Schlagwort-Archive: Realschule am Stadtpark

Schnell und hell

Happy End für die Bogenschützen des BS Opladen?
So ist es. Allerdings nicht bei Werner Nolden, der das Bierbörsen-Areal angeboten hatte, sondern in Rheindorf finden sie künftig ihr Trainingsdomizil: Helmut Soelau, Leiter der städtischen Fachbereichs Schulen, stellt ihnen einen Fußballplatz an der Käthe-Kollwitz-Schule in Rheindorf zur Verfügung, berichtet die Rheinische Post heute.

Sehr erfreulich! Donnerstag, 27. Mai – für wen kämpfen die Tageszeitungen heute?
Heute ist der Landgasthof Gerfer in Edelrath an der Reihe: Seitdem der Edelrather Weg wegen einer Baustelle gesperrt ist, bleiben dort die Gäste aus. Der Leverkusener Anzeiger hievt das auf seine erste Lokalseite – und hat bei Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn schon offene Türen eingerannt: Die Baustelle werde ab sofort nur noch beizeiten gesperrt. „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass dieser Betrieb geringstmöglich behindert wird“, erklärt Buchhorn.

Vorbildlich!
Um Straßenverkehr geht es, im weitesten Sinne, auch im RP-Lokalaufmacher: Das Klinikum Leverkusen suche Rat bei Porsche, lesen wir dort.

Aha. Die Ärzte planen also schon für die Zeit nach ihrem Streik für höhere Löhne?
Neinnein. Es handelt sich um die Unternehmensberatung „Porsche Consulting“, die bei dem Autobauer die Prozessoptimierung vornahm und auch extern ihre Dienste anbietet. Im Klinikum sollte also bald vieles schneller gehen.

Das darf man von Porsche wohl erwarten. Andere Meldungen aus der Welt des Straßenverkehrs?
Nur indirekt: Die Opferschutzorganisation „Weißer Ring“ protestiert gegen einen Film über „Crash-Kid“ Andreas B., der am Donnerstag ausgestrahlt werden soll. Der Sohn eines Monheimer Lkw-Fahrers, der als 13-Jähriger immer wieder mit Sattelschleppern ausbüxte und mit 14 einen niederländischen Polizisten totfuhr, lebt inzwischen als verheirateter Familienvater in Leverkusen. Der Film, so die Kritik, biete B. neuerlich die Gelegenheit, sich wie ein Star darzustellen.

Dafür gibt’s heutzutage doch YouTube.
Zufällig finde ich heute dort eine fünfteilige, na: nennen wir es ruhig „Dokumentation“ einer „Rollertour durch Leverkusen“. Ein paar Jungs knattern durch Quettingen, Bergisch Neukirchen und Leichlingen – und filmen sich, ihre Kennzeichen und ihre Tachos bei einigen hoch interessanten Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung. Bergab schaffen sie sogar knapp ein paar Geschwindigkeitsübertretungen.

Respekt! Ist es besonders helle, das ins Netz zu stellen?
Man sollte sich den Spaß am Hobby nicht durch irgendwelche Spitzfindigkeiten trüben lassen. Aber die Polizei freut sich vielleicht, dass sie nicht mal aus Köln anreisen muss, um die Jungs bei ihren Missetaten zu beobachten.

Sollten die nicht sowieso lieber für gute Schulnoten büffeln?
Blödsinn. Wer will schon immer für gute Noten büffeln? Dass gute Noten längst nicht alles sind, das hat nun auch die Kandidatin für den Posten der Schulleitung an der Realschule am Stadtpark einsehen müssen. Sie war der Schulkonferenz von der Bezirksregierung als einzige Bewerberin vorgeschlagen worden, weil ihre Noten deutlich besser seien als die der Mitbewerberin. Die Konferenz lehnte aber zur Überraschung der Bezirksregierung dankend ab. Dort wird offenbar die derzeit bereits kommissarisch eingesetzte Leiterin vorgezogen – auch ohne Bestnoten. Nun zieht die verschmähte Bewerberin ihre Bewerbung zurück – damit ist der Weg frei für eine neue Ausschreibung.

Was wohl die Streber an der Schule daraus lernen?
Das könnte ihnen einen Schlag versetzen. Aber wer nicht dumm ist, der liest auch das Kleingedruckte. Denn wer das nicht tut, muss früher oder später bei der Verbraucherzentrale um Hilfe ersuchen. Die Leverkusener Dependance hat 2009 insgesamt 14.000 Menschen beraten und bat nun zum Pressegespräch, in dem sie auf die neuesten Risiken und Fallen hinwies.

Was gibt es aus der Welt der Wirtschaft?
Die RP blickt schon auf die Lanxess-Jahreshauptversammlung am Freitag, bei der in der Lanxess-Arena rund 2500 Aktionäre erwartet würden. Und wer alle drei Artikel in der RP über die Lanxess-Farbpigmente am „Soccer City“-Stadion in Johannesburg versäumt hat, für den fasst der Anzeiger das heute noch einmal kurz zusammen. Und auch zu Bayer gibt es zwei Meldungen in den Wirtschaftsteilen: Die Aufnahme des Leberkrebspräparates Nexavar in das staatliche Gesundheitssystem Großbritanniens sei durch die britische Sondergesundheitsbehörde NICE abgelehnt worden, meldet der Stadt-Anzeiger. Die RP meldet, dass der Konzern Interesse an den Tiermedizin-Geschäften von Sanofi-Aventis habe.

Apropos Bayer – da soll jetzt doch noch etwas Geld für neue Fußballer da sein?
Zumindest meldet der kicker in seiner heutigen Ausgabe, dass Bayer 04 den Nationalverteidiger Arne Friedrich von Hertha BSC verpflichten möchte. Weil die Hertha gerade abgestiegen ist, koste der möglicherweise auch nicht so sehr viel.

Und was läuft in der Kultur?
Der Anzeiger stellt eine Ausstellung im Spektrum in Schlebusch mit Bildern von Steffi Coupette vor, die RP schaute sich die letzten Proben einer Theaterinszenierung von Christine Nöstlingers Jugendroman „Das Austauschkind“ durch Neuntklässler des Landrat-Lucas-Gymnasiums an.

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Von eines Stadtrates Würde

Ist Bernd Schneiders Abschiedsspiel hier gestern nicht etwas zu kurz gekommen?
Schon richtig. Aber die meisten Tageszeitungen, zumal die überregionalen, greifen das auch erst heute richtig auf. Zum Beispiel Süddeutsche oder FAZ, beide leider nicht online. Und auch Kölner Stadt-Anzeiger und Rheinische Post ziehen heute noch Artikel nach. Außerdem musste ich das selbst noch aufarbeiten: Ich fasste nämlich am Montag kurzfristig den Entschluss, nach vollbrachtem Tagwerk doch noch ins Stadion zu gehen, als ich hörte, dass das Spiel 20 Minuten später angepfiffen wird. Ich hatte nämlich erst nach 21 Uhr Zeit. Ich also nix wie hin – dummerweise aber war der Verkauf von Tickets nach Anpfiff offenbar nicht mehr vorgesehen.

Das ist ärgerlich.
Naja, ich war nur aus Wiesdorf herbeigeradelt. Frag mal Armin aus Schwaben. Der hatte das gleiche Problem und konnte es einfach nicht fassen. „Also, so etwas tät’s bei uns in Schwaben net gäb’n“, wiederholte der nur noch, bevor er irgendwann entnervt wieder Heim fuhr.

Klar, bei den Schwaben will man Geld verdienen.
Im Zweifel auch noch nach Anpfiff. Aber wir hatten da einfach Pech. Pech war dann auch dies: Als zur Halbzeit zwei Leute vorzeitig gingen und uns ihre Karten überließen, durften uns die Ordner dann doch nicht einlassen. Denn auf der Karte steht: „Zutrittsberechtigt ist nur, wer die Eintrittskarte rechtmäßig erworben hat.“ Das hatten wir fraglos nicht. Außerdem steht dort weiter: „Beim Verlassen des Stadions verliert die Karte ihre Gültigkeit für diesen Spieltag.“ Naja, zum Glück gibt’s die WDRMediathek.

Ich erinnere mich noch an Zeiten, da haben die Ordner nach Beginn der zweiten Halbzeit alle ohne Karten reingelassen.
Den Ordnern ist kein Vorwurf zu machen, die haben sich korrekt verhalten. Ein wesentlicher Unterschied zu früher ist natürlich, dass heute rund um das Stadion Videokameras alles aufnehmen. Also auch, wenn die Ordner Leute einlassen, die dem Kleingedruckten zufolge gar nicht rein dürften. Und da hört dann der Spaß für die Angestellten von BaySecur verständlicherweise auf. Selbst dann, wenn sich alle einig sind, dass es ’ne tolle Sache wäre, könnte man es einfach so machen wie damals.

Schon klar. Ist das hier eine Presseschau oder wird das jetzt ’ne Gesellschaftskritik?
Wollte ich nur loswerden. Man wird das doch mal diskutieren dürfen? Apropos Diskutieren, hier kommt die Überleitung: Kein Vorbild für eine angemessene Streitkultur gab am Montag nämlich offenbar unser Stadtrat ab. Das hatte „LH“ in der Rheinischen Post bereits gestern mit erkennbarem Kopfschütteln in einem kurzen Kommentar („Hahnenkämpfe im Gladiatorenring“) angedeutet, heute legt Thomas Esch im Leverkusener Anzeiger entschlossen (aber leider nicht online) nach: „Häme, Spott, persönliche Diffamierungen und Verbalinjurien“ habe manch einer der Ratsherren geäußert. „Mit der Würde eines Stadtrates hatte das alles nichts mehr zu tun“, wendet sich Esch herrlich indigniert von dem Treiben im höchsten politischen Gremium Leverkusens ab: Dem Ansehen der Politik entstehe mit solchen Sitzungen „immer wieder aufs Neue Schaden“.

Vielleicht sollte man Videokameras im Ratssaal installieren?
Besser nicht. Während sich unbescholtene Bürger vor Kameras bemühen, besonders anständig zu sein, führt mediale Aufmerksamkeit bei Politikern bisweilen dazu, dass sie vollkommen aus dem Ruder laufen.

Wurden im Rat denn auch richtige, drängende Themen behandelt?
Es wurde weiter über die Gestaltung der Wiesdorfer Fußgängerzone im Bereich Wöhlerstraße/Marktplatz diskutiert und dazu der neue Vorschlag eingebracht, die Pavillonzeile neben der Kirche zu entfernen. Der Wasserturm auf dem Opladener Bahnstadt-Gelände sei den Altstadtfunken zugeschlagen worden, weiß die RP. Und im Streit um die verkaufsoffenen Sonntage wolle nun Sozialdezernent Frank Stein zwischen den drei Zentren Schlebusch, Opladen und Wiesdorf vermitteln.

Eine Prise Landespolitik?
Sicher: SPD-Fraktionschef Walter Mende plädiert gegenüber dem Anzeiger für eine Ampel-Koalition. Insbesondere in Fragen der Schulpolitik sehe er gemeinsame Positionen zwischen SPD und FDP.

Aha! Was könnten das für „gemeinsame Positionen“ sein?
Keine Ahnung. In Leverkusen hätten sie sich jedenfalls bislang nicht im politischen Prozess niedergeschlagen.

Vielleicht bietet sich Gelegenheit zumindest dazu schon in Sachen Realschule am Stadtpark?
Möglich. Die Schule sucht weiter einen neuen Schulleiter, nachdem die einzige Bewerberin von der Schulkonferenz abgelehnt worden war. Im Gegensatz zur Bezirksregierung Köln sind sich SPD und CDU jedenfalls offenbar schon einig, dass die Stelle neu ausgeschrieben werden sollte.

Der Welt der Wirtschaft präsentierte Lanxess gestern glänzende Quartalszahlen, lese ich.
In der Tat. Der Anzeiger schreibt dazu sogar, die Krise sei vorbei – „wenigstens in Asien“. Und davon hat der Global Player Lanxess offenbar tüchtig profitiert.

Gibt es eigentlich Neues zur Finanzlage der Stadt?
Ach was, im Gegenteil: Kämmerer Rainer Häusler hat eine aktuelle Finanz-Broschüre vorgestellt, die die sprichwörtlich knappen Kassen der Stadt in Zahlen und Statistiken belegt.

Ernüchternd! Was wohl Armin zu solchen Zahlen sagen würde?
„So etwas tät’s bei uns in Schwaben net gäb’n!“

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