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Hundert Tage Flut

100 Tage schon ist Wiesdorf ein Shopping-Paradies.
Vor 100 Tagen stand ich morgens um 5.30 Uhr auf, um bei den ersten zu sein, die die Rathaus-Galerie um Punkt 6 Uhr stürmen. Noch heute wache ich manchmal um diese Zeit auf und denke voller Panik, in Leverkusen eröffne wieder irgendein Einkaufscenter vor Sonnenaufgang.

Keine Sorge, das passiert so schnell nicht wieder. Es ist Dienstag, 1. Juni – Nachmittag. Was gibt es Neues in Leverkusen?
ECE-Center-Managerin Katrin Becker zieht eine positive 100-Tage-Bilanz: Es gebe „faktisch keine Mieterbeschwerden“. Im Schnitt kämen täglich 35.000 Besucher, mehr als die Hälfte tatsächlich aus Nachbargemeinden, so eine Erhebung von ECE. Der Leverkusener Anzeiger zitiert Becker übrigens mit einer eindrücklichen Metaphorik: Das Haus werde über die Eingänge „sehr, sehr gleichmäßig durchflutet“.

Das illustriert Andrang doch mal anschaulich.
Laut Rheinischer Post fühlt sich „Jamaika Plus“-Ratsmehrheit auch dazu berufen, neue Parkplätze zu schaffen: Auf der immer noch leer stehenden Fläche Ecke Pesch-/Breidenbachstraße. So könne zugleich der untere Teil der City belebt werden. „Aktionismus“, befindet der RP-Kommentator.

Ach ja: Politik.
Die gibt es auch noch, auch die Politiker. Beweis: Die RP befragte einige von ihnen zum Rücktritt von Horst Köhler als Bundespräsident: Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn nötigt dieser Schritt „Respekt“ ab, Parteigenosse und CDU-Fraktionschef Klaus Hupperth erkennt in der Kritik der vergangenen Wochen an dem Staatsoberhaupt gar ein „Phänomen der Verrohung“ und sieht die Demokratie in der Krise. Und sein SPD-Kollege Walter Mende spricht von einem „Blackout“ Köhlers und erinnert an den Ausspruch mit der „Küche“ und der „Hitze“.

Das „Phänomen der Verrohung“ hatten Beobachter zuletzt doch auch im Leverkusener Rat beobachtet.
Darauf nimmt Hupperth durchaus Bezug: „In Bund, Land und auch bei uns in der Stadt“ greife dies derzeit um sich.

Apropos – gibt es eigentlich Neues von der Stadthalle in Opladen?
Dort bewegt sich alles im Rahmen eines ordentlichen Rechtsstreits. Naja, mehr oder weniger: Offenbar muss ein Sicherheitsdienst darüber wachen, dass aus dem Komplex mit den ungeklärten Pachtverhältnissen nicht unrechtmäßig Inventar entwendet wird.

Wo wir schon in Opladen sind: Gibt es neue Bombenfunde?
Nein, aber die RP hat zumindest einen Unternehmer gefunden, der zwar namentlich nicht genannt werden möchte, aber bereit ist, zu erklären, dass ihm eine Investition auf dem Bahnstadtgelände „zu heiß“ sei wegen der Gefahr weiterer Bombenfunde.

Will dieser Unternehmer vielleicht einfach den Preis drücken?
In der RP steht zumindest, der ungenannte Unternehmer habe vorher schon Abstand von einer Beteiligung an der Ausschreibung des Bahnstadt-Grünzugs genommen, weil es ihm „eine Nummer zu groß“ sei.

Was gibt es vom Sport?
Eine Überraschung! Der Anzeiger berichtet recht ausführlich über die Jahreshauptversammlung des TSV Bayer 04 Leverkusen.

Was daran ist überraschend?
Die Versammlung begann zu einem Zeitpunkt, zu dem der Lokalteil eigentlich bereits gedruckt wird. Die RP, die auch lokale Ereignisse nötigenfalls noch spät abends unterbringen kann, bietet heute nur eine kurze Meldung und verweist auf eine ausführliche Berichterstattung morgen. Beide Zeitungen wissen aber immerhin von dem Fehlbetrag von 650.000 Euro für das Jahr 2009 in der TSV-Kasse, den der Vereinsvorsitzende Klaus Beck verkünden musste. Für die Ballsportarten müssten fremde Mittel herbeigeschafft werden.

Was machen denn die TSV-Sportler so?
Läufer Robin Schembera missriet die Premiere bei einem Wettbewerb in Hengelo hinter den Erwartungen, Mehrkämpferin Jennifer Oeser schaffte in Götzis die EM-Norm. Neuigkeiten deuten sich auch bei der Bayer 04 Fußball GmbH an: Der RP verriet Stürmer-Ikone Ulf Kirsten, dass Einigkeit bestehe über seine Vertragsverlängerung als Trainer der Zweiten Mannschaft.

Und was machen die Leverkusener Kultur-Ikonen?
„Höhner“-Frontmann Henning Krautmacher zumindest lebt längst in Pulheim, was Frank Weiffen aber nicht davon abhielt, bei ihm einen Lauschangriff zu starten. Er stößt dort erst auf ein „Hohn“ im Bademantel – und anschließend auf ganz viele Beatles-Tonträger. Krautmachers Bekenntnis dazu: „Alles, was ich musikalisch gemacht habe, geht auf die Beatles zurück!“

Was gibt es sonst von der Kultur?
Vom Auftaktkonzert der Musikschul-Stiftung berichtet heute die RP. Und kündigt das Festival der Freien Theater Leverkusen „Freispiel“ im Forum an, das heute Abend mit einer improvisierten Inszenierung von „Hamlet“ durch das W.Erk-Theater beginnt (20 Uhr).

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Fröhliche Menschen, geöffnete Augen

Donnerwetter: Da hat sich einiges getan…
Kann man sagen: Lena Landrat-Lucas gewinnt in Oslo, mit Heiko Westermann fällt der nächste deutsche Kicker für die WM aus – und soeben verkündet auch Bundespräsident Horst Köhler seinen Verzicht auf die Teilnahme an der WM sowie an allen weiteren offiziellen Anlässen.

Wenn in Leverkusen am Wochenende nur halb soviel… Also los: Montag, 31. Mai – was gibt es Neues aus Leverkusen?
Naja. Die Rheinische Post ahnte wohl, dass an diesem Wochenende nicht so sehr viel passiert und überrascht ihre Leser mit einer hellwach recherchierten Geschichte zum Campus in Opladen: „Verschläft Opladen die FH?“ lautet die Überschrift zu dem Bericht, für den Peter Korn mal hinterfragte, ob und inwiefern die Opladener eigentlich auf mindestens 500 Studenten ab 2013 vorbereitet sind. Stellungnahmen geben ab Manfred Wiethüchter vom Verein „Leverkusen – Ein starkes Stück Rheinland“, Eva Babatz von der IHK, Bernd Fass vom Gemeinnützigen Bauverein Opladen und Siegfried Kuhl von der Aktionsgemeinschaft Opladen. Letzterer glaubt, es hake noch daran, dass „die Geschäftswelt noch keine Vorstellung davon hat, was auf sie zukommt“.

Es ist immer von Vorteil, vorausschauend zu handeln.
Das dachten sich vielleicht auch Mitglieder im Leverkusener Integrationsrat, die sich bei der Volkshochschule politisch fortbilden ließen. Auf dem Lehrplan: „Handlungsfelder und Umsetzungsstrategien kommunaler Integrationsräte.“

Wenn das mal nicht praxisnah ist!
Und offenbar mit durchschlagendem Erfolg: „Jetzt sind meine Augen geöffnet“, gesteht Nina Girivenko im Pressegespräch. Und der Vorsitzende Serkan Kaygisiz hofft, dass nun auch endlich die Arbeit im Leverkusener Integrationsrat aufgenommen werden könne: „Wir haben gezeigt, dass wir zusammenarbeiten können.“

Das tat ja auch Not. Weitere gute Nachrichten?
In der Sindelfinger Zeitung / Böblinger Zeitung soll am 5. Februar eine sehr gute Nachricht über ein Projekt der Firmen Daimler und Bayer zum Anbau der ölhaltigen Pflanze Jatropha in Indien gestanden haben. So gut sogar, dass der gleiche Text auch als Werbetext auf der Daimler-Homepage habe stehen können. Dafür habe sich die Zeitung nun eine „Rüge mit Abdruckverpflichtung“ des Presserates eingehandelt, meldet die „Coordination gegen Bayer-Gefahren“ heute.

Man muss eben vorsichtig sein mit guten Nachrichten.
Keine gute Nachricht ist die Meldung von dem Mordversuch an Bahnhofsstraße in Opladen, nach dem nun ein 25-Jähriger in Lebensgefahr schwebe.

Die Bahnhofsstraße gilt ja als unruhiges Pflaster.
Da ging es in Schlebusch bei der „Nacht der offenen Kirchen“ ganz sicher beschaulicher zu. „Die fröhlichen Menschen waren in Schlebusch in der Überzahl“, resümiert jedenfalls Ana Ostric im Leverkusener Anzeiger.

Weitere kulturelle Höhepunkte?
Ganz viele: Beim Gründungsfest der Stiftung „Bürger für Musikschule“, die der Leverkusener Musikschule künftig unter die Arme greifen soll, füllten fast 1000 Besucher den Großen Saal im Forum. Darüber freut sich Musikschulleiter Jürgen Ohrem in Zeiten leerer Stadtkassen natürlich: „Unser Ziel muss es sein, das Angebot der Musikschule Leverkusen auf breitere Füße zu stellen“, zitiert ihn der Anzeiger. Außerdem: Im Erholungshaus verstand es der Bayer-Frauenchor glanzvoll Revue-Atmosphäre zu versprühen. Und als „hinreißend“ lobt der Anzeiger-Kritiker die Inszenierung von „Tiefflug“ von Neuntklässlern des Landrat-Lucas-Gymnasiums.

Üblicherweise gehören Wochenenden ja dem Sport…!?
Die Bayer-04-Fans bangen: Um den letzten „richtigen“ Leverkusener in Jogi Löws WM-Kader. Denn es scheint derzeit ganz so, als stünde Stürmer Stefan Kießling auf des Bundestrainers Streichliste ganz weit oben. Trost mag den Fans aber zumindest vorübergehend sein, dass Burak Kaplan mit seinem Treffer zum 1:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach II der zweiten Bayer-Elf in letzter Not den Verbleib in der Regionalliga sicherte. Dem SSV Lützenkirchen hingegen fehlte schließlich ein Törchen – und steigt nun in die Kreisliga B ab.

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Nächste Woche kein Kakao!!!

Der Amok-Fehlalarm am Lise-Meitner-Gymnasium – eine überaus dämliche Lappalie, die geschockte Schüler zurücklässt und heute natürlich Thema in den Zeitungen ist: Der Leverkusener Anzeiger berichtet gar ausführlich auf seiner Themenseite zwei. Der Satz, der das Chaos erst auslöste, ist aber in der Rheinischen Post dokumentiert: „Nächste Woche fällt der Milch- und Kakaodienst aus.“ Man darf sich die verblüfften Schüler vorstellen, deren Lehrer ob dieser Nachricht kreidebleich die Türen verriegeln und hastig die Fenster schließen lassen. Nach rund einer Stunde gab die Polizei Entwarnung. Und mitten im Chaos steht eine Mutter und klagt gegenüber der RP-Reporterin: „Ich finde, hier herrscht eine schlechte Informationspolitik.“
Das „Amok-Alarmsystem“ war erst im April installiert worden, so wie an 47 weiteren Schulen in Leverkusen. Gert Geiger von der städtischen Gebäudewirtschaft hat die zuständige Firma nun beauftragt, das System an allen Schulen zu prüfen. (Was sind das eigentlich für Zustände, in denen flächendeckend „Amoklauf-Alarmsysteme“ in Schulen installiert werden? Die sich dann auch noch als defektanfällig herausstellen? Da weiß man gar nicht, was schlimmer ist.)

Zu erfreulicheren Themen: Einen Sieg gab es für die Bayer 04-Fans nach dem Spiel gegen Werder Bremen zwar nicht zu feiern, aber Freibier gab es trotzdem. Sogar schon vor Spielbeginn: Das Bezahlsystem mit der „BayArena-Card“ hat versagt, da entschlossen sich die Verantwortlichen, lieber freigiebig zu sein statt Aufruhr zu riskieren. Ein restlos begeisterter Fan berichtet bei werkself.de:

Habe selten soviel bei einem 0-0 gelacht wie heute. Scharenweise sind die Leute von den Ständen hochgekommen, soviel Bier gebunkert wie nur ging.
War wie zu den Zeiten der Schlußverkäufe. Und dann war es besonders lustig zu beobachten, wie es sich durch die Reihen durchgesprochen hat und alle freudestrahlend wieder hoch kamen.

So schön kann Fußball sein! Alles das, was bei der Premiere in der neuen BayArena funktionierte, hakt jetzt irgendwie doch: Das Bezahlsystem knickt ein, im Fanshop müffelt es, Fans bemängeln Parkplatzsituation und die neuen Pendelbusrouten, müssen sich auf zu eng geratenen neuen Oberrängen drängeln (siehe hier) und Anwohner beklagen sich über die Sperrungen.

Was Guido Westerwelle für die Bundes-SPD, das ist Roswitha Arnold für die Leverkusener CDU: Die Fraktionsvorsitzende der Leverkusener Grünen hatte einer „Jamaika-Koalition“ bereits vor der Mitgliederversammlung am Montag eine Absage erteilt. Die Mitglieder gaben ihrer Fraktion nun den Auftrag, den Kontakt mit der SPD für ein Bündnis ohne die CDU und ihren OB Reinhard Buchhorn zu „intensivieren“, melden RP und Radio Leverkusen.

„Wir liegen voll im Zeitplan!“, betont Vera Rottes, Geschäftsführerin des Projekts „Neue Bahnstadt Opladen“, umgeben von Baustaub und riesigen Baggern, zum Fortschritt der Abrissarbeiten im nördlichen Bereich des alten Bahnausbesserungswerkes. Wolfgang Müller-Schlesinger vom Förderverein des Kulturausbesserungswerkes hofft derweil darauf, dass die Gestaltung des neu enstehenden Platzes vor dem KAW in der Hand derer bleibt, die sich dort später auch aufhalten werden – und nicht von einem Planungsbüro jenseits der Stadtgrenzen oktroyiert wird. Dazu sollen bei einer „Klausurtagung“ am Mittwoch Ideen gesammelt und diskutiert werden. Er ist sich sicher: „Das kann ein ganz abenteuerlicher Platz werden!“

Kultur: Von der Komödie „Jakes Frauen“ am „matchboxtheater“ sowie vom ersten „KlassikSonntag“ der KulturStadtLev in der neuen Spielzeit am vergangenen Sonntag mit Dirigent Dirk Joeres und Klarinettist Wolfgang Esch berichtet die RP, leider nicht online. Beim Konzert der Folk-Bands der Musikschule Leverkusen in der Christuskirche war der Anzeiger.

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Was Erstwähler wirklich wissen wollen

Der Leverkusener Anzeiger hat es online noch nicht verraten, also mache ich das jetzt einfach mal von hier aus: Heute ist der Leverkusener Anzeiger ohne Lokalteil erschienen! Es gab dort offenbar Probleme mit der „Einlegemaschine“. Ausgeliefert wurde die Zeitung in Leverkusen ohne Lokalteil und auch ohne „Magazin“. Die Teile von heute sollen dann der morgigen Ausgabe zusätzlich beiliegen, die Leser werden um Entschuldigung gebeten. So jedenfalls hört man.

In diesem Sinne: Gepriesen sei das Internet!

Das hätte heute in der Zeitung gestanden: Rainer Schmidt hätte seine Leser durch die Gerüchteküche der Leverkusener Parteien und Politiker auf der verzweifelten Suche nach mehrheitsfähigen Koalitionen und auf der Suche nach der magischen Zahl geführt: „SPD, Grüne und Linke brächten es auf 26 Mandate, das reicht nicht. Bekäme man aber die sieben Bürgerlistler und das Trio von Pro Opladen mit ins Boot, dann stünde am Ende die wunderschöne Zahl 36.“ Das wäre eine Mehrheit – und hieße, dass der neue Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn (CDU) ohne eigene Mehrheit dastünde. Für ihn in der Lostrommel sind weiterhin die „Jamaika Plus“-Lösung mit CDU, FDP, Freien Wählern und Grünen. Oder eben eine „Große Koalition“ mit CDU und SPD. So oder so hängt es offenbar wesentlich an den Grünen, ob und mit wem sie im neuen Rat zusammenarbeiten wollen. Dementsprechend wagt der Anzeiger die gleiche Prognose, die gestern bereits die RP machte: „Eine Vorentscheidung könnte die Mitgliederversammlung der Grünen am kommenden Montag bringen.“ Wir warten gespannt.

Eine Etage tiefer blickt die Rheinische Post, nämlich in die Ausschüsse, die ebenfalls besetzt sein wollen: Peter Korn berichtet, dass die vornehmlich von der CDU geplante Zusammenlegung von Haupt- und Finanzausschuss vom Tisch sei. Allerdings solle der Finanzausschuss, in dem über die meisten Themen aus allen übrigen Ausschüssen gesondert debattiert werden muss, von 15 auf 21 Mitglieder vergrößert werden. Das würde kleineren Gruppierungen, wie etwa der Linken, ein Stimmrecht in diesem wichtigen Ausschuss ermöglichen. Die kleinen Parteien in den Ausschüssen angemessen zu repräsentieren, so wird der neue OB Buchhorn in der RP zitiert, sei „Wählerwille. Und den ignorieren wir nicht.“ Abgeschafft werden soll aber der Beschwerdeausschuss, dessen Aufgaben dem Bürger- und Umweltausschuss zufallen sollen.

Und es gibt ja auch noch den Bundestagswahlkampf, und da porträtiert die RP heute den CDU-Kandidaten Thomas Portz: Der fährt jetzt mit seinem Konterfei auf dem Auto durch die Gegend, von dem bis Ende August noch Reinhard Buchhorns gewinnendes Lächeln blitzte. Der promovierte Historiker – Thema seiner Dissertation: „Carl Duisberg und die deutsche Außenpolitik im Ersten Weltkrieg“ – und Pharma-Repräsentant (bevor er zu Daiichi Sankyo Europe wechselte, leitete er unter anderem die Bayer-Repräsentanz in Berlin) ist kein Freund von Berufspolitikern: „Die Politik braucht mehr Quereinsteiger.“ Aber müssen es gleich Pharma-Lobbyisten sein?

In die Reihe „Was Erstwähler wirklich wissen wollen“ gehört wohl diese Meldung: Das Kreuzfeuer der Fragen hat zwei andere Leverkusener Bundestagswahl-Kandidaten bei einer Podiumsdiskussion in der Gesamtschule Schlebusch offenbar zu äußerst intimen Geständnissen getrieben: Benedikt Vennemann von der FDP und Manuel Lindlar von der Linken sollen sich dort laut Berichterstatter Alexander Franz zu ihrer homosexuellen Neigung „bekannt“ haben – und dafür auch mit großem Applaus bedacht worden sein. Wir gratulieren!

Lindlar erklärte bei der Veranstaltung übrigens auch, warum er keine Krawatten tragen mag (er wolle den Anschluss zur Basis nicht verlieren, heißt es im Artikel sinngemäß). Für den Wahlkampf-Besuch von Sahra Wagenknecht am Mittwoch in Wiesdorf hatte er sich das offenbar schon wieder anders überlegt, denn da trug er Krawatte. Aber Wagenknecht ist ja auch nicht die Basis.

ECE hat es geschafft: Der Willy-Brandt-Ring wird doch erst 2012 saniert. Die Investoren und Bauherren der Rathaus-Galerie fürchteten um prognostiziert 420.000 Kunden aus dem Umland, wenn deren Anfahrt von der Autobahn 3 schon zur Eröffnung im März 2010 im Staudebakel ende. Auch die Frauen-Fußball-WM 2011 in der BayArena solle verschont bleiben, daher hat der Verwaltungausschuss der Technischen Betriebe Leverkusen (TBL) die Maßnahme gleich um zwei Jahre verschoben.

Apropos ECE: Mit Axel Kaechele, dem Chef der mit der Werbekampagne für die Rathaus-Galerie beauftragten Leverkusener Werbeagentur „TasteOne“, führte die RP ein Interview. Kaechele gibt darin einen Vorgeschmack: „Die außergewöhnliche Architektur der Galerie wird in der Werbung sicher eine zentrale Rolle spielen. Auch das gesamte Umfeld wird sich wiederfinden. Unser Ziel wird es sein, das Einkaufszentrum fest in Leverkusen zu verankern.

Von steigenden Gebühren an der Leverkusener Musikschule zum 1. Januar 2010 berichtet die RP: Die Anhebung um durchschnittlich 6,4 Prozent folgt als vorerst letzter Schritt als Konsequenz aus dem Kienbaum-Gutachten aus dem Jahr 2006. Mehreinnahmen in Höhe von rund 40.000 Euro beschert der Stadtkasse die Hundesteuer, weiß die RP.

Von einem „wissenschaftlichen Kolloquium“ im Kölner Gürzenich auf Einladung von Lanxess anlässlich des Kautschuk-Jubiläums (der synthetische Kautschuk wurde am 12. September 1909 patentiert) berichtet die RP (leider nicht online). Lanxess-Chef Axel C. Heitmann ließ sich bei der Gelegenheit auch von TV-Moderatorin Nina Ruge interviewen. Man gönnt sich in diesen Krisenzeiten ja auch sonst nur noch sehr wenig.

Vom ersten „Business-Frühstück“ der Wirtschatsförderung Leverkusen (WFL) berichtet die RP, auch nur im Print: Geladen waren Unternehmer, die sich mit „Innovativen Werkstoffen“ auseinandersetzen möchten. Schließlich möchten WFL-Leiter Wolfgang Mues und Currenta ganz Leverkusen und den Chempark bis 2020 sehr gerne zu einem Leuchtturm-Standort für die futuristischen Werkstoffe machen.

Von den Jagdplänen auf die Wildgänse am Hitdorfer See berichtete am Mittwoch die Lokalzeit im WDR. Tierschützer plädieren dafür, die Gänse nicht zu jagen, sondern mit Gipseiern „auszutricksen“; und Ursula Arand vom Umweltamt erklärt, warum es so viele Gänse gibt: Weil Gänse nämlich gar nicht dumm sind. Der Bericht ist hier abrufbar.

Der Anzeiger vermeldet heute (bzw.: hätte heute vermeldet) auch das neue Verkehrskonzept rund um die BayArena mit den Straßensperrungen rund um den Stadtpark, was wir schon von Radio Leverkusen und aus der RP kennen.

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Köder für die Grünen

Launig reicht Thomas Käding im Leverkusener Anzeiger den Lesern ein Häppchen aus der politischen Gerüchteküche: Unter der Überschrift „Schwarze Sirenen locken die Grünen“ berichtet er von einem Ansinnen der CDU, die Grünen mit zwei fetten Ködern in eine „Jamaika-Koalition“ zu locken. Demnach solle Grünen-Vorsitzende Roswitha Arnold den Posten der Ersten Bürgermeisterin angedient bekommen. Und binnen zweieinhalb Jahren, wenn Stadtkämmerer Rainer Häusler in Ruhestand geht, könne auch der Grüne Gerd Wölwer als Umweltdezernent aufrücken. Der Artikel ist leider nicht online abrufbar, daher kein Link.

Sehr wohl online abrufbar ist das Rätsel um die Pro-NRW-Kandidatur, während die Rheinische Post ihre Meldung dazu nicht online veröffentlicht: Der Wahlausschuss, der das amtliche Endergebnis der Wahl vom Sonntag gemäß dem vorläufigen Endergebnis festgestellt hat, muss sich mit einer Merkwürdigkeit befassen: Ein Mann aus Schlebusch-Süd hatte Anzeige erstattet, weil er sich, offenbar ohne sein Zutun, als Bewerber für „Pro NRW“ auf einem Wahlzettel entdeckte. Immerhin: Der Mann soll 91 Stimmen bekommen haben.

Von einer Testwahl-Schlappe für den SPD-Bundestagskandidaten Karl Lauterbach bei einer Podiumsdiskussion im Lise-Meitner-Gymnasium berichtet die RP. Besonders bitter: Nicht nur sein CDU-Konkurrent Thomas Portz luchste ihm Stimmen der Schüler ab, sondern auch der 21-jährige Kandidat der Linken, Manuel Lindlar.

Die RP macht gesundheitssensiblen Leverkusenern Hoffnung: Im Oktober soll der Schweinegrippen-Impfstoff in Leverkusen ankommen, berichtet Amtsarzt Dr. Hans-Eckhard Linstaedt der RP. Freilich gebe es derzeit keine neuen Fälle von Schweinegrippe in Leverkusen, Autor Peter Korn aber kennt die Schnellstraße, die die Viren nach Küsschen, Hände schütteln und Wechselgeld geben gerne nehmen: „So manch einer fasste sich danach mit der Hand ins Gesicht – für Virenübertragung ein Weg so effektiv wie eine Autobahn.“

Was gestern noch klein angekündigt wurde, ist heute der Aufmacher im Anzeiger: Am Bahngelände Opladen wurden Kreuzkröten umgesiedelt.

Die RP interviewt Freiherr-vom-Stein-Schulleiterin Monika Romain zu ihrem denkmalgeschützten Schulgebäude. Das neue Programm der Volkshochschule Leverkusen stellt der Stadt-Anzeiger vor, die Inszenierung von Charles Dickens‘ „Oliver Twist“ als Musical von der Leverkusener Musikschule loben Anzeiger und RP unisono.

Diese Korrektur haben wir bereits gestern gemeldet: Die BayArena darf doch leuchten. Heute Abend wird dort das Länderspiel Deutschland gegen Südafrika ausgerichtet. Die RP rät ihren Lesern noch einmal, besser außerhalb zu parken, der Stadt-Anzeiger hatte seine Vorberichterstattung bereits vor einigen Tagen veröffentlicht. Im Sportteil wartet dafür ein besonderes Schmankerl für die Leverkusener Fußballfans: Ein Interview mit dem weißen Brasilianer Bernd Schneider, der bei dem Spiel heute vom DFB feierlich verabschiedet werden soll. „Schnix“ zeigt sich in dem Interview einmal mehr als Meister des Understatements. Frage: „Sind Sie zufrieden damit, wie Sie als Spieler öffentlich wahrgenommen worden sind?“ Antwort Schneider: „Das weiß ich nicht.“

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