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EVL: Abstieg zur Kölner Filiale?

Dem Kommen und Gehen in der Leverkusener Politik gilt heute das Hauptaugenmerk geneigter Chronistenpflicht: Der Leverkusener Anzeiger fängt überparteilich menschliche Regungen bei der letzten Sitzung des Stadtrats in alter Zusammensetzung ein: Der scheidende Oberbürgermeister Ernst Küchler blickte in seiner kurzen Abschiedsrede auf 41 Ratssitzungen und mehr als 1700 verabschiedete Ratsvorlagen zurück und resümierte, die Stadt nehme „eine gute Entwicklung“. Die Fraktion der Bürgerliste regte keine Hand zum Beifall, notiert der Anzeiger-Chronist weiter, CDU-Fraktionschef Klaus Hupperth lobte zum Abschied Küchlers „konsequente Haltung“ zum Opladener Bad und Parteigenosse Walter Mende betonte die „historische Bedeutung“ der Neuen Bahnstadt Opladen. „Sie haben sich um die Stadt verdient gemacht“, schloss er und übergab Küchler einen Blumenstrauß, den Grünen-Chefin Roswitha Arnold eilends noch besorgt hatte.
Für die Beschlüsse des Rats verweist der Anzeiger auf seine Seite 32, dort allerdings erfahren wir u.a. nur: „Lynn Mester blieb gegen München weitgehend wirkungslos.“ Es ist die erste Seite des Lokalsports, ein Bericht über die Fußballerinnen von Bayer 04.
Zurück also zur ersten Lokalseite, wo wir unter Personalia immerhin erfahren, dass der Rat Küchlers bisherigen Büroleiter Ralf Johanns zum neuen Leiter des Fachbereichs Rechnungsprüfung und Beratung gewählt hat; und zum Nachfolger von Heinz Siefen als technischer Geschäftsführer der Energieversorgung Leverkusen (EVL) zum 1. Januar Ulrik Dietzler bestellt. Dietzler wird weiterhin 50 Prozent seiner Abeitskraft in den Dienst der RheinEnergie Köln stellen, wie die Rheinische Post anmerkt. Dort weist „US“ deshalb in einem Kommentar darauf hin, dass bald auch der zweite EVL-Geschäftsführer Wolfgang Sobich ausscheidet – und dann womöglich gar kein Leverkusener mehr im EVL-Vorstand vertreten ist. Das könnte „der nächste Schritt zum Verlust der Eigenständigkeit der EVL, der ‚Abstieg‘ zur Filiale der Kölner Rheinenergie“ sein, fürchtet der Kommentator, und ergänzt: „Ob der Stadtrat den Willen hat, dies zu vermeiden?“

Den Verzicht auf eine neuerliche Kandidatur von Ursula Monheim (CDU) für die Landtagswahlen 2010 melden Anzeiger und RP, letztere nennt mit den Ratsherren Rüdiger Scholz aus Rheindorf und Albrecht Omankowsky aus Bergisch Neukirchen schon zwei mögliche Anwärter, von denen Scholz heute in der Tat seine parteiinterne Kandidatur angekündigt hat. Und soeben auch Omankowsky. Gute Trefferquote bei der RP!

Den Fall des Schlebuschers, der nach eigenen Angaben ohne sein Einverständnis als Bewerber von „Pro NRW“ in seinem Wahlbezirk aufgestellt wurde und deswegen Anzeige wegen Urkundenfälschung erstattet hat, untersucht nun die Staatsanwaltschaft, meldet der Anzeiger (hier online). Die Zustimmungserklärung des Mannes, die „Pro NRW“ vorgelegt hat, wird nun auf ihre Echtheit untersucht. Sollte sich der erhobene Fälschungsverdacht bestätigen, könnte die Wahl im Kommunalwahlbezirk 21 wiederholt werden müssen. Der Mann hatte damals immerhin 91 Stimmen für seine Kandidatur erhalten.
Wie die Parteien im neuen Rat künftig mit „Pro NRW“ „umgehen“ möchten oder auch nicht, hat Radio Leverkusen nachgefragt: SPD und Bürgerliste wollen demnach überhaupt nicht, Grüne und OWG/UWG mit „Pro NRW“ um inhaltliche Anliegen diskutieren, ebenso wie CDU und FDP: Schließlich seien diese „demokratisch in den Rat gewählt“.

Die auf einer Klassenfahrt in die Eifel erkrankten Kinder der Gezelinschule litten an einer Infektion, sind nun wieder wohlauf und zurück in Leverkusen, meldet der Anzeiger. Es habe sich nicht um eine Lebensmittelvergiftung gehandelt, wie zunächst befürchtet.

Mit besorgten Taxifahrern nach sechs Überfällen auf Kollegen in den vergangenen sechs Wochen in Leverkusen sprach nun auch der Anzeiger. Erdal Arslan vom Taxiruf-Vorstand mutmaßt: „Vielleicht ist das eine Erscheinung, die mit der wirtschaftlichen Krise zusammenhängt.“

Andere Probleme hat derzeit der Hitdorfer Fährführer Hans-Gerd Kohlmann, den die RP besucht hat: Der derzeit niedrige Rheinpegel (gestern bei 1,04 Meter) zwingt andere Fähren bereits dazu, ihren Betrieb vorübergehend einzustellen, aber Fährmann Kohlmann kann länger: „20 Zentimeter halte ich noch aus.“ Ein Vorteil der schwächeren Strömung: Der Fährmann spart Sprit beim Übersetzen.

Der Köttershof geht (vorerst) doch nicht an den Steinbücheler Tiefbauunternehmer Hans Paffrath: Wie der Anzeiger heute meldet, hat Raiffeisen-Erzeugergenossenschaft der Volksbank Rhein-Wupper deren Ansprüche am Köttershof für einen siebenstelligen Betrag abgekauft. Deswegen wurde das laufende Verfahren nun eingestellt.

Das „Calcio“ öffnet am Wochenende wieder seine Türen, erinnert die RP alle, die es inzwischen vergessen haben sollten.

Aus Schlebusch berichtet Werner Röder für den Anzeiger vom Beginn der Rohbauphase für das „Karree im Dorf“ und vom geplanten Umbau der „Schlebusch Arcaden“.

Kultur: Die RP war bei Andreas Meisners Orgelforum-Konzert in der Bielertkirche in Opladen, RP und Anzeiger waren beim neuen „Kulisse Jazz“ der Bayer-Kulturabteilung im Erholungshaus.

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„ECE zeigt Wirkung“

Die Rathaus-Galerie ist noch längst nicht eröffnet, das Geschäftesterben in Wiesdorf ist freilich schon in vollem Gange: Das Sporthaus Röhrich schließt seine Pforten bis Mitte November. Nachdem Junk-Food-Fans in der Wiesdorfer City schon eine ganze Weile auf ihre McDonald’s-Klopse verzichten müssen, hat nun das Sportfachgeschäft ausgerechnet im Jubiläumsjahr – das Haus in Wiesdorf existiert seit 50 Jahren – die Notbremse gezogen. „Nicht schön rechnen können“ habe er sich einen Sportmarkt mit 1000 Quadratmetern in der Rathaus-Galerie, erklärt Geschäftsführer Thomas Röhrich dem Leverkusener Anzeiger. Will wohl heißen: Das Geschäft in der Dönhoffstraße, Ecke Otto-Grimm-Straße, am Rande der Fußgängerzone, hatte so oder so keine Zukunft: Entweder Röhrich wäre selbst in die Galerie gezogen, oder ein anderes Mitglied aus dem Intersport-Verbund – letzteres wird nun der Fall sein, die Voswinkel-Gruppe dort einen Sportmarkt betreiben. Einige Angestellte von Röhrich sollen übernommen werden, einschließlich Thomas Röhrich selbst, der laut Rheinischer Post Filialleiter werden könnte. Die RP kommentiert kurz und knapp: „Das ECE-Zentrum zeigt Wirkung.“

Die Pleite von DyStar, das laut Anzeiger offenbar schon länger seine Rechnungen unter anderem bei Chempark-Betreiber Currenta nicht mehr begleicht (weswegen Currenta auch unlängst den „Strom“ abgedreht hat), kommentiert Thomas Käding: „Seit Montagabend haben die Mitarbeiter von DyStar die Gewissheit, dass die dunklen Befürchtungen, die jeden Verkauf aus dem Bayer-Konglomerat begleiten, vollkommen berechtigt sind.“

Zur Abwechslung eine gute Nachricht kommt vom Sport: Beim TSV Bayer 04, aus dessen Spitzensportförderung die Bayer AG sich unlängst weitgehend zurückgezogen hat, wird es weiter Leichtathletik auf höchstem Niveau geben, zumindest bis zu den olympischen Spielen 2012 in London. Dafür sorgen ein Netzwerk von Sponsoren, Stiftungen sowie Land und Deutscher Leichtathletikverband. „Das Eis war dünn geworden, doch nun stehen wir wieder auf Packeis“, erklärte Abteilungsleiter Joachim Strauss gestern der Presse. Neben Anzeiger, der im Lokal– und im Sportteil (nicht online) berichtet, und RP ist diese Nachricht unter anderem auch der Süddeutschen, Financial Times oder der WAZ-Gruppe eine Meldung wert. Bei der Pressekonferenz, auf der die frohe Botschaft gestern im Beisein von Steffi Nerius verkündet wurde, war auch leverkusen.com dabei:

Weniger schöne Neuigkeiten zur Bayer-Medienfassade meldet Radio Leverkusen heute: Es gebe Probleme mit der Technik, die LED-Lampen leuchteten „noch nicht wie sie sollten“. Die für Oktober geplante Inbetriebnahme sei deshalb auf unbestimmte Zeit verschoben.

Michael Schmidt, Ex-SPD’ler und nun für die OWG-UWG im Stadtrat, liest offenbar auch die RP und scheint Gefallen gefunden zu haben an dem Kommentar von Ulrich Schütz, der gestern forderte, Eva Lux und Walter Mende von der Leverkusener SPD-Spitze sollten zurücktreten. Schmidt erinnert sich offenbar an alte Fronten aus seiner eigenen SPD-Zeit und soll laut RP nun seinerseits gefordert haben, „das Leverkusener Mittelmaß Lux“ müsse aus dem „desaströsen Kommunalwahlergebnis der SPD die Konsequenzen ziehen“. Peter Korn hat Lux diese „Grüße“ in einem Interview brühwarm weitergeleitet, und die kontert: „Das ist ein mittelmäßiger Versuch, den politischen Gegner zu treffen.“ Ihre und die Politik Mendes sei „Links ausgerichtet, ohne jeden neoliberalen Anstrich“, erklärt sie und deutet zugleich an, dass man zukünftig das Gespräch mit der Leverkusener „Linken“ suchen werde.

Der Anzeiger spekuliert über Karl Lauterbachs gesundheitspolitische Ambitionen im Bundestag – dann möglicherweise ganz ohne seine Konkurrentin Ulla Schmidt.

Einen neuerlichen Überfall auf einen Taxifahrer hat es am Dienstag in Hitdorf gegeben, melden Anzeiger, RP und Radio Leverkusen.

Der Arbeitsmarkt in Leverkusen hat sich im September mit 7286 Arbeitslosen allein aufgrund großzügig zugewiesener Fortbildungsmaßnahmen gegenüber dem Vormonat geringfügig entspannt, melden heute auch Anzeiger und RP.

Bei der Versteigerung des Köttershofs am Amtsgericht Opladen für exakt 1,725 Millionen Euro an den Steinbücheler Bauunternehmer Hans Paffrath waren Anzeiger und RP (nicht online) dabei.

Erschwinglich und grün sollen die Wohnungen in der Neuen Bahnstadt Opladen werden, verkünden Anzeiger, RP und Radio Leverkusen unisono.

Und am Fanstammtisch mit den Bayer-04-Kickern Eren Derdiyok und Daniel Schwaab in der „Pille“ nahm auch der Anzeiger Platz.

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Religiöser Eifer, zeitgemäß

Heute zuerst Kultur: Frank Weiffen hat für den Leverkusener Anzeiger mit Katharina Lorenz gesprochen, der Leverkusenerin, die seit kurzem am Burgtheater Wien höchste Schauspielerweihen empfängt: Als Gretchen in Matthias Hartmanns Faust-Inszenierung wurde sie soeben sehr gelobt, eine der begeistertesten Kritiken kam von der Frankfurter Rundschau:

„Katharina Lorenz ist dagegen [gegen Tobias Moretti als Faust] eine Sensation. Wahrscheinlich ist das die zugleich zeitgemäßeste und textnaheste Interpretation des Gretchens seit langem. Diese auch mit zerzaustem Haar schöne, etwas hölzerne Frau hat ein modernes weibliches Selbstbewusstsein. Selbst ihr Eifer für die Religion wirkt ganz zeitgemäß.“

Im Interview mit dem Anzeiger verrät die 30-Jährige, deren Schauspielkarriere einst beim Jungen Theater Leverkusen unter Bernd Vossen begann, wie wichtig der erst kürzlich verstorbene Theaterregisseur Jürgen Gosch für ihre Karriere war: „Ich kannte ihn aus meiner Zeit in Düsseldorf, Hannover und Berlin sehr gut. Er kannte mich. Wir sind einen sehr weiten Weg gemeinsam gegangen.“ Gosch hatte ihr bereits früher die Rolle des Gretchens zugedacht. Leider ist das Interview in der Online-Fassung nur recht mühsam lesbar, da sich Fragen und Antworten im Schriftbild nicht voneinander abheben.

Wie hältst du’s mit der Natur und ihrer Pflege?, müssen sich die Technischen Betriebe Leverkusen fragen lassen: Den vom Umkippen bedrohten Ophovener Weiher in Steinbüchel hat Werner Röder für den Anzeiger besucht. 10 Millionen Euro würde eine notwendige Sanierung des beliebten Sees kosten. Da muss man schon wirklich davon überzeugt sein.

Hier ein Fundstück aus dem Wupper-Fischer-Blog: Der Wupperverband verspricht „mehr Bewegungsfreiheit“ für die Wupper: Im Bereich Rehbockanlage begann der Verband mit einer „naturnahen Umgestaltung der Wupper“. Dazu werden auf eine Länge von 550 Metern Natursteine, die dort als Begrenzung eingesetzt worden waren, wieder entfernt.

Im Anzeiger kommentiert Rainer Schmidt die Pläne der Grünen, nachdem sie „Jamaika“ eine Absage erteilt haben. Die Grünen selbst, mutmaßt er, würden nicht daran glauben, dass ein Bündnis mit SPD, Bürgerliste und Pro Opladen über die gesamte Legislaturperiode halten kann. Und so könnte über kurz oder lang dann doch wieder eine Große Koalition zwischen CDU und SPD im Leverkusener Rat regieren. Die RP hat einige Stimmen dazu gesammelt: CDU-Fraktionschef Klaus Hupperth gesteht, dass die Entscheidung der Grünen „ein Rückschlag“ sei, und Gerd Wölwer von den Grünen wird über die CDU so zitiert: „Die haben den Knall noch nicht gehört. Ohne eine echten Neuanfang werden die in den nächst fünf Jahren nichts auf den Zettel bekommen können.“.

Die RP hat sich bei Taxifahrern in Leverkusen umgehört, nachdem fünf von ihnen in den letzten Wochen Opfer von Überfällen wurden.

Heute stellt die RP den SPD-Kandidaten zur Bundestagswahl vor: Gesundheitsexperte und Fliegenträger Karl Lauterbach. Der Polit-Promi unter den Leverkusener Kandidaten gesteht, dass er es bisweilen „deprimierend“ findet, wenn ihm Leute sagen, sie gingen nicht wählen: „Das sind oft die, die von Reformen am meisten Nutzen tragen würden.“

Mit dem „Grünen Band“ und einer Prämie über 5000 Euro ausgezeichnet wurde der TSV Bayer 04 Leverkusen für seine erfolgreiche Konzeption des Behindertensports.

Über zunehmenden Parkdruck und die Parkregelung für Anwohner der Friedrich-Knorr-Straße in der Kolonie III berichtet der Anzeiger. Fortschritte für das Verkehrskonzept für Hitdorf im Bezirk I vermeldet die RP.

Von der Razzia gegen die Glücksspiel-Mafia in 15 Städten berichten Anzeiger, Radio Leverkusen und RP: Auch eine Wohnung in Leverkusen wurde dabei durchsucht.

Radio Leverkusen zitiert das Wirtschaftsinstitut Prognos, das Leverkusen unter den Top Ten der Städte sieht, die auf aussichtsreiche Zukunftsbranchen setzen. Und das ganz ohne Umsetzung des Wirtschaftskonzeptes „Leverkusen 2020“.

Und schließlich noch einmal Kultur: Von der tänzerischen Umsetzung von „Alice im Wunderland“ durch die Compagnie de Stilte aus Breda im Rahmen des Theaterfestivals „Spielarten“ im Forum schwärmen Anzeiger und RP. Und auch die Aufführung des „Kaufmann von Venedig“ durch die Shakespeare-Company Bremen im Erholungshaus hat beiden Rezensenten gut gefallen.

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