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Hot-Pants in der BayArena

Nicht nur nachrichtlich, sondern sogar sportlich aktiv war der Westdeutsche Rundfunk am Wochenende in Leverkusen: Das kickende „Prominenten-Team“ der Sendung „Aktuelle Stunde“, unter anderem mit den Moderatoren Martin von Mauschwitz und Thomas Heyer, trat am Samstag auf dem Sportplatz an der Rheindorfer Deichtorstraße zu einem Benefizspiel gegen den TuS Rheindorf an. Die Erlöse aus dem Spiel kommen vier Kindern aus Rheindorf zugute, die ihre Eltern bei einem Verkehrsunfall verloren haben. Die Idee zu dem Spiel hatte die stellvertretende Rheindorfer Jugendleiterin Maira Umbreit, bei der Umsetzung halfen der WDR sowie der Leverkusener Verein „Hilfe tut Not“. Die WDR-Truppe gewann das Spiel übrigens mit 7:3, den kompletten TV-Bericht kann man beim WDR hier abrufen. Vor Ort waren auch der Leverkusener Anzeiger (hier) und die Rheinische Post (hier).

Im Ringen um den extravaganteren Lokalaufmacher gewinnt die RP das Fernduell mit dem Anzeiger heute ungefährdet: Ausgelassen feiernde Partypeople im wiedereröffneten Club „Calcio“ in der BayArena präsentiert die RP ihren Lesern, auch RP-Reporterin Barbara Schmickler betont die haptischen Eindrücke des Abends: „Egal ob Netzstrumpfhose, Hot-Pants oder Tops im Leopardenmuster – am Freitagabend feierten 600 junge Leute bis in die frühen Morgenstunden ausgiebig im wiedereröffneten ‚calcio’ in der BayArena.“ „Stammgast“ Janosch Leuffen freute sich, dass die „Calcio“-freie Zeit nun vorüber sei: „Die Atmosphäre hier erlebe ich in keinem anderen Club.“ Janosch Leuffen? Richtig – den kennen wir von hier und unter anderem von dieser Aktion. Wir erwarten gespannt die HiB-Reportage von Freitag.

Diesem schwungvollen Aufmacher hält der Anzeiger den Bücherflohmarkt in der Stadtbibliothek in Wiesdorf entgegen: Herbstlich gekleidete Menschen stehen vor Kisten voll mit aussortierten Büchern. „Grob geschätzt seien es um die 10.000 Bücher aus dem Altbestand, die zum Verkauf stünden.“ Über das „Calcio“ berichtet der Anzeiger nicht, die RP ignorierte den Bücherflohmarkt. Schon bei der ersten Eröffnung des „Calcio“ war der Anzeiger, im Gegensatz zur RP, eher zurückhaltend bei der Berichterstattung.

Die heitere Reportage von der Eröffnung des Karnevalsfachgeschäftes Deiters an der Düsseldorfer Straße in Opladen am „Zehnten im Zehnten um Zehn Uhr Zehn“ auf der zweiten Lokalseite reißt das freilich wieder raus. Die RP war dafür bei den Haxenfreunden Lützenkirchen, die im Pfarrheim St. Maurinus offenbar ohne besonderen Anlass knapp 100 Schweinshaxen vertilgten.

Zur Studie des Prognos-Institutes, die Leverkusen vor drei Wochen in einigen zukunftsrelevanten Wirtschaftsbereichen eine gute Position bescheinigte, befragt der Anzeiger heute Wolfgang Mues von der Wirtschaftsförderung Leverkusen (WfL), der sich besonders über die gute Bewertung im Feld „Gesundheitswirtschaft“ freut: „Wichtig ist für uns bei solchen Studien zu sehen, wo wir im bundesweiten Vergleich stehen.“

Bei einer Informationsveranstaltung am Brustzentrum im Klinikum Leverkusen war der Anzeiger dabei.

Beim Gastspiel des Hamburger Ohnsorg-Theaters mit dem Schwank „Frühstück bei Kellermanns“ auf Einladung der Bayer-Kulturabteilung im Erholungshaus stört sich der Kritiker des Anzeigers nicht an den Ehe-Klischees, die auf der Bühne fleißig bedient wurden.

Einen späten Leserbeitrag zur umstrittenen Wupperfloßfahrt finden wir heute in der RP. Reinhard Breidenbach wittert Verrat, zumal er glaubt, dass der Wupperpegel beeinflussbar sei. Erst ab 60 Zentimetern ist das Befahren der Wupper seit einigen Jahren erlaubt. Seine Anregung: „Gebt euch mal richtig Mühe und findet Lösungen, die für alle Betroffenen zufriedenstellend sind.“

Die bevorstehenden Umgestaltungen in Opladen mit den Wohnbauplänen des Gemeinnützigen Bauvereins Opladen (GBO) zeichnet die RP vor.

Ach ja, Werbung für ihre Qualitätsprodukte im Netz machen die Zeitungen heute auch: „Lokale Berichterstattung im Netz wird immer stärker nachgefragt“, klärt der Anzeiger potenzielle Online-Werbekunden auf. Und die RP präsentiert ihr Lese- und Lernförderungsprogramm „News to Use“, denn: „In Zeiten vorherrschender Onlinekommunikation spielt die Lektüre einer Tageszeitung für viele junge Leute eine zunehmend geringere Rolle.“

Über den 34. Leverkusen-Cup des Turn Club 72 Leverkusen am Samstag in der Smidt-Arena finden wir nur bei YouTube einige Aufnahmen, eingestellt von „gymcat67“. Hier die Kür der ungarischen Bodenturnerin Lilla Lukacsi, Siegerin in ihrer Disziplin:

Und Radio Leverkusen präsentiert pünktlich zum Start der Herbstferien eine Zusammenfassung der Sanierungen und Ausbau an Leverkusener Schulen mit dem Geld aus dem Konjunkturpaket II, hier und hier.

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„Ein qualitativer Unterschied“

Leverkusen muss sich möglicherweise für einen ernstzunehmenden Streit um den Bürgerbusch rüsten: Zwei Entsandte der Landesbehörde Straßen NRW berichteten am Donnerstag dem Ausschuss für Stadtentwicklung in Burscheid, wo die neue Raststätte an der Autobahn 1 bislang gebaut werden sollte, dass die Suche nach einem Standort nach den Widerständen in Burscheid nun ganz neu begonnen würde. Neben den bereits untersuchten Standorten sollen dann auch Standorte in Leverkusen in den Topf kommen: Außer dem Bürgerbusch wurde auch die Bayer-Deponie als denkbarer Standort genannt. Der Burscheider Politiker Michael Baggeler („Bündnis für Burscheid“) gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass der Kelch an Burscheid vorübergehen möge: „Wenn man bedenkt, dass im Bürgerbusch nur ein paar Bäume gerodet werden müssten, während hier Anwohner unmittelbar in Mitleidenschaft gezogen würden – das ist schon ein qualitativer Unterschied.“
Ob die SPD-Landtagsabgeordnete für Bergisch Gladbach und Rösrath Helene Hammelrath Anteil – und wenn ja: welchen – an diesem Umschwenken hat, ist ungewiss. Sie selbst jedenfalls teilt mit, ihre Intervention habe dazu beigetragen, den „Bürgerbusch“ von der Straßenbauverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen in die weiteren Planungsprozesse bezüglich der Suche nach weiteren Rastanlagen miteinzubeziehen. In der Rheinischen Post wird sie dafür von Parteigenosse Walter Mende zünftig gerügt. Das Ansinnen der Behörde weckt bei Mende auch natürliche Advokaten-Instinkte: Gerne würde er „als Anwalt so ein Planungsverfahren im Keim ersticken. Wir haben hier Europas größtes Autobahnkreuz, das noch erweitert werden soll.“

Wichtiger war für alle Zeitungen freilich dieses Ereignis: Offenbar Toilettenspray, in unangemessenem Umfang am Geschwister-Scholl-Berufskolleg versprüht, bescherte 66 Schülern am Freitag Übelkeit, 16 von ihnen einen Besuch im Krankenhaus. Und den Lokalredakteuren, nachdem sie sich todesmutig selbst in den „Frischluft“-Nebel vorgewagt und offenbar unverletzt zurückkehrten, ihre Aufmacher für Samstag: „Gas-Alarm im Unterricht“ titelt die Rheinische Post. Das Fazit dieses unangemeldeten Feldversuchs verkündete der städtische Amtsarzt Martin Oehler bei Radio Leverkusen: „Die Inhaltsstoffe in Toilettensprays sind nicht ohne.“ (Zitat sinngemäß)

Partypeople aufgepasst! Diese Meldung ist für Euch: Das „Calcio“ kommt zurück! Nach Informationen des Anzeiger wird der Club unter der Regie des alten und neuen Betreibers, der Bayer-Gastronomie GmbH, in der BayArena am Freitag, 9. Oktober, wiedereröffnet. Offenbar hat’s die Meldung nicht bis auf die Anzeiger-Internetseite geschafft, also müsstet Ihr die Zeitung jetzt für die 20-zeilige Meldung kaufen – oder mir einfach glauben. Freilich bestätigt die „Calcio“-Homepage schon, dass sich da offenbar etwas tut. (Dass es nicht wenige gibt, die das zum Anlass nehmen werden, heute schon ausgiebig vorzuglühen, das haben die Reporter von „Habt ihr Bock“, kurz: „HiB“-TV bereits hier eindrücklich dokumentiert: Aus Liebe zum geilsten Club Leverkusens.)

Von einer neuen Kondensationsturbine für die Avea-Müllverbrennungsanlage Im Eisholz berichten Anzeiger und RP: Das Wunderding soll 2011 in Betrieb gehen und statt bisher jährlich 43.000 dann 75.000 Megawattstunden Strom aus Müll erzeugen. Laut Avea-Geschäftsführer Hans-Jürgen Sprokamp handelt es sich ganz offenbar um eine Variante der eierlegenden Wollmilchsau für die Müllverbrennungsindustrie: Das Gerät erzeugt nicht nur Strom ausreichend für 15.000 Haushalte, kann so die Abfallgebühren der Verbraucher für Müll „mindestens stabil“ halten und soll überdies auch 25.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr sparen. Ein offenkundig begeisterter Sprokamp in der RP: „Diese Investition lohnt sich vom ersten Tag des Betriebes an.“

Von einem neuen „Familien-Discounter-Konzept“ , das die Zukunft für die Woolworth-Filiale in Opladen und ihre 36 Mitarbeiter sichern soll, berichtet Radio Leverkusen.

Von einem Bürgerfest in Schwedt am kommenden Mittwoch anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft mit Leverkusen berichtet der Uckermark Kurier. Es wird dort auch ein Fass Freibier geben!

Über die Bemühungen des städtischen Fachbereichs für Umwelt gegen die Ausbreitung von Bärenklau, Springkraut oder Ambrosia berichtet Werner Röder für den Anzeiger: „Der Kampf geht weiter.“

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