossen, die Ausweitung der Gesamtstimmrechte folgte auf dem Fuß. Das verschuldete Unternehmen hat das Zahlungsziel bei seinen Gläubigern auf 2012 verschieben dürfen und will mit dem frischen Kapital die Entwicklung neuer Produkte vorantreiben.

Auf dem Arbeitsmarkt in Leverkusen habe sich die Lage im September nicht entspannt, meldet Radio Leverkusen: 7300 Leverkusener waren ohne Job und damit zwar 2,1 Prozent weniger als im August. Allerdings seien viele nur in Weiterbildungsmaßnahmen gesteckt worden.

Beim Sportpark Leverkusen kündigen sich Personalveränderungen an, meldet der Anzeiger: Marc Riemann geht zu den Kölner Bäderbetrieben, Wolfgang Roeske tritt Ende Oktober seine Amt als Bürgermeister von Odenthal an.

Apropos Politik: Die Unterbezirksführung der SPD Leverkusen forderte gestern die Rücktritte von Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier, berichten Anzeiger und RP – und ist damit ja ganz offenbar auch zumindest teilweise erhört worden. Ulrich Schütz nimmt diese Vorlage in der RP zum Anlass für eine kleine Spitze gegen naheliegendere Adressaten, und fordert seinerseits im Kommentar: „Lux und Mende müssen abtreten.“ Das kann er freilich nicht völlig ernst meinen, denn was wäre die RP-Politberichterstattung ohne den offenkundig verlässlich auskunftsfreudigen Walter Mende? Und um Eva Lux‘ Karriereaussichten muss man sich offenbar auch keine Sorgen machen: Im gleichen Kommentar erklärt Schütz unter Bezugnahme auf „Parteikreise“, dass sie „unbedingt 2010 in den Landtag einziehen“ wolle; und auf Lokalseite zwei will sie überdies auch noch Leverkusener Bürgermeisterin werden: CDU und SPD seien sich „ziemlich einig“, die Besetzung der Ratsausschüsse und Aufsichtsräte einvernehmlich zu regeln. Daher gehe, na klar: der SPD-Fraktionsvorsitzende Walter Mende davon aus, dass Lux erste Bürgermeisterin werde.

Die Ursache für den Ausfall der BayArena-Card beim Heimpsiel gegen Werder Bremen sei gefunden, meldet der Anzeiger (RP nur im Print): „Schuld“ sei eine Bank, deren Rechenzentrum an dem Tag nicht erreichbar war.

Kultur: Ingeborg Schwenke-Runkel war für den Anzeiger bei der Inszenierung von „Last Touch First“ durch das „Holland Dance Festival“ – und ist begeistert: „Von den 60 Minuten im Erholungshaus war keine Minute zu viel. Cara Bos-Kroese, Vaclav Kunes, Natasa Novotna und Michael Schumacher machten das Stück zum Erkundungspfad ins eigene Ich.“
Und Monika Klein war für die RP bei einem neuen Bestandteil des Bayer-Kulturprogramms – dem Talk: In der Erholungshaus-Kulisse hielt Michael Vogt einen Plausch mit Volker Lechtenbrink. Vogt beschränkte sich „auf kurze, pointierte Fragen“ und Lechtenbrink „plauderte munter drauflos“, berichtet Klein. So soll es sein.

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