Schlagwort-Archive: Lanxess

Wo es nicht knallte

Wann zieht Lanxess denn nun eigentlich nach Köln?
Sie waren schon in Köln, in ihrer eigenen Arena, zumindest für die Jahreshauptversammlung gestern – „Höhepunkt der Axel-Heitmann-Performance“, wie der Leverkusener Anzeiger in seinem Lokalteil die optimistisch gesinnte Vorstellung des Lanxess-Vorstandsvorsitzenden preist. Beim Anzeiger in Köln ist man angesichts des neuen Global Player us Kölle aber offenbar etwas zurückhaltender geworden, nachdem der geplante Umzug aus Leverkusen wegen der Wirtschaftskrise auf Unbestimmt verschoben wurde. Der Bericht schafft es nur auf Seite drei im Wirtschaftsteil. Immerhin: „Der Lanxess-Umzug nach Köln rückt näher“, heißt es dort nun: Laut Heitmann solle Ende des Jahres über den Zeitpunkt entschieden werden. Das meldet auch die Rheinische Post.

Eine solche Ankündigung ist ja besser als nichts. Samstag, 29. Mai – was ist heute für Leverkusen anzukündigen?
Der Bombenfund am Donnerstag in Opladen beschäftigt die Zeitungen heute noch. Und es sieht ganz so aus, als könnte das Projekt Bahnstadt während seiner Umsetzung noch weitere Evakuierungen bedingen: Die RP zitiert Dieter Daenecke vom Kampfmittelräumdienst, es sei „davon auszugehen“, dass sich noch weitere Bomben im weiteren Umkreis befinden. So sei eine Luftbild-Auswertung in diesem Abschnitt der Werkstättenstraße nicht möglich gewesen.

Zum Glück ist ja nichts passiert.
Nichts passiert ist auch beim „Capital(k)“ der Sparkasse Leverkusen: Beim Gespräch zwischen dem Neoliberalen-Vertreteter Christian Lindner von der FDP und SPD-Urgestein Rudolf Dreßler habe es „nicht geknallt“, staunen der RP– wie der Anzeiger-Berichterstatter gleichermaßen. Aber auch ohne offenen Streit scheint es ein erhellender Abend gewesen zu sein.

Was machen die Bauvorhaben in Leverkusen?
Am „Karree im Dorf“ in Schlebusch konnte Richtfest gefeiert werden, was Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn dazu nutzte, gegen die Sparfüchse von der Bürgerliste zu schimpfen: Die hatten sein Vorhaben, dort ein Bürgerbüro nebst Polizeistützpunkt unterzubringen, mit Anzeigen bei der Kommunalaufsicht (erfolgreich) torpediert.

Was gibt es vom Sport?
Die RP stellt die sportlichen Ambitionen des FC Opladen 03 vor, den es am Birkenberg in die B-Ligen des Kreises Solingen zieht.

Und sonst?
Die RP berichtet heute über 100 Jahre RTHC-Ruderer und über den grenzübergreifenden Kulturaustausch der AG Leverkusener Künstler: Der beginnt mit der Ausstellung belgischer Künstler, die den Künstlerbunker in ein Kunsthuis verwandeln.

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Schnell und hell

Happy End für die Bogenschützen des BS Opladen?
So ist es. Allerdings nicht bei Werner Nolden, der das Bierbörsen-Areal angeboten hatte, sondern in Rheindorf finden sie künftig ihr Trainingsdomizil: Helmut Soelau, Leiter der städtischen Fachbereichs Schulen, stellt ihnen einen Fußballplatz an der Käthe-Kollwitz-Schule in Rheindorf zur Verfügung, berichtet die Rheinische Post heute.

Sehr erfreulich! Donnerstag, 27. Mai – für wen kämpfen die Tageszeitungen heute?
Heute ist der Landgasthof Gerfer in Edelrath an der Reihe: Seitdem der Edelrather Weg wegen einer Baustelle gesperrt ist, bleiben dort die Gäste aus. Der Leverkusener Anzeiger hievt das auf seine erste Lokalseite – und hat bei Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn schon offene Türen eingerannt: Die Baustelle werde ab sofort nur noch beizeiten gesperrt. „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass dieser Betrieb geringstmöglich behindert wird“, erklärt Buchhorn.

Vorbildlich!
Um Straßenverkehr geht es, im weitesten Sinne, auch im RP-Lokalaufmacher: Das Klinikum Leverkusen suche Rat bei Porsche, lesen wir dort.

Aha. Die Ärzte planen also schon für die Zeit nach ihrem Streik für höhere Löhne?
Neinnein. Es handelt sich um die Unternehmensberatung „Porsche Consulting“, die bei dem Autobauer die Prozessoptimierung vornahm und auch extern ihre Dienste anbietet. Im Klinikum sollte also bald vieles schneller gehen.

Das darf man von Porsche wohl erwarten. Andere Meldungen aus der Welt des Straßenverkehrs?
Nur indirekt: Die Opferschutzorganisation „Weißer Ring“ protestiert gegen einen Film über „Crash-Kid“ Andreas B., der am Donnerstag ausgestrahlt werden soll. Der Sohn eines Monheimer Lkw-Fahrers, der als 13-Jähriger immer wieder mit Sattelschleppern ausbüxte und mit 14 einen niederländischen Polizisten totfuhr, lebt inzwischen als verheirateter Familienvater in Leverkusen. Der Film, so die Kritik, biete B. neuerlich die Gelegenheit, sich wie ein Star darzustellen.

Dafür gibt’s heutzutage doch YouTube.
Zufällig finde ich heute dort eine fünfteilige, na: nennen wir es ruhig „Dokumentation“ einer „Rollertour durch Leverkusen“. Ein paar Jungs knattern durch Quettingen, Bergisch Neukirchen und Leichlingen – und filmen sich, ihre Kennzeichen und ihre Tachos bei einigen hoch interessanten Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung. Bergab schaffen sie sogar knapp ein paar Geschwindigkeitsübertretungen.

Respekt! Ist es besonders helle, das ins Netz zu stellen?
Man sollte sich den Spaß am Hobby nicht durch irgendwelche Spitzfindigkeiten trüben lassen. Aber die Polizei freut sich vielleicht, dass sie nicht mal aus Köln anreisen muss, um die Jungs bei ihren Missetaten zu beobachten.

Sollten die nicht sowieso lieber für gute Schulnoten büffeln?
Blödsinn. Wer will schon immer für gute Noten büffeln? Dass gute Noten längst nicht alles sind, das hat nun auch die Kandidatin für den Posten der Schulleitung an der Realschule am Stadtpark einsehen müssen. Sie war der Schulkonferenz von der Bezirksregierung als einzige Bewerberin vorgeschlagen worden, weil ihre Noten deutlich besser seien als die der Mitbewerberin. Die Konferenz lehnte aber zur Überraschung der Bezirksregierung dankend ab. Dort wird offenbar die derzeit bereits kommissarisch eingesetzte Leiterin vorgezogen – auch ohne Bestnoten. Nun zieht die verschmähte Bewerberin ihre Bewerbung zurück – damit ist der Weg frei für eine neue Ausschreibung.

Was wohl die Streber an der Schule daraus lernen?
Das könnte ihnen einen Schlag versetzen. Aber wer nicht dumm ist, der liest auch das Kleingedruckte. Denn wer das nicht tut, muss früher oder später bei der Verbraucherzentrale um Hilfe ersuchen. Die Leverkusener Dependance hat 2009 insgesamt 14.000 Menschen beraten und bat nun zum Pressegespräch, in dem sie auf die neuesten Risiken und Fallen hinwies.

Was gibt es aus der Welt der Wirtschaft?
Die RP blickt schon auf die Lanxess-Jahreshauptversammlung am Freitag, bei der in der Lanxess-Arena rund 2500 Aktionäre erwartet würden. Und wer alle drei Artikel in der RP über die Lanxess-Farbpigmente am „Soccer City“-Stadion in Johannesburg versäumt hat, für den fasst der Anzeiger das heute noch einmal kurz zusammen. Und auch zu Bayer gibt es zwei Meldungen in den Wirtschaftsteilen: Die Aufnahme des Leberkrebspräparates Nexavar in das staatliche Gesundheitssystem Großbritanniens sei durch die britische Sondergesundheitsbehörde NICE abgelehnt worden, meldet der Stadt-Anzeiger. Die RP meldet, dass der Konzern Interesse an den Tiermedizin-Geschäften von Sanofi-Aventis habe.

Apropos Bayer – da soll jetzt doch noch etwas Geld für neue Fußballer da sein?
Zumindest meldet der kicker in seiner heutigen Ausgabe, dass Bayer 04 den Nationalverteidiger Arne Friedrich von Hertha BSC verpflichten möchte. Weil die Hertha gerade abgestiegen ist, koste der möglicherweise auch nicht so sehr viel.

Und was läuft in der Kultur?
Der Anzeiger stellt eine Ausstellung im Spektrum in Schlebusch mit Bildern von Steffi Coupette vor, die RP schaute sich die letzten Proben einer Theaterinszenierung von Christine Nöstlingers Jugendroman „Das Austauschkind“ durch Neuntklässler des Landrat-Lucas-Gymnasiums an.

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Wofür Lokalzeitungen wirklich da sind

Köln verzichtet auf die Gewerbesteuern, die bei der Sanierung von Karstadt anfallen könnten. Gab es so etwas ähnliches nicht auch schon einmal in Leverkusen?
In der Tat: 2006, als der Stadtrat einen Steuererlass in dreistelliger Millionenhöhe zu Gunsten von Finanzinvestoren für TMD Friction beschloss. Damit sollten Arbeitsplätze gerettet werden. Leider war der Erfolg rückblickend eher nicht so durchschlagend.

Möge es Karstadt besser ergehen. Wohlan: Dienstag, 25. Mai – wäre es jetzt noch Vormittag: Was wären jetzt die neuesten Nachrichten?
Keine Sorge: Auch wenn es nicht mehr Vormittag ist – es war nicht so sehr viel los. In Wiesdorf lockte das Stadtfest in einem Rutsch mit der Ehrenamtsbörse an drei Tagen Menschen in die Fußgängerzone. Dabei gab es laut Rheinischer Post unzufriedene Gesichter bei den Marktbeschickern, die dem Fest am Samstag ausweichen mussten. Am Montag lockte der „Mühlentag“ einige Ausflügler auch zum Sensenhammer. Die RP weiß, warum es in Leverkusen bald zu einer Schwemme an Neubauten kommen könnte: Die Stadt bietet derzeit 1000 Grundstücke zum Verkauf an. Und die RP kennt Überlegungen, nach denen in dem Magazin der Bahnstadt Opladen möglicherweise Büros für die Stadtverwaltung untergebracht werden könnten. Dessen Verkauf war rechtswidrig, wie der Leverkusener Anzeiger am Samstag berichtete.

Und ich höre, die Berichterstattung der Rheinischen Post über die „heimatlosen“ Bogenschützen hat Reaktionen gezeitigt?
Jawohl: Veranstaltungsprofi und „Bierbörsen-Guru“ (Zitat RP) Werner Nolden liest die RP – und hat bei der Lektüre des Artikels über die Schützen, die am Birkenberg wegen des neuen Klettergartens nicht mehr trainieren können, spontan beschlossen, ihnen das Bierbörsen-Areal für ihr Training zur Verfügung zu stellen.

Was lernen wir daraus?
Man kann recherchieren, hinter die Kulissen der Kommunalpolitik schauen oder wissen, was die Wirtschaft vor Ort im Innersten zusammenhält – in Wirklichkeit sind Lokalzeitungen für so etwas erfunden worden! Für alles andere gibt es ja zum Beispiel die Börsen-Zeitung: Die widmet sich heute zum Beispiel recht ausführlich Lanxess und porträtiert dessen Finanzvorstand Matthias Zachert – leider aber nicht online.

Was tut sich im Sport?
Während die Profi-Fußballer längst im Urlaub (oder auf dem Weg nach Südafrika) sind, muss die von Ulf Kirsten trainierte Bayer II plötzlich noch einmal mächtig um den Klassenerhalt in der Regionalliga bangen: Nach einer 0:1-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf muss kommende Woche gegen die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach unbedingt gewinnen.

Und was gab’s in der Kultur?
Von Abdullah Ibrahims Komposition „Bombella“ mit der WDR Big Band im Erholungshaus zeigt sich der Anzeiger bezaubert. Und vom Pfingstkonzert des Bayer Blasorchesters wird in der RP geschwärmt.

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Von bösen großen Brüdern

Guten … Morgen!
Der frühe Vogel fängt den Wurm!

Dann mal los: Dienstag, 18. Mai – was sagt die Nachrichtenlage in Leverkusen?
Der Geisterfahrer, der einen Unfall mit tödlichem Ausgang auf der A59 vor Leverkusen verursachte, kommt für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis, melden heute auch Medien überregional. Im Leverkusener Anzeiger wird Sicherheit heute groß geschrieben: Dort hat man sich mal den Sicherheitsdienst näher angeschaut, der am Rathaus-Eingang Wache schiebt und die Stadt 3000 Euro im Monat kostet.

Wer oder was wird denn da bewacht?
Der „Behörden-Besucherverkehr“, erklärt eine Stadtsprecherin. Was auch sonst? Nicht so gut überwacht wird hingegen der Neulandpark, wo am Wochenende die hölzernen Radständer vor dem Eingang Ziel blinder Zerstörungswut wurden. Aber apropos Rathaus: Dazu gibt es im Anzeiger heute auch eine „Nicht“-Meldung.

Was ist eine „Nicht“-Meldung?
Eine „Nicht“-Meldung meldet, dass etwas nicht geschehen ist. „Es ist kein Auto vor einen Baum gefahren“, wäre so ein Fall. Das kann man im Zweifel immer bringen, wenn einfach gar nichts passiert. Verwunderlich also eigentlich, dass es diese Meldung nicht schon gestern in die Zeitung geschafft hat. Die Meldung lautet: Die Stadt hat keine Sammelliste ausgelegt, auf der Bürger gegen die Veröffentlichung ihrer Häuser bei „Google Streetview“ Einspruch erheben können. Immerhin also ein aktuelles Thema, sogar mit Bezug auf das Internet.

Das darin aber nun wieder etwas unreflektiert als eine Art Brutstätte des Bösen erscheint.
Das könnte man kritisieren, die Reflektion bietet den Anzeiger-Lesern heute aber der Leitartikel von Thomas Kröter auf der Meinungsseite. Da kommt das Internet freilich auch nicht so richtig gut weg: „Es gehört schon sehr hartnäckiger Glaube an das Gute im Menschen dazu, da nichts Böses zu unterstellen“, schreibt Kröter über Streetview, Google und die großen „sozialen Netzwerke“. Die Überschrift dazu lautet: „Großer Bruder außer Kontrolle“.

Die könnte heute auch über einem Artikel über Kevin-Prince Boateng stehen.
Schon. Aber Nationaltrainer Joachim „Jogi“ Löw hat ja appelliert, man möge Jerome Boateng jetzt nicht in Sippenhaft nehmen für das böse Foul seines großen Bruders an unserem Fußball-Nationalheiligtum Michael Ballack. Übrigens haben sich zu dieser Tragödie auch Leverkusener geäußert: „Bitter und tragisch“ findet Bayer-04-Trainer Jupp Heynckes Ballacks WM-Aus: „Das war wahrscheinlich seine letzte Chance, an einer WM teilzunehmen.“ Und Reiner Calmund meint, die Nationalspieler sollten nun nicht resignieren, „auch wenn kein Spieler da ist, der Michael ersetzen kann“.

Können die Ärzte da eigentlich wirklich nichts mehr machen?
Zumindest wohl nicht die Ärzte am Klinikum in Leverkusen: Rund die Hälfte von ihnen beteiligt sich nämlich an den bundesweiten Streiks und demonstrieren in München für mehr Lohn. Immerhin: Bei der Rheinischen Post sieht man dazu nur glückliche Patienten, die attestieren, dass es keine Verzögerungen gab und dass die Ärzte ruhig gerecht entlohnt werden sollten.

Hm. Spricht das nun dafür, den Ärzten mehr Geld zu zahlen? Oder dafür, auf die Hälfte der Ärzte einfach ganz zu verzichten?
Weiß nicht. Aber im Zweifel hilft immer Hypnose: Die Süddeutsche etwa staunt, wie Bayer-Hochspringerin Silke Spiegelburg die Latte zu hypnotisieren versteht. Und wo wir gerade in den überregionalen Zeitungen blättern: Der Chemiekonzern Lanxess „fasst neuen Mut“, konstatiert heute die FAZ, die von der Eröffnung eines neuen Lanxess-Werks in Singapur berichtet (der Artikel kostet online, die AnzeigerMeldung nicht). Und neuen Mut fassen auch die Leverkusener Radfreunde in Sachen Balkantrasse: Auf der Gründungsversammlung eines Fördervereins für das Projekt wurde Rechtsanwalt Karl-Friedrich Weber zum Vorsitzenden gewählt.

Was gibt es aus der Kultur?
Mitfinanziert hat die Bayer AG die Restaurierung des Kunstwerks „Large Divided Oval: Butterfly“ von Henry Moore vor dem Haus der Kulturen der Welt.

Ich wusste gar nicht, dass das in Leverkusen steht.
Tut es natürlich auch nicht. Es steht in Berlin und darf daher zu Bayers „Kulturachse Leverkusen-Berlin“ zählen. In Leverkusen wurde in der Stadtbibliothek gestern eine Ausstellung zu „25 Jahre Frauenbüro“ eröffnet. Und alle zwei Kritiker (online nur einer) zeigen sich begeistert über den Filmmusiken-Abend des Bayer-Mandolinenorchesters im Erholungshaus.

Gibt es eigentlich auch noch einmal was aus den Blogs?
Na klar: Leverkusen hat einen neuen Baublog! Während in Quettingen bereits der Garten gestaltet wird, dokumentieren Kerstin und Christian bereits eine Weile ihren Hausbau in Schlebusch – für sich selbst und für ihre Freunde und Bekannten. Aber vielleicht darf man dort auch unbekannterweise mal reinschauen. Immerhin ist bereits das Obergeschoss „schon fast fertig“.

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Von eines Stadtrates Würde

Ist Bernd Schneiders Abschiedsspiel hier gestern nicht etwas zu kurz gekommen?
Schon richtig. Aber die meisten Tageszeitungen, zumal die überregionalen, greifen das auch erst heute richtig auf. Zum Beispiel Süddeutsche oder FAZ, beide leider nicht online. Und auch Kölner Stadt-Anzeiger und Rheinische Post ziehen heute noch Artikel nach. Außerdem musste ich das selbst noch aufarbeiten: Ich fasste nämlich am Montag kurzfristig den Entschluss, nach vollbrachtem Tagwerk doch noch ins Stadion zu gehen, als ich hörte, dass das Spiel 20 Minuten später angepfiffen wird. Ich hatte nämlich erst nach 21 Uhr Zeit. Ich also nix wie hin – dummerweise aber war der Verkauf von Tickets nach Anpfiff offenbar nicht mehr vorgesehen.

Das ist ärgerlich.
Naja, ich war nur aus Wiesdorf herbeigeradelt. Frag mal Armin aus Schwaben. Der hatte das gleiche Problem und konnte es einfach nicht fassen. „Also, so etwas tät’s bei uns in Schwaben net gäb’n“, wiederholte der nur noch, bevor er irgendwann entnervt wieder Heim fuhr.

Klar, bei den Schwaben will man Geld verdienen.
Im Zweifel auch noch nach Anpfiff. Aber wir hatten da einfach Pech. Pech war dann auch dies: Als zur Halbzeit zwei Leute vorzeitig gingen und uns ihre Karten überließen, durften uns die Ordner dann doch nicht einlassen. Denn auf der Karte steht: „Zutrittsberechtigt ist nur, wer die Eintrittskarte rechtmäßig erworben hat.“ Das hatten wir fraglos nicht. Außerdem steht dort weiter: „Beim Verlassen des Stadions verliert die Karte ihre Gültigkeit für diesen Spieltag.“ Naja, zum Glück gibt’s die WDRMediathek.

Ich erinnere mich noch an Zeiten, da haben die Ordner nach Beginn der zweiten Halbzeit alle ohne Karten reingelassen.
Den Ordnern ist kein Vorwurf zu machen, die haben sich korrekt verhalten. Ein wesentlicher Unterschied zu früher ist natürlich, dass heute rund um das Stadion Videokameras alles aufnehmen. Also auch, wenn die Ordner Leute einlassen, die dem Kleingedruckten zufolge gar nicht rein dürften. Und da hört dann der Spaß für die Angestellten von BaySecur verständlicherweise auf. Selbst dann, wenn sich alle einig sind, dass es ’ne tolle Sache wäre, könnte man es einfach so machen wie damals.

Schon klar. Ist das hier eine Presseschau oder wird das jetzt ’ne Gesellschaftskritik?
Wollte ich nur loswerden. Man wird das doch mal diskutieren dürfen? Apropos Diskutieren, hier kommt die Überleitung: Kein Vorbild für eine angemessene Streitkultur gab am Montag nämlich offenbar unser Stadtrat ab. Das hatte „LH“ in der Rheinischen Post bereits gestern mit erkennbarem Kopfschütteln in einem kurzen Kommentar („Hahnenkämpfe im Gladiatorenring“) angedeutet, heute legt Thomas Esch im Leverkusener Anzeiger entschlossen (aber leider nicht online) nach: „Häme, Spott, persönliche Diffamierungen und Verbalinjurien“ habe manch einer der Ratsherren geäußert. „Mit der Würde eines Stadtrates hatte das alles nichts mehr zu tun“, wendet sich Esch herrlich indigniert von dem Treiben im höchsten politischen Gremium Leverkusens ab: Dem Ansehen der Politik entstehe mit solchen Sitzungen „immer wieder aufs Neue Schaden“.

Vielleicht sollte man Videokameras im Ratssaal installieren?
Besser nicht. Während sich unbescholtene Bürger vor Kameras bemühen, besonders anständig zu sein, führt mediale Aufmerksamkeit bei Politikern bisweilen dazu, dass sie vollkommen aus dem Ruder laufen.

Wurden im Rat denn auch richtige, drängende Themen behandelt?
Es wurde weiter über die Gestaltung der Wiesdorfer Fußgängerzone im Bereich Wöhlerstraße/Marktplatz diskutiert und dazu der neue Vorschlag eingebracht, die Pavillonzeile neben der Kirche zu entfernen. Der Wasserturm auf dem Opladener Bahnstadt-Gelände sei den Altstadtfunken zugeschlagen worden, weiß die RP. Und im Streit um die verkaufsoffenen Sonntage wolle nun Sozialdezernent Frank Stein zwischen den drei Zentren Schlebusch, Opladen und Wiesdorf vermitteln.

Eine Prise Landespolitik?
Sicher: SPD-Fraktionschef Walter Mende plädiert gegenüber dem Anzeiger für eine Ampel-Koalition. Insbesondere in Fragen der Schulpolitik sehe er gemeinsame Positionen zwischen SPD und FDP.

Aha! Was könnten das für „gemeinsame Positionen“ sein?
Keine Ahnung. In Leverkusen hätten sie sich jedenfalls bislang nicht im politischen Prozess niedergeschlagen.

Vielleicht bietet sich Gelegenheit zumindest dazu schon in Sachen Realschule am Stadtpark?
Möglich. Die Schule sucht weiter einen neuen Schulleiter, nachdem die einzige Bewerberin von der Schulkonferenz abgelehnt worden war. Im Gegensatz zur Bezirksregierung Köln sind sich SPD und CDU jedenfalls offenbar schon einig, dass die Stelle neu ausgeschrieben werden sollte.

Der Welt der Wirtschaft präsentierte Lanxess gestern glänzende Quartalszahlen, lese ich.
In der Tat. Der Anzeiger schreibt dazu sogar, die Krise sei vorbei – „wenigstens in Asien“. Und davon hat der Global Player Lanxess offenbar tüchtig profitiert.

Gibt es eigentlich Neues zur Finanzlage der Stadt?
Ach was, im Gegenteil: Kämmerer Rainer Häusler hat eine aktuelle Finanz-Broschüre vorgestellt, die die sprichwörtlich knappen Kassen der Stadt in Zahlen und Statistiken belegt.

Ernüchternd! Was wohl Armin zu solchen Zahlen sagen würde?
„So etwas tät’s bei uns in Schwaben net gäb’n!“

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Doppeltes Votum für „Jamaika Plus“ – IG BCE verliert bei Wahlen

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Wochenende, 20./21. März 2010:
CDU und Grüne erklären ihrer Basis „Jamaika Plus“. +++ Dezernent Frank Stein zieht Bilanz für 2009. +++ Betriebsratswahlen bei Lanxess: IG BCE büßt ein. +++ Freiherr-vom-Stein-Gymnasium feiert Jubiläum.
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Bahnstadt: Land widerspricht nicht – CDU: Currenta „ergreift Partei“

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Donnerstag, 18. März 2010:
Bahnstadt Opladen: Die Staatskanzlei will dem Regierungspräsidenten nicht widersprechen. +++ Wirtschaftsförderung: CDU uneins über Mues‘ Ablösung. +++ Currenta „ergreift Partei“ bei der CDU. +++ Kölner irrten orientierungslos durch Leverkusen.
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Kita-Baukosten: Sparen, egal wie – Brief des RP gibt SPD zu denken

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Mittwoch, 17. März 2010:
Die Stadt will bei den Baukosten für Betreuungsplätze sparen – egal wie. +++ SPD äußert Bedenken zur Gleisverlegung für die Bahnstadt Opladen. +++ Polizei-Kommando übt „schnelles Abseilen“ auf dem Rhein. +++ Lokalsport: Stefan Kießling tritt in die Kategorie Schneider und Nowotny.
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SPD trüge Mues‘ Ablösung mit – Rüttgers und Lindlar zur Bahnstadt

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Montag, 15. März 2010:
SPD würde Mues‘ Ablösung als WfL-Chef mittragen, weiß die RP. +++ Ministerpräsident und Regierungspräsident mit unterschiedlichen Standpunkten zur Bahnstadt Opladen. +++ Kommt ein Sozialticket für den VRS? +++ Lokalsport: René Adler flattert beim Sieg gegen den Hamburger SV.
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Rüttgers gibt sich als „Opladen-Fan“ – Lanxess: Einigung mit Kiri

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Wochenende, 13./14. März 2010:
Bahnstadt Opladen: Der Ministerpräsident höchstselbst spart zumindest nicht mit warmen Worten. +++ Streit um die Kinderbetreuung in Leverkusen. +++ Lanxess und Kiri einigen sich zu DyStar-Gebäuden. +++ Lokalsport: Bruno Labbadia kehrt in die BayArena zurück.
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