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Trendwenden & „normale Fluktuation“

Zustimmung ist der Bayer AG heute in den Zeitungen sicher für die Quartalszahlen, die der Vorstandsvorsitzende Werner Wenning gestern unter dem Motto „Trendwende geschafft“ bekannt gab. Leverkusener Anzeiger und Rheinische Postberichten jeweils regional (hier und hier) und überregional (hier und hier) – und allseits werden die guten Ergebnisse in der Pharmasparte und in der Kunststoffsparte Bayer MaterialScience gelobt, während die Pflanzenschutzsparte CropScience offenbar eher schwächelte. Den interessanten lokalen Aspekt, die Gespräche zu einer neuen Standortvereinbarung, nimmt die RP etwas genauer unter die Lupe: Die aktuelle „Standort- und Beschäftigungssicherung“ läuft zum 31. Dezember aus, danach könnte Bayer wieder „betriebsbedingt“ Mitarbeiter kündigen. Aber Wenning und Bayer-Gesamtbetriebsratschef Thomas de Win bestätigen gegenüber der RP „Sondierungsgespräche“ für eine neue Vereinbarung. Wenning: „Das, was wir an Jobanpassungen zu realisieren haben, werden wir über die normale Fluktuation hinbekommen.“

Eine Trendwende auch bei DyStar meldet soeben RP Online: Currenta liefere wieder Energie, die Produktion laufe derzeit an. Update: Auch der Anzeiger meldet das nun.

In der Leverkusener Lokalpolitik gibt es möglicherweise auch eine Art Trendwende: Erhard Schoofs, Big Boss der Bürgerliste, bastelt nach den gescheiterten Verhandlungen mit dem bürgerlichen Lager CDU und FDP nun offenbar an einem linken Bündnis. Gemeinsam mit SPD, OP, Grünen und der Linken, die es exakt auf die notwendigen 35 Stimmen für eine absolute Mehrheit im Rat brächten, wolle man sich Sachfragen widmen, heißt bei Anzeiger und RP. Von einer verbindlicheren „Koalition“ ist freilich gar keine Rede, außerdem hegen Schoofs und Parteikollege und Ex-Bürgermeister Karl Schweiger bereits den Verdacht, dass mittelfristig doch wieder eine große Koalition zwischen CDU und SPD die Stadt regiere: Sie glauben, die beiden Parteien wollten nur die Landtagswahl im Mai abwarten.
Der Artikel im Anzeiger beleuchtet das bislang nur von der RP geschilderte Scheitern der Verhandlungen zuwischen Bürgerliste mit CDU und FDP übrigens neu: Schoofs zufolge seien die Gespräche gut verlaufen, solange die CDU-Vorsitzende Ursula Monheim diese geführt habe. Erst als die in Urlaub ging und man Klaus Hupperth gegenübersaß, seien die Gespräche ins Stocken geraten: „Erkennbar kein Interesse an einer Zusammenarbeit“ habe Hupperth gehabt. Dabei ist der doch Katholik.

Die neuen Vorsitzenden für elf Fachausschüsse für den Stadtrat gibt der Anzeiger bekannt: Finanzausschuss – Thomas Eimermacher (CDU); Bau- und Planungsausschuss – Peter Ippolito (SPD); Bürger und Umwelt – Karl Schweiger (Bürgerliste); Betriebsausschuss KulturStadtLev – Roswitha Arnold (Grüne); Betriebsausschuss Sportpark – Christopher Krahforst (CDU); Rechnungsprüfungsausschuss – Monika Ballin-Meyer-Ahrens (FDP); Wahlprüfungsausschuss – Hermann-Josef Kentrup (CDU); Personal- und Organisationsausschuss – Christine Richerzhagen (CDU); Schulausschuss – Hans Klose (SPD); Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Senioren – Ingrid Geisel (SPD); Ausschuss für Anregungen und Beschwerden – Dieter März (SPD).

Die Kassen füllen sollen der klammen Stadt ungehorsame Autofahrer. So zumindest hofft das laut RP Stadtkämmerer Rainer Häusler, der die Strafzettel-Vorgaben für 2010 an die motorisierten Verkehrsteilnehmer schon formuliert: 950.000 Euro sollen Falschparker mittels Knöllchen zum Haushalt 2010 beitragen, weitere 750.000 Euro sollen stationäre Tempomessungen einbringen, immerhin noch mit 450.000 Euro kalkuliert Häusler aus Verwarnungen im „fließenden Verkehr“.

Leverkusen beteiligt sich an einer Verfassungsklage des Städtetags NRW, meldet der Anzeiger: Die Stadt will vom Land mehr Geld für die Umsetzung des vom Land beschlossenen Kinderförderungsgesetzes. Der Anzeiger übersetzt das Ansinnen der Stadt so: „Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen.“

Vom Kampf des Rheindorfer Frührentners Thomas Heusner gegen die Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechlichen Rundfunkanstalten, kurz GEZ, berichtet die RP. Trotz einer nur äußerst knappen EU-Rente wolle ihn die GEZ nicht von den Rundfunkgebühren befreien. Nun klagt er vor dem Verwaltungsgericht in Köln. Große Hoffnung auf Erfolg hat er nicht, aber er handelt aus Überzeugung: „Ich sehe nicht ein, dass die Schwachen Thomas Gottschalk und hochbezahlte Fußballprofis bezahlen.“

Apropos Fußballprofis: Entwarnung gibt die RP in Sachen Bayer-04-Trikot: Das Shirt für Fans der Werkskicker sei laut Bayer-04-Kommunikationschef Meinolf Sprink „gesundheitlich unbedenklich“. Bayer 04 hatte das Trikot bei der Analyseabteilung von Currenta untersuchen lassen, nachdem die Stiftung Warentest jüngst vor Giftstoffen in den Trikots namhafter Bundesligamannschaften warnte.

Bei der „User-Conference“ bei der Firma Lux Elements an der Schusterinsel in Opladen, zu der rund 100 Geschäftspartner aus aller Welt kamen, schaute der Anzeiger vorbei. Die Firma produziert Schaumplatten, mit denen Bäder und Badelandschaften gestaltet werden. „Uns ist es egal, wie wir unsere Platten schneiden oder wie dick die Säulen sind“, darf Geschäftsführer Rolf Longrée in dem Artikel erläutern.

Karten für die Frauenfußball-WM 2011 sind ab morgen erhältlich, melden Anzeiger und RP unisono. Von Neugliederungen der Seelsorgebereiche in Leverkusen im Rahmen der Strukturreform im Erzbistum Köln berichtet die RP. Bei einer Rettungsübung der Polizei mit Hubschrauber am Rhein bei Hitdorf schaute der Anzeiger zu. Neue Lernprogramme für den Klimaschutz hat der Anzeiger auf dem NaturGut Ophoven kennen gelernt. Die Altstadtstraße in Opladen ist ab dem Wochenende wieder Einbahnstraße, meldet der Anzeiger. Die Leverkusener Ärzte, die ab Mitte November gegen die Schweinegrippe impfen, von O bis Z hat die RP heute, wie versprochen, im Blatt. Die A3 wird im November zwischen Leverkusen und Köln wegen Brückenbauarbeiten gleich zweimal voll gesperrt, entdecken wir bei leverkusen.com: An den Wochenenden 6. bis 9. und 20. bis 23. November. Schon wieder Neues von der Stadthalle Opladen, wo es offenbar Streit gibt um 100.000 Euro Pacht, weiß die RP.

Kultur: Die RP stellt vor der Kunstnacht (aber nicht in ihrem Kunstnacht-Serienformat) den Leichlinger Künstler Winfried Gille vor, der Engel in der Wiesdorfer Herz-Jesu-Kirche ausstellt.

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Schluss für DyStar in Leverkusen?

Die Produktion bei DyStar im Chempark Leverkusen liegt nach wie vor still, melden heute Leverkusener Anzeiger und Rheinische Post. Der Funke, der gestern aus Bayern herüberblitzte, die Meldung nämlich, dass am DyStar-Standort Geretsried die Produktion wieder aufgenommen werden konnte, scheint nicht nach Leverkusen überspringen zu können. „Vieles deutet darauf hin, dass DyStar in Leverkusen endgültig geschlossen bleibt“, fasst die RP zusammen. Dort wird auch Currenta-Sprecher Jürgen Gemke zitiert, der erklärt, warum der Chempark-Betreiber weiterhin keine Energie an DyStar liefere: „Wir warten weiter auf ein Angebot des Insolvenzverwalters und auf ein tragfähiges Konzept.“ DyStar, so die RP, schulde Currenta derzeit eine Summe in siebenstelliger Höhe, es sei unklar, ob dieser Betrag aus der Konkursmasse beglichen werden könne. Folglich betont Gemke auch: „Wir haben aber trotzdem ein großes Interesse daran, dass DyStar wieder produziert.“ Auch der Anzeiger hat einen vor einer Woche noch optimistischer klingenden Insolvenzverwalter Stephan Laubereau in Erinnerung, der nun mitteilt: „In Leverkusen und Brunsbüttel sind wir noch dabei, die Finanzierung der Produktion mit den Standortbetreibern zu klären.“

Nachhaltig schlechte Nachrichten produziert bereits seit einiger Zeit eine Antibaby-Pille aus dem Hause Bayer-Schering: Aus der Schweiz kommen Meldungen über Nebenwirkungen der Pille „Yasmin“ oder „Yaz“ mit zum Teil tödlichem Ausgang. Einen Bericht dazu sendete gestern WDR 2; die RP hatte darüber bereits Ende September in einem kurzen Beitrag berichtet. Ebenso viele andere. Philipp Mimkes, der sich auch in der „Coordination gegen Bayer-Gefahren“ (CBG) engagiert, schreibt in der Jungen Welt sogar von „mindestens 50 Toten“.
Bayer Schering stellt sich dieser Berichterstattung, wenngleich strikt abwehrend. Auffällig: Zuletzt veröffentlicht Bayer Pressemitteilungen über eigene Studien, die die positive Wirkung von Antibabypillen beim „Prämenstruellen Syndrom“, kurz PMS betonen – und offenbar sicherheitshalber informiert Bayer auch schon sehr offensiv über positive Ergebnisse aus Studien über die neue Antibabypille „Qlaira“. Die von Bayer 2006 aufgekaufte Schering AG hatte die Antibabypille 1961 auf den westdeutschen Markt gebracht.

Den „Vater der Bayer-Medienfassade“ am Hochhaus W1 stellt die RP heute ihren Lesern vor (leider nicht online, überhaupt gibt sich die RP heute eher zugeknöpft im Netz): Wolfram Lusche ist Architekt und Bayer-Veranstaltungsmanager und zeichnet verantwortlich für das Programm, das demnächst auf bis zu 122 Metern Höhe über die LEDs flimmern soll. Peter Korn hat sich von dem 57-Jährigen das W1-„Gehirn“ zeigen lassen: Ein neun Quadratmeter großer, fensterloser Raum im Innern des Hochhauses. Lusche verspricht: „Wir wollen eine intelligente Bespielung, ein System, das sich an 365 Tagen im Jahr neu zusammensetzt“, 12.000 Bilder und Videos stünden dafür zur Verfügung. Wann W1 tatsächlich „auf Sendung“ geht, stehe freilich noch immer in den Sternen.

Bei 43 fällt nun der Hammer: So viele Mitarbeiter will Automobilindustriezulieferer Federal Mogul in Burscheid in eine Transfergesellschaft ausgliedern, melden Anzeiger und RP. Ursprünglich war von 100 Mitarbeitern die Rede, zuletzt sank die Zahl dann auf 45, dann 44 und nun auf 43. Timm Gatter kommentiert im Anzeiger: „Geschäftsleitung und Betriebsrat haben in der Krise das Beste aus der dramatischen Entwicklung gemacht.“

Wo wir schon in Burscheid sind: Eine Klopperei auf Kreisliga-Niveau beim Fußballspiel zwischen dem BV Burscheid und dem FC Remscheid, die von 20 Polizeibeamten geschlichtet werden musste, ist Anzeiger und RP je eine Meldung wert.

Im Neulandpark gelten ab sofort die Winteröffnungszeiten, meldet der Anzeiger: Von 6 bis 18 Uhr ist der Park in der kalten Jahreszeit für Besucher geöffnet. Zwischen 18 und 6 Uhr gehört der Park Dobermann Ates.

Professor ehrenhalber darf sich künftig der in Leverkusen geborene Horst Neumann nennen, erfahren wir über prdomain.com: Die chinesische Universität Tongji in Schanghai ehrt den 60-jährigen Volkswagen-Manager für seine Verdienste im Personalmanagement sowie im deutsch-chinesischen Studentenaustausch über VW.

Hier noch ein Nachtrag: Der Stadt-Anzeiger stellt auf seiner Land/Region-Seite den Physiker Friedrich-Karl Bruder vor, der im Dienste der Bayer MaterialScience AG Kunststoffe für holografische Speichersysteme entwickelt und für seine Forschung nun mit dem Innovationspreis 2009 des Landes NRW ausgezeichnet wird.

Kultur: Mit dem Kurt-Lorenz-Preis 2009 ausgezeichnet werden Petra Clemens und Stefan Lapke, meldet der Anzeiger. Der Förderverein des dem Leverkusener Künstler Kurt Lorenz gewidmeten Preises würdigt damit ihr „herausragendes Engagement im Bereich der Kinder- und Jugendkultur“. Die Preisverleihung wird am Sonntag, 8. November, in Schloss Morsbroich ausgerichtet.
Apropos Petra Clemens: In der vergangenen Nacht zeigte der TV-Sender Arte den Kurzspielfilm „Bes“, produziert an der Kunsthochschule für Medien in Köln, Produktionsleitung: Petra Clemens. Hier ist der Film bei arte.tv im Netz noch sechs Tage zu sehen.
Auch die RP startet nun eine Serie vor der Leverkusener Kunstnacht am 30. Oktober und stellt eine neue Ausstellungsstätte vor: Die Kornbrennerei Witzheller in Lützenkirchen, wo Günther Aubel, Heiko Bitter und Georg Bortfeldt ihre Fotografien zeigen. Der Anzeiger setzt seine Serie mit Malerin Patricia Dick fort.
Und die RP interviewt den Kunsthändler Manfred Lütke, der sein Geschäft in Opladen gemeinsam mit Gattin Ingrid vor 50 Jahren eröffnete.

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„Mir tut Opladen leid“

Zur Insolvenz von DyStar hat Philipp Mimkes vom Verein „Coordination gegen Bayer-Gefahren“ mit Dr. Hauke Fürstenwerth gesprochen, auf dessen LevLog-Meinungsbeitrag zu DyStar wir bei dieser Gelegenheit noch einmal hinweisen. Das Interview ist hier abrufbar. Frage Mimkes: „Ist eine mittelgroße Stadt wie Leverkusen den globalen Finanztransaktionen multinationaler Unternehmen eigentlich gewachsen?“ Antwort Fürstenwerth: „Wenn sie durch entsprechende politische Rahmengesetzgebung geschützt wird: ja. Wenn man sie aber gemäß der Auffassung vom ehemaligen Vorsitzenden der Grünen, Joschka Fischer, man könne keine Politik gegen die Finanzwirtschaft machen, im Regen stehen lässt: nein.“
Große querformatige Bilder für die erste Lokalseite ermöglicht dem Leverkusener Anzeiger und der Rheinischen Post das Banner, das DyStar-Mitarbeiter gestern an einem Gebäude angebracht haben, den Text kennen wir schon vom jüngsten Fußballspiel aus der BayArena: „Rettet DyStar, sonst stirbt die Farbenstadt.“ Heute, so die kleine Meldung zu den großen Bildern, wird laut Insolvenzverwalter Stephan Laubereau mit Currenta verhandelt, ob DyStar wieder Energie geliefert bekommen kann, um seine Produktion wieder anzufahren.

Heute morgen um 8.20 Uhr sendete DeutschlandRadio Kultur in der Sendung „Ortszeit“ eine Reportage von Claudia Hennen, die Christel Hoheisel zur Arbeitsagentur begleitete. Hoheisel war die Angestellte, die im Woolworth in Leverkusen-Wiesdorf die Türen jüngst für immer schließen musste.
Ähnliche Sorgen machen sich auch manche Einzelhändler in Wiesdorf vor der Eröffnung der ECE Rathaus-Galerie im Frühjahr 2010. Nachdem mit dem Sporthaus Röhrich (seit 50 Jahren) und dem Optiker- und Schmuckgeschäft Roetzel (seit 106 Jahren) zuletzt wieder Traditionsgeschäfte ihre Pforten für immer geschlossen haben oder noch schließen, hat sich der Anzeiger bei Einzelhändlern umgehört – und stößt auf durchaus unterschiedliche Ansichten, die offenbar eng mit dem Blickwinkel zusammenhängen: Elli Lützenkirchen vom „Papierlädchen“ schräg gegenüber vom neuen Einkaufscenter glaubt, dass mit der Rathaus-Galerie wieder mehr Kunden in die City und damit auch in ihr Geschäft gelockt werden. Etwas anders sieht das Uwe Baur in seinem Schuh- und Orthopädiefachgeschäft, das an der Hauptstraße entschieden weiter ab vom Schuss angesiedelt ist. Er klagt: „Hier sind die Auswirkungen schon zu sehen.“ Ellen Hölzer schließt ihre Drogerie Hölzer an der Hauptstraße zum Jahresende, Hildegard Ern vom Haushaltswarengeschäft Ern in den Luminaden glaubt, dass alle Geschäfte zwischen Center und Kaufhof profitieren können. Frank Riedel macht sich weniger Sorgen um seine Apotheke unweit des ECE-Neubaus, sondern denkt an die benachbarten Zentren: „Mir tut Opladen leid.“

Dafür hat Opladen demnächst einen „Kümmerer“, wie die RP meldet: Es ist Evelyn Erb, die die Stadt Leverkusen eingestellt hat, um sich kleiner Anliegen von Mitbürgern im Stadtteil anzunehmen. Ein Büro im Wohnhaus Upladin wird ihr gestellt, Geld gibt es aber keines für sie und ihren Stellvertreter Bernhard Bauer – sie arbeiten als Ehrenamtler.

Keine zwei Wochen bis zum 26. Oktober, dann konstituiert sich der neue Rat der Stadt – und noch immer hat sich keine mehrheitsfähige Koalition herauskristallisiert, wie uns die RP mit ihrem Aufmacher unter der knalligen Überschrift „Pokerspiel um die Macht im Rat“ erinnert. „Desillusioniert“ gibt sich der neue CDU-Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn: „Es gibt eine massive Front gegen die CDU“, gesteht er der RP. Mit einem „Forderungskatalog“ möchte offenbar die Bürgerliste ihr Herzblatt finden – 39 Fragen zu Themen, mit denen die Fraktion bislang im Rat gescheitert war, seien an CDU, SPD und andere gegangen. „Wir warten auf Antworten“, wird Erhard Schoofs zitiert, der auch andeutet, die CDU habe derzeit leicht die Nase vorn in der Gunst der Bürgerliste. „Ein unverschämter Katalog“, findet freilich FDP-Chef Friedel Ferber, der möglicherweise um die Rolle des Juniorpartners in einer Koalition fürchtet, und warnt: „Wenn der (Schoofs) alle Posten für die Bürgerliste hat, dann schert der bald ‚wegen unüberbrückbarer Differenzen’ aus einer Kooperation wieder aus.“ Es gebe nur eine Lösung aus dem Mehrheits-Dilemma: „CDU und SPD müssen aufeinander zugehen.“ Diese Ansicht gefällt auch RP-Kommentator „US“. Der resümiert: „Die großen Fraktionen müssen sich zusammen raufen“ – vielleicht ein absichtsvoller Schreibfehler.

Einen neuerlichen, etwas genaueren Blick auf die Bahnstadt Opladen und auf Wege zu einem harmonischen Miteinander mit dem Stadtteil Quettingen wirft der Anzeiger.

Post aus dem Gallierdorf zum Verkehrskonzept rund um die BayArena veröffentlicht die RP heute, auch online: Gisela Kronenberg (alias „Gutemine“) und Ute Pilch erläutern noch einmal die vielfältigen Belästigungen, denen die Bewohner der Siedlung ausgesetzt sind. Und sie freuen sich über die jüngste Feststellung von Klaus Hupperth (CDU), nach der das Stadion schlicht am falschen Ort stehe.

Leverkusen.com meldet mit Rainer Ewig den dritten parteiinternen Kandidaten auf die Nachfolge von Ursula Monheim: Der Vorsitzende der Schlebuscher Werbe- und Fördergemeinschaft sowie stellvertretende Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Schlebusch steigt zu Rüdiger Scholz und Albrecht Omankowsky in den Ring um die CDU-Kandidatur zur Landtagswahl 2010. Die CDU nominiert ihren Kandidaten am 28. Oktober in der Stadthalle Bergisch Neukirchen.

Von ihrem Besuch im „Olymp der Forschung“, der naturwissenschaftlich-medizinisch ausgerichteten Leopoldina in Halle/Saale, erzählen dem Anzeiger die Schüler Patrick Dietz und Philipp Egenolf vom Werner-Heisenberg-Gymnasium.

Von „neuem Ärger“ um die geplante CO-Pipeline von Bayer, freilich jenseits der Leverkusener Stadtgrenzen, weiß die RP.

Radio Leverkusen meldet eine Umsatzsteigerung bei der Wupsi: Dank verstärkter Kontrollen sei die Bereitschaft der Fahrgäste merklich angestiegen, ihre Fahrten auch ordnungsgemäß zu bezahlen, teilt Vorstandschef Marc Kretkowski mit.

Mazda hat seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr nach oben korrigiert, meldet der Anzeiger.

Kultur: Beim zweiten „Kulissen-Talk“ der Bayer-Kulturabteilung mit Heidi Mahler, Ohnsorg-Schauspielerin und Tochter von Heidi Kabel war die RP dabei – und bespricht heute auch das Gastspiel des Ohnsorg-Theaters mit „Frühstück bei Kellermanns“.

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„Jetzt geht es ans Eingemachte“

Recht spät kommt heute die Presseschau, sorry! Dafür verweisen wir stolz auf den ersten Beitrag in einer neuen Rubrik: Ab heute holen wir im LevLog zu verschiedenen Themen und Debatten in Leverkusen regelmäßig eine „Zweite Meinung“ ein. Autoren, Blogger, Journalisten, gerne mit gebotener räumlicher Distanz, sind eingeladen, sich in dieser Rubrik an aktuellen Debatten zu beteiligen.
Den Anfang macht der Leverkusener Unternehmensberater und Buchautor Hauke Fürstenwerth mit einem Essay zu den Auswirkungen neoliberaler Wirtschaftspolitik in Leverkusen: Er beschreibt die aktuelle Situation als ein „entfesseltes Finanzcasino“, in dem DyStar, Tanatex sowie andere Firmen, deren Arbeitnehmer und, nicht zuletzt, Kommune und öffentliche Hand die Zeche zahlen. Hier lesen & mitdiskutieren.

Wirtschaftsthemen dominieren heute auch die Schlagzeilen der Zeitungen: DyStar ist für Leverkusener Anzeiger und Rheinische Post der Aufmacher im Lokalteil. Insolvenzverwalter Stephan Laubereau teilte bei einer Betriebsversammlung am Mittwoch mit, dass man derzeit versuche, die Produktion bei DyStar wieder anlaufen zu lassen. Roman Zilles schnappte für die RP die Stimmung unter den 383 Mitarbeitern ein, „LH“ berichtet vom unfreundlichen Empfang der Angestellten für Marc Allen vom US-Investor Platinum Equity, der sich offenbar alle Mühe gab, zu versichern, dass man DyStar nicht mit Absicht in die Insolvenz geführt habe. Und das ist ja nun wirklich nicht das Geringste! Vor Ort war auch Radio Leverkusen.
Mit einem Mitarbeiter, der nun keine Abfindung mehr erhalten wird, hat die RP gesprochen, der Anzeiger weiß, dass es insgesamt 21 DyStar-Mitarbeiter sind, die auf diese Weise sehr unmittelbar von der Zahlungsunfähigkeit ihres (Ex-)Arbeitgebers betroffen sind: Sie hatten sich im vergangenen halben Jahr dazu überreden lassen, eine Kündigung zu unterschreiben und hätten am 30. September Abfindungen in Höhe von 80.000 bis 90.000 Euro erhalten sollen. Daraus wird nach der Insolvenz am 28. September nun nichts, die Leute stehen mit leeren Händen da. Thomas Käding kommentiert: Das Beispiel zeige, „wie Lebenspläne und Kalkulationen selbst derjenigen über den Haufen geworfen werden, die dem Unternehmen schon den Rücken gekehrt haben. In vielen Fällen auf Druck der Firma – und mit Versprechen der Firma.“

„Jetzt geht es ans Eingemachte“, zitiert die RP Peter Orlowski zu einer anderen, ganz ähnlichen Baustelle in Leverkusen: Der Rechtsanwalt vertritt gekündigte Mitarbeiter von TMD Friction, die auf rückwirkende Gehaltszahlungen sowie auf Weiterbeschäftigung klagen. Die Gütetermine seien verstrichen, teilt Orlowski mit, im November stünden die ersten Kammertermine an. Und er rechnet schon einmal vor, welche Summe TMD-Insolvenzverwalter Frank Kebekus schon einmal bereits halten sollte: Bei acht Monatsgehältern für 42 Kläger sei man „ganz schnell bei über einer Million“. Kebekus erklärt vorsichtshalber, man werde „auf jeden Fall in Revision gehen“, sollte das Arbeitsgericht Solingen gegen sie entscheiden.
Der Anzeiger vermeldet indes, dass TMD Friction bereits seit dem 11. September einen neuen Aufsichtsrat habe. Und dessen Vorsitzender sei sogar mit Sachverstand gesegnet: Schließlich sei Jorma Halonen ehemaliger Vizechef von Volvo, arbeitete zuvor bei Saab und Scania und kenne sich also aus in der Auto-Branche. „Ich sehe es als meine Aufgabe an, dem Unternehmen zu helfen, seine Kernkompetenzen (…) weiter auszubauen“, wird ein offenbar zuversichtlicher Halonen zitiert. Ihm zur Seite stehen im Aufsichtsrat William Kozyra, Timothy Hemingway, Martin Schwab, Michael Rosen sowie Raphaël Poncelet.

Heute meldet auch der Anzeiger, dass Federal Mogul nur noch 45 Mitarbeiter (statt 100) entlassen will, die RP unterbietet das erneut (leider nicht online): 44 Mitarbeiter müssen gehen, einer habe sich entschieden, „in einem anderen Aufgabenfeld bei Federal tätig zu werden“, wird Betriebsratschef Michael Bergmann zitiert.

Das Klinikum Leverkusen hingegen wächst und gedeiht: In einem neuen Laborgebäude sollen 160 Mitarbeiter der Firma MVZ Laboratoriumsmedizin Platz finden, teilt Geschäftsführer Hans-Peter Zimmermann in der RP mit. 450 Mitarbeiter des Unternehmens haben bereits seit 2004 ihren Arbeitsplatz am Klinikum. Investor für das Gebäude wird die Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL) sein.

Einige Lesermeinungen zum geplanten Neubau im Park des Museum Morsbroich veröffentlicht der Anzeiger heute. Die meisten haben offenbar weniger auf das Geld, sondern vielmehr auf das Bild mit dem Entwurf geschaut: „Blödsinniger Betonmüll“ schimpft einer, einen „sensiblen Umgang“ mit dem Parkgelände fordert eine andere, eine Dritte findet den Standort „gut gewählt“. An die Folgekosten erinnern mahnend immerhin zwei Leser, während einer nur hofft: „Hoffentlich scheitert es nicht am Geld.“ Und Hiltrud Meier-Engelen lobt den Kommentar von Frank Weiffen: „Richtig erfreulich, einen Kommentar zu lesen, der sich nicht darin ergeht, einen neuen Vorstoß zur Erweiterung der Museumslandschaft in Leverkusen zu zerreden.“

Vom überraschenden Beschluss des alten Stadtrats, zwischen Rheindorf und Hitdorfer Stadtgrenze eine Umgehungsstraße zu bauen, berichtet die RP, und kommentiert (nicht online), dass diese Straße bei der Nähe der A 59 „eine vermeidbare Vergeudung von Steuergeldern“ sei.

Mit so etwas kann man nun auch schon Preise gewinnen: Sabine Ingber-Canters von Currenta ist nominiert für den Titel der „AusbilderIn des Jahres 2009/10“ der Industrie- und Handelskammer in Köln. Die RP fragte sie, was sie zu einer guten Ausbilderin mache. Ihre Antwort: „Ich habe Lehramt studiert, kam nach dem Referendariat in eine Zeit, in der es für Lehrer keine Jobs gab. Bayer bot damals eine Umschulung für arbeitslose Lehrer an.“ Gepriesen seien die Quereinsteiger!

In das verwirrende Tauziehen um den Köttershof in Steinbüchel bringt der Anzeiger ein wenig Licht.

Von den sportlichen Schülern des Landrat-Lucas-Gymnasiums und deren Träumen von Olympia, nachdem sie beim Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ den zweiten Platz errangen, berichten heute Anzeiger und RP.

Und dann hat sich die RP noch auf Lanxess-Kosten in Grevenbroich über nassen Asphalt schlittern lassen.

Den Dramatiker Alfred Matusche stellt die Frankfurter Rundschau vor. Was das mit Leverkusen zu tun hat, erklärt die FR auch gleich: „Auf der Bühne des Bayer-Kulturhauses in Leverkusen findet am 14. November eine szenische Lesung aus den Werken Matusches statt.“

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Wann die Klopperei losgeht

Eine „wundersame Mitgliedervermehrung“ registriert die Rheinische Post in den Leverkusener Ausschüssen: Nach der geplanten Vergrößerung des Finanzausschusses von 15 auf 21 Mitglieder in der neuen Legislaturperiode, von der die RP gestern berichtete, sollen nun alle Ausschüsse mit bislang 15 Mitgliedern um einen Platz auf 16 Mitglieder erweitert werden – so ein Ansinnen von CDU und SPD. So viel überparteiliche Einigkeit will SPD-Fraktionschef Walter Mende aber nicht überbewertet wissen: „Die Klopperei geht dann erst bei den Inhalten los.“ Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn rät er freilich, lieber nicht den Finanzausschuss zu leiten: Die Prügel solle doch besser weiterhin der Kämmerer einstecken. Noch-OB Ernst Küchler wurde indes von der SPD-Fraktion zu ihrem neuen schul- und kulturpolitischen Sprecher gewählt, meldet die RP.

Heute berichtet die RP auch über das Geld aus dem Konjunkturpaket II für die Leverkusener Schulen. Während im Anzeiger gestern zu lesen war, an welcher Schule mit dem Geld was gemacht werden soll, zählt Peter Korn heute alle die Finger von Schulen, die fleißig in die Höhe schnellen, um noch den einen oder anderen zusätzlichen Wunsch erfüllt zu bekommen. Mit der Videoüberwachung für die Comeniusschule in Steinbüchel wird es aber vorerst nichts: Dort solle zunächst nur ein Zaun für Ordnung sorgen.

Den neuen Schulrat für die 28 Leverkusener Grundschulen stellen Anzeiger, RP und Radio Leverkusen vor: Der 40-jährige Andreas Paul plant einen neuen, besonderen Schwerpunkt auf Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, also die sogenannten „MINT-Fächer“, und er möchte „jungen Lehrkräften Mut machen, Verantwortung zu übernehmen“, zitiert der Anzeiger Paul.

Der Anzeiger berichtet heute auch über die Verschiebung der Sanierung des Willy-Brandt-Ringes durch den Verwaltungsrat der Technischen Betriebe Leverkusen um zwei Jahre bis 2012 und ergänzt ein weiteres Argument: „Nach einer neuen Richtlinie kann [dann] mit einem Zuschuss vom Land in Höhe von 50 Prozent gerechnet werden.“ Die kalkulierten Kosten für die Maßnahme betragen 850.000 Euro.

Pressekonferenz im Pflanzenschutzzentrum: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Anzeiger, RP und viele andere waren gestern bei Bayer CropScience in Monheim. Dort hat man ein neues Wort erfunden: „Optimierte Pflanzenmerkmale“ meint nichts anderes als „gentechnische Veränderungen“, wie uns der Anzeiger in seinem Wirtschaftsteil aufklärt, ist aber weniger kontaminiert. Mit „Optimierten Pflanzenmerkmalen“ also und mit Saatgut will der Bayer-Teilkonzern bis 2018 besonders viel Geld verdienen. „Wir bauen unser Geschäft durch die Stärkung der eigenen Forschung, durch Allianzen und durch gezielte Zukäufe aus“, wird Joachim Schneider, Leiter des Geschäftsbereichs Bioscience, in der FAZ zitiert.
Einen Aspekt aus Monheim nutzt die RP auch für ihre Lokal-Titelseite und stellt das Forschungslabor für Schüler der Stufen acht bis dreizehn vor, das in knapp einem Jahr von über 1000 Schülern aus der Region genutzt wurde. Das Bild mit zwei experimentierenden Schülern hat CropScience dankenswerterweise zur Verfügung gestellt.
Im Wirtschaftsteil der RP (nicht online) verrät Friedrich Berschauer, Chef von Bayer CropScience, übrigens auch etwas über den kommenden Bayer-Vorstandsvorsitzenden Marijn Dekkers: „Ich habe meinen künftigen Chef am Dienstag eine halbe Stunde lang gesprochen, er ist eine beeindruckende Persönlichkeit.“

„Einigkeit“ und „Recht“ und „Freiheit“ gehen auf die Zielgerade: Anzeiger, RP und Radio Leverkusen melden den Schlussspurt von dem Klipper, dem Aalschokker und der Tjalk auf dem Weg zur neuen Schiffsbrücke in der Wuppermündung. Pünktlich zur Regionale 2010 soll die Brücke nach 15 Jahren Sanierung fertig sein. Der Förderverein stellte die Modelle der Schiffe im Maßstab 1 zu 25 und das neue Logo mit den stilisierten Schiffen auf blauer Wupper vor.

Über einen „deutlichen Anstieg“ psychischer Störungen am Arbeitsplatz berichtet Currenta-Betriebsrat Klaus Hebert-Okon im Interview mit der RP.

Radio Leverkusen erschreckt uns noch mit dieser Überschrift: „Forderungen nach Amoklauf“. Es handelt sich aber zum Glück nur um Forderungen nach geeigneteren Maßnahmen gegen Amokläufe, die die Deutsche Polizeigewerkschaft nach dem Amoklauf in Ansbach nun wiederholt hat.

Kultur: Anzeiger und RP staunen über die „Wundertüte“ der Schlebuscher Gesamtschüler beim Schülertheaterfestival im Forum.

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