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ECE: „Jammern gehört ins Archiv“ – Rettung für die Werkselfen?

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Donnerstag, 4. Februar 2010:
Noch 22 Tage bis zur Eröffnung der ECE Rathaus-Galerie in Wiesdorf. +++ Der DyStar-Verkauf an Kiri ist vollzogen. +++ Heute letzte Lesung in der Buchhandlung Zentral Antiquariat. +++ Lokalsport: Fusionieren die Bayer-Werkselfen mit einem Zweitligisten?
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Altersarmut in Leverkusen nimmt zu

Einem zunehmend drängenden Thema widmet sich der Leverkusener Anzeiger heute auf seiner ersten Lokalseite: Der Altersarmut. Zahlen der Gewerkschaft Verdi und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zeigen, dass die Zahl der Rentner mit Minijobs in Leverkusen in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen ist: Während 2003 noch 918 Rentner mit einer geringfügigen Beschäftigung hinzuverdienten, seien es vier Jahre später bereits 1196 Rentner gewesen. „Wer als Rentner arbeitet, der macht das in der Regel nicht aus Spaß“, zitiert der Anzeiger Ernst Busch, Geschäftsführer der NGG-Region Köln. Ein großes Problem seien Dumpinglöhne, das Thema passt also bestens in die Mindestlohn-Debatte: Denn Lohnarmut von heute sei „die Altersarmut von morgen“.
Mit Leverkusens Sozialdezernenten Frank Stein über Altersarmut in Leverkusen gesprochen hat Thomas Esch in einem Interview, das dem Bericht beigestellt ist. Stein bestätigt, dass die Zahl der Rentner, die die städtische Sozialkasse in Anspruch nehmen, in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen sei. Und er befürwortet einen existenzsichernden Mindestlohn, zumal es derzeit viele „Aufstocker“ gebe, also Erwerbstätige, die zusätzlich zum Gehalt Hartz IV beziehen: „Hier tickt eine Zeitbombe.“
Einige Links zum Thema: Auf der Seite der Initiative Mindestlohn kann man Dumpinglöhne melden, dazu die Einträge zu „Altersarmut“ in der Wikipedia und im „PflegeWiki“.

Eine gute Nachricht hat die Rheinische Post vom demographisch anderen Ende der Erwerbstätigkeit (leider nicht online): Die Wirtschaftskrise habe den Ausbildungsmarkt in Leverkusen und dem Rheinisch-Bergischen Kreis weniger geschwächt als befürchtet, teilt die RP unter Bezugnahme auf Zahlen der Arbeitsagentur, der Kreishandwerkerschaft sowie der Industrie- und Handelskammer mit: 114 Jugendliche hätten bis Oktober noch keinen Ausbildungsplatz gefunden, im Vorjahr seien es 151 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz gewesen.

Und wer schlau ist, sorgt rechtzeitig vor: Von einer Kooperation der Opladener Marienschule mit der AOK Rheinland/Hamburg für eine bessere Berufswahlorientierung für die Schüler berichtet die RP (leider auch nicht online).

Ohne Ergebnis blieben die Verhandlungen über die Wiederaufnahme der Energielieferung an DyStar: Über den Stand der Gespräche zwischen Insolvenzverwalter Stephan Laubereau und Chempark-Betreiber Currenta informiert der Anzeiger. Die Verhandlungen gingen weiter, „noch diese Woche“ solle die Energie wieder fließen, wird ein hoffnungsfroher Laubereau zitiert.

Auch von der nächsten Insolvenz in Leverkusen weiß der Anzeiger: Die Bäckerei Müller hat Insolvenz angemeldet. Wir lernen also einen weiteren Insolvenzverwalter kennen: Rechtsanwalt Jörg Bornheimer wird für den Betrieb der Geschäftsführer Norbert Müller senior und junior mit Stammsitz in Pattscheid und zehn Filialen im Stadtgebiet sowie in den Nachbargemeinden Burscheid, Leichlingen und Solingen, die Insolvenz abwickeln. Bornheimer könnte möglicherweise einen respektablen Schnitt erzielen: Laut Anzeiger gibt es offenbar bereits Interessenten für einige der Müller-Filialen.

Die RP macht ihren Leverkusener Lokalteil heute mit den Anwohner-Protesten über die CO-Pipeline, die Bayer zwischen den Werken Dormagen und Krefeld bauen will, auf.

Der Ungleichbehandlung von Radfahrern in Wiesdorf und Opladen nimmt sich die RP knapp an: Auf der Rialtobrücke darf immer geradelt werden, in der Opladener Fußgängerzone hingegen nur zwischen 19 und 9 Uhr. Kommentator Stefan Schneider fordert: „Gleiches Recht für alle!“

Imposante Ansichten auf die Fortschritte am Schwimmbad Talstraße in Opladen aus der Vogelperspektive sind bei der RP auf der zweiten Seite versteckt. Zum Test der Dichtigkeit wird in dieser Woche bereits Wasser in die sanierten Außenbecken eingelassen. Das Bad soll im Sommer 2010 öffnen.

Fünf Aussteller aus Leverkusen sind bei der heute in Frankfurt beginnenden Buchmesse dabei, hat Radio Leverkusen gezählt. Mit dabei laut RL: „Der Sachbuch-Verlag Budrich aus Opladen, der Hörbuchverlag Titania aus Lützenkirchen und der Hitdorfer Drachenmond-Verlag.“ Fehlen noch: Die „Handelsagentur Soo!Hoo!“ von Frank Witt und der Fotograf Jürgen Keil. Und natürlich einige Leverkusener, die nicht als Aussteller dort sind.

Das darf einem der Leverkusener Politzirkus schon wert sein: Interessierte Bürger müssen sich Karten sichern, wollen sie dabei sein, wenn sich der neue Rat mit dem neuen Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn am Montag, 26. Oktober, konstituiert. Die Karten sind selbstverständlich kostenlos, die Stadtverwaltung möchte damit nach eigener Auskunft nur einen erwartet großen Andrang im Ratssaal ordnen.

Diese Karten kosten, aber dafür wird dann auch gesungen – hier kommt die Kultur: Die RP war bei den Proben zum ersten Konzert des Städtischen Chores Leverkusen unter der Leitung des neuen Chefs Michael Utz. Das Konzert mit Stücken von Haydn, Händel und Bach veranstaltet der Chor am Donenrstag, 29. Oktober, um 20 Uhr in der Friedenskirche in der Waldsiedlung.

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„Jamaika Wirklichkeit werden lassen“

Der Leverkusener Anzeiger hat genüsslich die Reaktionen auf die am Samstag auf der ersten Lokalseite veröffentlichten Spekulationen um eine „Jamaika-Koalition“ im Stadtrat eingesammelt. CDU-Fraktionschef Klaus Hupperth bestätigt laut Anzeiger etwas umständlich: „Es ist der erklärte Wille des künftigen Oberbürgermeisters Buchhorn, der Parteivorsitzenden Ursula Monheim und der Fraktionsführung der CDU, den Versuch zu unternehmen, Jamaika Wirklichkeit werden zu lassen.“ Gespräche mit den für ein solches Bündnis angedachten Parteien (FDP, Freie Wähler und Grüne) hätten allseits grundsätzliche Bereitschaft ergeben; freilich hält sich Hupperth das Hintertürchen für eine Große Koalition mit der SPD doch lieber noch offen: Diese seien „politische Gegner, aber keine Feinde“.

Der Gegner, der kein Feind ist, kommt in der Rheinischen Post zu Wort. Dort warnt Fraktionschef Dr. Walter Mende nachdrücklich vor dem bunten Bündnis und verweist auf die daraus resultierende knappe Mehrheit von zwei Stimmen, die bisweilen die Rechtsradikalen von Pro NRW zum Mehrheitsbeschaffer für „Jamaika“ werden lassen könne. Mende in der RP: „Das kann doch keiner wollen.“ Mende zeigt sich auch unbegeistert über die Spekulation, nicht einen Vertreter der zweitstärksten Fraktion im Rat (nämlich die SPD), sondern Roswitha Arnold vom avisierten CDU-Bündnispartner Grüne zur Ersten Bürgermeisterin zu küren. Arnold und Hupperth betonen derweil unisono (wiewohl getrennt: hier und hier), über Posten sei noch gar nicht diskutiert worden.

Der Anzeiger staunt über Dr. Thomas Portz, der als Kölner Kandidat für die CDU den Wahlkreis Leverkusen/Köln-Mülheim bei den bevorstehenden Bundestagswahlen gewinnen will – und das ganz ohne den erfahrenen Leverkusener Wahlkampfmanager Stefan Seide, dessen Hilfe Portz laut Anzeiger auch nichts gekostet hätte. In Leverkusen entscheiden rund 25.000 Wähler mehr über den Kandidaten als im Kölner Teil des Wahlkreises, aber der Kölner Portz ist gewiss: „Ich sehe die Notwendigkeit nicht.“ Fazit im Anzeiger: „Statt Wahlkampf kann Stefan Seide recht ausgiebig Urlaub machen.“ Vielleicht hat Portz aber auch einfach schon ausreichend Ärzte und Apotheker aus Leverkusen hinter sich bringen können.

Freie Fahrt für freie Bürger: Radio Leverkusen meldet, dass die Verkehrsbehinderungen im Rahmen der Sanierung der Y-Brücke in Wiesdorf ab sofort Geschichte sind. Und noch dicker soll es eigentlich ab März 2010 auf dem Willy-Brandt-Ring kommen, wo der zweite Abschnitt saniert werden soll. Aber die RP meldet heute, dass Reinhard Gerlich, der Chef der Technischen Betriebe Leverkusen (TBL) die Sanierung auf 2012 verschieben will. Begründung: Die Eröffnung des ECE-Center 2010, die Frauenfußball-WM 2011 sowie das mögliche Ausschöpfen von Fördergeldern aus Töpfen des Landes 2012. Der Verwaltungsrat entscheidet am 15. September über die Vorlage.

Ärger mit dem Verkehr hatten offenbar auch die Anwohner rund um den Stadtpark während des Länderspiels in der BayArena am Samstag, was die RP zu einem Nachklapp zu dem Spiel animiert. Der Anzeiger berichtet von der geschlossenen Kooperation zwischen Bayer AG und DFB zugunsten von kranken und behinderten Kindern. Bei Bayer 04-TV erläutern Bayer-Vorstandschef Werner Wenning und DFB-Präsident Theo Zwanziger diese Zusammenarbeit. Der Fußball-Verband Mittelrhein meldet indes, dass sein Präsident Alfred Vianden, bereits häufiger in Erscheinung getreten als Förderer des Frauenfußballs, von Zwanziger ebenfalls am Samstag zum neuen Vorsitzenden der WM-OK-Außenstelle Leverkusen zur Frauenfußball-WM 2011 ernannt wurde.

Radio Leverkusen meldet, dass der Stadtkämmerer derzeit auf eine millionenschwere Rückzahlung vom Land hofft: Für den Aufbau Ost habe die Stadt rund 12 Millionen zu viel gezahlt. Neues (mehr oder weniger) vom Verkehrskonzept für Hitdorf berichtet die RP. Über das neuerliche Verschieben von 100 betriebsbedingten Kündigungen beim Burscheider Automobilzulieferer Federal Mogul berichtet die RP. Der Anzeiger berichtet, dass im Kombibad Opladen im Wiembachtal die Böden fürs Becken gegossen wurden.

Kultur: Bei Anzeiger und RP wird jeweils (hier, bei der RP leider nicht online) das Konzert des Bayer Frauenchors in der Herz-Jesu-Kirche gewürdigt, und der Anzeiger blickt schon auf das Schüler-Theaterfestival ab Freitag im Forum.

Und schließlich: Die WDR-Lokalzeit machte gestern das nette Wetter heute schmackhaft (ab Minute 27:00)mit hübschen Bildern vom Nachwuchs der afrikanischen Zwergziegen im Tierpark Reuschenberg. Süüüß!

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