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A1: Keine Raststätte in Leverkusen

Bei der Bürgerinitiative „LEV kontra Raststätte“ dürfte man diese Nachricht mit großer Erleichterung aufnehmen: Es wird keine bewirtschaftete Raststätte an der Autobahn 1 bei Leverkusen geben.

Das von Minister Peter Ramsauer (CDU) geleitete Bundesministerium für Verkehr habe die Planung für Rastanlagen entlang der A1 geändert, teilte die Regionalniederlassung Rhein-Berg von Straßen NRW den betroffenen Städten heute Morgen in einer Mail mit. Demnach laute die neue Vorgabe aus Berlin nun, die Rastanlagen in Remscheid zu erhalten (das wurde bereits im Sommer bekannt) und den Stellplatzbedarf durch den Neubau von jeweils nur einer kleineren unbewirtschafteten Anlage je Fahrtrichtung zu decken. Eingeplant würden dafür rund 50 Lkw- sowie 14 Pkw-Stellplätze.

Fortan werde Straßen NRW also nach zwei Standorten für solche unbewirtschafteten Anlagen suchen. Dabei würden die Ergebnisse der bisherigen Standortsuche übernommen, allerdings, so teilte die Niederlassung in der Mail weiter mit, könnten für eine unbewirtschaftete Anlage wegen der deutlich geringeren Größe weitaus mehr Standorte in Frage kommen als für eine bewirtschaftete Rastanlage. Bis wann die Standorte gefunden seien, wagt man bei Straßen NRW nicht vorherzusagen: Die Dauer der neuen Planung lasse sich „zurzeit nicht abschätzen“. Die Suche ist Teil des „Netzkonzeptes 2025“, für das bis 2025 rund 5000 zusätzliche Lkw-Stellplätze an Autobahnen in NRW gesucht werden.

Für Leverkusen ebenso wie für Burscheid bedeutet das, dass die befürchtete große Rastanlage mit der entsprechenden Lärmbelästigung nicht kommen wird. Und auch die Chancen, dass ein kleinerer und weitaus weniger Lärm verursachender Autobahnparkplatz innerhalb der Stadtgrenzen gebaut werde, ist geringer, weil nun auch wieder andere Standorte in die Suche miteinbezogen werden können.

Bei der Leverkusener CDU-Fraktion, die diese Nachricht heute zuerst verkündete, habe man die Nachricht mit „großer Freude“ aufgenommen. „Wir freuen uns sehr, dass die Proteste aus Politik und Bürgerschaft Gehör gefunden haben und die Pläne damit vom Tisch sind“, lässt sich der Fraktionsvorsitzende Klaus Hupperth in einer Pressemitteilung zitieren. Die Bürgerinitiative habe „ganze Arbeit geleistet“.

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„Ein qualitativer Unterschied“

Leverkusen muss sich möglicherweise für einen ernstzunehmenden Streit um den Bürgerbusch rüsten: Zwei Entsandte der Landesbehörde Straßen NRW berichteten am Donnerstag dem Ausschuss für Stadtentwicklung in Burscheid, wo die neue Raststätte an der Autobahn 1 bislang gebaut werden sollte, dass die Suche nach einem Standort nach den Widerständen in Burscheid nun ganz neu begonnen würde. Neben den bereits untersuchten Standorten sollen dann auch Standorte in Leverkusen in den Topf kommen: Außer dem Bürgerbusch wurde auch die Bayer-Deponie als denkbarer Standort genannt. Der Burscheider Politiker Michael Baggeler („Bündnis für Burscheid“) gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass der Kelch an Burscheid vorübergehen möge: „Wenn man bedenkt, dass im Bürgerbusch nur ein paar Bäume gerodet werden müssten, während hier Anwohner unmittelbar in Mitleidenschaft gezogen würden – das ist schon ein qualitativer Unterschied.“
Ob die SPD-Landtagsabgeordnete für Bergisch Gladbach und Rösrath Helene Hammelrath Anteil – und wenn ja: welchen – an diesem Umschwenken hat, ist ungewiss. Sie selbst jedenfalls teilt mit, ihre Intervention habe dazu beigetragen, den „Bürgerbusch“ von der Straßenbauverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen in die weiteren Planungsprozesse bezüglich der Suche nach weiteren Rastanlagen miteinzubeziehen. In der Rheinischen Post wird sie dafür von Parteigenosse Walter Mende zünftig gerügt. Das Ansinnen der Behörde weckt bei Mende auch natürliche Advokaten-Instinkte: Gerne würde er „als Anwalt so ein Planungsverfahren im Keim ersticken. Wir haben hier Europas größtes Autobahnkreuz, das noch erweitert werden soll.“

Wichtiger war für alle Zeitungen freilich dieses Ereignis: Offenbar Toilettenspray, in unangemessenem Umfang am Geschwister-Scholl-Berufskolleg versprüht, bescherte 66 Schülern am Freitag Übelkeit, 16 von ihnen einen Besuch im Krankenhaus. Und den Lokalredakteuren, nachdem sie sich todesmutig selbst in den „Frischluft“-Nebel vorgewagt und offenbar unverletzt zurückkehrten, ihre Aufmacher für Samstag: „Gas-Alarm im Unterricht“ titelt die Rheinische Post. Das Fazit dieses unangemeldeten Feldversuchs verkündete der städtische Amtsarzt Martin Oehler bei Radio Leverkusen: „Die Inhaltsstoffe in Toilettensprays sind nicht ohne.“ (Zitat sinngemäß)

Partypeople aufgepasst! Diese Meldung ist für Euch: Das „Calcio“ kommt zurück! Nach Informationen des Anzeiger wird der Club unter der Regie des alten und neuen Betreibers, der Bayer-Gastronomie GmbH, in der BayArena am Freitag, 9. Oktober, wiedereröffnet. Offenbar hat’s die Meldung nicht bis auf die Anzeiger-Internetseite geschafft, also müsstet Ihr die Zeitung jetzt für die 20-zeilige Meldung kaufen – oder mir einfach glauben. Freilich bestätigt die „Calcio“-Homepage schon, dass sich da offenbar etwas tut. (Dass es nicht wenige gibt, die das zum Anlass nehmen werden, heute schon ausgiebig vorzuglühen, das haben die Reporter von „Habt ihr Bock“, kurz: „HiB“-TV bereits hier eindrücklich dokumentiert: Aus Liebe zum geilsten Club Leverkusens.)

Von einer neuen Kondensationsturbine für die Avea-Müllverbrennungsanlage Im Eisholz berichten Anzeiger und RP: Das Wunderding soll 2011 in Betrieb gehen und statt bisher jährlich 43.000 dann 75.000 Megawattstunden Strom aus Müll erzeugen. Laut Avea-Geschäftsführer Hans-Jürgen Sprokamp handelt es sich ganz offenbar um eine Variante der eierlegenden Wollmilchsau für die Müllverbrennungsindustrie: Das Gerät erzeugt nicht nur Strom ausreichend für 15.000 Haushalte, kann so die Abfallgebühren der Verbraucher für Müll „mindestens stabil“ halten und soll überdies auch 25.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr sparen. Ein offenkundig begeisterter Sprokamp in der RP: „Diese Investition lohnt sich vom ersten Tag des Betriebes an.“

Von einem neuen „Familien-Discounter-Konzept“ , das die Zukunft für die Woolworth-Filiale in Opladen und ihre 36 Mitarbeiter sichern soll, berichtet Radio Leverkusen.

Von einem Bürgerfest in Schwedt am kommenden Mittwoch anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft mit Leverkusen berichtet der Uckermark Kurier. Es wird dort auch ein Fass Freibier geben!

Über die Bemühungen des städtischen Fachbereichs für Umwelt gegen die Ausbreitung von Bärenklau, Springkraut oder Ambrosia berichtet Werner Röder für den Anzeiger: „Der Kampf geht weiter.“

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Politische Personalrochaden

Einen Blick auf die deutsche Pharmabranche wirft die FAZ in ihrer heutigen Ausgabe und konstatiert, dass diese sich auf dem Weltmarkt wieder nach vorne arbeite. Über Bayer schreibt Autor Michael Psotta: „Bayer hat sich aus misslicher Lage wieder nach vorn gekämpft. (…) Mit der offensichtlich geschickten und reibungslosen Eingliederung von Schering hat Bayer neue Substanz mit neuen Forschungsprojekten gewonnen.“ (Der Artikel ist auch online abrufbar, kostet aber 2 Euro)

Was leverkusen.com schon vorgestern (und ich gestern) meldete, verkünden heute auch die Leverkusener Tageszeitungen: Markus Märtens (33) wird OB Reinhard Buchhorns Büroleiter. Peter Korn hat den Rechtsanwalt für die Rheinische Post interviewt. Auf die Frage nach seinem Verhältnis zu seinem neuen Chef antwortet Märtens: „Auf den Punkt gebracht: Wir haben einen guten Draht zueinander.“
Die RP vermeldet auch weitere Personalrochaden in der Leverkusener Politikszene: Ralf Johanns, der bislang den Job für OB Ernst Küchler macht, den Märtens demnächst für Buchhorn erledigt, wird neuer Leiter des Rechnungsprüfungsamtes. Und der Christian Dohmen folgt zum 1. Oktober als SPD-Fraktionsgeschäftsführer auf Nina Lepsius, die an die Universität Düsseldorf wechselt. Walter Mende über den 31-jährigen Politikwissenschaftler, der seit September 2002 bei der Stadt im Fachbereich Soziales arbeitet: Ein „Glücksfall“. (Online nur beim Anzeiger)

„Wettbüros müssen schließen“, titelt der Leverkusener Anzeiger auf seiner ersten Lokalseite und verweist auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (mehr dazu hier).

Gleich über zwei Schulen berichtet die RP: Die Sanierung der Hauptschule im Hederichsfeld werde voraussichtlich zwischen 100.000 und 150.000 Euro kosten, wie die Stadt mitteile. Es gebe dort massive Schäden durch Feuchtigkeit. Und vom neuen gebundenen Ganztagsbetrieb für die Fünftklässler am Lise-Meitner-Gymnasium berichtet Roman Zilles: Das Mittagessen sei immerhin „fast so gut wie bei Mama“. (Nicht online abrufbar)

Der Volkswagen-Plumpser veranlasst das Bauaufsichtsamt, die Widerstandsfähigkeit der Absperrgitter in dem Parkhaus am Klinikum zu prüfen.

Über „Bayers neue Farbenspiele“ mit der Medienfassade am Hochhaus W1 berichtet die RP eine Woche nach dem Anzeiger.

Schließlich Kultur: Der Anzeiger stellt zwei Ausstellungen vor. Die Foto-Ausstellung „Die sich die Freiheit nahmen“ im Erholungshaus zeigt Bilder osteuropäische Intellektuelle im Exil als Opfer kommunistischer Regimes. Und im Bunker Karlstraße stellt Harry Plein in der Werkschau „Charbonnel“ Kaltnadelradierungen aus. Und die RP blickt schon auf die 5. Leverkusener Kunstnacht (hier die Homepage) am 30. Oktober.

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