Schlagwort-Archive: Landgericht Köln

Stewardessen-Alarm im maritimen Leverkusen

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Freitag, 12. Februar 2010:
Weiberfastnacht bei den Leverkusener Zeitungsredaktionen. +++ Stewardessen-Flut in Leverkusen? +++ 10,8 Grad Celsius: Leverkusen ist zweitwärmste Stadt Deutschlands. +++ Lokalsport: Zwei Leverkusener in Europas Mannschaft des Monats.
Weiterlesen

Advertisements

2 Kommentare

Eingeordnet unter Presseschau

DyStar zu 20 Prozent wieder in Betrieb

Gestern war die Rheinische Post online zwar deutlich schneller als der Leverkusener Anzeiger, heute im Blatt weiß der aber mehr über die wieder angelaufene Produktion bei DyStar in Leverkusen zu berichten: Die unterzeichneten Verträge mit Chempark-Betreiber Currenta zur Lieferung von Energie gelten laut Currenta-Sprecher Jürgen Gemke für die Zeit der vorläufigen Insolvenz, also bis Ende Dezember. Und produziert würden vorläufig nur Vorprodukte für die Nachbarn Bayer MaterialScience und Lanxess – denn die zahlen sofort. Zu 20 Prozent sei die Textilfarbenfabrik damit ausgelastet. Auch nähere Hintergründe kennt der Anzeiger: Bis unmittelbar vor dem Insolvenzantrag am 28. September habe man bei DyStar mit einem asiatischen Investor verhandelt, diese Verhandlungen seien jedoch gescheitert. Außerdem gibt es laut Anzeiger Entwarnung für die DyStar-Rentner: Der Pensionssicherungsverein werde die Betriebsrenten im Insolvenzfall fortführen.

Die Leverkusener CDU schickt Rüdiger Scholz ins Rennen um die Landtagswahl. Das weiß nun wieder nur die RP, für den Anzeiger kam diese Entscheidung wohl zu spät. Scholz setzte sich gestern Abend gegen die Mitbewerber Albrecht Omankowsky und Rainer Ewig durch und folgt damit als Kandidat auf die derzeitige Landtagsabgeordnete Ursula Monheim. Auch leverkusen.com war schnell mit dieser Meldung.
Immerhin meldet der Anzeiger nun auch, dass für die SPD Eva Lux, frischgebackene Bürgermeisterin von Leverkusen, in den Landtag einziehen will. Die Genossen entscheiden am Freitag, 30. Oktober, über die Nominierung, bislang sei Lux die einzige Bewerberin in Reihen der Sozialdemokraten.

Den Austritt von Hans Erich Müller aus der Bürgerliste hievt die RP auf ihre erste Lokalseite. Sein Mandat in der Bezirksvertretung II nimmt Müller freilich mit. Erhard Schoofs erklärte laut RP, die Fraktion „ist über Müllers Abschied nicht sonderlich traurig“, allzu oft habe Müller sich nicht an Beschlüsse der Bürgerliste gehalten. Offenbar hatte Müller zuvor dem SPD-Kandidaten Heinz-Gerd Bast in der Bezirksvertretung seine Stimme für das Amt des Vorstehers verweigert, der daraufhin sein Mandat zurückgab. Der Stadt habe Müller mitgeteilt, er bliebe nun fraktionslos.

Beim Anzeiger ist in der Überschrift die „Schweinepest“ ausgebrochen, im Artikel geht es dann aber doch wieder um die Schweinegrippe, bzw. um das eher geringe Interesse an der Impfung gegen sie. Dabei hat sich nun auch der erste Bürger der Stadt, Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn, pieksen lassen, wie die RP auf ihrer ersten Lokalseite fotografisch dokumentiert. Mit ihm nutzten 104 weitere Leverkusener die Chance am ersten Impftag. Amtsarzt Dr. Heinz Stammel hofft, dass sich 153.500 von den 162.000 Leverkusenern impfen lassen, das wäre „optimal“. Stammel selbst hat sich freilich noch nicht impfen lassen.

Zu vier Jahre Haft verurteilte das Landgericht Köln einen 31-jährigen Leverkusener, der im April 2007 eine Kraftfahrerin am Parkplatz Kurtekotten überfallen hatte, aber erst in diesem Jahr aufgrund von DNA-Spuren überführt werden konnte. Bei der Urteilsverkündung waren Anzeiger und RP dabei.

Außerdem: „Neues von der Bahnstadt Opladen verspricht der Anzeiger: Im einstigen Werkscasino an der Werkstättenstraße liegen die Pläne zum Baufortschritt aus. Über die „Maßgeblichen Veränderungen“ im Rahmen der Neuordnung der Pfarrgemeinderäte im Erzbistum berichtet heute auch der Anzeiger. Bekim Hoxhai vom TuS Rheindorf ist Europameister im Thaiboxen, meldet der Anzeiger. Für ihren Einsatz nach dem Amoklauf von Winnenden ausgezeichnet wurde die Psychologin Kerstin Weidner, meldet der Anzeiger. Die Hauptschule Im Hederichsfeld in Oplaen muss ihren Sportunterricht nach Bürrig auslagern, berichtet die RP. Mit Pop-Art-Glamour schmückt sich Lanxess: Dass es im Warhol-Museum in Pittsburgh eine Kautschuk-Schau gibt, weiß auch die RP, allerdings nur im Print. Und Biofrontera gibt bekannt, dass sich die Zahl ihrer Aktionäre seit Jahresbeginn auf insgesamt rund 1200 vervierfacht hat.

Kultur: Den Fotografen Thomas Lüttgen und seine Bilder aus Afrika präsentiert heute die RP. Die Aufführung von „Les Arpenteurs“ auf Einladung der Bayer Kultur im Erholungshaus besuchte Monika Klein für die RP . In den „Jungen Zeiten“ im Anzeiger stellt Frank Weiffen heute den Leverkusener Musiker David Posor vor, der sich mit den Möglichkeiten des Internets bereits bestens arrangiert hat. Den Städtischen Chor Leverkusen unter der neuen Leitung von Michael Utz hat der Anzeiger vor seinem ersten Konzert (heute um 10 Uhr in der Friedenskirche an der Merziger Straße) besucht. Und die RP weiß auch von der neuen Ausstellung in der Kunststation im Klinikum Leverkusen sowie von einer Ausstellung mit Acrylbildern bei der Spedition Niesen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Presseschau

Jobversorgung in Leverkusen top

Ausnahmsweise mal positive Nachrichten aus den Wirtschaftsressorts: Bayer Material Science hebt die Arbeitszeitverkürzung wieder auf, wie auch Leverkusener Anzeiger (hier) und Rheinische Post (hier) melden: Ab November arbeiten die rund 4100 Beschäftigten wieder voll für vollen Lohn. Bayer hatte Arbeitszeit und Löhne Anfang Februar um knapp sieben Prozent reduziert.

Dem Raps die letzten Geheimnisse entlockt hat Bayer auch, nun freilich Bayer CropScience: Dort wurde, so die zweite Meldung des Tages aus der Bayer-Kommunikation, erstmals das gesamte Genom der Rapssorte Canola (lateinisch „Brassica napus“) sowie die darin enthaltenden Genome der Pflanzen Rübsen („Brassica rapa“) und Kohl („Brassica oleracea“) entschlüsselt. Was das nun für den Raps bedeutet, geht aus der Mitteilung nicht eindeutig hervor.

Bei einem Städteranking der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ und der WirtschaftsWoche mit insgesamt 50 Städten belegt Leverkusen Rang 29, zwischen Hagen und Kassel; Primus ist München, gefolgt von Münster, Hamburg und Düsseldorf, Köln liegt auf Rang 20. Bei der Arbeitsplatzversorgung ist Leverkusen sogar die beste Stadt: „2008 waren in Leverkusen 61,6 Prozent der Einwohner zwischen 15 und 64 Jahren abhängig beschäftigt. Im Durchschnitt aller untersuchten Großstädte liegt die Arbeitsplatzversorgung bei 55,9 Prozent“ Fazit: Die „Bayer-Stadt hat die beste Jobversorgung, fällt jedoch bei der Wirtschaftsdynamik ab“. Das detaillierte Ergebnis für Leverkusen ist hier abrufbar. Auch die Zeitungen berichten, hier die RP, hier der Stadt-Anzeiger.

Von einem Erfolg vor Gericht für die Energieversorgung Leverkusen (EVL) berichten die Zeitung für kommunale Wirtschaft (hier) und die RP: Die Tochterfirma „eprima“ des Wettbewerbers RWE darf nicht mehr in Haustürgeschäften und per Telefon in Leverkusen behaupten, RWE arbeite mit der EVL zusammen. Dies sei falsch, das Landgericht Köln wertete dies als „unlautere und wettbewerbswidrige Verkaufspraktiken“.

Beim Anzeiger angerufen hat das Büro des vorläufigen DyStar-Insolvenzverwalters Stephan Laubereau und erklärt, man werde gemeinsam mit der Arbeitsagentur eine „Koordinationsstelle“ einrichten und nach einer Lösung für die 21 ehemaligen DyStar-Mitarbeiter suchen, die nun ihre zugesagten Abfindungen in hoher fünfstelliger Höhe nicht erhalten. In der RP schimpft Bodo Wilms, seines Zeichens Bezirksleiter Leverkusen der Gewerkschaft IG BCE, gegen DyStar-Eigentümer Platinum Equity, diese begehe „Vertragsbruch“: „Die Arbeitnehmer haben jederzeit ihren Beitrag geleistet, aber der Arbeitgeber hat letztlich die Zusagen nicht eingehalten.“ Beide Artikel sind leider nicht online abrufbar.

Aber apropos IG BCE: Deren designierter neuer Vorsitzender Michael Vassiliadis begann seine Gewerkschaftskarriere einst bei Bayer in Leverkusen, vor seiner Wahl am Dienstag berichten unter anderem RP (bereits gestern) und WirtschaftsWoche.

Über die rund zehn Millionen Euro teuren neuen Laborräume am Klinikum Leverkusen berichten nun auch Anzeiger und RP, jeweils recht ausführlich, die RP freilich nicht online.

Auch die Bestätigung von Roswitha Arnold als Leverkusener Grünen-Chefin wird in den Zeitungen heute bestätigt.

Die RP macht ihren Lokalteil mit einer Reportage über mögliche „Hundehasser“ am Rhein bei Hitdorf auf: Dort legen Unbekannte offenbar mit Nägeln gespickte Stofffetzen aus.

Der Anzeiger zeigt auf der ersten Lokalseite das Bild von mehr 1000 Rheindorfer Schülern, die sich im Friedenspark zu einem Regenbogen formierten, und dazu das Friedensparklied „Farbenland“ sangen mit viel Text dazu. Die RP war auch da.

Bei einer Diskussion über das neue Kinderbildungsgesetz, kurz: KiBiZ, vor offenbar recht leeren Rängen haben Anzeiger und RP zugehört, auch beim „Markt der Möglichkeiten“ in Pattscheid , einer Messe fürden Klimaschutz waren Anzeiger und RP mit dabei.

Mit Thomas Röhrich vom Sporthaus Röhrich, das derzeit jeden Tag noch ein bisschen leerer gekauft wird, sprach Günter Müller für den Anzeiger. Röhrich betont, dass er weiter Geld verdienen will, nämlich mit seinem kleinen Laden im Soccer-Centor. Und dass die von ihm mitbetreute Basketball-Giants-League für Schulen demnächst wieder starte.

Gleich zwei mal geht es in der RP heute um Friseure: Auf Seite vier begutachtet Barbara Schmickler die neuen Frisurtrends für den Herbst, präsentiert von der Friseurinnung Bergisches Land („Die Dauerwelle kehrt zurück“), auf Seite drei wird über „Schwerpunktprüfung“ des Hauptzollamtes bei Friseurbetrieben in Leichlingen und Rhein-Berg (leider nicht online): Dabei flogen Fälle von Lohndumping auf, im Einzelfall wurden Stundenlöhne von 1,50 bis 5 Euro festgestellt.

Gestern schwärmte Eberhard Foest noch vom „Edel-Rost“, heute schiebt die RP hinterher, dass der für die Bahnstadt-Brücken vorgesehene Corten-Stahl vor allem wohl doch eine Sparmaßnahme ist. Paul Hebbel, Aufsichtsratsvorsitzender der Bahnstadt-Gesellschaft, jedenfalls wird so zitiert: „Wir haben uns für dieses Material entschieden, weil es geringe Folgekosten hat.“ Das Material müsse in 50 Jahren nicht ein mal gestrichen werden.

Kultur: Bei der konzertanten Aufführung der Händel-Oper Armida durch das Kammerorchester L’arte del mondo und dem türkischen Pera Ensemble auf Einladung der KulturStadtLev im Forum sahen eine offenbar angetane Monika Klein für die RP, ein nicht vollends überzeugter „gb“ für den Anzeiger – und außerdem auch der türkische Generalkonsul Mustafa Kemal Basa, von dem nicht überliefert ist, wie es ihm gefallen hat.
Der Anzeiger stellt vor der Leverkusener Kunstnacht am Freitag, 30. Oktober, den impressionistischen Maler Josef Schiefer aus Leverkusen.

Und für alle, die es gestern verpasst haben: Hier sind die Buchempfehlungen von Manfred Gottschalk von der Buchhandlung Gottschalk in Schlebusch gestern Nachmittag bei DeutschlandRadio Kultur. Als ein „besonders spannendes Buch“ empfiehlt er:
„Herr Mozart wacht auf“ von Eva Baronsky (Aufbau Verlag, 320 Seiten, 19 Euro). Als „besonders schönes Buch“ nennt er „Müller hoch drei“ von Burkhard Spinnen (Schöffling, 296 Seiten, 17,90 Euro). Sein persönlicher Lieblingstitel ist „Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón (Suhrkamp, 563 Seiten, 9,90 Euro). Und als das Buch, von dem man etwas lernen kann, nennt Gottschalk: „Die Farben meiner Seele. Die Lebensgeschichte der Frida Kahlo“ von, huch: Maren Gottschalk (Beltz & Gelberg, 220 Seiten, 16,95 Euro).

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Presseschau

Grüße aus der Provinz

Zum großen Wahlkampffinale steuern wir heute keine Stichworte mehr für die im Netz herumwabernden Cloudtags bei. Morgen wird entweder Thomas Portz (CDU) oder Karl Lauterbach (SPD) über den „Wahlkreis 102 Leverkusen – Köln IV“ direkt in den neuen Bundestag gewählt. Die Wähler aus der Provinz der Rheinischen Tiefebene haben damit die Wahl zwischen einem, der sich für die Interessen von Ärzten, Apothekern und dem Pflegepersonal engagieren will – und einem, der sich für eine klassenfreie Gesundheitspolitik einsetzt. Das war’s im Prinzip, aber mehr Themen würden uns Wähler vielleicht ohnehin nur überfordern. Leverkusener Anzeiger und Rheinische Post zeigen ihren Lesern schon einmal den Wahlzettel und Wahlleiter Rainer Häusler appelliert in beiden Blättern angesichts einer ernüchternden Briefwahlbeteiligung, am Sonntag an die Wahlurnen zu pilgern: „Es kann doch nicht sein, dass am Ende die Nichtwähler die stille Mehrheit bilden.“

Radio Leverkusen meldet übrigens unter Berufung auf Rainer Häusler, diesmal in seiner Funktion als Stadtkämmerer, dass die Einnahmen der Stadt aus der Gewerbesteuer 2010 noch niedriger ausfielen als kalkuliert.

Von der „großen“ Bundes- damit zur provinziellen Kommunalpolitik: Eine geradezu anrührende Hommage auf die Arbeit in die tiefsten Niederungen von Provinzpolitik, nämlich in der Bezirksvertretung des Stadtbezirks III, schreibt zur letzten Sitzung in der ablaufenden Wahlperiode Werner Röder: „Während bei der UN-Vollversammlung in New York, diesem Schaulaufen der Provokateure, oder dem G 20-Treffen in Pittsburgh Politiker, mit fürstlichen Apanagen ausgestattet, versuchen, mit Heißluftverbalismus die Welt zu retten, wird hier lokal diskutiert – und gehandelt.“
Die 26 einstimmigen Ergebnisse der letzten Sitzung, bei der unter anderem beschlossen wurde, einen Runden Tisch aus Umweltexperten der Fraktionen zur Zukunft des Ophovener Weihers einzuberufen, fasst Röder hier zusammen, die RP erzählt aus der gleichen Sitzung u.a. über den Beschluss, für eine besseren Busanbindung an die Linie 4 zu sorgen.

Apropos provinziell: Das Museum Morsbroich ist von der „Internationalen Vereinigung der Kunstkritiker“ (AICA) laut Anzeiger zum „Museum des Jahres 2009“ gekürt worden – und AICA-Jurymitglied Thomas Wulffen lobt laut Anzeiger doch tatsächlich so: „Das Museum zeigt, wie auch in der Provinz Ausstellungen mit internationalem Renommee gezeigt werden können.“ Wir gratulieren zu dieser Einsicht und grüßen nach Berlin.
Die nächste Provinz-Ausstellung kündigen Anzeiger und RP schon für Sonntag an, um 12 Uhr ist Eröffnung: Die Grafiketage zeigt bis zum 7. Februar Arbeiten von Michael Schoenholtz.

Ein Ende hat es für unsere Provinzzeitungen nun auch mit zwei Fortsetzungsromanen aus den Zuschauerbereichen im Landgericht Köln: Sowohl der Messerstecher aus Leichlingen als auch der Sexualstraftäter aus Manfort wurden am Freitag verurteilt, berichten Anzeiger (hier und hier) und RP (nur hier). Der Messerstecher wegen gefährlicher Körperverletzung für vier, der Sexualstraftäter wegen sexuellen Missbrauchs in zwei und Vergewaltigung in einem Fall für fünf Jahre Haft.

Wir wissen zwar noch nicht, wer demnächst unser Land regiert, aber wir kennen schon den „Ritter des Humors“: In der bevorstehenden Session wird der städtische Beigeordnete Marc Adomat Schwert und Schild zur Verteidigung des Narrentums in unserer Provinz halten, berichten Anzeiger und RP hier und hier.

Mit diesem vorläufigen Stimmungsbild geben wir zurück ins Hauptstadtstudio. Gibt es schon neue Hochrechnungen?

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Presseschau

Mehr Toleranz für Wupper-Flößer

Der Leverkusener Anzeiger erscheint in neuem Gewand: Ein neues Layout schmückt die Zeitung ab heute, Verleger Alfred Neven DuMont schreibt dazu auf Seite drei von einem „kleinen Sprung in die nächste Zukunft“. Und er weiß auch, wo die Zeitung auch in Zeiten des Internets „immer noch Meister ist“: Im Lokal- und Regionalbereich.

Und damit zur LevLog-Presseschau:

Der Vergangenheit von Marijn Dekkers, dem kommenden Vorstandsvorsitzenden der Bayer AG, als Tennistrainer bei Rot-Weiß Emmerich nachgespürt hat die Rheinische Post: Neben Dekkers Immatrikulationsfoto von der Universität Nimwegen berichten einstige Weggefährten von dem Tennisclub, bei dem sich Dekkers die eine oder andere Mark während seines Studiums als Trainer hinzuverdient habe. „Hart, aber gerecht“, sei er gewesen. „Er war ein richtig netter Kerl, der unglaublich angenehm im Umgang war“, wird ein einstiger Dekkers-Schützling zitiert. Ein Tennis-Crack als Bayer-Chef: Zieht da am Horizont ein Goldenes Zeitalter für den RTHC herauf?

Den Leverkusener CDU-Mann Bülent Arslan, der zweimal mit dem Versuch gescheitert war, sich als Kandidat für die Bundestagswahl aufstellen zu lassen, stellt die taz in einem Porträt vor und fragt in der Überschrift: „Kann ein Muslim CDU-Politik?“

Bei dem Wahlkampfauftritt von Sahra Wagenknecht in Leverkusen am Mittwoch war neben dem Anzeiger auch der Spiegel dabei.

Ab dem 20. Oktober hat die Schweinegrippe keine Zukunft mehr in Leverkusen: Dann wird geimpft! Das meldet Leverkusens Amtsarzt Hans-Eckhard Linstaedt. Rund 40.000 bis 50.000 Leverkusener würden sich impfen lassen, schätzt Linstaedt für den Anzeiger. RP und Radio Leverkusen berichten (hier und hier) schon von Leverkusener Kassenärzten, denen die Aufwandsentschädigung in Höhe von 4,09 Euro pro Impfung nicht hoch genug sei.

Thema in allen Medien ist die Grundsteinlegung für die Kinderklinik (inklusive einer „Komfortstation“) am Klinikum in Schlebusch. 23 Millionen kostet der Bau für 168 neue Betten, der 2012 bezugsfertig sein soll.

Mit dem Organisator der Wupper-Floßfahrt, Klaus Kirschey, hat die RP gesprochen. Nachdem Tierschützer sich beschwerten, dass die Fahrt bei einem Pegelstand unter 60 Zentimetern gestartet wurde, fordert Kirschey „mehr Toleranz“ für die „zufriedenen Teilnehmer“: Er habe „regelmäßig den Stand angefragt, und der lag bis Sonntagmorgen über 60 Zentimeter“. Auf dieser Seite sieht man, dass Kirschey seinen Schlaf an dem Tag (13.9.) offenbar recht früh aus hatte. In einem Leserbrief zwei RP-Seiten weiter klagt ein Mitglied des Sportanglervereins (SAV) Bayer Leverkusen: Die „Gaudiveranstaltung“ sei kontraproduktiv für die Bemühungen von Angelsportvereinen, Fischereiverbänden und Behörden in der Wupper Wanderfische wie Lachs und Meerforelle wieder heimisch werden zu lassen.

Ein weiteres Thema im Problemfeld „Mensch und Natur“ beleuchtet die RP ausführlich und spricht mit Leverkusener Jägern über das Ende der Schonzeit für die Kanada-Gänse am Hitdorfer Badesee.

Viele ihrer eigenen Aktionen präsentiert die Anzeiger-Lokalredaktion heute den Lesern: Die Serie „Mangelhaft“ mit besonders unansehnlichen Orten in Leverkusen ist auf der ersten Lokalseite, auf Lokalseite zwei wird der Leverkusener Schilderwald durchforstet und auf der „Journal“-Seite lädt ein Rätsel zur 5. Leverkusener Kunstnacht zum Mitmachen ein, im Mittelpunkt der Diepentaler Künstler Winfried Gille. Wann die 5. Leverkusener Kunstnacht ist, erfährt man u.a. hier: Am Freitag, 30. Oktober 2009, von 18 bis 24 Uhr.

Die Nachricht von den 61 Millionen Euro für Leverkusen aus dem Landeshaushalt für 2010 meldet jetzt auch der Anzeiger.

Auch im Anzeiger-Hauptblatt ist Leverkusen heute vertreten: Für eine Story über den blühenden Handel mit immer jüngeren Nachwuchsspielern auf der Themenseite im neuen Layout besuchte der Stadt-Anzeiger den Leverkusener Nachwuchskicker Dennis Krol. Der 18-jährige Krol spielte rund fünf Jahre beim FC Barcelona, bevor er 2009 wieder zu Bayer 04 nach Leverkusen zurückkehrte. (Dieses Porträt bestätigt immerhin die These, dass die Anzeiger-Sportredaktion sehr wohl weiß, welcher Verein im Einzugsgebiet die Referenzgröße zum Thema Fußball ist.) Hier noch ein Video mit Krol im Trikot des FC Barcelona, gefunden bei YouTube. Überschrift: Die große deutsche Hoffnung.

Ein wenig Politik gibt es heute auch in der RP (leider nicht online): Eine Woche vor der Bundestagswahl setzt die Redaktion ihre Kandidatenporträts mit Benedikt Vennemann von der FDP fort. Der Heilpädagoge und Immobilienkaufmann umreißt seine politischen Ziele, unter anderem will er, dass Leverkusen zukünftig eben nicht in Düsseldorf um Geld betteln muss: „Es kann nicht sein, dass die Kommunen komplett von der Gewerbesteuer abhängig sind.“ Aber, aber: Es gibt doch auch noch die Hundesteuer.

Von einem geplanten Warnsystem vor Kindesmisshandlung, an dem Jugendamt und Leverkusener Schulen arbeiten, berichtet die RP. Vom Prozessauftakt gegen einen mutmaßlichen Sexualstraftäter aus Manfort vor dem Landgericht Köln berichten Anzeiger und RP.

Kultur: Der Anzeiger empfiehlt die neue Komödie am „matchboxtheater“ in Hitdorf: Die Inszenierung des Broadway-Stücks „Jakes Frauen“ besteche „mit feinsinnigem Humor“. (Nächste Aufführungen: heute, Samstag, 19. 9., und Samstag, 26. 9., jeweils um 20 Uhr im Theater in der Hitdorfer Str. 169). Über die Inszenierung von Helge Schneiders „Mendy – Das Wusical“ von Schülern des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums berichtet die RP vom Schülertheaterfestival im Forum (die schräge Inszenierung stellte der Anzeiger schon vor zwei Wochen vor).

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Presseschau

Von der Freiheit des Draufloszeichnens

Die wichtigste Nachricht des Tages zuerst: René Adler hat den Kasten sauber gehalten! Und jetzt in die Niederungen der Bemühungen von uns übrigen Leverkusenern dafür, dass René weiter unbesorgt Bälle halten kann.

Nach der Wahl ist vor der Wahl, denkt sich Erhard Schoofs von der Bürgerliste und bietet der Presse eine Art Armutsbericht: Er fordert, Stadt und Rat müssen gegen fortschreitende Kinderarmut und gegen zusehends verfallende Wohnungen (Stichwort: Gagfah) vorgehen. Freilich weiß auch Schoofs: Stadt und Rat haben selbst kein Geld.

Gestern soll es, so hört man, Sondierungsgespräche zwischen Bürgerliste und SPD über Verbindendes und Trennendes im neuen Stadtrat gegeben haben. Das Thema Wohnungen könnte so ein verbindendes Thema sein, da aber haben die Sozialdemokraten nun schon einen Vorstoß mit ihrem Lieblingspartner, den Grünen, gewagt: SPD-Fraktionsgeschäftsführerin Nina Lepsius und Grünen-Ratsherr Gerd Wölwer stellten der Presse gestern einen gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen für ein neues Wohnungskonzept vor. Leverkusen habe bislang den Trend hin zu mehr Eigentumswohnungen verpasst. Ein Wohnungskonzept sei Aufgabe des Rats, betont Wölwer laut Anzeiger: „Wenn wir das dem freien Markt überlassen, geht das schief.“ Und in der RP ergänzt Lepsius: „Wir haben hier in der Stadt jahrelang viel zu investorenbezogen geplant. Das hat oft zu Widerständen gegen manche Projekte geführt.“

Eine Wohnung weniger gibt es bis auf weiteres jedenfalls in Wiesdorf: In Sachen Wohnungsbrand in der Breidenbachstraße nimmt die Geschichte nun eine möglicherweise kriminelle Wendung. Denn dass da etwas faul sein könnte, nachdem es vor elf Monaten gleich nebenan bereits einen verblüffend ähnlichen Einsatz gegeben hat, hat auch die Polizei bemerkt: „Wir schließen momentan nichts aus“, antwortet eine Polizei-Sprecherin auf die Frage, ob das auch kein Zufall sein könnte.

Der Anzeiger besuchte Cem Özdemirs Wahlkampftour-Auftritt in Wiesdorf, die RP berichtet weniger ausführlich und auch nicht online.

Während ich diese Zeilen schreibe, grübeln die Kollegen von Radio Leverkusen noch über ein kompliziertes Wort: Bislang im Angebot: „profezeit“. Das sah komisch aus, daher nun: „provezeit“. Hm. Es hat auf jeden Fall irgendetwas mit der IHK und mit Firmenpleiten zu tun. Radio Leverkusen berichtet auch von einem „Apell“. Wer auch immer dieser Apell (vielleicht der hier?) sein mag – jedenfalls richtet er sich an die Erstwähler und fordert dazu auf, wählen zu gehen. (Na, Hauptsache ist ja auch, sie können’s schön aussprechen.)

Die RP meldet den Erfolg von zwei weiteren TMD Friction-Gekündigten vor dem Arbeitsgericht. Von dem Prozessauftakt am Landgericht Köln gegen einen Leichlinger, der im August 2008 einen 24-jährigen Solinger am Leichlinger Bahnhof mit 16 Messerstichen lebensgefährlich verletzt hatte, berichten Anzeiger und RP.

Der neue OB hält Wort: Er hat bereits den ersten Job mit echten Perpektiven vergeben. Auf leverkusen.com meldet die CDU-Fraktion, dass Markus Märtens, bisheriger Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Leverkusen, neuer Büroleiter und persönlicher Referent von Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn wird. Also exakt der Job, den Buchhorn von 1999 bis 2004 für den OB Paul Hebbel erledigte.

Noch ein Pfarrer aus fernen Landen in der RP: Nach dem südindischen Pfarrer Jacob in Opladen gestern berichtet Sabine Wotzlaw heute vom Besuch des ugandischen Pfarrers Deusdedit Kirunga in der Realschule an der Wupper.

Nur im Print: Die RP widmet dem Lanxess-Jubiläum „100 Jahre Kautschuk“ (Am 12. 9. 1909 wurde Fritz Hoffmanns Patent für künstlichen Kautschuk angemeldet) eine Themenseite. Titel: „Die Gummi-Revolution“.

Kultur: Anzeiger und RP (nur im Print)berichten von der Ausstellungseröffnung in der Galerie im Forum mit Bildern von Hiltrud Gauf. Frank Weiffen im Anzeiger: „Die Werkschau zeigt Arbeiten, denen die Freiheit des ‚Draufloszeichnens‘ zugrunde liegt.“

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Presseschau