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Schüsse in Steinbüchel: Mann verletzt

Mit Schüssen lebensgefährlich verletzt wurde in der vergangenen Nacht ein 25-jähriger Mann in Steinbüchel: Gegen 1.50 Uhr meldeten Zeugen der Polizei mehrere Schüsse auf der Hermann-Hesse-Straße, die vom Theodor-Heuss-Ring abgeht. Die Polizisten fanden das Opfer kurz darauf schwer verletzt auf der Straße liegend. Der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht und schwebt weiter in Lebensgefahr.

UPDATE 21.08.: Heute Vormittag führte die Polizei erneut „Durchsuchungsmaßnahmen“ im Umfeld der Carl-von-Ossietzky-Straße durch. Eine Waffe sei gefunden worden, bestätigte die Polizei, allerdings müsse noch geprüft werden, ob es sich um die gesuchte Tatwaffe handele.

UPDATE 15.08.: Eine Polizei-Hundertschaft durchkämmte am Donnerstag das Wohnviertel in Steinbüchel, offenbar weiterhin auf der Suche nach der Tatwaffe. Bereits am Mittwoch, erklärt Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer, sei in Steinbüchel ein weiterer Mann festgenommen worden, der Vorwurf gegen ihn laute „Versuchter Mord“.
UPDATE 13.08.: Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer zum aktuellen Stand gegenüber dem levlog: „Wir müssen uns in dem Fall weiter bedeckt halten, die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.“
UPDATE 12.08., 16.15 Uhr: Eine Spezialeinheit der Polizei hat heute in den frühen Morgenstunden in Steinbüchel einen weiteren mutmaßlichen Täter festgenommen. Dieser stehe im Verdacht, teilt die Polizei mit, an der Tat am 17. Juni beteiligt gewesen zu sein. Umfangreiche Ermittlungen des Kriminalkommissariates 11 in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Köln hätten nun zu dem 29-Jährigen geführt. Nach einer Vernehmung werde der 29-Jährige dem Haftrichter vorgeführt, kündigt die Polizei in einer Pressemitteilung an. Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer hatte gegenüber dem levlog vergangene Woche erklärt, dass aufgrund „biographischer Nähe“ ein Zusammenhang zwischen den Fällen vom 17. Juni und vom 27. Juli überprüft werde. Es handele sich um einen „sehr komplexen Fall“, erklärte Bremer weiter.
UPDATE 29.07., 16 Uhr: Der mutmaßliche Schütze wurde gestern im Amtsgericht Opladen dem Haftrichter vorgeführt. Er wurde wegen des Verdachts auf vorsätzlichen Totschlag sowie gefährliche Körperverletzung in Untersuchungshaft genommen, berichtete Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer dem levlog. Der 25-Jährige, dem es seit gestern besser geht und außer Lebensgefahr ist, konnte inzwischen zum Tathergang befragt werden. Die Ermittlungen zur Motivlage dauerten aber weiterhin an, so Bremer, der zugleich darauf verwies, dass die Polizei in Köln derzeit eine sehr große Zahl an Mordkommissionen eingerichtet habe und die Ermittlungen sich daher hinziehen können.
UPDATE 28.07., 16 Uhr: Der 25-Jährige ist nach Angaben der Polizei inzwischen außer Lebensgefahr. Die Ermittlungen dauern an, weitere Neuigkeiten zu dem Fall meldet die Polizei keine.

Die Hermann-Hesse-Straße in Steinbüchel am Sonntag.

Die Hermann-Hesse-Straße in Steinbüchel am Sonntag.

Ein 31-jähriger Tatverdächtiger flüchtete und konnte erst rund sieben Stunden später von einem Sondereinsatzkommando festgenommen werden: Gegen 8.45 Uhr sei der Zugriff erfolgt, geben Polizei und Staatsanwaltschaft Köln bekannt. Das Tatmotiv sei derzeit noch unklar, die Polizei Köln hat eine Mordkommission eingesetzt.

Auffällig häufig werden Streitigkeiten zuletzt mit Schusswaffen „gelöst“: Erst Mitte Juni wurde ein 24-Jähriger in Steinbüchel nachts an der Karl-Jaspers-Straße mit Messerstichen und durch Schüsse schwer verletzt (hier ein Bericht bei ksta.de). Er überlebte nach einer Notoperation. Anfang Juni schoss ein Mann vor einer Bäckerei in Wiesdorf um sich: Das Opfer wurde nur leicht verletzt, der Schütze wurde von einem SEK in seiner Wohnung festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft.

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Rialto-Boulevard 6 Monate Baustelle

Eine Freigabe der Brücke für Fußgänger sei bald wieder möglich, die Geschäfte auf der Nordseite können in wenigen Wochen wieder den Betrieb aufnehmen. Für die vom Brand unmittelbar betroffene Südseite fällt die Prognose allerdings „deutlich schlechter“ aus. Die Polizei wertet derweil weiter Spuren und Zeugenaussagen aus.

UPDATE 29.08., 13 Uhr: Ab Montag, 1. September, können die Geschäfte auf der nördlichen Seite der Brücke sowie das Eiscafé wieder öffnen. Ein Gutachter für Brandmeldeanlagen habe heute die technischen Anlagen in den Geschäfts-, Keller- und Nebenräumen des nördlichen Rialto Boulevard sowie im Eiscafé geprüft und abgenommen, teilt die WGL mit: Mit der Prüfbescheinigung können die Betreiber dieser Ladenlokale „ab dem 01.09.2014 ihren Geschäftsbetrieb uneingeschränkt wieder aufnehmen“.

UPDATE 01.08., 13:15 Uhr: Die Polizei schließt mittlerweile „böse Absicht“ als Brandursache aus. Die Ermittlungen nach der Brandursache dauerten weiter an, jedoch könne ausgeschlossen werden, dass dort ein gegen die Betreiber des Geschäfts gerichteteter Anschlag verübt worden sei. In dem Geschäftslokal hatte sich zu dem Zeitpunkt ein Kind alleine aufgehalten; ein technischer Defekt als Brandursache könne weiterhin nicht völlig ausgeschlossen werden. UPDATE 25.07., 14 Uhr: Die Rialto-Brücke ist für Fußgänger wieder geöffnet!

Blick auf den "Rialto-Boulevard" - in der Mitte das zerstörte Glasdach.

Blick auf den „Rialto-Boulevard“ – in der Mitte das zerstörte Glasdach.

Für rund ein halbes Jahr wird der „Rialto-Boulevard“ eher einer Baustellengasse gleichen: So lange werde es dauern, bis die vom Brand am Abend des 11. Juli unmittelbar betroffene Ladenzeile wieder hergestellt ist, prognostizierte WGL-Geschäftsführer Wolfgang Mues heute bei einem Pressetermin. Die Ladenzeile sei von dem „verheerenden Brand“ (hier der Bericht im LevLog) so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass dort „bis zum Zustand des Rohbaus zurückgebaut werden muss“, erklärte Mues. Den Gesamtschaden schätzt Mues auf 1 Million Euro.

Die erfreulichere Nachricht, die Mues parat hatte: Für Fußgänger könne die Brücke voraussichtlich „in Kürze“ wieder freigegeben werden. Das Ergebnis der Materialprüfung von der die Brücke überspannenden Stahl-Glas-Decke durch die Fachhochschule Köln werde in diesen Tagen erwartet. Fällt dieses Urteil zufriedenstellend aus, sei es möglich, rasch eine mit Bauzäunen gesicherte, fünf Meter breite Passage für Fußgänger über die Brücke zu öffnen. Auf einen genauen Tag mochte sich Mues nicht festlegen, zumal ein Statiker und der Fachbereich Gebäudewirtschaft der Stadt Leverkusen letztlich über die Freigabe zu entscheiden haben. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass überall dort, wo noch Glasscheiben in den Rahmen stecken, die Standsicherheit der Stahlkonstruktion nicht gefährdet sei. Andernfalls müsse auch dort das Glas entfernt werden, bevor die Brücke wieder freigegeben werden kann.

Bildergalerie – zum Vergrößern einfach klicken! Unten geht’s weiter im Text.

„Der Brand hatte verheerende Folgen“, beschönigte Mues nichts. Entstanden sei der Brand, wie im LevLog bereits berichtet, in dem Geschäft „Amore Accessoires“ und habe von dort auf die benachbarten Geschäfte übergegriffen. Bei Temperaturen von zum Teil über 500 Grad Celsius habe die Konstruktion sehr gelitten. Auch die nicht unmittelbar vom Brand betroffene Ladenzeile auf der Nordseite der Brücke (mit „Mr. Chicken“, die Pizzeria oder „Back-Company“) sei durch Verrußung und Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen. Die gebäudetechnischen Einrichtungen und der Strom seien hier außer Betrieb, derzeit sei ein Brandsanierer damit beauftragt, alle Spuren des Brandes zu beseitigen. Dazu gehöre auch das Prüfen sämtlicher Lüftungsöffnungen. „Das dauert einige Wochen“, erläutert Mues, „wir rechnen damit, dass die Geschäfte auf dieser Seite in rund vier bis sechs Wochen wieder öffnen können.“

Auf der vom Brand unmittelbar betroffenen Südseite müsse die Metalldachkonstruktion, die dem Bau ein Hangar-ähnliches Aussehen verleiht, nahezu vollständig entfernt werden. Hierzu sei es voraussichtlich nötig, die Abfahrt vom Europaring in Richtung Rathenaustraße und Bahnhof für ein bis zwei Tage zu sperren. Die Dauer der Arbeiten sei jedoch schwer einzuschätzen, womöglich ließen sich die vom Brand zum Teil erheblich verformten Metallteile nur mit schwerem Gerät entfernen. Eine neue Metallverkleidung müsse in Auftrag gegeben werden, es handele sich um eine Sonderanfertigung. Mues: „Die bekommt man nicht von der Stange“. Ebenfalls sämtliche Innenarchitektur und Zwischenwände in der Ladenzeile müssten entfernt werden, ebenso der fünflagige Bodenaufbau, der durch Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen sei. Das betreffe die Geschäfte vom China-Imbiss auf der Bahnhofsseite bis zu „Pretty Shoes“. Mues: „Hier wird mehrere Monate kein Geschäftsbetrieb möglich sein, wir rechnen mit einem Zeitraum von bis zu einem halben Jahr.“ Glück im Unglück könnte die Eisdiele auf Seite der City C gehabt haben, hier seien die Schäden nicht so groß: „Die wird vielleicht in ein paar Wochen wieder öffnen können“, ist Mues hier vorsichtig optimistisch.

Kritik am Brandschutzkonzept mochte Mues nicht gelten lassen: „Eine Sprinkleranlage ist bei Verkaufsflächen dieser Größe nicht notwendig und auch nicht vorgeschrieben“, verweist er auf die Gesetzeslage. Gleichwohl stehe er der Einrichtung einer Sprinkleranlage beim Neuaufbau auf der Südseite durchaus offen gegenüber, „wenn sie etwas bringt“. Die WGL ist durch Versicherungen abgesichert, sowohl für den Schaden als auch für den Einnahmeausfall durch die fehlenden Mietzahlungen. Den Mietern stelle man für die Dauer der Arbeiten keine Miete in Rechnung, die bereits gezahlte Juli-Miete habe man bereits anteilig wieder zurückgezahlt. Mit den Händlern selber stehe man ständig in engem Kontakt, es habe mehrere Versammlungen gegeben, die nächste sei bereits terminiert. Allerdings: „Was die Händler für Versicherungen abgeschlossen haben, wissen wir nicht.“ Aus Händlerkreisen war zu erfahren, dass sich nicht alle für einen solchen Fall abgesichert haben.

Der Brand hat hinter der Verkleidung die Wand wieder freigelegt, auf der das Jugendamt Leverkusen auf der Brücke bis zum Bau des „Boulevards“ 2003 mit einem großen Graffiti für die „Nummer gegen Kummer“ (diese hier) für Eltern und Jugendliche warb. Eine „Nummer gegen Kummer“ dürfte mancher Geschäftsbetreiber jetzt bitter nötig haben.

Im Dunkeln bleibt weiterhin die Brandursache: Die Polizei hatte Videoaufnahmen umliegender Kameras unmittelbar nach dem Brand einkassiert und auch im Umfeld der Brücke nach Spuren und Hinweisen gesucht. Darunter auch von Videokameras, die die WGL dort installiert hat. „Wir hatten keine Gelegenheit, die Bänder zu sichten, die Polizei hat die unmittelbar am nächsten Tag eingesammelt“, erklärte Klaus-Ulrich Heimann von der WGL. Die Polizei teilte heute auf Anfrage nur mit, es lägen „mehrere Spuren und Zeugenaussaugen vor“, deren Auswertung aufgrund ihrer Fülle noch andauere. Sobald man näheres sagen könne, werde man dies tun, „in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Köln“.

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Festnahme nach Schießerei in Wiesdorf

Nachdem ein Mann am frühen Sonntagnachmittag auf Gäste vor der Bäckerei „Merzenich“ an der Otto-Grimm-Straße in der Wiesdorfer Fußgängerzone geschossen hat, nahm ein Sondereinsatzkommando den mutmaßlichen Schützen in einer Wohnung an der Dönhoffstraße fest. Die Wohnung liegt nur rund 100 Meter vom Tatort entfernt. Es handelt sich um einen Mann zwischen 60 und 70 Jahren, der gebrochen Deutsch spricht. Durch die Schüsse wurde ein Mann leicht verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden. Vor der Bäckerei zeugen umgeworfene Stühle, zerbrochenes Geschirr am Boden und eine Patronenhülse von dem Geschehen. Über das Motiv des Täters wusste die Polizei zunächst nichts.

Via Megaphon hatte das Sondereinsatzkommando Kontakt zu dem Mann am Fenster einer Wohnung in der vierten Etage aufgenommen. Er wurde aufgefordert, beide Hände sichtbar aus dem Fenster zu halten. Der Mann hielt ein Handy, das er zunächst nur widerwillig aus der Hand legte. Bei der Kommunikation mit dem Mann gab es Verständigungsprobleme, aber der Mann hielt sich mit Verzögerung an die Anweisungen, die ihm die rigide Beamtin freundlich, aber bestimmt via Megaphon gab. Vor der Spielhalle an der Dönhoffstraße hielten sich währenddessen ein Dutzend SEK-Beamte in voller Montur bereit. Der Mann sprach davon, dass er Hilfe benötige. Nach rund fünf Minuten forderte die Beamtin den Mann auf, mit leeren Händen zu seiner Wohnungstüre zu gehen und herauszukommen. Daran hielt er sich, mit etwas Verzögerung, und wurde sofort überwältigt, nachdem er die Türe geöffnet hatte. Ein Beamter in zivil signalisierte seinen Kollegen auf der Straße mit erhobenem Daumen, dass die Lage unter Kontrolle ist. Der mutmaßliche Schütze wurde wenig später abgeführt. Die Dönhoffstraße blieb für polizeiliche Untersuchungen weiter gesperrt, ist inzwischen aber wieder freigegeben.

Zum Vergrößern auf das Bild klicken:

NACHTRAG 18.08.: Am gestrigen Sonntag wollte sich der Mann, der von dem Schützen angeschossen und dabei leicht verletzt wurde, wieder bei der Wiesdorfer Bäckerei hinsetzen. Die Verkäuferin, die den Zwischenfall vor zehn Wochen miterleben musste, zeigte sich nicht ganz so furchtlos: sie bat ihn höflich, sich einen anderen Ort für das zweite Frühstück zu suchen. Der Mann zeigte sich verständig und ging.

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Sparkasse sponsert die WfL – CDU & Grüne: „Ja“ zu „Jamaika Plus“

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Freitag, 19. März 2010:
Die Sparkasse macht den Weg frei: 100.000 Euro für WfL-Geschäftsführer. +++ Das „Jamaika Plus“-Bündnis im Stadtrat ist nun auch von der Basis bei CDU und Grünen abgesegnet. +++ Bestsellerautor Martin Suter im „Museum Litterale“. +++ Lokalsport: Bayer-Volleyballerinnen suchen weiter nach Förderern.
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Kita-Baukosten: Sparen, egal wie – Brief des RP gibt SPD zu denken

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Mittwoch, 17. März 2010:
Die Stadt will bei den Baukosten für Betreuungsplätze sparen – egal wie. +++ SPD äußert Bedenken zur Gleisverlegung für die Bahnstadt Opladen. +++ Polizei-Kommando übt „schnelles Abseilen“ auf dem Rhein. +++ Lokalsport: Stefan Kießling tritt in die Kategorie Schneider und Nowotny.
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Mord: Spur führt in den Saunaclub – Bus: Große Wupsi-Chef-Beschimpfung

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Freitag, 12. März 2010:
Autobahn-Leiche: Spurensuche im Saunaclub. +++ Ärger über die Busfahrt von Wupsi-Chef Kretkowski. +++ IG BCE gewinnt die Bayer-Betriebsratswahlen deutlich. +++ Rudi Völler ist in der Ahnengalerie der langhaarigen Fußballer.
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…nicht in der Versenkung…

Die SPD Leverkusen will das Polizeipräsidium wieder zurückholen. Havarie auf dem Rhein verläuft glimpflich. Die Bäckerei Ohlig schließt ihre Filiale in der Opladener Fußgängerzone.
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„Fundamental oppositionell“

Auch der Sportbund Leverkusen hat seine Nische zur Verwaltung des Mangels gefunden: Ana Ostrić hat sich für den Leverkusener Anzeiger eine Fortbildungsmaßnahme für Arbeitslose angeschaut, die sich offenbar an die Fitteren unter den Empfängern von Arbeitslosengeld II richtet. In dem Pilotprojekt des Dachverbands der Leverkusener Sportvereine können sich Arbeitslose unter der gewissenhaften Anleitung von Diplom-Sportlehrer Thomas Edelmann zu Übungsleitern ausbilden lassen, um die sogenannte „Breitensport-Übungsleiter-C-Lizenz“ zu erwerben. Mit dem Schein sollen sie dann, so lautet der Plan, bei Sportvereinen oder in Offenen Ganztagsschulen wieder Arbeit finden können. 120 Stunden Theorie und Praxis erfordert die Fortbildung, und was erwartet so ein Diplom-Sportlehrer von seinen Schützlingen? Natürlich: „Eiserne Disziplin.“ Edelmann hält aber auch Lob bereit: „Positiv überrascht“ sei er von Motivation und Leistungsbereitschaft der insgesamt 13 Teilnehmer. Doch nicht alles Drückeberger, soll das wohl heißen. Die ins Bild gesetzten Anwärterinnen Andrea Neuber und Astrid Lindner machen jedenfalls durchaus eine gute Figur an den Trainingsgeräten. Freilich steht das ganze Modell vielleicht doch ein wenig auf wackligen Füßen, Sportbund-Geschäftsführer Thorsten Morig selbst warnte schließlich erst Ende September, dass den Vereinen vom Landessportbund (LSB) schon 2010 jene Zuschüsse gekürzt werden sollen, die die für ihre Übungsleiter erhalten. Morig regte damals übrigens indirekt an, statt Zuschüsse zu kürzen solle der LSB besser seine Personalkosten reduzieren.

Mit den Widrigkeiten von Arbeitslosigkeit befasst sich auch der Rest der ersten Lokalseite des Anzeigers: Thomas Käding erzählt uns von dem Hartz-IV-Empfänger Lothar H., der sich wegen um 57 Euro zu hoher Mietkosten eine neue, preiswertere Wohnung suchen muss. Die findet er auch, bekommt sie aber nicht, weil die Leverkusener Hartz-IV-Behörde, die Arbeitsgemeinschaft Leverkusen (AGL), die Miete partout nicht direkt an den Vermieter überweisen will – worauf der aber besteht. Also muss Lothar H. weiter suchen. Die fällige Rüge handelt sich die AGL im beistehenden Kommentar von Käding ein.
Und in einem Kasten informiert der Anzeiger über die aktuellen AGL-Interna: Auf den in das Oberbürgermeisteramt ausscheidenden Geschäftsführer Reinhard Buchhorn folgt übergangsweise dessen Stellvertreterin Renate Helff. Bis zur fälligen Neuorganisation der AGL Ende 2010 wird sie kommissarische Geschäftsführerin sein, ihr Stellvertreter wird Andreas Laukötter.

Die Leser der Rheinischen Post müssen schon etwas abkönnen: Die setzt heute für ihre lokale Aufmacherseite auf den Schockeffekt und zeigt die Mündung eines Maschinengewehrs. Was das mit Leverkusen zu tun hat, erklärt die Unterzeile des beistehenden Artikels: „Auch in Leverkusen“ gilt nämlich die landesweite Verordnung, nach der Polizeiautos ab sofort die Schusswaffe, Modell „Heckler & Koch MP5“, mitführen. Sollte sich also in Zukunft neben Tankstellen- oder Taxiräubern auch mal ein Terrorist nach, sagen wir: Hitdorf verlaufen, dann können ihm die Schutzpolizisten ab sofort relativ umstandslos einheizen. Natürlich verzichtet der Artikel nicht auf Schlagworte wie „Terrorgefahr“ oder gar „Al qaida“.

Fundamentalisten haben sich die Leverkusener offenbar auch in ihren Stadtrat gewählt: Die neue Ratsfraktion von Pro NRW kündigt laut Anzeiger an, sie werde im Rat einen „fundamental oppositionellen Kurs in Sachfragen“ einschlagen. Die drei tapferen Bürgervertreter ahnen offenbar, dass sie es im Rat nicht allzu oft zu tragfähigen Mehrheiten bringen werden. So ganz fundamental oppositionell will Fraktionschef Markus Beisicht dann aber wohl doch nicht sein: „Zum Wohle des Bürgers“ werde man sich auch gesprächsbereit zeigen. Die Kenntnisse der Grundprinzipien der Demokratie kann man ihnen folglich wohl nicht absprechen. Wir warten gespannt auf die erste Ratsfraktion, die diese Gesprächsbereitschaft antestet. Schwerpunkte der Pro NRW-Ratsarbeit sollen übrigens sein: „Innere Sicherheit“ und „multikulturelle Gesellschaft“.

Die RP meldet, dass es in der CDU Bestrebungen gebe, noch vor der offiziellen Kandidatennominierung für die Landtagswahlen 2010 aus den derzeit drei Bewerbern (Rainer Ewig, Albrecht Omankowsky, Rüdiger Scholz) einen zu machen. Richtige Wahlen sind eben auch für richtige Demokraten manchmal eine lästige Sache, zumal dann, wenn der Kandidat sich schon innerparteilich nur haarscharf durchsetzen kann und so unnötig beschädigt werden könnte.

Am Standort Geretsried in Bayern läuft die DyStar-Produktion schon wieder, melden der Anzeiger und auch die FAZ. Die Suche nach neuen Investoren sei wieder in Gang gesetzt, wird Insolvenzverwalter Stephan Laubereau zitiert, die Gespräche freilich seien in einem „sehr frühen Stadium“.

Über „“Gefallene M-Dax-Engel“ mit Bilderbuch-Erholung“ berichtet die FAZ heute und meint neben GEA und Hochtief auch Lanxess: Deren Aktien blieben in der Kategorie „Zukäufe“. Beide FAZ-Artikel kosten online Geld.

Im Sinkflug hingegen sieht der Anzeiger die Aktien der Kanadagänse in Hitdorf: Am 31. Oktober ende die Schonfrist für die Tiere, die Jäger grübeln schon, wie sie die Tiere ins Visier nehmen sollen. Förster Karl Zimmermann schätzt die Leverkusen Gänse-Population auf 250 Tiere, nur 100 seien besser. Der Vorsitzende des Leverkusener Tierschutzvereins, Gerd Kortschlag, protestiert: „Nur weil einige Leute gepennt haben, können die Gänse doch nicht jetzt abgeschossen werden.“

Über die Kollision zweier Lastkähne am frühen Freitagmorgen auf dem Rhein bei Wiesdorf, unmittelbar vor dem Chempark, berichten online Anzeiger, RP, Radio Leverkusen und auch die Bild.

Und schließlich Kultur: Die RP war bei einem Comedy-Abend bei der Tanzschule Kaechele in Opladen. Der Anzeiger lauscht in die Debüt-CDs der Leverkusener Musiker Crazy Freilach und Marc Schönberger, blickt auf das Konzert von Brian Auger am Samstag (19.30 Uhr) im Opladener Scala sowie auf die achte Leverkusener Shuttle-Nacht am Samstag, 24. Oktober.

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