Schlagwort-Archive: Neulandpark

Von bösen großen Brüdern

Guten … Morgen!
Der frühe Vogel fängt den Wurm!

Dann mal los: Dienstag, 18. Mai – was sagt die Nachrichtenlage in Leverkusen?
Der Geisterfahrer, der einen Unfall mit tödlichem Ausgang auf der A59 vor Leverkusen verursachte, kommt für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis, melden heute auch Medien überregional. Im Leverkusener Anzeiger wird Sicherheit heute groß geschrieben: Dort hat man sich mal den Sicherheitsdienst näher angeschaut, der am Rathaus-Eingang Wache schiebt und die Stadt 3000 Euro im Monat kostet.

Wer oder was wird denn da bewacht?
Der „Behörden-Besucherverkehr“, erklärt eine Stadtsprecherin. Was auch sonst? Nicht so gut überwacht wird hingegen der Neulandpark, wo am Wochenende die hölzernen Radständer vor dem Eingang Ziel blinder Zerstörungswut wurden. Aber apropos Rathaus: Dazu gibt es im Anzeiger heute auch eine „Nicht“-Meldung.

Was ist eine „Nicht“-Meldung?
Eine „Nicht“-Meldung meldet, dass etwas nicht geschehen ist. „Es ist kein Auto vor einen Baum gefahren“, wäre so ein Fall. Das kann man im Zweifel immer bringen, wenn einfach gar nichts passiert. Verwunderlich also eigentlich, dass es diese Meldung nicht schon gestern in die Zeitung geschafft hat. Die Meldung lautet: Die Stadt hat keine Sammelliste ausgelegt, auf der Bürger gegen die Veröffentlichung ihrer Häuser bei „Google Streetview“ Einspruch erheben können. Immerhin also ein aktuelles Thema, sogar mit Bezug auf das Internet.

Das darin aber nun wieder etwas unreflektiert als eine Art Brutstätte des Bösen erscheint.
Das könnte man kritisieren, die Reflektion bietet den Anzeiger-Lesern heute aber der Leitartikel von Thomas Kröter auf der Meinungsseite. Da kommt das Internet freilich auch nicht so richtig gut weg: „Es gehört schon sehr hartnäckiger Glaube an das Gute im Menschen dazu, da nichts Böses zu unterstellen“, schreibt Kröter über Streetview, Google und die großen „sozialen Netzwerke“. Die Überschrift dazu lautet: „Großer Bruder außer Kontrolle“.

Die könnte heute auch über einem Artikel über Kevin-Prince Boateng stehen.
Schon. Aber Nationaltrainer Joachim „Jogi“ Löw hat ja appelliert, man möge Jerome Boateng jetzt nicht in Sippenhaft nehmen für das böse Foul seines großen Bruders an unserem Fußball-Nationalheiligtum Michael Ballack. Übrigens haben sich zu dieser Tragödie auch Leverkusener geäußert: „Bitter und tragisch“ findet Bayer-04-Trainer Jupp Heynckes Ballacks WM-Aus: „Das war wahrscheinlich seine letzte Chance, an einer WM teilzunehmen.“ Und Reiner Calmund meint, die Nationalspieler sollten nun nicht resignieren, „auch wenn kein Spieler da ist, der Michael ersetzen kann“.

Können die Ärzte da eigentlich wirklich nichts mehr machen?
Zumindest wohl nicht die Ärzte am Klinikum in Leverkusen: Rund die Hälfte von ihnen beteiligt sich nämlich an den bundesweiten Streiks und demonstrieren in München für mehr Lohn. Immerhin: Bei der Rheinischen Post sieht man dazu nur glückliche Patienten, die attestieren, dass es keine Verzögerungen gab und dass die Ärzte ruhig gerecht entlohnt werden sollten.

Hm. Spricht das nun dafür, den Ärzten mehr Geld zu zahlen? Oder dafür, auf die Hälfte der Ärzte einfach ganz zu verzichten?
Weiß nicht. Aber im Zweifel hilft immer Hypnose: Die Süddeutsche etwa staunt, wie Bayer-Hochspringerin Silke Spiegelburg die Latte zu hypnotisieren versteht. Und wo wir gerade in den überregionalen Zeitungen blättern: Der Chemiekonzern Lanxess „fasst neuen Mut“, konstatiert heute die FAZ, die von der Eröffnung eines neuen Lanxess-Werks in Singapur berichtet (der Artikel kostet online, die AnzeigerMeldung nicht). Und neuen Mut fassen auch die Leverkusener Radfreunde in Sachen Balkantrasse: Auf der Gründungsversammlung eines Fördervereins für das Projekt wurde Rechtsanwalt Karl-Friedrich Weber zum Vorsitzenden gewählt.

Was gibt es aus der Kultur?
Mitfinanziert hat die Bayer AG die Restaurierung des Kunstwerks „Large Divided Oval: Butterfly“ von Henry Moore vor dem Haus der Kulturen der Welt.

Ich wusste gar nicht, dass das in Leverkusen steht.
Tut es natürlich auch nicht. Es steht in Berlin und darf daher zu Bayers „Kulturachse Leverkusen-Berlin“ zählen. In Leverkusen wurde in der Stadtbibliothek gestern eine Ausstellung zu „25 Jahre Frauenbüro“ eröffnet. Und alle zwei Kritiker (online nur einer) zeigen sich begeistert über den Filmmusiken-Abend des Bayer-Mandolinenorchesters im Erholungshaus.

Gibt es eigentlich auch noch einmal was aus den Blogs?
Na klar: Leverkusen hat einen neuen Baublog! Während in Quettingen bereits der Garten gestaltet wird, dokumentieren Kerstin und Christian bereits eine Weile ihren Hausbau in Schlebusch – für sich selbst und für ihre Freunde und Bekannten. Aber vielleicht darf man dort auch unbekannterweise mal reinschauen. Immerhin ist bereits das Obergeschoss „schon fast fertig“.

Werbeanzeigen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Presseschau

Menschenmassen in Wiesdorf – Xynthia über Leverkusen

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Montag, 1. März 2010:
Durchgefegt: Menschenmassen stürmen Wiesdorf. +++ Weggefegt: Sturmtief Xynthia über Leverkusen. +++ Abschied vom Opladener „La Baguette“. +++ Lokalsport: Ulf Kirsten denkt über einen Weggang aus Leverkusen nach.
Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Presseschau

Schluss für DyStar in Leverkusen?

Die Produktion bei DyStar im Chempark Leverkusen liegt nach wie vor still, melden heute Leverkusener Anzeiger und Rheinische Post. Der Funke, der gestern aus Bayern herüberblitzte, die Meldung nämlich, dass am DyStar-Standort Geretsried die Produktion wieder aufgenommen werden konnte, scheint nicht nach Leverkusen überspringen zu können. „Vieles deutet darauf hin, dass DyStar in Leverkusen endgültig geschlossen bleibt“, fasst die RP zusammen. Dort wird auch Currenta-Sprecher Jürgen Gemke zitiert, der erklärt, warum der Chempark-Betreiber weiterhin keine Energie an DyStar liefere: „Wir warten weiter auf ein Angebot des Insolvenzverwalters und auf ein tragfähiges Konzept.“ DyStar, so die RP, schulde Currenta derzeit eine Summe in siebenstelliger Höhe, es sei unklar, ob dieser Betrag aus der Konkursmasse beglichen werden könne. Folglich betont Gemke auch: „Wir haben aber trotzdem ein großes Interesse daran, dass DyStar wieder produziert.“ Auch der Anzeiger hat einen vor einer Woche noch optimistischer klingenden Insolvenzverwalter Stephan Laubereau in Erinnerung, der nun mitteilt: „In Leverkusen und Brunsbüttel sind wir noch dabei, die Finanzierung der Produktion mit den Standortbetreibern zu klären.“

Nachhaltig schlechte Nachrichten produziert bereits seit einiger Zeit eine Antibaby-Pille aus dem Hause Bayer-Schering: Aus der Schweiz kommen Meldungen über Nebenwirkungen der Pille „Yasmin“ oder „Yaz“ mit zum Teil tödlichem Ausgang. Einen Bericht dazu sendete gestern WDR 2; die RP hatte darüber bereits Ende September in einem kurzen Beitrag berichtet. Ebenso viele andere. Philipp Mimkes, der sich auch in der „Coordination gegen Bayer-Gefahren“ (CBG) engagiert, schreibt in der Jungen Welt sogar von „mindestens 50 Toten“.
Bayer Schering stellt sich dieser Berichterstattung, wenngleich strikt abwehrend. Auffällig: Zuletzt veröffentlicht Bayer Pressemitteilungen über eigene Studien, die die positive Wirkung von Antibabypillen beim „Prämenstruellen Syndrom“, kurz PMS betonen – und offenbar sicherheitshalber informiert Bayer auch schon sehr offensiv über positive Ergebnisse aus Studien über die neue Antibabypille „Qlaira“. Die von Bayer 2006 aufgekaufte Schering AG hatte die Antibabypille 1961 auf den westdeutschen Markt gebracht.

Den „Vater der Bayer-Medienfassade“ am Hochhaus W1 stellt die RP heute ihren Lesern vor (leider nicht online, überhaupt gibt sich die RP heute eher zugeknöpft im Netz): Wolfram Lusche ist Architekt und Bayer-Veranstaltungsmanager und zeichnet verantwortlich für das Programm, das demnächst auf bis zu 122 Metern Höhe über die LEDs flimmern soll. Peter Korn hat sich von dem 57-Jährigen das W1-„Gehirn“ zeigen lassen: Ein neun Quadratmeter großer, fensterloser Raum im Innern des Hochhauses. Lusche verspricht: „Wir wollen eine intelligente Bespielung, ein System, das sich an 365 Tagen im Jahr neu zusammensetzt“, 12.000 Bilder und Videos stünden dafür zur Verfügung. Wann W1 tatsächlich „auf Sendung“ geht, stehe freilich noch immer in den Sternen.

Bei 43 fällt nun der Hammer: So viele Mitarbeiter will Automobilindustriezulieferer Federal Mogul in Burscheid in eine Transfergesellschaft ausgliedern, melden Anzeiger und RP. Ursprünglich war von 100 Mitarbeitern die Rede, zuletzt sank die Zahl dann auf 45, dann 44 und nun auf 43. Timm Gatter kommentiert im Anzeiger: „Geschäftsleitung und Betriebsrat haben in der Krise das Beste aus der dramatischen Entwicklung gemacht.“

Wo wir schon in Burscheid sind: Eine Klopperei auf Kreisliga-Niveau beim Fußballspiel zwischen dem BV Burscheid und dem FC Remscheid, die von 20 Polizeibeamten geschlichtet werden musste, ist Anzeiger und RP je eine Meldung wert.

Im Neulandpark gelten ab sofort die Winteröffnungszeiten, meldet der Anzeiger: Von 6 bis 18 Uhr ist der Park in der kalten Jahreszeit für Besucher geöffnet. Zwischen 18 und 6 Uhr gehört der Park Dobermann Ates.

Professor ehrenhalber darf sich künftig der in Leverkusen geborene Horst Neumann nennen, erfahren wir über prdomain.com: Die chinesische Universität Tongji in Schanghai ehrt den 60-jährigen Volkswagen-Manager für seine Verdienste im Personalmanagement sowie im deutsch-chinesischen Studentenaustausch über VW.

Hier noch ein Nachtrag: Der Stadt-Anzeiger stellt auf seiner Land/Region-Seite den Physiker Friedrich-Karl Bruder vor, der im Dienste der Bayer MaterialScience AG Kunststoffe für holografische Speichersysteme entwickelt und für seine Forschung nun mit dem Innovationspreis 2009 des Landes NRW ausgezeichnet wird.

Kultur: Mit dem Kurt-Lorenz-Preis 2009 ausgezeichnet werden Petra Clemens und Stefan Lapke, meldet der Anzeiger. Der Förderverein des dem Leverkusener Künstler Kurt Lorenz gewidmeten Preises würdigt damit ihr „herausragendes Engagement im Bereich der Kinder- und Jugendkultur“. Die Preisverleihung wird am Sonntag, 8. November, in Schloss Morsbroich ausgerichtet.
Apropos Petra Clemens: In der vergangenen Nacht zeigte der TV-Sender Arte den Kurzspielfilm „Bes“, produziert an der Kunsthochschule für Medien in Köln, Produktionsleitung: Petra Clemens. Hier ist der Film bei arte.tv im Netz noch sechs Tage zu sehen.
Auch die RP startet nun eine Serie vor der Leverkusener Kunstnacht am 30. Oktober und stellt eine neue Ausstellungsstätte vor: Die Kornbrennerei Witzheller in Lützenkirchen, wo Günther Aubel, Heiko Bitter und Georg Bortfeldt ihre Fotografien zeigen. Der Anzeiger setzt seine Serie mit Malerin Patricia Dick fort.
Und die RP interviewt den Kunsthändler Manfred Lütke, der sein Geschäft in Opladen gemeinsam mit Gattin Ingrid vor 50 Jahren eröffnete.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Presseschau