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Überbelichtung ist CDU-Praxis

Donnerstag, 15. April – was ist heute Stadtgespräch?
Wer mitreden will, wenn es um die Wahlplakate geht, die uns noch einige Wochen in unserem Alltag begleiten werden, der sollte heute den Leverkusener Anzeiger lesen.

Wer will schon über Wahlplakate reden? Und, vor allem: was?
Das geht sehr wohl: Anzeiger-Fotograf Ralf Krieger hat die Plakate von vier Kandidaten (Rüdiger Scholz/CDU, Ruth Tietz/Linke, Timur Lutfullin/FDP, Eva Lux/SPD) unter seine Kennerlupe genommen – und fördert Erstaunliches zu Tage.

Zum Beispiel?
Überbelichtung ist bei der CDU scheinbar gängige Praxis!

Nein!?
Doch! Kandidat Scholz komme auf seinem Plakat „stark überbelichtet“ daher. Er sei „fast vollkommen schatten- und damit faltenfrei“ aufgenommen, der Lehrer wirke „fast unschuldig jungenhaft“. Das Verblüffende: Schon das Plakatfoto von Reinhard Buchhorn bei der Kommunalwahl 2009 sei stark überbelichtet gewesen…

…und der ist nun unser Oberbürgermeister! Sollten die Wähler hier im wahrsten Sinne des Wortes geblendet worden sein?
Das liegt wohl im Auge des Betrachters. Schon der alte Goethe soll ja auf seinem Totenbett verlangt haben: „Mehr Licht!“

Weise Worte! Und die anderen? Sehen die alle ganz natürlich aus?
Natürlich nicht. Allein die Kandidatin der Linken, Ruth Tietz, verschweige keine Falte – „eine ehrliche Haut“, wolle dieses Bild sagen, mutmaßt der Fotograf. Demhingegen setze SPD-Kandidatin Lux bei ihrem Plakat auf das volle Programm gekonnter Camouflage: Professionelles Make-Up, weiches „Beauty-Light“ und offenbar Nachbearbeitung am Rechner. Ihr Gesicht wirke „so glatt und sanft, dass man ihr über die Wange streicheln möchte“, bekennt Krieger.

Und der junge Mann von der FDP?
Timur Lutfullin setze auf eine Wildwest-Pose: Mit der „amerikanischen Einstellung“, bei der in Western der Revolver an der Hüfte gerade noch zu sehen sei. Zwar trage Lutfullin keine Waffen, aber seine Hände in den Hosentaschen – das solle lässig wirken. Allerdings wolle das nicht recht mit dem darunter prangenden Slogan „Aufstieg durch Leistung“ korrespondieren, bemängelt Krieger: Eine Aussage, deren Wahrheitsgehalt der Student Lutfullin selbst erst noch erfahren müsse – „dazu muss er aber die Hände aus den Taschen nehmen“.

Herrlich! Warum lesen wir so etwas nicht häufiger?
Es ist vielleicht einfach viel zu selten Wahlkampf. Der kann offenbar auch an Schulen unterhaltsam sein: Rheinische Post und Anzeiger waren bei einer Diskussion mit Kandidaten im Berufskolleg Opladen dabei und haben dort jedenfalls „rasante 90 Minuten“ erlebt. Und Lina Feder stellt das „Youth Meets“-Projekt heute noch einmal auf den „Junge Zeiten“-Seiten im Anzeiger vor.

Politische Aufklärung ist ja wichtig.
Das gilt übrigens auch für gestandene Politiker: Politikwissenschaftler Frank Überall will in einer Studie nachgewiesen haben, dass Kommunalpolitiker mithin „große Naivität“ im Umgang mit Pro NRW zeigten. Steht in einer ddp-Meldung, die Anzeiger und RP heute jeweils auf ihren Politikseiten abdrucken. „Laut Medienberichten hatte es in einzelnen Kommunen Kontakte von CDU-Vertretern zu Pro-Politikern gegeben“, heißt es darin.

Gab es nicht auch mal so etwas in Leverkusen?
CDU-Ratsherr Hermann Josef Kentrup soll den Versuch zugegeben haben, sich unter anderem mit einer Pro NRW-Stimme zum Vorsteher im Bezirk I wählen zu lassen, besagte eine Meldung Ende Oktober. Geklappt hätte es jedenfalls nicht: Bezirksvorsteher wurde Rainer Gintrowski von der Bürgerliste.

Anderes Thema: Was passiert eigentlich mit dem vielen Geld, das die Stadt aus dem Konjunkturpaket II bekommen soll?
Die Schulsanierungen haben begonnen! Die Grundschule In der Wasserkuhl wird jetzt zum Beispiel mit Mitteln aus dem Paket energetisch aufgerüstet, Anzeiger und RP haben sich persönlich vor Ort vom Fortschritt der Arbeiten überzeugt.

Was gibt es Neues zum Streit um den geplanten „Bruno-Wiefel-Weg“?
Einen weiteren Vorschlag: Die RP meldet, dass SPD-Politiker Hans-Erich Hofmann dafür plädiere, den Opadener Bahnhofsvorplatz nach Wiefel zu benennen.

Neues vom Sport?
Der Rücktritt des Vorstands um Geschäftsführer Otto Reintjes bei den Bayer 04-Basketballern bei der gestrigen Abteilungsversammlung ist vollzogen, wie die RP gestern bereits ankündigte. Der neue Vorsitzende Hans Stubbe übernehme sein Amt allerdings nur kommissarisch.

Was war kulturell so los?
In den Zeitungen lesen wir vom Konzert der „Red Hot Chilli Pipers“, die das Publikum im Scala laut Anzeiger „komplett kirre“ machten. Außerdem werden die Ausstellung „Radierungen“ der Leichlinger Künstlerin Nina Holzweg in der Forum-Galerie sowie die Ausstellung „Leverkusen begeistert“ im Forum-Foyer angekündigt.

Zum Schluss vielleicht noch einen Ratschlag?
Ja: Die katholische Kirche in Leverkusen rät ab!

Wovon rät sie ab?
Von Einbrüchen in die leerstehende Kirche St. Maria Friedenskönigin in Wiesdorf, deren Zukunft weiter ungewiss sei. Dort sei höchstens noch Plunder zu finden, erklärt Pfarrer Gregor Schulte dem Anzeiger.

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Schöne Stadt

Holla! So früh heute?
Viel zu erledigen, wichtige Termine. Da muss das fertig werden.

Dann mal los: Mittwoch, 14. April – was muss man heute wissen in Leverkusen?
Die Chinesen sind da! „Schöne Stadt“ lobt der Bürgermeister von Nanjing, Shouwen Wang, Leverkusen, zitiert ihn der Leverkusener Anzeiger.

Was führt den Bürgermeister einer 5,8 Millionen-Einwohner-Stadt in China nach Leverkusen – so schön es hier auch sein mag?
Touristische Highlights stehen weniger im Mittelpunkt, vielmehr natürlich knallharte Wirtschaftsinteressen. Leverkusen hat den Chempark, Nanjing den „Nanjing Chemical Industry Park“ (NCIP) – und dass die Chinesen lukrative Geschäftspartner sind, predigt ja nicht nur das Forum Wuxi-Leverkusen. Vor fünf Monaten habe der Chempark einen Partnerschaftsvertrag mit dem NCIP geschlossen und nun sucht man offenbar nach sinnvollen Wegen für diese Partnerschaft. Chempark-Chef Ernst Grigat weiß, worauf es ankommt: „Am Ende geht ein Investor dahin, wo er verstanden wird und willkommen ist“, zitiert ihn die Rheinische Post.

Apropos Fernost und touristische Highlights: Im Japanischen Garten blüht es derzeit ja auf das Prächtigste.
Es ist ja auch Frühling. Ralf Krieger hat für den Anzeiger ein hübsches Mandarinenten-Pärchen fotografiert, sogar die Lokalzeit im WDR-Fernsehen hat gestern ihre Wettervorhersage für heute mit Bildern mit Leverkusener Kirschblüten geschmückt.

Und direkt danach kam in der Sendung das „Völler Fußball-Ballett“
Jau. Aber Rudi Völlers Geburtstag ist nun wirklich Schnee von gestern. Aber auch RP Online hat übrigens noch einen Video-Geburtstagsgruß parat.

Einer seiner Nachfolger als Bayer-04-Stürmer soll ja auch mit zur WM – schafft der Stefan Kießling das denn?
Das fragen sich ja derzeit alle, spätestens seitdem Bundestrainer Jogi Löw nun auch nicht mehr ausschließt, vielleicht doch den einst in Ungnade gefallenen Schalker Kevin Kuranyi mitzunehmen. Christian Oeynhausen vom Stadt-Anzeiger nennt das heute im Sport-Kommentar „Fringsen ohne Not“ – zumal mit Kießling ein gleich guter Spieler zur Verfügung stünde. Aber seit wann interessierst Du Dich für Fußball?

War nur vorgetäuscht. Keine Polit-Aufreger?
Wie man’s nimmt. Immerhin „zarten Ärger“ hat die RP in Opladen registriert: „Opladen Plus“ wolle den Rad- und Wanderweg von der Düsseldorfer Straße entlang der Wupper nach Bruno Wiefel benennen, SPD-Politiker fänden hingegen, der ehemalige Opladener Bürgermeister habe mehr verdient.

Was sagt Bezirksvorsteher Rainer Schiefer dazu?
Der CDU-Mann ist wohl vom Standpunkt der Sozialdemokraten nicht weit entfernt: „Aus meiner ganz persönlichen Sicht passt eine Wiefel-Straße in der Bahnstadt besser als ein Wiefel-Wupperweg“, zitiert ihn die RP.

Wenn es sonst keine Probleme gibt…
Wohl leider doch: „Ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Leverkusener Integrationsrat noch möglich?“, fragt die RP. Dort gibt es offenbar Irritationen, nachdem der vieljährige Vorsitzende Jannis Goudoulakis (von der Liste „InterLev“) die Kampfabstimmung um den Vorsitz gegen Serkan Kaygisiz (Liste „Dein Leverkusen“) mit nur einer Stimme verloren hatte.

Was ist daran auszusetzen?
Möglicherweise geschah bei dieser Wahl etwas überaus seltenes: Die Stimme des Pro-NRW-Entsandten hatte Gewicht.

Oh!
Eben. Nun wollen sich die Gruppen außerhalb des Rates wieder zusammenraufen, schreibt die RP.

Andere Politikmeldungen?
Die SPD werbe für eine Ausweitung der offenen Ganztagsschulen in Leverkusen auch im Primarbereich, steht in der RP. Vielleicht befeuert durch die Berichterstattung gestern im Anzeiger.

Zum Schluss noch etwas Sport? Außer Fußball?
Der Vorstand der Bayer-04-Basketballer trete bei der Hauptversammlung heute Abend zurück, meldet die RP, es handele sich aber um eine „turnusmäßige Staffelstabübergabe“. Und die RP weiß, wie es bei den Bayer-04-Volleyballern nach dem bevorstehenden Weggang von Trainer Dirk Sauermann, den Roman Zilles auch interviewt hat, weitergehen soll: Der Co-Trainer Zhong Yu Zhou soll das Zepter bei den Damen übernehmen.

Schon wieder ein Chinese?
Immerhin gibt es 1,3 Milliarden von ihnen, jeder einzelne soll ja sogar online abrufbar sein. Da sind das hier doch im Verhältnis noch denkbar wenig.

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