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Der Ärger der Weltpresse

Ist Rettung für DyStar am Standort Leverkusen in Sicht? Die Rheinische Post meldet in ihrer Wochenendausgabe kurz, aber prägnant, dass zur Rettung des Leverkusener Standorts derzeit über ein „Management-Buy-Out“ verhandelt werde. Das hieße, die Leitung würde den Betrieb im Chempark von Eigentümer Platinum Equity erwerben. Produktionsleiter Gerhard Obernosterer habe entsprechende Überlegungen angedeutet. Insolvenzverwalter Stephan Laubereau gebe aber zu bedenken, dass ein solches Modell auf „sehr wackligen Füßen“ stehe. Die Frist für potenzielle neue Investoren sei derweil um eine Woche verlängert worden.

Ärger gibt es laut RP wieder um den Bürgerbusch, auch ganz ohne Pläne für eine Autobahnraststätte: Immobilien-Unternehmer Wilfried Hilgert, der die rund 300 Quadratmeter große „grüne Lunge“ Leverkusen erst im Frühjahr von der von Diergardtschen Forstverwaltung erworben hatte, wolle Strafanzeige gegen von Diergardt stellen, Begründung: Dieser sei bei dem Verkauf „betrügerisch vorgegangen“. Unter anderem bemängele Hilgert, dass ihm falsche Angaben zum Nutzungsrecht gemacht worden seien, dass ihm die Verpachtung einer Parzelle an ein Tiefbauunternehmen verschwiegen worden sei und dass er keine zeitnahe Aufstellung des Forstbestands erhalten habe.

Für Wirbel gesorgt hat laut RP der Vorschlag von „Opladen Plus“-Fraktionschef Markus Pott, zugunsten der Gleisverlegung in der Bahnstadt Opladen das Gerhard Richter-Gemälde „Der Tiger“ aus dem Museum Morsbroich zu verkaufen. Roswitha Arnold von den Grünen habe heftigst protestiert, Museumsleiter Markus Heinzelmann auf ein weltweites Abkommen verwiesen, dass derlei Kunstverkäufe verbiete. Mit so etwas ziehe Leverkusen den Ärger der Weltpresse auf sich, warnt Heinzelmann bei Radio Leverkusen.
Laut RL rege Regierungspräsident Hans Peter Lindlar übrigens an, dass die Leverkusener Bürger zum Haushalt ihrer Stadt ein gewichtiges Wörtchen mitreden sollten.

Weitgehend abgeschlossen seien die Sanierungsmaßnahme der Y-Brücke über dem Europaring in Wiesdorf, weiß der Leverkusener Anzeiger. Die provisorische Verkehrsführung während der Bauarbeiten auf der Seite des Kinos habe sich indes so gut bewährt, dass die einspurige Lösung nun probeweise bis Juni 2010 beibehalten werde.

„Leverkusener Kanäle sind marode“, schreckt die RP ihre Leser auf Seite B5 auf: Mehr als zwei Drittel der Hausanschlüsse in der Stadt seien „offenbar dringend sanierungsbedürftig“. Besonders Abschnitte in Hitdorf, Opladen, Quettingen, Lützenkirchen, Bergisch Neukirchen und Bürrig seien nach Einschätzung der Technischen Betriebe Leverkusen (TBL) betroffen.

An dem Bauspielplatz an der Oderstraße in Rheindorf möchte die Stadt ein neues Jugendhaus errichten, meldet der Anzeiger. Der Bauspielplatz gehe derweil nach lange ungeklärter Zukunft in die gemeinsame Trägerschaft von Kirchenkreis, Evangelischer Kirchengemeinde Rheindorf, Katholischer Jugendwerke und der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz über.

Gestiegen sei in Leverkusen die Zahl der Kinder, die eine Kindertagesbetreuung genießen, meldet der Anzeiger unter Bezug auf die Zahlen des Statistischen Landesamtes. Demnach seien im März 2009 in Leverkusen 501 Kinder in Tageseinrichtungen und Tagespflege beaufsichtigt worden, im März 2008 seien es 359 Kinder gewesen.

Beim bundesweiten Vorlesetag am Freitag griffen auch die Bayer-04-Fußballer Simon Rolfes und Manuel Friedrich zum Buch und lasen Schülern des Lise-Meitner-Gymnasiums aus Ulla Klopps Kinderbuch „Tom und der Zauberfußball“ vor. Auch Anzeiger und die RP lauschten den beiden.

Von Chempark-Chef Ernst Grigats zufriedener Rückschau und dem anschließenden Ausblick in die Zukunft bei einem Pressegespräch am Donnerstag berichtet der Anzeiger. +++ TMD Friction suche 33 neue Auszubildende im kaufmännischen und technischen Bereich für das neue Lehrjahr, lesen wir bei kfz-net. +++ Der Behindertenbeirat fordert eine Rampe für die Reihenhäuser an der Julius-Leber-Straße in Alkenrath, meldet der Anzeiger. +++ CDU-Landtagswahlkandidat Rüdiger Scholz ist auf dem CDU-Bezirksparteitag in Pulheim Platz sieben der Bezirksliste gewählt worden, erfahren wir bei leverkusen.com. Und Stefan Hebbel zwitschert, dass Parteikollege Scholz uns als Wahlkämpfer demnächst auch ab und an etwas zwitschern wird. +++ Und im Baublog Leverkusen gibt es nach langer Zeit auch mal wieder eine Neuigkeit: Die Garage ist geliefert.

Kultur: Die Jazztage, bei denen unter anderem Candy Dulfer mitsamt Saxofon zu Gast war, werden im Anzeiger mit drei Artikeln (online finden wir diese Konzertkritik und das Interview mit Clueso) gewürdigt, in der RP mit einem Artikel.
Das Konzert des Pianisten Hardy Rittner im Erholungshaus bespricht Monika Klein für die RP heute deutlich freundlicher als Gerhard Bauer gestern im Anzeiger.
Und die RP stellt heute auch die Ausstellung von Skulpturen des Krefelder Künstlers Ingo Ronkholz im Kunstverein Morsbroich vor.

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Nur noch sechs Wochen Zeit für DyStar

Weiterhin keine guten Nachrichten über DyStar hat der Leverkusener Anzeiger heute zu bieten: Die 21 Mitarbeiter, die eigentlich eine Abfindung in fünfstelliger Höhe erwarten durften, werden auch bis auf weiteres nichts von dem Geld sehen. Der Anzeiger berichtet von ihrem Treffen am Montag mit dem Betriebsratsvorsitzenden Winfried Krag und Harald Müller, dem Geschäftsführer der Bonner Wirtschaftsakademie, die im Auftrag DyStars bereits eine Transfergesellschaft betreibt und zum 1. Oktober eine weitere eröffnen sollte. Dort kommen die 21 Ex-Mitarbeiter auch nicht unter. Wollte man sie wenigstens für drei Monate übernehmen, müsse Insolvenzverwalter Stephan Laubereau zuvor Geld beschaffen, heißt es. Ihre Anwälte raten nun laut Anzeiger, auf Wiedereinstellung zu klagen.
Nichts neues gibt es auch von den Bemühungen, am DyStar-Standort Leverkusen die Produktion wieder aufzunehmen. Der Anzeiger weiß zudem, dass nur noch sechs Wochen bis Ende November blieben, um die Produktion wieder zu beginnen, ohne durch Gehälter belastet zu werden: Insolvenzgeld wird nur für drei Monate gezahlt, die erste Rate erhielten die Angestellten bereits für September.

Stimmen gesammelt hat der Anzeiger zu den zu erwartenden Folgekosten eines für die Stadt kostenlosen Erweiterungsbaus für das Museum Morsbroich im Schlosspark. Die Fraktionschefin der Grünen, Roswitha Arnold, immerhin ein paar Tage auch noch Vorsitzende des Leverkusener Kulturausschusses und Mitglied im Finanzausschuss, vertritt die Meinung, dass die Stadt dieses Geschenk nicht annehmen könne: aufgrund unkalkulierbarer Folgekosten. So sieht das auch Marion Grundmann, Betriebsleiterin der KulturStadtLev: „Das ist in der aktuellen Situation nicht drin.“ Museumsleiter Markus Heinzelmann kann die Folgekosten zwar auch nicht im Detail beziffern, versichert aber, diese würden deutlich unter jenen des jetzigen Museums liegen. Und weiter: „Wenn man diese Kosten nun den Gewinnen gegenüberstellt, die die Stadt durch die Einrichtung eines solchen Kultur-Highlights einnehmen würde, dann rechnet sich ein solcher Bau erst recht.“

Ansonsten ist Herbstlaub großes Thema heute: Wer es wann, wie, wo und wie oft wegkehren muss, erklären Anzeiger und Rheinische Post, letztere auch mit Kurz-Interview mit dem Stadtgrün-Chef Lothar Schmitz und sogar mit einem Kommentar von „peco“. Der bemüht den demografischen Wandel für viel liegengebliebenes Laub und rät daher jüngeren Mitmenschen: „Öfter mal zum Besen greifen!“

In Sachen Bayer-CO-Pipeline von Dormagen nach Krefeld berichtet die RP von einem Brief des Bayer-Gesamtbetriebsratschefs Thomas de Win an den CDU-Landtagsabgeordneten Hans-Dieter Clauser: Der würde mit seiner Kritik an der Pipeline „auf Kosten unseres Unternehmes“ Wahlkampf machen, seine Kritik habe „in der Belegschaft Empörung ausgelöst“.

Der Anzeiger hat einen Gehbehinderten in Alkenrath besucht, der wegen fehlender Rampen seine Wohnsiedlung ohne Hilfe nicht mehr verlassen kann.

Die Ehrung mit dem NRW-Innovationspreis für Bayer-Forscher Friedrich-Karl Bruder (s. gestrige Presseschau) erwähnen heute Anzeiger und RP.

Kultur satt in der RP: Vor der Kunstnacht am 30. Oktober stellt die RP heute Peter Lorenz – all jenen, die ihn noch nicht kennen – vor.
Monika Klein ist angetan vom „schrägen“ Tucholsky-Abend im Erholungshaus mit Rezitator Friedrich-Wilhelm Junge.
Die 16. Aktion „Kunst in Schaufenstern“ in Schlebuscher Geschäften wird angekündigt.
Und in der Reuschenberger Mühle gibt es am Freitag, 23. Oktober, ab 20 Uhr eine spannende Veranstaltung: Der Bildhauer und Fotograf Peter Hölscher und der WDR-Moderator Michael Rüsenberg haben ein Klang-Porträt der Mühle anhand von Klängen und Videosequenzen geschaffen, das dort zur Aufführung kommen wird. Karten kann man sich im Internet sichern unter http://hering.umbra.de.

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„Ein echter Traum“

Firmenpleiten, Geschäftsaufgaben, Nieselregen – das alles war gestern. Heute sieht das schon ganz anders aus: Heute schlägt die Stunde der Idealisten und Lokalpatrioten!

Mit einer Image-Kampagne wollen Bayer und Leverkusen – ja: was eigentlich? In der Rheinischen Post verrät es Bayer-Pressechef Michael Schade: „Wir wollen damit wahrnehmbar machen, was die Stadt zu bieten hat. Hier passiert so viel, die neue Stadtmitte, die Fassade, das Stadion“ – und doch überwiege die Zahl der Nörgler. Oberbürgermeister Ernst Küchler sekundiert im Leverkusener Anzeiger: Dass diese Stadt so viel zu bieten habe, sei dem Umstand geschuldet, dass „Bayer sich in allen gesellschaftlichen Bereichen engagiert hat“. Auf der Internet-Plattform www.bayer-und-leverkusen.de werden also ab sofort in zeitgemäßer Interpunktion die Schokoladenseiten dieser Stadt beleuchtet, als da wären: Wirtschaft@LEV, Bildung@LEV, Kultur@LEV, Sport@LEV und Leben@LEV. So wird auf der Seite geworben:

Leverkusen: Traditionell zukunftsorientiert
Leverkusen kombiniert Top-Angebote aus Kultur, Sport und Freizeit mit den Stärken eines dynamischen Wirtschaftsstandorts. Die Region bietet ihren Bürgern nicht nur attraktive Arbeitsplätze, sondern auch zahlreiche Möglichkeiten zum Leben und Wohlfühlen.

Geht es nach Markus Heinzelmann, dann kommt bald noch ein weiterer Glanzpunkt hinzu. Bereits in der zweiten Runde rührt der Leiter des Museum Morsbroich die Werbetrommel für einen 14-Millionen-Anbau im Museumspark: „Die Schönheit der Chance“ titelt der Anzeiger, nun im Lokalteil, wo Heinzelmann nach dem Interview im Kulturteil vor zwei Tagen heute zu Wort kommt. „Der vom Architektenbüro Kuehn Malvezzi entworfene Bau sei letztlich ein vom Museumsverein geschnürtes, privat bezahltes und an die Stadt übergebenes Geschenk“, lesen wir dort, und Heinzelmann ergänzt: „Wer diese Chance wegwirft, ist selber schuld.“ Marion Grundmann, Chefin der „KulturStadtLev“, ist jedenfalls angetan von der Idee: „Die Verwirklichung wäre ein echter Traum.“

Bei Dystar liegt die Produktion (nicht nur) im Chempark still, meldet nun auch die RP, die Wirtschaftsprüfer von KPMG suchten „mit Hochdruck“ nach Investoren. Die FAZ kennt das eigentliche Problem des Textilfarbenherstellers: „Die billigen Farben aus Asien“

Über alten und neuen Ärger von Anwohnern der BayArena über die Parkplatzsituation und das Verkehrskonzept bei Fußballspielen im Stadion berichtet die RP (nicht online) und zitiert auch aus einem Brief von Bayer 04-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser an eine Anwohnerin: „Warum ich Ihren Ärger verstehen kann? Weil auch wir von Bayer 04 alles andere als erfreut sind, dass unseren Zuschauern und Gästen vergleichsweise chaotische Verkehrsführung zugemutet wird.“ Eine Änderung gibt es schon: Ab sofort sollen die Pendelbusse wieder direkt vorm Stadion halten, melden Anzeiger und Radio Leverkusen.

Bei einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Energie-Check für Hausbesitzer war der Anzeiger mit dabei.

Die Wirtschaftsförderung Leverkusen (WfL) hat zum Monatsbeginn ihren neuen Newsletter veröffentlicht, darin: Viel Werbung und ein Ausblick auf die WfL-Präsentation auf der Gewerbeimmobilienmesse EXPO REAL in München.

Monika Klein schwärmt (vollkommen zurecht!) in der RP über die „schlicht fantastische“ Vorstellung der Kammerspiele Hamburg am Dienstag im Erholungshaus: Michael Ehnert und Volker Lechtenbrink glänzten als „Frost/Nixon“ – und im Erholungshaus waren auch erheblich mehr (begeisterte) Zuschauer als einst im Kinopolis.

Und ganz zum Schluss noch dies: Das Land zahlt 2010 an Leverkusen rund 61 Millionen Euro, meldet die RP heute ihren Lesern: „Dies berichtete gestern Ladtagsabgeordnete Ursula Monheim.“ (Hier die Pressemittteilung vom 14. September 2009)

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Liquiditätsdruck & andere Adressaten

Morgen wieder viel früher, versprochen!
Ausgerechnet für die Farbpigmentspezialisten kommt der Wirtschaftsmotor „Schwarz-Gelb“ offenbar knapp zu spät: DyStar ist insolvent. Der Textilfarbenhersteller, früher eine Bayer-Sparte (und letzter Nachfolger für das Gewerbe, das die örtliche Wirtschaftsgeschichte einst mit Carl Leverkus‘ Ultramarinfabrik überhaupt begründete), hat am Montag in Frankfurt den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für ihre deutschen Gesellschaften und die Holding gestellt. Der Leverkusener Anzeiger weiß, dass alle 383 in Leverkusen verbliebenen Arbeitsplätze in Gefahr sind. Und die Rheinische Post zitiert (leider nicht online) die blumige Formulierung im Insolvenzantrag, die erklärt, dass kein Geld mehr da ist: Die Anwälte lassen ausrichten, „dass die Möglichkeiten erschöpft waren, den Liquiditätsdruck zu adressieren“.

Wo Schatten ist, da ist auch Licht – bei Bayer bald sogar ziemlich großflächig. An der Medienfassade am Bayer-Hochhaus hat ein neuerlicher Testlauf gezeigt, was das Teil so kann. Anzeiger und RP waren am Montagabend mit dabei, die RP will sogar Gerüchte vernommen haben, nach denen Bundeskanzlerin Angela Merkel zur feierlichen Eröffnung (die „in Bälde“ erfolgen solle) der Medienfassade erwartet werde. Bilder und Text sind schon schön, aber selber gucken ist eindeutig am besten – bitteschön, so adressiert Bayer seine Werbung bald:

Das dürfte auch den neuen Bayer-Vorstandsvorsitzenden Marijn Dekkers beeindrucken. Brigitte Koch liest heute in der FAZ aus dessen bisheriger „Score-Karte“ vor: „Dekkers steht für Begriffe wie Akquirieren, Konzentrieren, Restrukturieren und Internationalisieren.“ Und sie zitiert „Beobachter“, denen zufolge die Kunststoffsparte Bayer Material Science zukünftig stärker in den Blickpunkt rücken, will heißen: verkauft werden könnte. Der Artikel ist im Netz kostenpflichtig, aber Koch könnte für ihren Beitrag diesen Artikel gelesen haben: Bereits vergangene Woche stellte Jürgen Salz Dekkers mögliche Pläne bei Bayer in der Wirtschaftswoche vor. Bayer müsse „nicht unbedingt durcheinandergewirbelt“ werden, wird Dekkers dort zitiert. Nicht unbedingt, vielleicht aber auch doch.

Für den Kulturteil des Anzeigers hat Georg Imdahl recht ausführlich mit dem Leiter des „Museums des Jahres“ gesprochen. Und siehe da: Markus Heinzelmann holt längst vergessen geglaubte Pläne für einen Anbau des Museums Morsbroich sowie Pläne für ein „Kompetenzzentrum für Fluxuskunst“ hervor. Das Land und eine Stiftung sollen dabei helfen, zahlungswillige Mäzene seien in Reichweite. Namen nennt Heinzelmann freilich nicht. Wir erfreuen uns an der Vorstellung, wie Erhard Schoofs (siehe hier) und seine Bürgerlisten-Kollegen augenblicklich in Ohnmacht fallen ob solcher Formulierung Heinzelmanns: „Ich sehe durchaus Möglichkeiten, weil in Nordrhein-Westfalen noch immer sehr viel altes, aber auch neues Geld vorhanden ist, das teilweise unberührt von der Finanzkrise geblieben ist.“

Am Landrat-Lucas-Gymnasium herrschte gestern offenbar eine leicht angespannte Atmosphäre, nachdem ein Schüler angeblich im „SchülerVZ“ adressiert haben soll, so das Gerücht, an der Schule Mitmenschen möglicherweise erheblich verletzen zu wollen. Eltern und Schüler waren entsprechend nervös, die Polizei zeigte Präsenz, die RP erhebt das Thema heute mit Bild zum Lokal-Aufmacher und der Anzeiger hievt es auf seine lokale Titelseite. Wie bitte: Sie vermissen etwas? Es fehlt ein Wort? Nicht unbedingt: Man kann darüber schreiben, ohne das Wort „Amok“ zu verwenden. Oder „Amoklauf“. Oder „Amokdrohung“. Andererseits bringen diese Schlüsselworte nachweislich dutzende Klicks. Daher also: Danke der Nachfrage!

Von der Fusion der Pronova BKK, ehemals Bayer BKK, mit den Betriebskrankenkassen von Goetze und Ford, berichten Anzeiger (hier) und RP in ihrem Wirtschaftsteil (nicht online).

Für den Wirtschaftsstandort Leverkusen wirbt die Wirtschaftsförderung Leverkusen (WfL) vom 5. bis 7. Oktober auf der Gewerbeimmobilienmesse „EXPO REAL“ in München am Messestand der Metropolregion Köln/Bonn, lesen wir bei leverkusen.com.

Noch mehr Wirtschaft: Die im Gewerbepark Manfort angesiedelte Biofrontera AG hat ihre Kapitalerhöhung um rund 2 Millionen auf nunmehr 7,6 Millionen Euro abgeschlossen, die Ausweitung der Gesamtstimmrechte folgte auf dem Fuß. Das verschuldete Unternehmen hat das Zahlungsziel bei seinen Gläubigern auf 2012 verschieben dürfen und will mit dem frischen Kapital die Entwicklung neuer Produkte vorantreiben.

Auf dem Arbeitsmarkt in Leverkusen habe sich die Lage im September nicht entspannt, meldet Radio Leverkusen: 7300 Leverkusener waren ohne Job und damit zwar 2,1 Prozent weniger als im August. Allerdings seien viele nur in Weiterbildungsmaßnahmen gesteckt worden.

Beim Sportpark Leverkusen kündigen sich Personalveränderungen an, meldet der Anzeiger: Marc Riemann geht zu den Kölner Bäderbetrieben, Wolfgang Roeske tritt Ende Oktober seine Amt als Bürgermeister von Odenthal an.

Apropos Politik: Die Unterbezirksführung der SPD Leverkusen forderte gestern die Rücktritte von Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier, berichten Anzeiger und RP – und ist damit ja ganz offenbar auch zumindest teilweise erhört worden. Ulrich Schütz nimmt diese Vorlage in der RP zum Anlass für eine kleine Spitze gegen naheliegendere Adressaten, und fordert seinerseits im Kommentar: „Lux und Mende müssen abtreten.“ Das kann er freilich nicht völlig ernst meinen, denn was wäre die RP-Politberichterstattung ohne den offenkundig verlässlich auskunftsfreudigen Walter Mende? Und um Eva Lux‘ Karriereaussichten muss man sich offenbar auch keine Sorgen machen: Im gleichen Kommentar erklärt Schütz unter Bezugnahme auf „Parteikreise“, dass sie „unbedingt 2010 in den Landtag einziehen“ wolle; und auf Lokalseite zwei will sie überdies auch noch Leverkusener Bürgermeisterin werden: CDU und SPD seien sich „ziemlich einig“, die Besetzung der Ratsausschüsse und Aufsichtsräte einvernehmlich zu regeln. Daher gehe, na klar: der SPD-Fraktionsvorsitzende Walter Mende davon aus, dass Lux erste Bürgermeisterin werde.

Die Ursache für den Ausfall der BayArena-Card beim Heimpsiel gegen Werder Bremen sei gefunden, meldet der Anzeiger (RP nur im Print): „Schuld“ sei eine Bank, deren Rechenzentrum an dem Tag nicht erreichbar war.

Kultur: Ingeborg Schwenke-Runkel war für den Anzeiger bei der Inszenierung von „Last Touch First“ durch das „Holland Dance Festival“ – und ist begeistert: „Von den 60 Minuten im Erholungshaus war keine Minute zu viel. Cara Bos-Kroese, Vaclav Kunes, Natasa Novotna und Michael Schumacher machten das Stück zum Erkundungspfad ins eigene Ich.“
Und Monika Klein war für die RP bei einem neuen Bestandteil des Bayer-Kulturprogramms – dem Talk: In der Erholungshaus-Kulisse hielt Michael Vogt einen Plausch mit Volker Lechtenbrink. Vogt beschränkte sich „auf kurze, pointierte Fragen“ und Lechtenbrink „plauderte munter drauflos“, berichtet Klein. So soll es sein.

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