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Mietspiegel 2013: Die Welt in Ordnung

Der „Arbeitskreis Mietspiegel Leverkusen“ legt den Mietspiegel 2013 für die Stadt vor. Die Tabelle ist ab dem 1. September verbindlich.

Man ist das kaum noch gewohnt: Neuigkeiten künden von Unbilden, Katastrophen, zuallermindest von nahendem Unheil. Insbesondere dann, wenn es um Geld und Prozentzahlen geht. Und dann treten Donnerstagnachmittag im Rathaus sieben dunkel gekleidete Herren und eine dunkel gekleidete Dame der lokalen Presse gegenüber und fassen ihre Neuigkeit so zusammen: „Man kann sagen, dass die Welt hier noch weitgehend in Ordnung ist.“ So formulierte es Dr. Thomas Gutknecht, Vorsitzender des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer-Vereins Leverkusen und Umgebung. Was Gutknecht, Birgit Maaß von der städtischen Statistikstelle und die übrigen sechs Herren so froh vorstellten, war der neue Mietspiegel für Leverkusen. Die letzte tabellarische Auflistung über die ortsüblichen Wohnungsmieten war 2011 erstellt worden, und da eine Kommune angehalten ist, mindestens alle zwei Jahre einen neuen Mietspiegel vorzulegen, war es nun wieder soweit. Der neue gilt ab dem Stichtag 1. September.

Spektakulär unspektakulär also die Steigerungen, die in der Diktion der Runde auch nur „Anpassungen“ hießen: Die „Anpassungen“ seien „sehr moderat ausgefallen“, noch unter der Inflationsrate. In gerade mal 23 der 60 Werte habe es überhaupt Veränderungen gegeben, erläuterte Maaß. Noch den größten Sprung um bis zu 25 Cent seien bei Wohnungen mit 90 Quadratmetern und mehr zu verzeichnen, und das weitgehend unabhängig von Baujahr oder Lage. Insgesamt lägen die Mittelwerte abhängig von der Baualtersklasse, der Lage und der Größe der Wohnung zwischen 5,10 Euro und 9,45 Euro, jeweils bezogen auf die Netto-Kalt-Miete, also ohne Betriebskosten.

Geordnete Mietpreise statt Exzesse

WGL-Chef Wolfgang Mues variierte die Heile-Welt-Metapher dann auch noch etwas poetischer: „Man kann sagen, dass sich die Welt hier noch in geordneten Mietpreisen darstellt.“ Mehr Ordnung braucht kein Mensch. Im landauf, landab wütenden Sturm explodierender Mietpreise ist Leverkusen also ein behaglicher Hort glückseliger Anpassungen im Prozentbereich einer durchschnittlichen Sparbuchverzinsung. Von den „Exzessen“ in Metropolen wie Köln oder Düsseldorf, wo binnen nur eines Jahres zum Teil „Steigerungen“ (nicht „Anpassungen“) um 8 oder gar 9 Prozent zu verzeichnen seien, sei man weit entfernt.

Und zu was so ein Mietspiegel eigentlich zunutze ist? Es sei „ein Friedensinstrument“, erläuterte André Juffern vom Mieterverein Leverkusen, für zerstrittene Mieter und Vermieter sowie Arbeitsgerät für vereidigte Sachverständige. Jürgen Späker vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Leverkusen erklärte, wer sich außerdem am Mietspiegel zu orientieren pflege: „Es gibt verschiedene Akteure auf dem Immobilienmarkt“, außer Käufern und Verkäufern seien das auch Makler „oder Investoren, die darüber entscheiden, wie sie ihr Geld möglichst gewinnbringend aufwenden wollen.“ Und nebenbei stünden auch die Kommunen im Wettbewerb untereinander, erinnerte Gutknecht mahnend: denn wenn so ein Mietspiegel möglicherweise gar einen negativen Trend aufweise, könne das einen Domino-Effekt nach sich ziehen.

Günstiger Wohnraum Sache der Politik

Was das derzeit oft beschworene Ringen um günstigen Wohnraum angeht, verwiesen die anwesenden Vertreter übrigens gleich vorbeugend auf die Politik: „Der freie Markt kann das nicht leisten“, betonte Gutknecht, „dieses Postulat aus der Politik ist nur mit Förderung möglich.“ Womit an diesem Nachmittag beiläufig die Grenzen des Marktliberalismus auch in einer geordneten Welt ausgemessen waren.

Der Mietspiegel ist gegen eine Schutzgebühr von 5 Euro unter anderem per E-Mail als pdf-Dokument erhältlich, Bestellungen werden unter statistik@stadt.leverkusen.de erbeten.

Um den Mietspiegel zu ermitteln, treten in Leverkusen die fünf Mitglieder des „Arbeitskreises Mietspiegel Leverkusen“ zusammen:

  • Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer-Verein Leverkusen und Umgebung e.V.
  • Mieterverein Leverkusen und Umgebung e.V.
  • Leverkusener Immobilienbörse
  • Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Leverkusen
  • Stadtverwaltung

sowie die Wohnungsgesellschaft Leverkusen GmbH und Vivawest Wohnen GmbH.

Der erste Mietspiegel vergleichbar der jetzigen Form, wurde übrigens 1975 von „Haus- und Grund“, „Mieterverein“ und Stadt Leverkusen 1975 unterschrieben.

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Neues vom Prinzip Hoffnung

Showdown auf Seite C2: Die Rheinische Post ballert dort bevorstehende politische Personalentscheidungen in Leverkusen nur so raus. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus Hupperth verrät der RP: Grüne und SPD könnten sich den Posten des ersten Bürgermeisters teilen, Eva Lux (SPD) die ersten, Roswitha Arnold (Grüne) die zweiten 2,5 Jahre das Amt bekleiden. Das Vorschlagsrecht für den Posten des zweiten Bürgermeisters trete die CDU an Juniorpartner FDP ab, die habe bereits den Opladener Ratsherrn Friedhelm Busch nominiert.
Auch in den Stadtbezirken deuten sich laut RP Änderungen an: Raimund Gietzen (CDU) bleibe Vorsteher im Bezirk III, im Bezirk II solle Rainer Schiefer (CDU) Heinz-Gerd Bast (SPD)* als Vorsteher ablösen, Bezirk I scheine an die SPD zu gehen.
Im Stadtrat wolle das Bündnis von CDU, FDP und OWG-UWG, dem vier Stimmen zur Mehrheit fehlen, „weitgehend gemeinsam arbeiten und abstimmen“. Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Walter Mende kommt zu Wort: Die SPD werde „keine Politik der verbrannten Erde betreiben“ – wenn CDU-Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn vernünftig auftrete und versöhne „statt zu spalten“ (selig sei Johannes Rau). Heute wollen sich SPD und CDU auf gemeinsame Wahllisten einigen – um ein „Polit-Drama“ am Montag im Rat zu vermeiden, wie die RP schreibt.

Hupperth darf auch noch einmal betonen: „Unsere Verhandlungen mit der Bürgerliste sind an Schoofs gescheitert.“ Und Ulrich Schütz holt im Kommentar dazu die schwersten Geschütze hervor, die bei der RP bereit stehen: „Klaus Hupperth ist Katholik“, beginnt er und zeichnet einen CDU-Fraktionsvorsitzenden, der wie ein milder Samariter noch einmal auf Bürgerliste und Erhard Schoofs zugegangen – und wieder enttäuscht worden sei: „Es hat einfach keinen Sinn mit ihm“, resümiert Hupperth, der laut Schütz doch „das Prinzip Hoffnung schon vom Glauben her im Herzen“ führe.

Das Prinzip Hoffnung gilt auch weiterhin für die DyStar-Mitarbeiter. Weitere unerfreuliche Folgen der DyStar-Pleite erläutert der Leverkusener Anzeiger an einem prominenten Beispiel: SPD-Ratsherr Ferdinand Feller ist seit zwei Jahren DyStar-Vorruheständler und erhält nun nicht mehr seine im Auflösungsvertrag vereinbarte monatliche Ausgleichszahlung. So wie er seien sicher viele andere Frührentner betroffen, mutmaßt Feller. Was den Industriemeister besonders ärgert: „Vom Unternehmen gibt es bis heute keinerlei Information“, zitiert ihn der Anzeiger.

Stärker zur Kasse bitten will der Sportpark Leverkusen laut RP die Leverkusener Vereine: Weil von der Energieversorgung Leverkusen (EVL) statt 6,5 nur 3,2 Millionen Euro geflossen seien und zudem die Zahl der Badbesucher hinter den Erwartungen geblieben sei, stehe beim Sportpark für das laufende Geschäftsjahr nun ein Minus von 364.000 Euro zu Buche.

Großes Thema bei Anzeiger und RP ist der Impfstoff für die Schweinegrippe, der morgen in Leverkusen ankomme und mit dem zunächst Rettungskräfte, Polizei und Feuerwehr versorgt werden sollen. Mitte November beginne dann die Impfung für die Bürger, teilte Amtsarzt Dr. Hans-Eckard Linstaedt auf einer Pressekonferenz mit. Die RP hat sogar gleich zwei Artikel zum Thema im Blatt, auf Seite C4 heißt die Schweinegrippe „neue Grippe“.

Zum 90. Geburtstag gratuliert der Anzeiger kurz Walter Bauer, der einst als Leverkusener Oberstadtdirektor von 1963 bis 1975 die Neugestaltung der Leverkusener City mitprägte.

Der einzige RP-Artikel, der es heute ins Internet geschafft hat, ist die Recherche nach Winterreifen in Leverkusen. Ergebnis: Fast keine mehr da, Bestellungen würden von den Händlern derzeit nur „ohne Termin“ angenommen. (Nachtrag: Ein paar mehr RP-Artikel sind jetzt auch online und auch hier verlinkt)

Der Anzeiger macht seinen Lokalteil heute mit einem Chemie-Workshop in den Ferien für Schüler bei Lanxess auf: „Gymnasiasten experimentieren mit Kautschuk.“

„Drastisch gesunken“ sei in Leverkusen in 2009 bislang die Zahl der Baugenehmigungen, berichtet Susanne Trösser vom Rheinischen Immobilienservice der RP. Ursache: Die Wirtschaftskrise. Klaus Seggewiss von der städtischen Bauaufsicht und Klaus Schuster von Bauunternehmen Paeschke sehen das hingegen nicht so dramatisch.

Zum Welt-Psoriasis-Tag richtet eine regionale Selbsthilfegruppe am Sonntag in Schloss Eicherhof in Leichlingen einen Informationstag zu Hautkrankheiten aus, kündigt der Anzeiger mit einem Porträt der Gründerin der Selbsthilfegruppe, Christine Schüller, an.

Bei einem Ausdauertest für Anwärter auf eine Ausbildung bei der Feuerwehr Leverkusen auf dem Sportplatz Birkenberg war die RP dabei. Feuerwehrausbildungsleiterin Bärbel Wiechert: „Der Ausdauerlauf ist der Knackpunkt.“

Von Opladen in die Fixheide in ehemalige Gaststätte Gaskessel zieht der Farbhandel „Rheinland Color“, meldet die RP.

Kultur: Die RP schaut auf die Shuttle-Nacht der Leverkusener Initiative für Kunst und Kultur (LIKK), die am Samstag mit 23 Bands in elf Kneipen und einem Bus Opladen und Wiesdorf beschallt.
Der Anzeiger wirft einen Blick auf die „Kunst in Schlebuscher Schaufenstern“.

*Korrektur: Natürlich gehört Heinz-Gerd Bast der SPD an, nicht der CDU – ich bitte, den Irrtum zu entschuldigen!

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