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Neues vom Prinzip Hoffnung

Showdown auf Seite C2: Die Rheinische Post ballert dort bevorstehende politische Personalentscheidungen in Leverkusen nur so raus. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus Hupperth verrät der RP: Grüne und SPD könnten sich den Posten des ersten Bürgermeisters teilen, Eva Lux (SPD) die ersten, Roswitha Arnold (Grüne) die zweiten 2,5 Jahre das Amt bekleiden. Das Vorschlagsrecht für den Posten des zweiten Bürgermeisters trete die CDU an Juniorpartner FDP ab, die habe bereits den Opladener Ratsherrn Friedhelm Busch nominiert.
Auch in den Stadtbezirken deuten sich laut RP Änderungen an: Raimund Gietzen (CDU) bleibe Vorsteher im Bezirk III, im Bezirk II solle Rainer Schiefer (CDU) Heinz-Gerd Bast (SPD)* als Vorsteher ablösen, Bezirk I scheine an die SPD zu gehen.
Im Stadtrat wolle das Bündnis von CDU, FDP und OWG-UWG, dem vier Stimmen zur Mehrheit fehlen, „weitgehend gemeinsam arbeiten und abstimmen“. Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Walter Mende kommt zu Wort: Die SPD werde „keine Politik der verbrannten Erde betreiben“ – wenn CDU-Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn vernünftig auftrete und versöhne „statt zu spalten“ (selig sei Johannes Rau). Heute wollen sich SPD und CDU auf gemeinsame Wahllisten einigen – um ein „Polit-Drama“ am Montag im Rat zu vermeiden, wie die RP schreibt.

Hupperth darf auch noch einmal betonen: „Unsere Verhandlungen mit der Bürgerliste sind an Schoofs gescheitert.“ Und Ulrich Schütz holt im Kommentar dazu die schwersten Geschütze hervor, die bei der RP bereit stehen: „Klaus Hupperth ist Katholik“, beginnt er und zeichnet einen CDU-Fraktionsvorsitzenden, der wie ein milder Samariter noch einmal auf Bürgerliste und Erhard Schoofs zugegangen – und wieder enttäuscht worden sei: „Es hat einfach keinen Sinn mit ihm“, resümiert Hupperth, der laut Schütz doch „das Prinzip Hoffnung schon vom Glauben her im Herzen“ führe.

Das Prinzip Hoffnung gilt auch weiterhin für die DyStar-Mitarbeiter. Weitere unerfreuliche Folgen der DyStar-Pleite erläutert der Leverkusener Anzeiger an einem prominenten Beispiel: SPD-Ratsherr Ferdinand Feller ist seit zwei Jahren DyStar-Vorruheständler und erhält nun nicht mehr seine im Auflösungsvertrag vereinbarte monatliche Ausgleichszahlung. So wie er seien sicher viele andere Frührentner betroffen, mutmaßt Feller. Was den Industriemeister besonders ärgert: „Vom Unternehmen gibt es bis heute keinerlei Information“, zitiert ihn der Anzeiger.

Stärker zur Kasse bitten will der Sportpark Leverkusen laut RP die Leverkusener Vereine: Weil von der Energieversorgung Leverkusen (EVL) statt 6,5 nur 3,2 Millionen Euro geflossen seien und zudem die Zahl der Badbesucher hinter den Erwartungen geblieben sei, stehe beim Sportpark für das laufende Geschäftsjahr nun ein Minus von 364.000 Euro zu Buche.

Großes Thema bei Anzeiger und RP ist der Impfstoff für die Schweinegrippe, der morgen in Leverkusen ankomme und mit dem zunächst Rettungskräfte, Polizei und Feuerwehr versorgt werden sollen. Mitte November beginne dann die Impfung für die Bürger, teilte Amtsarzt Dr. Hans-Eckard Linstaedt auf einer Pressekonferenz mit. Die RP hat sogar gleich zwei Artikel zum Thema im Blatt, auf Seite C4 heißt die Schweinegrippe „neue Grippe“.

Zum 90. Geburtstag gratuliert der Anzeiger kurz Walter Bauer, der einst als Leverkusener Oberstadtdirektor von 1963 bis 1975 die Neugestaltung der Leverkusener City mitprägte.

Der einzige RP-Artikel, der es heute ins Internet geschafft hat, ist die Recherche nach Winterreifen in Leverkusen. Ergebnis: Fast keine mehr da, Bestellungen würden von den Händlern derzeit nur „ohne Termin“ angenommen. (Nachtrag: Ein paar mehr RP-Artikel sind jetzt auch online und auch hier verlinkt)

Der Anzeiger macht seinen Lokalteil heute mit einem Chemie-Workshop in den Ferien für Schüler bei Lanxess auf: „Gymnasiasten experimentieren mit Kautschuk.“

„Drastisch gesunken“ sei in Leverkusen in 2009 bislang die Zahl der Baugenehmigungen, berichtet Susanne Trösser vom Rheinischen Immobilienservice der RP. Ursache: Die Wirtschaftskrise. Klaus Seggewiss von der städtischen Bauaufsicht und Klaus Schuster von Bauunternehmen Paeschke sehen das hingegen nicht so dramatisch.

Zum Welt-Psoriasis-Tag richtet eine regionale Selbsthilfegruppe am Sonntag in Schloss Eicherhof in Leichlingen einen Informationstag zu Hautkrankheiten aus, kündigt der Anzeiger mit einem Porträt der Gründerin der Selbsthilfegruppe, Christine Schüller, an.

Bei einem Ausdauertest für Anwärter auf eine Ausbildung bei der Feuerwehr Leverkusen auf dem Sportplatz Birkenberg war die RP dabei. Feuerwehrausbildungsleiterin Bärbel Wiechert: „Der Ausdauerlauf ist der Knackpunkt.“

Von Opladen in die Fixheide in ehemalige Gaststätte Gaskessel zieht der Farbhandel „Rheinland Color“, meldet die RP.

Kultur: Die RP schaut auf die Shuttle-Nacht der Leverkusener Initiative für Kunst und Kultur (LIKK), die am Samstag mit 23 Bands in elf Kneipen und einem Bus Opladen und Wiesdorf beschallt.
Der Anzeiger wirft einen Blick auf die „Kunst in Schlebuscher Schaufenstern“.

*Korrektur: Natürlich gehört Heinz-Gerd Bast der SPD an, nicht der CDU – ich bitte, den Irrtum zu entschuldigen!

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CDU und FDP ohne Mehrheit

Die neue Legislaturperiode im Leverkusener Stadtrat wirft ihre Schatten voraus: Bildmächtig im Leverkusener Anzeiger, der die Amtsübergabe des alten Oberbürgermeisters, Ernst Küchler (SPD), an den neuen, Reinhard Buchhorn (CDU), im Büro des Stadtchefs heute groß auf seine Titelseite hebt. Im Lokalteil geht es dann auf Seite zwei weiter: Sämtliche 68 Bürgerinnen und Bürger, die im Idealfall in den nächsten fünf Jahren die Leverkusener Bürgerschaft im Rat der Stadt repräsentieren, hat der Anzeiger dort, nach Fraktionszugehörigkeit sowie alphabetisch geordnet, ins Bild gesetzt. Sogar in Farbe, also dran denken: Nicht dort an die Wand hängen, wo Sonneneinstrahlung die Ratsdamen und -herren allzu schnell verblassen lässt.
Auch das WDR-Fernsehen war bei dem Pressetermin dabei.
Die Rheinische Post hat das OB-Motiv ebenfalls auf ihrer Titelseite, wenn auch nur klein, dazu die Überschrift „Die Demokratie wird künftig teurer“ – dass damit nicht gemeint ist, dass dem neuem OB Buchhorn ein Ruf als Verschwender vorauseilt, erklärt die Geschichte auf der ersten Lokalseite: Dort rechnet Peter Korn vor, was Leverkusen die Demokratie wert sein muss: Nämlich „genau 772.000 Euro pro Jahr“, mithin 82.000 Euro mehr als bisher. Das erkläre sich mit den neu in den Rat gekommenen Gruppen und Fraktionen, erläutert die RP unter Bezugnahme auf Stadtkämmerer Rainer Häusler und den Paragrafen 56, Absatz 3 der Gemeindeordnung. Diese regelt die Höhe der Zuwendungen in Stadträten in Nordrhein-Westfalen. Daraus folge, dass die CDU-Fraktion als größte im neuen Rat jährlich 174.000 Euro für Personal, Büroräume etc. erhält, die SPD 138.000 Euro, die kleinsten Fraktionen mit drei Mitgliedern (OWG-UWG, Pro NRW und OP) jeweils 60.000 Euro und die einzige Gruppe ohne Fraktionsstatus (die Linke hat nur zwei Sitze) 40.000 Euro.
Im Kommentar zeigt die RP dann auf die Wähler, die mit ihrer Stimme zwei neue Gruppierungen in den Stadtrat gewählt und so „an der Kostenschraube gedreht“ hätten. Richtiger ist natürlich, was der Kommentator dann anfügt: Dass nämlich das Land mit geändertem Wahlrecht und Wegfall der Prozent-Hürden dieser Entwicklung den Weg ebnete. Mit einem rätselhaften Satz schließt der Kommentar: „Demokratie mag teuer sein, angesichts der Alternativen ist sie jedoch auch unbezahlbar.“

Dafür hält die RP aber auch wirklich interessante Neuigkeiten bereit: Sie meldet nämlich, dass die CDU nun offenbar definitiv keine Mehrheit im neuen Rat vor der ersten Sitzung am kommenden Montag zusammenbekommt. Die Gespräche mit der Bürgerliste am Dienstagabend seien gescheitert – nicht an Inhalten, sondern an Personalfragen: Hinsichtlich der Besetzung der Bürgermeisterposten habe die Bürgerliste Forderungen gestellt, „die CDU und FDP nicht akzeptieren konnten“, wird Buchhorn zitiert. Nun sei es wahrscheinlich, dass die SPD den ersten und FDP den zweiten Bürgermeisterposten besetzen. Und Buchhorn hofft laut RP im Rat nun auf „punktuelle und themenbezogene Mehrheiten“ für seine CDU.

Das Schicksal der 21 gekündigten DyStar-Mitarbeiter, die nach der Insolvenz nicht nur ohne Abfindung, sondern gar ohne alles dastehen, behält der Anzeiger aufmerksam im Auge. Thilo Engelbrecht, einer der Betroffenen, fasst die Situation so zusammen: „Ich glaube, wir haben alle gegen uns.“
In der RP keimt derweil wieder ein zartes Pflänzchen Hoffnung: Die Produktion des Farbstoffs Indigo sei wieder angelaufen – wenngleich nur in Ludwigshafen. Einer der Insolvenzverwalter werte dies aber als „erfreuliches Zeichen“.

Radio Leverkusen hat in den kürzlich vorgestellten Ausbildungsreport 2009 des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) geschaut – und findet dort Kritik an der Ausbildungslage in Leverkusen: Es würden „zu wenige Ausbildungsplätze angeboten“ und „die Übernahmechancen nach einer erfolgreichen Ausbildung seien sehr gering“, heiße es dort zu Leverkusen.

Bei der Bayer Unternehmenskommunikation (UK) darf man sich ganz authentisch über Preise freuen: In New York wurden die „Galaxy-Awards“ vergeben und die Abteilung für die Öffentlichkeitsarbeit bei Bayer strich gleich sieben Auszeichnungen ein – unter anderem für verschiedene Imagefilme, für das Magazin „Report“ und für das Wissenschaftsmagazin „Research“. „UK“-Leiter Michael Schade freut sich über diese Auszeichnung der amerikanischen Organisation MerComm: „Es ist eine Anerkennung für unsere moderne und offene Kommunikation.“ Die RP freut sich für Bayer mit, allerdings nur im Print.

Ein Happy-End kann der Anzeiger von Lothar H. (siehe hier) vermelden: Der Hartz-IV-Empfänger kann seine neue, preiswertere Wohnung jetzt doch beziehen, nachdem Reinhard Buchhorn, letztmalig als AGL-Geschäftsführer, dem Vermieter erklärte, wie das mit der Mietzahlung funktioniert: Das Geld für die Miete erhält weiterhin der Mieter, werde die Miete aber einmal nicht vom Mieter an den Vermieter überwiesen, überweise die AGL das Geld fortan doch direkt dem Vermieter. So einfach ist das.

Ärger gibt es an der Mohlenstraße in Hitdorf, meldet die RP: Deren Anwohner sollen für eine Sanierung der Straße zahlen – und sind davon eher unbegeistert.

Soeben flattert ein Sondernewsletter der Wirtschaftförderung Leverkusen (WfL) herein, der auf eine „Informationsveranstaltung zum betrieblichen Mobilitätsmanagement“ am Mittwoch, 28. Oktober, bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Köln aufmerksam macht. Über die Initiative von IHK und Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) für Unternehmen informiert im Detail diese Seite: www.effizient-mobil.de.

Etwas Fußballsport schmuggelt die RP auch in ihren Lokalteil: Vom „Einstand nach Maß“ des VfL Leverkusen beim Spiel gegen Düren berichtet Tobias Krell – der 2:1-Pflichtspielsieg wurde nämlich auf dem neuen Kunstrasenplatz an der Tannenbergstraße errungen. Der Sportpark Leverkusen hatte den alten, dringend sanierungsbedürftigen Kunstrasen aus dem Jahr 1996 für 335.000 Euro erneuern lassen.

Was die RP kann, können wir auch – also gleich noch einmal Fußball: Wirklich sehr interessant ist das Interview, das die FAZ mit Bayer-04-Idol und -Torwarttrainer Rüdiger Vollborn zu dessen „Ziehsohn“ René Adler geführt hat. Frage FAZ: „Ist Adler der vollkommene Vollborn?“ Antwort Vollborn: „René hat ganz andere Voraussetzungen. Ich hatte auch Talent, aber kann mich nicht mit ihm vergleichen. Da liegen Welten zwischen uns.“

Schließlich die Kultur: Durch das Atelier des im Februar verstorbenen Künstlers Paul Weigmann hat sich Frank Weiffen für den Anzeiger von Weigmanns Witwe Marga führen lassen. Die hat dort eine große Retrospektive der Werke ihres Mannes arrangiert, mit zahlreichen Zeichnungen sowie Entwürfen für Kirchenfenster. Für interessierte Besucher steht das Haus des Künstlers in der Küppersteger Straße 9 am kommenden Samstag und Sonntag, jeweils von 11 bis 17 Uhr, offen.

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Liquiditätsdruck & andere Adressaten

Morgen wieder viel früher, versprochen!
Ausgerechnet für die Farbpigmentspezialisten kommt der Wirtschaftsmotor „Schwarz-Gelb“ offenbar knapp zu spät: DyStar ist insolvent. Der Textilfarbenhersteller, früher eine Bayer-Sparte (und letzter Nachfolger für das Gewerbe, das die örtliche Wirtschaftsgeschichte einst mit Carl Leverkus‘ Ultramarinfabrik überhaupt begründete), hat am Montag in Frankfurt den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für ihre deutschen Gesellschaften und die Holding gestellt. Der Leverkusener Anzeiger weiß, dass alle 383 in Leverkusen verbliebenen Arbeitsplätze in Gefahr sind. Und die Rheinische Post zitiert (leider nicht online) die blumige Formulierung im Insolvenzantrag, die erklärt, dass kein Geld mehr da ist: Die Anwälte lassen ausrichten, „dass die Möglichkeiten erschöpft waren, den Liquiditätsdruck zu adressieren“.

Wo Schatten ist, da ist auch Licht – bei Bayer bald sogar ziemlich großflächig. An der Medienfassade am Bayer-Hochhaus hat ein neuerlicher Testlauf gezeigt, was das Teil so kann. Anzeiger und RP waren am Montagabend mit dabei, die RP will sogar Gerüchte vernommen haben, nach denen Bundeskanzlerin Angela Merkel zur feierlichen Eröffnung (die „in Bälde“ erfolgen solle) der Medienfassade erwartet werde. Bilder und Text sind schon schön, aber selber gucken ist eindeutig am besten – bitteschön, so adressiert Bayer seine Werbung bald:

Das dürfte auch den neuen Bayer-Vorstandsvorsitzenden Marijn Dekkers beeindrucken. Brigitte Koch liest heute in der FAZ aus dessen bisheriger „Score-Karte“ vor: „Dekkers steht für Begriffe wie Akquirieren, Konzentrieren, Restrukturieren und Internationalisieren.“ Und sie zitiert „Beobachter“, denen zufolge die Kunststoffsparte Bayer Material Science zukünftig stärker in den Blickpunkt rücken, will heißen: verkauft werden könnte. Der Artikel ist im Netz kostenpflichtig, aber Koch könnte für ihren Beitrag diesen Artikel gelesen haben: Bereits vergangene Woche stellte Jürgen Salz Dekkers mögliche Pläne bei Bayer in der Wirtschaftswoche vor. Bayer müsse „nicht unbedingt durcheinandergewirbelt“ werden, wird Dekkers dort zitiert. Nicht unbedingt, vielleicht aber auch doch.

Für den Kulturteil des Anzeigers hat Georg Imdahl recht ausführlich mit dem Leiter des „Museums des Jahres“ gesprochen. Und siehe da: Markus Heinzelmann holt längst vergessen geglaubte Pläne für einen Anbau des Museums Morsbroich sowie Pläne für ein „Kompetenzzentrum für Fluxuskunst“ hervor. Das Land und eine Stiftung sollen dabei helfen, zahlungswillige Mäzene seien in Reichweite. Namen nennt Heinzelmann freilich nicht. Wir erfreuen uns an der Vorstellung, wie Erhard Schoofs (siehe hier) und seine Bürgerlisten-Kollegen augenblicklich in Ohnmacht fallen ob solcher Formulierung Heinzelmanns: „Ich sehe durchaus Möglichkeiten, weil in Nordrhein-Westfalen noch immer sehr viel altes, aber auch neues Geld vorhanden ist, das teilweise unberührt von der Finanzkrise geblieben ist.“

Am Landrat-Lucas-Gymnasium herrschte gestern offenbar eine leicht angespannte Atmosphäre, nachdem ein Schüler angeblich im „SchülerVZ“ adressiert haben soll, so das Gerücht, an der Schule Mitmenschen möglicherweise erheblich verletzen zu wollen. Eltern und Schüler waren entsprechend nervös, die Polizei zeigte Präsenz, die RP erhebt das Thema heute mit Bild zum Lokal-Aufmacher und der Anzeiger hievt es auf seine lokale Titelseite. Wie bitte: Sie vermissen etwas? Es fehlt ein Wort? Nicht unbedingt: Man kann darüber schreiben, ohne das Wort „Amok“ zu verwenden. Oder „Amoklauf“. Oder „Amokdrohung“. Andererseits bringen diese Schlüsselworte nachweislich dutzende Klicks. Daher also: Danke der Nachfrage!

Von der Fusion der Pronova BKK, ehemals Bayer BKK, mit den Betriebskrankenkassen von Goetze und Ford, berichten Anzeiger (hier) und RP in ihrem Wirtschaftsteil (nicht online).

Für den Wirtschaftsstandort Leverkusen wirbt die Wirtschaftsförderung Leverkusen (WfL) vom 5. bis 7. Oktober auf der Gewerbeimmobilienmesse „EXPO REAL“ in München am Messestand der Metropolregion Köln/Bonn, lesen wir bei leverkusen.com.

Noch mehr Wirtschaft: Die im Gewerbepark Manfort angesiedelte Biofrontera AG hat ihre Kapitalerhöhung um rund 2 Millionen auf nunmehr 7,6 Millionen Euro abgeschlossen, die Ausweitung der Gesamtstimmrechte folgte auf dem Fuß. Das verschuldete Unternehmen hat das Zahlungsziel bei seinen Gläubigern auf 2012 verschieben dürfen und will mit dem frischen Kapital die Entwicklung neuer Produkte vorantreiben.

Auf dem Arbeitsmarkt in Leverkusen habe sich die Lage im September nicht entspannt, meldet Radio Leverkusen: 7300 Leverkusener waren ohne Job und damit zwar 2,1 Prozent weniger als im August. Allerdings seien viele nur in Weiterbildungsmaßnahmen gesteckt worden.

Beim Sportpark Leverkusen kündigen sich Personalveränderungen an, meldet der Anzeiger: Marc Riemann geht zu den Kölner Bäderbetrieben, Wolfgang Roeske tritt Ende Oktober seine Amt als Bürgermeister von Odenthal an.

Apropos Politik: Die Unterbezirksführung der SPD Leverkusen forderte gestern die Rücktritte von Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier, berichten Anzeiger und RP – und ist damit ja ganz offenbar auch zumindest teilweise erhört worden. Ulrich Schütz nimmt diese Vorlage in der RP zum Anlass für eine kleine Spitze gegen naheliegendere Adressaten, und fordert seinerseits im Kommentar: „Lux und Mende müssen abtreten.“ Das kann er freilich nicht völlig ernst meinen, denn was wäre die RP-Politberichterstattung ohne den offenkundig verlässlich auskunftsfreudigen Walter Mende? Und um Eva Lux‘ Karriereaussichten muss man sich offenbar auch keine Sorgen machen: Im gleichen Kommentar erklärt Schütz unter Bezugnahme auf „Parteikreise“, dass sie „unbedingt 2010 in den Landtag einziehen“ wolle; und auf Lokalseite zwei will sie überdies auch noch Leverkusener Bürgermeisterin werden: CDU und SPD seien sich „ziemlich einig“, die Besetzung der Ratsausschüsse und Aufsichtsräte einvernehmlich zu regeln. Daher gehe, na klar: der SPD-Fraktionsvorsitzende Walter Mende davon aus, dass Lux erste Bürgermeisterin werde.

Die Ursache für den Ausfall der BayArena-Card beim Heimpsiel gegen Werder Bremen sei gefunden, meldet der Anzeiger (RP nur im Print): „Schuld“ sei eine Bank, deren Rechenzentrum an dem Tag nicht erreichbar war.

Kultur: Ingeborg Schwenke-Runkel war für den Anzeiger bei der Inszenierung von „Last Touch First“ durch das „Holland Dance Festival“ – und ist begeistert: „Von den 60 Minuten im Erholungshaus war keine Minute zu viel. Cara Bos-Kroese, Vaclav Kunes, Natasa Novotna und Michael Schumacher machten das Stück zum Erkundungspfad ins eigene Ich.“
Und Monika Klein war für die RP bei einem neuen Bestandteil des Bayer-Kulturprogramms – dem Talk: In der Erholungshaus-Kulisse hielt Michael Vogt einen Plausch mit Volker Lechtenbrink. Vogt beschränkte sich „auf kurze, pointierte Fragen“ und Lechtenbrink „plauderte munter drauflos“, berichtet Klein. So soll es sein.

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Hartelijk welkom beim Bayer

Zu einer in die Zukunft gerichteten Aussage* hat Bayer sich hinreißen lassen: Der Niederländer Marijn E. Dekkers wird Nachfolger von Werner Wenning als Vorstandsvorsitzender der Bayer AG, zum 1. Oktober 2010. Die Wirtschaftsjournalisten in deutschen Redaktionen landauf, landab hatten gestern also ihre Herausforderung: Wer ist dieser Dekkers? Das Magazin Forbes kennt ihn schon und im Internet findet man ihn als Erfinder eigenartiger chemischer Methoden, übrigens gemeinsam mit seiner Frau. Dekkers hat Erfahrung als ausländischer Chef eines Unternehmens: Im Spiegel wird er im Dezember 2007 in seiner Funktion als Chef von Thermo Fisher Scientific, einem Unternehmen mit Sitz in Massachusetts, USA, so zitiert: „Man ist einfach nicht so schüchtern, wenn man es gewohnt ist, Geschäfte mit Leuten zu machen, die anders sind. Obwohl ich nur aus Europa komme, bin ich offener, wenn es darum geht, Geschäfte in Asien zu machen.“ Vielleicht war diese Aussage auch ein Grund für den Aufsichtsrat der Bayer AG, sich für Dekkers zu entscheiden. „Vom Eigen- zum Fremdgewächs“ überschreibt die FAZ die Nachricht aus Leverkusen und registriert einen „Kulturwandel“ bei dem Konzern. Ein „international erfahrenener Manager“ sei Dekkers, der „langjährige Erfahrungen im Portfoliomanagement und beste Drähte zu den Kapitalmärkten“ habe.
Alles schön und gut, die wirklich entscheidende Frage aber ist natürlich diese: Wie steht Dekkers zum Fußballsport? (Wie auch hier im Fan-Forum werkself.de heftig diskutiert wird.) Bei seinen Vorgängern Manfred Schneider und Werner Wenning gehörte die Begeisterung für den Fußball zweifellos zum Programm. Jetzt aber müssen Bayer 04-Fans ganz stark sein, denn u.a. die Financial Times kennt Dekkers‘ Lieblingssport: Es ist – Tennis!
Weitere Artikel zu dem Thema: Die Lokalseiten widmen sich besonders denen, die gehen: Die Rheinische Post Werner Wenning, der Leverkusener Anzeiger rückt die scheidenden Arthur Higgins und Klaus Kühn in den Fokus.

Die Comenius-Förderschule an der Heinrich-Lübke-Straße in Steinbüchel wünscht sich eine Videoüberwachung, Schuldezernent Marc Adomat ist aber zurückhaltend, wie die RP berichtet: „Eine Videoüberwachung ist für mich das letzte Mittel, das sollte sensibel gehandhabt werden.“ Vielleicht erinnert er sich an diese Geschichte aus dem Anzeiger.

Der Anzeiger berichtet von elf Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II, das Schulen in Leverkusen erwarten dürfen.

In Sachen Lokalpolitik rückt eine Entscheidung näher, berichtet die RP: Bis Montag könnte eine Entscheidung zu den Koalitionen im künftigen Stadtrat fallen, denn an dem Tag ist die Mitgliederversammlung der Grünen.

Der Anzeiger berichtet über eine Plane, die vor den Häusern am Hitdorfer Rheinufer angebracht werden soll.

Mit dem neuen Sportpark-Chef Georg Boßhammer gesprochen hat Ludmilla Hauser für die RP. Leere Stadtkassen entmutigen Boßhammer nicht: „Für mich gilt vorrangig, dass die Leverkusener Sportinfrastruktur der Grundversorgung auch durch kommunale Mittel gedeckt sein muss.“

Kultur: Von einem Gospel-Wochenende mit Adrienne Morgan-Hammond in Schlebusch berichtet die RP.

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Kopfüber fällt ein Volkswagen

Der Knüller des Tages in Leverkusen ist heute bundesweit Zeitungen eine Meldung wert (sogar den „Eifelmagazinen“): Unsachgemäß und führerlos verließ am Dienstagmittag ein Fahrzeug das Parkhaus am Klinikum Schlebusch aus dem zweiten Stockwerk. Ein 72-Jähriger hatte beim Einparken einen VW Golf auf dem Parkdeck versehentlich so heftig angestupst, dass der Wagen das Schutzgitter durchbrach und aus einigen Metern Höhe auf den Fußweg vor dem Parkhaus plumpste. Im Polizeibericht ist das so beschrieben: „Kopfüber fiel der Volkswagen auf einen Gehweg.“ Wie mag das ausgesehen haben? Da keine Personen in dem Wagen saßen und auch sonst niemand verletzt wurde, können heute alle recht launig darüber berichten. Nicht einmal Benzin oder Öl liefen aus dem Auto, da langweilten sich sogar die Feuerwehrleute und zogen bald wieder ab. (Was gibt es da viel zu lesen? Hier die Bildergalerie aus dem Anzeiger.)

Keine Langeweile hatten die Brandschützer abends in Wiesdorf: Gegen 23 Uhr brannte eine Wohnung an der Breidenbachstraße „in voller Ausdehnung“, wie das bei der Feuerwehr so schön heißt. Die Wohnung war zum Glück verlassen, verletzt wurde niemand, der Brand war um 0.23 Uhr gelöscht. Zu spät freilich für die heutigen Zeitungen, aber bereits 25 Minuten später berichtete der Leverkusener Anzeiger auf seiner Internetseite. Wie gelingt es dem Anzeiger bloß immer wieder, seine Mitarbeiter derart zu motivieren? Live dabei war auch Radio Leverkusen.

Von einem „verbalen Schlagabtausch“ der Leverkusener Bundestagskandidaten im Pfarrheim St. Maurinus in Lützenkirchen auf Einladung des Kolpingswerkes berichtet der Stadt-Anzeiger. Daten und Zahlen aus dem neuen Leverkusener Stadtrat gibt es hier. Und beim Integrationsrat Leverkusen überlegt man schon, mit wie viel Begeisterung man den Entsandten aus der neuen „Pro NRW“-Ratsraktion empfangen möchte, meldet Radio Leverkusen.

Von einem Treffen zwischen Sport und Wirtschaft im Vip-Raum der Smidt-Arena auf Einladung des Sportpark Leverkusen berichten Anzeiger und RP hier und hier. Mit dabei: Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius und Boxlegende Henry Maske.

Von einer guten Aktion des Auto Club Europa zugunsten der Sicherheit von Kindern im Sraßenverkehr berichtet der Stadt-Anzeiger aus einem Kindergarten in Bergisch Neukirchen. Und eine neue Folge der Serie „Fern der Heimat“ ist heute im Anzeiger: Eduardo Arrays ist einer der wenigen nicht fußballspielenden Brasilianer in Leverkusen.

Die RP berichtet (leider nicht online) von einer Schlappe für den Burscheider Autozulieferer Federal Mogul vor dem Solinger Arbeitsgericht am Amtsgericht in Opladen: Die Firma muss Maurice Behrent nach seiner Ausbildung eine Festanstellung über ein Jahr hinaus anbieten. Die derzeitige Krise könne keine Rolle spielen, arbeitsrechtlich entscheidend sei der Stand der Dinge kurz vor Abschluss seiner Ausbildung im vergangenen Januar gewesen – und da hatte FM eine solche Stelle ausgeschrieben und (anderweitig) besetzt.

Die RP vermeldet, dass Ehrenamtler bald in den Genuss kleiner Vergünstigungen kommen sollen. Bayer vermeldet: Die Bayer-Stiftung gründet den „Aspirin Sozialpreis“.

Und schließlich Kultur: In der RP berichtet Monika Klein von der 18. Leverkusener Kulturkonferenz. Und sie stellt den neuen Kaplan für den Pfarrverband Opladen vor: Pater Jacob stammt aus dem südindischen Kerala. (Beides wird den Lesern im Internet leider vorenthalten.) Der Anzeiger schaute bei Künstler Sascha Preuß in der Kunststation im Klinikum vorbei.

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