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Kultur in der BayArena?

Gestern noch im redaktionellen Teil, heute klingelt bei den Verlagen die Kasse: Jeweils auf Lokalseite drei, unten, präsentieren die Lokalteile von Leverkusener Anzeiger (Version „Bayer@Leverkusen“) und Rheinische Post (Version „Entdecken@Leverkusen“) eine Anzeige der „Bayer-und-Leverkusen“-Imagekampagne. Bei der RP übrigens auch schon online.

Eine neue schlechte Nachricht aus dem Chempark hat der Anzeiger: Das Textilchemie-Unternehmen Tanatex streicht rund ein Viertel aller Stellen. Ganz exakt handelt es sich offenbar um 21 (von insgesamt 94) Stellen, die wegfallen. Geschäftsführer Ingo Notz betont gegenüber dem Anzeiger, mit dem Betriebsrat sei ein Sozialplan ausgehandelt, der Abfindungen sowie „ein Angebot zur beruflichen Neuorientierung“ vorsehe. Das alles wurde aber offenbar schon vor der Türe besprochen: „Die Gefeuerten durften gerade noch ihre privaten Sachen mitnehmen. Dann wurden sie hinausbegleitet“, beschreibt ein Tanatex-Mitarbeiter den prosaischen Akt der Entlassung. Möglicherweise gibt es, das vermuten Angestellte laut Anzeiger, einen Zusammenhang zur Insolvenz bei DyStar, das von Tanatex beliefert wurde. Allemal interessant ist der „Werdegang“ von Tanatex: Wie DyStar einst unter dem Bayer-Dach, wurde es zunächst mit Lanxess ausgegliedert, dort 2007 wiederum abgestoßen und gehört nun dem Amsterdamer Finanzinvestor Egeria. Und ein großer Anteil der 600 Millionen Euro, die Egeria über einen Fonds in Tanatex gesteckt habe, stammt laut Anzeiger von der Familie Brenninkmeyer, bekannt als Betreiber von „Charmant & Attraktiv“, kurz: „C&A“.

Vor dem heutigen Heimspiel der Bayer-Kicker gegen den 1. FC Nürnberg dreht die RP den Ärger der Stadion-Anwohner redaktionell weiter – und lässt die lokale Politprominenz zu dem Thema zu Wort kommen. Da ist Walter Mende natürlich nicht weit, wir zitieren aber Grünen-Chefin Roswitha Arnold, die das Problem wohltuend entspannt betrachtet: „Für einen Nachmittag oder für drei Stunden kann man als Anwohner eine solche Situation auch mal ertragen.“ Bereits gestern hatte die RP Bayer 04-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser zitiert, der offenbar ebenfalls unglücklich mit dem Verkehrskonzept der Stadt ist. Interessant ist freilich der letzte Satz, dessen Inhalt bereits gestern im Imagekampagnen-Artikel in einem Nebensatz versteckt war – und der neuen Zündstoff liefern dürfte: „Bayer kündigte jetzt an, dass in der BayArena auch kulturelle Großveranstaltungen laufen sollen.“

Apropos Kultur: Heute steigt auch die RP in die Diskussion um den Erweiterungsbau für das Museum Morsbroich ein und fragt: „Wird ein alter Traum wahr?“

Die RP hat Bayer-Vorstandsmitglied Wolfgang Plischke auf ihr rotes Sofa gesetzt und mit ihm über dies und über das geplaudert. Plischke verrät zum Beispiel: „Ich kann sagen: Wir haben mehr als das Thrombosemittel Xarelto in der Pipeline.“ Donnerwetter! Freilich verrät das Chempark-Besucherschildchen am Revers von RP-Redakteurin Ludmilla Hauser, dass nicht Plischke Gast auf dem RP-Sofa, sondern RP und Sofa Gast bei Bayer waren. Wir gratulieren.

Der Anzeiger interviewt den neuen SPD-Fraktionsgeschäftsführer Christian Dohmen und stellt ihm – die berühmten fünf Wie-Fragen.

Die RP druckt ein paar ihrer Leserkommentare aus dem Netz zum jüngsten Testlauf der Bayer-Medienfassade. Ein Leser etwa schreibt dort: „Sehr schön. Freue mich schon auf die Weltmeisterschaft *grins* Rudelgucken?“

Vom „langsamen Sterben der Birnbäume“ erzählt der Anzeiger: „Schuld ist der so genannte Birnengitterrost.“

Ein Klassenausflug nach Jünkerath in der Eifel endete für 14 Viertklässler der Gezelinschule in örtlichen Krankenhäusern, melden Anzeiger, RP und Radio Leverkusen: Nachts klagten sie über Übelkeit und Bauchschmerzen, eine Diagnose liegt noch nicht vor.

Zu Hause ist es immer noch am schönsten, einen kleinen Lobgesang auf das NaturGut Ophoven finden wir im Internet.

Kultur: Der Anzeiger war bei einer offenbar beängstigend realistisch in Szene gesetzten Inszenierung des Schauspiels Essen im Erholungshaus zum Thema „Flüchtlinge“. Und stellt den surrealistisch arbeitenden Künstler Roman Ploenes vor.

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Politische Personalrochaden

Einen Blick auf die deutsche Pharmabranche wirft die FAZ in ihrer heutigen Ausgabe und konstatiert, dass diese sich auf dem Weltmarkt wieder nach vorne arbeite. Über Bayer schreibt Autor Michael Psotta: „Bayer hat sich aus misslicher Lage wieder nach vorn gekämpft. (…) Mit der offensichtlich geschickten und reibungslosen Eingliederung von Schering hat Bayer neue Substanz mit neuen Forschungsprojekten gewonnen.“ (Der Artikel ist auch online abrufbar, kostet aber 2 Euro)

Was leverkusen.com schon vorgestern (und ich gestern) meldete, verkünden heute auch die Leverkusener Tageszeitungen: Markus Märtens (33) wird OB Reinhard Buchhorns Büroleiter. Peter Korn hat den Rechtsanwalt für die Rheinische Post interviewt. Auf die Frage nach seinem Verhältnis zu seinem neuen Chef antwortet Märtens: „Auf den Punkt gebracht: Wir haben einen guten Draht zueinander.“
Die RP vermeldet auch weitere Personalrochaden in der Leverkusener Politikszene: Ralf Johanns, der bislang den Job für OB Ernst Küchler macht, den Märtens demnächst für Buchhorn erledigt, wird neuer Leiter des Rechnungsprüfungsamtes. Und der Christian Dohmen folgt zum 1. Oktober als SPD-Fraktionsgeschäftsführer auf Nina Lepsius, die an die Universität Düsseldorf wechselt. Walter Mende über den 31-jährigen Politikwissenschaftler, der seit September 2002 bei der Stadt im Fachbereich Soziales arbeitet: Ein „Glücksfall“. (Online nur beim Anzeiger)

„Wettbüros müssen schließen“, titelt der Leverkusener Anzeiger auf seiner ersten Lokalseite und verweist auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (mehr dazu hier).

Gleich über zwei Schulen berichtet die RP: Die Sanierung der Hauptschule im Hederichsfeld werde voraussichtlich zwischen 100.000 und 150.000 Euro kosten, wie die Stadt mitteile. Es gebe dort massive Schäden durch Feuchtigkeit. Und vom neuen gebundenen Ganztagsbetrieb für die Fünftklässler am Lise-Meitner-Gymnasium berichtet Roman Zilles: Das Mittagessen sei immerhin „fast so gut wie bei Mama“. (Nicht online abrufbar)

Der Volkswagen-Plumpser veranlasst das Bauaufsichtsamt, die Widerstandsfähigkeit der Absperrgitter in dem Parkhaus am Klinikum zu prüfen.

Über „Bayers neue Farbenspiele“ mit der Medienfassade am Hochhaus W1 berichtet die RP eine Woche nach dem Anzeiger.

Schließlich Kultur: Der Anzeiger stellt zwei Ausstellungen vor. Die Foto-Ausstellung „Die sich die Freiheit nahmen“ im Erholungshaus zeigt Bilder osteuropäische Intellektuelle im Exil als Opfer kommunistischer Regimes. Und im Bunker Karlstraße stellt Harry Plein in der Werkschau „Charbonnel“ Kaltnadelradierungen aus. Und die RP blickt schon auf die 5. Leverkusener Kunstnacht (hier die Homepage) am 30. Oktober.

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