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Bahnstadt: Bittere Einsicht?

Sollte Leverkusen das Stadtentwicklungsprojekt Bahnstadt Opladen angesichts der dramatischen Kassenlage doch besser abspecken? Die CDU erwäge, auf die Verlegung der Gütergleisstrecke zu verzichten, berichtet die Rheinische Post heute. Nach dem Entsetzen über das „Nein“ des Regierungspräsidenten zur Gleisverlegung und dem Hilferuf nach dem Ministerpräsidenten folgt bei der CDU nun offenbar eine Phase bitterer Einsicht. Sollte sich herausstellen, „dass Leverkusen auf Jahre hinaus keinen Spielraum mehr für dringend notwendige Investitionen“ hat, werde man „wohl von der Verlegung Abstand nehmen müssen“, schreibt die RP unter Bezugnahme auf Stimmen aus der CDU. Nun wolle die CDU aber zunächst selbst einen genauen Blick in die Bücher werfen. Im beistehenden Kommentar erklärt „peco“, was fraglos noch wichtiger und unverzichtbarer für die Bahnstadt sei als die Gleisverlegung: Nämlich die Ansiedlung der Fachhochschule.
Einen Bürgerentscheid zur Bahnstadt initiieren wolle die OWG-UWG-Ratsfraktion, wie der Leverkusener Anzeiger meldet: Die Freien Wähler forderten daher eine „umfassende Information und Beteiligung der Bevölkerung“ noch vor der kommenden Ratssitzung am 14. Dezember. Außerdem wolle die OWG-UWG veranlassen, den städtischen Haushalt doch wie geplant bei der Ratssitzung am 14. Dezember zu verabschieden. Dem würde laut RP auch die CDU zustimmen. Sollten sich durch die Bahnstadt noch Änderungen ergeben, könnten die im Rahmen eines Nachtragshaushaltes beschlossen werden.

Den Auftakt der 30. Leverkusener Jazztage würdigen die Zeitungen mit dem gebotenen Enthusiasmus: Siegfried Grass lobt in der RP den „Parade-Start“ mit „Weltklasse-Bassgitarrist Marcus Miller“, Frank Weiffen spürt im Anzeiger der „Wiedersehens-Romantik“ nach, die Leverkusen stets zum Beginn des Musikfestivals erfasse. Und auf seiner überregionalen Kulturseite erhebt der Stadt-Anzeiger die Jazztage sogar zum „Kulturgut der Woche“.

Klingende Namen in den Artikeln über die Verleihung des Kurt-Lorenz-Preises an Petra Clemens und Stefan Lapke am Sonntag in Schloss Morsbroich: Neben OB Reinhard Buchhorn waren Ute Mader, die Leiterin des Kommunalen Kinos, und Kabarettist Wilfried Schmickler als Laudatoren der Geehrten gekommen. Clemens widmete den Preis ihren verstorbenen Wegbegleitern Bernd Vossen und Johannes Boddenberg, lesen wir in der RP. Und während Clemens laut Anzeiger ankündigte, einen Teil der (von Bayer gestifteten) 2500 Euro Preisgeld der „Coordination gegen Bayer-Gefahren“ überlassen zu wollen, und den feierlichen Akt so „mit einer Portion Anarchismus“ garnierte, kündigte Lapke an, einen Teil des Geldes der Evangelischen Jugend Schlebusch zur Verfügung zu stellen.

Apropos Coordination gegen Bayer-Gefahren: Die CBG veröffentlichte am vergangenen Freitag ein Interview mit zwei freien Bayer-Mitarbeitern (unter geänderten Namen), die nach eigenen Angaben seit über 15 Jahren für Schering, jetzt für Bayer-Schering arbeiten und nun regelmäßig verspätete Honorarzahlungen beklagen. Sie mutmaßen, Bayer zögere Honorarzahlungen systematisch hinaus, um Zinsgewinne zu erzielen, lesen wir dort. Außerdem sei das Betriebsklima bei Bayer rauer: „Immer öfter wird einem das Gefühl vermittelt, dass man als Mitarbeiter total austauschbar ist. Immer öfter und unverhohlener wird gedroht mit Arbeitskräften, die die gleiche Arbeit für weniger Geld erledigen.“

Noch mehr Kultur: Nahe ging Ulla Jonen das Konzert der Gruppe „Coincidence“ mit der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano gemeinsam mit der Kölner „Microphone-Mafia“ im Kulturausbesserungswerk, das sie für den Anzeiger besuchte.

Eine orientalische Inszenierung sah Ana Ostrić für den Anzeiger bei der „Nacht der Bibliotheken“ in der Stadtbibliothek in Leverkusen: Schauspielerin Anna Stahl las von Sultanen und Königen, dazu tanzten die „Oriental Dance Ladies“ aus Leverkusen.

Getanzt wurde auch bei den Deutschen Tanzmeisterschaften in der Smidt-Arena, die der Anzeiger besuchte. Die Autobahnsperrung der A3 am Wochenende zwischen Leverkusen und Köln mit „gelungenem Brückenschlag“ resümieren RP und Radio Leverkusen sowie überregional der Anzeiger. Wie das funktioniert zwischen den Männern und den Frauen und was elfjährige Mädchen schon davon zu berichten wissen, das hört Günter Müller von seinem Freund Kurt. Ausschließlich tugendhafte Kinder schlenderten über den Martinsmarkt in Schlebusch und gingen bei den Martinszügen mit, und mit ihnen Anzeiger und RP.

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Wen der OB auf die Terrasse lockt

Heute viel zu tun, daher recht spät.
Wahlergebnisse aufarbeiten – das galt es gestern auch in den Leverkusener Parteizentralen. Besonders viel aufzuarbeiten hatte natürlich die SPD: Dem Leverkusener Anzeiger verrät die Leverkusener SPD-Vorsitzende Eva Lux, dass sie zu gerne wüsste, „welche Alters- und Geschlechtsgruppen uns verlassen haben“. Fehler der Partei in Leverkusen sehe sie nicht, Lux glaubt, dass die Partei bundesweit ein Glaubwürdigkeitsproblem hat, das mit der Agenda 2010 geschaffen worden sei: „Die Verantwortlichen haben das Land gerettet – und die Partei erschossen.“
Sein denkbar knappes Ergebnis als gewählter Direktkandidat im Wahlkreis 102 hatte sich Karl Lauterbach bis Montag offenbar schon wieder schöngegrillt: „Von den Kölner SPD-Kandidaten habe ich diesmal die meisten Erststimmen bekommen“, erklärt er dem Anzeiger. Gegenspieler Thomas Portz von der CDU gibt sich gegenüber der Rheinischen Post nicht übertrieben niedergeschlagen: „Wir haben die Sensation knapp verpasst.“
Aber auch die Kommunalpolitik schläft nicht, wenn der Bund zur Wahlurne bittet. Der Parteiaustritt des Wiesdorfer SPD-Urgesteins Jürgen Scharf ist in beiden Zeitungen wieder Thema: Während Lux glaubt, Scharfs Austritt drei Tage vor der Wahl sei hilfreich für den politischen Gegner gewesen, bedauert SPD-Mitglied Jens Singer in der RP Scharfs Abgang: „Es kann nicht sein, dass in Leverkusen die Mandatsträger nach und nach verschwinden.“ Der Anzeiger weiß indes, wo Scharf seine politische Zukunft finden wird: Er wechselt zur OWG-UWG und schließt sich mit seinem Ratsmandat Thomas Wolf und Michael Schmidt (ebenfalls ein ehemaliger SPD-Ratsherr) an. Die OWG-UWG-Wählergruppe erreicht damit Fraktionsstärke im neuen Rat.
Avancen an die Wählergruppe seitens der CDU hat die RP bei der Wahlparty im Forum beobachtet: Während alle auf den Fernseher starrten, schnappte sich kein Geringerer als der neue Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn OWG-UWG-Mann Thomas Wolf zu einem Zwiegespräch auf die Terrasse. „Ich habe nur mal den Zwischenstand abgefragt“, antwortet Buchhorn auf die Nachfrage der RP etwas schmallippig.

Radio Leverkusen hat sich nach der Wahl einmal umgehört und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen: „Unternehmer freuen sich auf schwarz- gelb“ und „DGB nicht zufrieden mit dem Ausgang der Wahl“. Wer hätte das gedacht!

Ein Steuerloch aufgrund einer geringen Fehlkalkulation bei den Gewerbesteuereinnahmen im Leverkusener Haushalt für 2010 meldet die RP: Statt 55 werde es nur 50 Millionen geben, dafür gebe es aber auch mehr Geld vom Land. Das Konto der Stadt sei zum Jahresende mit 160 Millionen überzogen.

Von der Ursache für den Amok-Fehlalarm in der vergangenen Woche an der Lise-Meitner-Schule berichten nach Radio Leverkusen heute auch Anzeiger und RP: Es war ein „Störimpuls“.

Vier neue Kanalbaustellen ab Oktober/November der Technischen Betriebe Leverkusen kündigt die RP an: Und zwar an der Carl-Duisberg-Straße/Willy-Brandt-Ring, Berliner Platz/Düsseldorfer Straße/Rat-Deycks-Straße, Hermann-Löns-Straße/Kämper Weg und am Schmutzwasserkanal Wiehbachtal.

Lanxess wurde für seine gute Bilanz im Finanzkrisenjahr 2008 vom „ICIS Chemical Business Magazin“ zum „Unternehmen des Jahres“ gewählt, meldet der Anzeiger nur online, die RP nur im Print.

Der Anzeiger war im neuen Büro, das die Stadt Leverkusen für die Frauen-Fußball-WM 2011 beim Sportpark an der Robert-Blum-Straße eingerichtet hat. Die RP kündigt die Kampagne „Kinderträume 2011“ an.

Mit der „Privatisierung“ des Pfarrer-Jekel-Gemeindehauses in eine Physiotherapeutische Praxis sind die Quettinger nicht mehr so unglücklich, weiß der Anzeiger.

Von der Fortsetzung des Streits über die Bebauung der Ostseite in Hahnenblecher berichtet der Anzeiger: Die Stadt empfiehlt nach Rücksprache mit der Bezirksregierung, die geplante Änderung des Flächennutzungsplans für die bauwilligen Grundstückseigentümer beizubehalten.

Kultur satt heute in der RP: Monika Klein war beim 2. Leverkusener Akkordeontag in der Musikschule, beim „Konzert Leverkusener Musiker“ mit Erika Manns Pfeffermühle (der Anzeiger lobte schon gestern), beim Duo „Pianoworte“ im Gemeindesaal der evangelischen Kirchengemeinde Opladen – freilich ist nichts davon online zu finden.
Vom Titel „Museum des Jahres“ für das Museum Morsbroich berichten nun auch überregionale Medien aus ganz Deutschland: Hoch im Norden, tief im Westen und weit im Süden.

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