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Wen der OB auf die Terrasse lockt

Heute viel zu tun, daher recht spät.
Wahlergebnisse aufarbeiten – das galt es gestern auch in den Leverkusener Parteizentralen. Besonders viel aufzuarbeiten hatte natürlich die SPD: Dem Leverkusener Anzeiger verrät die Leverkusener SPD-Vorsitzende Eva Lux, dass sie zu gerne wüsste, „welche Alters- und Geschlechtsgruppen uns verlassen haben“. Fehler der Partei in Leverkusen sehe sie nicht, Lux glaubt, dass die Partei bundesweit ein Glaubwürdigkeitsproblem hat, das mit der Agenda 2010 geschaffen worden sei: „Die Verantwortlichen haben das Land gerettet – und die Partei erschossen.“
Sein denkbar knappes Ergebnis als gewählter Direktkandidat im Wahlkreis 102 hatte sich Karl Lauterbach bis Montag offenbar schon wieder schöngegrillt: „Von den Kölner SPD-Kandidaten habe ich diesmal die meisten Erststimmen bekommen“, erklärt er dem Anzeiger. Gegenspieler Thomas Portz von der CDU gibt sich gegenüber der Rheinischen Post nicht übertrieben niedergeschlagen: „Wir haben die Sensation knapp verpasst.“
Aber auch die Kommunalpolitik schläft nicht, wenn der Bund zur Wahlurne bittet. Der Parteiaustritt des Wiesdorfer SPD-Urgesteins Jürgen Scharf ist in beiden Zeitungen wieder Thema: Während Lux glaubt, Scharfs Austritt drei Tage vor der Wahl sei hilfreich für den politischen Gegner gewesen, bedauert SPD-Mitglied Jens Singer in der RP Scharfs Abgang: „Es kann nicht sein, dass in Leverkusen die Mandatsträger nach und nach verschwinden.“ Der Anzeiger weiß indes, wo Scharf seine politische Zukunft finden wird: Er wechselt zur OWG-UWG und schließt sich mit seinem Ratsmandat Thomas Wolf und Michael Schmidt (ebenfalls ein ehemaliger SPD-Ratsherr) an. Die OWG-UWG-Wählergruppe erreicht damit Fraktionsstärke im neuen Rat.
Avancen an die Wählergruppe seitens der CDU hat die RP bei der Wahlparty im Forum beobachtet: Während alle auf den Fernseher starrten, schnappte sich kein Geringerer als der neue Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn OWG-UWG-Mann Thomas Wolf zu einem Zwiegespräch auf die Terrasse. „Ich habe nur mal den Zwischenstand abgefragt“, antwortet Buchhorn auf die Nachfrage der RP etwas schmallippig.

Radio Leverkusen hat sich nach der Wahl einmal umgehört und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen: „Unternehmer freuen sich auf schwarz- gelb“ und „DGB nicht zufrieden mit dem Ausgang der Wahl“. Wer hätte das gedacht!

Ein Steuerloch aufgrund einer geringen Fehlkalkulation bei den Gewerbesteuereinnahmen im Leverkusener Haushalt für 2010 meldet die RP: Statt 55 werde es nur 50 Millionen geben, dafür gebe es aber auch mehr Geld vom Land. Das Konto der Stadt sei zum Jahresende mit 160 Millionen überzogen.

Von der Ursache für den Amok-Fehlalarm in der vergangenen Woche an der Lise-Meitner-Schule berichten nach Radio Leverkusen heute auch Anzeiger und RP: Es war ein „Störimpuls“.

Vier neue Kanalbaustellen ab Oktober/November der Technischen Betriebe Leverkusen kündigt die RP an: Und zwar an der Carl-Duisberg-Straße/Willy-Brandt-Ring, Berliner Platz/Düsseldorfer Straße/Rat-Deycks-Straße, Hermann-Löns-Straße/Kämper Weg und am Schmutzwasserkanal Wiehbachtal.

Lanxess wurde für seine gute Bilanz im Finanzkrisenjahr 2008 vom „ICIS Chemical Business Magazin“ zum „Unternehmen des Jahres“ gewählt, meldet der Anzeiger nur online, die RP nur im Print.

Der Anzeiger war im neuen Büro, das die Stadt Leverkusen für die Frauen-Fußball-WM 2011 beim Sportpark an der Robert-Blum-Straße eingerichtet hat. Die RP kündigt die Kampagne „Kinderträume 2011“ an.

Mit der „Privatisierung“ des Pfarrer-Jekel-Gemeindehauses in eine Physiotherapeutische Praxis sind die Quettinger nicht mehr so unglücklich, weiß der Anzeiger.

Von der Fortsetzung des Streits über die Bebauung der Ostseite in Hahnenblecher berichtet der Anzeiger: Die Stadt empfiehlt nach Rücksprache mit der Bezirksregierung, die geplante Änderung des Flächennutzungsplans für die bauwilligen Grundstückseigentümer beizubehalten.

Kultur satt heute in der RP: Monika Klein war beim 2. Leverkusener Akkordeontag in der Musikschule, beim „Konzert Leverkusener Musiker“ mit Erika Manns Pfeffermühle (der Anzeiger lobte schon gestern), beim Duo „Pianoworte“ im Gemeindesaal der evangelischen Kirchengemeinde Opladen – freilich ist nichts davon online zu finden.
Vom Titel „Museum des Jahres“ für das Museum Morsbroich berichten nun auch überregionale Medien aus ganz Deutschland: Hoch im Norden, tief im Westen und weit im Süden.

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Religiöser Eifer, zeitgemäß

Heute zuerst Kultur: Frank Weiffen hat für den Leverkusener Anzeiger mit Katharina Lorenz gesprochen, der Leverkusenerin, die seit kurzem am Burgtheater Wien höchste Schauspielerweihen empfängt: Als Gretchen in Matthias Hartmanns Faust-Inszenierung wurde sie soeben sehr gelobt, eine der begeistertesten Kritiken kam von der Frankfurter Rundschau:

„Katharina Lorenz ist dagegen [gegen Tobias Moretti als Faust] eine Sensation. Wahrscheinlich ist das die zugleich zeitgemäßeste und textnaheste Interpretation des Gretchens seit langem. Diese auch mit zerzaustem Haar schöne, etwas hölzerne Frau hat ein modernes weibliches Selbstbewusstsein. Selbst ihr Eifer für die Religion wirkt ganz zeitgemäß.“

Im Interview mit dem Anzeiger verrät die 30-Jährige, deren Schauspielkarriere einst beim Jungen Theater Leverkusen unter Bernd Vossen begann, wie wichtig der erst kürzlich verstorbene Theaterregisseur Jürgen Gosch für ihre Karriere war: „Ich kannte ihn aus meiner Zeit in Düsseldorf, Hannover und Berlin sehr gut. Er kannte mich. Wir sind einen sehr weiten Weg gemeinsam gegangen.“ Gosch hatte ihr bereits früher die Rolle des Gretchens zugedacht. Leider ist das Interview in der Online-Fassung nur recht mühsam lesbar, da sich Fragen und Antworten im Schriftbild nicht voneinander abheben.

Wie hältst du’s mit der Natur und ihrer Pflege?, müssen sich die Technischen Betriebe Leverkusen fragen lassen: Den vom Umkippen bedrohten Ophovener Weiher in Steinbüchel hat Werner Röder für den Anzeiger besucht. 10 Millionen Euro würde eine notwendige Sanierung des beliebten Sees kosten. Da muss man schon wirklich davon überzeugt sein.

Hier ein Fundstück aus dem Wupper-Fischer-Blog: Der Wupperverband verspricht „mehr Bewegungsfreiheit“ für die Wupper: Im Bereich Rehbockanlage begann der Verband mit einer „naturnahen Umgestaltung der Wupper“. Dazu werden auf eine Länge von 550 Metern Natursteine, die dort als Begrenzung eingesetzt worden waren, wieder entfernt.

Im Anzeiger kommentiert Rainer Schmidt die Pläne der Grünen, nachdem sie „Jamaika“ eine Absage erteilt haben. Die Grünen selbst, mutmaßt er, würden nicht daran glauben, dass ein Bündnis mit SPD, Bürgerliste und Pro Opladen über die gesamte Legislaturperiode halten kann. Und so könnte über kurz oder lang dann doch wieder eine Große Koalition zwischen CDU und SPD im Leverkusener Rat regieren. Die RP hat einige Stimmen dazu gesammelt: CDU-Fraktionschef Klaus Hupperth gesteht, dass die Entscheidung der Grünen „ein Rückschlag“ sei, und Gerd Wölwer von den Grünen wird über die CDU so zitiert: „Die haben den Knall noch nicht gehört. Ohne eine echten Neuanfang werden die in den nächst fünf Jahren nichts auf den Zettel bekommen können.“.

Die RP hat sich bei Taxifahrern in Leverkusen umgehört, nachdem fünf von ihnen in den letzten Wochen Opfer von Überfällen wurden.

Heute stellt die RP den SPD-Kandidaten zur Bundestagswahl vor: Gesundheitsexperte und Fliegenträger Karl Lauterbach. Der Polit-Promi unter den Leverkusener Kandidaten gesteht, dass er es bisweilen „deprimierend“ findet, wenn ihm Leute sagen, sie gingen nicht wählen: „Das sind oft die, die von Reformen am meisten Nutzen tragen würden.“

Mit dem „Grünen Band“ und einer Prämie über 5000 Euro ausgezeichnet wurde der TSV Bayer 04 Leverkusen für seine erfolgreiche Konzeption des Behindertensports.

Über zunehmenden Parkdruck und die Parkregelung für Anwohner der Friedrich-Knorr-Straße in der Kolonie III berichtet der Anzeiger. Fortschritte für das Verkehrskonzept für Hitdorf im Bezirk I vermeldet die RP.

Von der Razzia gegen die Glücksspiel-Mafia in 15 Städten berichten Anzeiger, Radio Leverkusen und RP: Auch eine Wohnung in Leverkusen wurde dabei durchsucht.

Radio Leverkusen zitiert das Wirtschaftsinstitut Prognos, das Leverkusen unter den Top Ten der Städte sieht, die auf aussichtsreiche Zukunftsbranchen setzen. Und das ganz ohne Umsetzung des Wirtschaftskonzeptes „Leverkusen 2020“.

Und schließlich noch einmal Kultur: Von der tänzerischen Umsetzung von „Alice im Wunderland“ durch die Compagnie de Stilte aus Breda im Rahmen des Theaterfestivals „Spielarten“ im Forum schwärmen Anzeiger und RP. Und auch die Aufführung des „Kaufmann von Venedig“ durch die Shakespeare-Company Bremen im Erholungshaus hat beiden Rezensenten gut gefallen.

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Wann die Klopperei losgeht

Eine „wundersame Mitgliedervermehrung“ registriert die Rheinische Post in den Leverkusener Ausschüssen: Nach der geplanten Vergrößerung des Finanzausschusses von 15 auf 21 Mitglieder in der neuen Legislaturperiode, von der die RP gestern berichtete, sollen nun alle Ausschüsse mit bislang 15 Mitgliedern um einen Platz auf 16 Mitglieder erweitert werden – so ein Ansinnen von CDU und SPD. So viel überparteiliche Einigkeit will SPD-Fraktionschef Walter Mende aber nicht überbewertet wissen: „Die Klopperei geht dann erst bei den Inhalten los.“ Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn rät er freilich, lieber nicht den Finanzausschuss zu leiten: Die Prügel solle doch besser weiterhin der Kämmerer einstecken. Noch-OB Ernst Küchler wurde indes von der SPD-Fraktion zu ihrem neuen schul- und kulturpolitischen Sprecher gewählt, meldet die RP.

Heute berichtet die RP auch über das Geld aus dem Konjunkturpaket II für die Leverkusener Schulen. Während im Anzeiger gestern zu lesen war, an welcher Schule mit dem Geld was gemacht werden soll, zählt Peter Korn heute alle die Finger von Schulen, die fleißig in die Höhe schnellen, um noch den einen oder anderen zusätzlichen Wunsch erfüllt zu bekommen. Mit der Videoüberwachung für die Comeniusschule in Steinbüchel wird es aber vorerst nichts: Dort solle zunächst nur ein Zaun für Ordnung sorgen.

Den neuen Schulrat für die 28 Leverkusener Grundschulen stellen Anzeiger, RP und Radio Leverkusen vor: Der 40-jährige Andreas Paul plant einen neuen, besonderen Schwerpunkt auf Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, also die sogenannten „MINT-Fächer“, und er möchte „jungen Lehrkräften Mut machen, Verantwortung zu übernehmen“, zitiert der Anzeiger Paul.

Der Anzeiger berichtet heute auch über die Verschiebung der Sanierung des Willy-Brandt-Ringes durch den Verwaltungsrat der Technischen Betriebe Leverkusen um zwei Jahre bis 2012 und ergänzt ein weiteres Argument: „Nach einer neuen Richtlinie kann [dann] mit einem Zuschuss vom Land in Höhe von 50 Prozent gerechnet werden.“ Die kalkulierten Kosten für die Maßnahme betragen 850.000 Euro.

Pressekonferenz im Pflanzenschutzzentrum: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Anzeiger, RP und viele andere waren gestern bei Bayer CropScience in Monheim. Dort hat man ein neues Wort erfunden: „Optimierte Pflanzenmerkmale“ meint nichts anderes als „gentechnische Veränderungen“, wie uns der Anzeiger in seinem Wirtschaftsteil aufklärt, ist aber weniger kontaminiert. Mit „Optimierten Pflanzenmerkmalen“ also und mit Saatgut will der Bayer-Teilkonzern bis 2018 besonders viel Geld verdienen. „Wir bauen unser Geschäft durch die Stärkung der eigenen Forschung, durch Allianzen und durch gezielte Zukäufe aus“, wird Joachim Schneider, Leiter des Geschäftsbereichs Bioscience, in der FAZ zitiert.
Einen Aspekt aus Monheim nutzt die RP auch für ihre Lokal-Titelseite und stellt das Forschungslabor für Schüler der Stufen acht bis dreizehn vor, das in knapp einem Jahr von über 1000 Schülern aus der Region genutzt wurde. Das Bild mit zwei experimentierenden Schülern hat CropScience dankenswerterweise zur Verfügung gestellt.
Im Wirtschaftsteil der RP (nicht online) verrät Friedrich Berschauer, Chef von Bayer CropScience, übrigens auch etwas über den kommenden Bayer-Vorstandsvorsitzenden Marijn Dekkers: „Ich habe meinen künftigen Chef am Dienstag eine halbe Stunde lang gesprochen, er ist eine beeindruckende Persönlichkeit.“

„Einigkeit“ und „Recht“ und „Freiheit“ gehen auf die Zielgerade: Anzeiger, RP und Radio Leverkusen melden den Schlussspurt von dem Klipper, dem Aalschokker und der Tjalk auf dem Weg zur neuen Schiffsbrücke in der Wuppermündung. Pünktlich zur Regionale 2010 soll die Brücke nach 15 Jahren Sanierung fertig sein. Der Förderverein stellte die Modelle der Schiffe im Maßstab 1 zu 25 und das neue Logo mit den stilisierten Schiffen auf blauer Wupper vor.

Über einen „deutlichen Anstieg“ psychischer Störungen am Arbeitsplatz berichtet Currenta-Betriebsrat Klaus Hebert-Okon im Interview mit der RP.

Radio Leverkusen erschreckt uns noch mit dieser Überschrift: „Forderungen nach Amoklauf“. Es handelt sich aber zum Glück nur um Forderungen nach geeigneteren Maßnahmen gegen Amokläufe, die die Deutsche Polizeigewerkschaft nach dem Amoklauf in Ansbach nun wiederholt hat.

Kultur: Anzeiger und RP staunen über die „Wundertüte“ der Schlebuscher Gesamtschüler beim Schülertheaterfestival im Forum.

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Was Erstwähler wirklich wissen wollen

Der Leverkusener Anzeiger hat es online noch nicht verraten, also mache ich das jetzt einfach mal von hier aus: Heute ist der Leverkusener Anzeiger ohne Lokalteil erschienen! Es gab dort offenbar Probleme mit der „Einlegemaschine“. Ausgeliefert wurde die Zeitung in Leverkusen ohne Lokalteil und auch ohne „Magazin“. Die Teile von heute sollen dann der morgigen Ausgabe zusätzlich beiliegen, die Leser werden um Entschuldigung gebeten. So jedenfalls hört man.

In diesem Sinne: Gepriesen sei das Internet!

Das hätte heute in der Zeitung gestanden: Rainer Schmidt hätte seine Leser durch die Gerüchteküche der Leverkusener Parteien und Politiker auf der verzweifelten Suche nach mehrheitsfähigen Koalitionen und auf der Suche nach der magischen Zahl geführt: „SPD, Grüne und Linke brächten es auf 26 Mandate, das reicht nicht. Bekäme man aber die sieben Bürgerlistler und das Trio von Pro Opladen mit ins Boot, dann stünde am Ende die wunderschöne Zahl 36.“ Das wäre eine Mehrheit – und hieße, dass der neue Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn (CDU) ohne eigene Mehrheit dastünde. Für ihn in der Lostrommel sind weiterhin die „Jamaika Plus“-Lösung mit CDU, FDP, Freien Wählern und Grünen. Oder eben eine „Große Koalition“ mit CDU und SPD. So oder so hängt es offenbar wesentlich an den Grünen, ob und mit wem sie im neuen Rat zusammenarbeiten wollen. Dementsprechend wagt der Anzeiger die gleiche Prognose, die gestern bereits die RP machte: „Eine Vorentscheidung könnte die Mitgliederversammlung der Grünen am kommenden Montag bringen.“ Wir warten gespannt.

Eine Etage tiefer blickt die Rheinische Post, nämlich in die Ausschüsse, die ebenfalls besetzt sein wollen: Peter Korn berichtet, dass die vornehmlich von der CDU geplante Zusammenlegung von Haupt- und Finanzausschuss vom Tisch sei. Allerdings solle der Finanzausschuss, in dem über die meisten Themen aus allen übrigen Ausschüssen gesondert debattiert werden muss, von 15 auf 21 Mitglieder vergrößert werden. Das würde kleineren Gruppierungen, wie etwa der Linken, ein Stimmrecht in diesem wichtigen Ausschuss ermöglichen. Die kleinen Parteien in den Ausschüssen angemessen zu repräsentieren, so wird der neue OB Buchhorn in der RP zitiert, sei „Wählerwille. Und den ignorieren wir nicht.“ Abgeschafft werden soll aber der Beschwerdeausschuss, dessen Aufgaben dem Bürger- und Umweltausschuss zufallen sollen.

Und es gibt ja auch noch den Bundestagswahlkampf, und da porträtiert die RP heute den CDU-Kandidaten Thomas Portz: Der fährt jetzt mit seinem Konterfei auf dem Auto durch die Gegend, von dem bis Ende August noch Reinhard Buchhorns gewinnendes Lächeln blitzte. Der promovierte Historiker – Thema seiner Dissertation: „Carl Duisberg und die deutsche Außenpolitik im Ersten Weltkrieg“ – und Pharma-Repräsentant (bevor er zu Daiichi Sankyo Europe wechselte, leitete er unter anderem die Bayer-Repräsentanz in Berlin) ist kein Freund von Berufspolitikern: „Die Politik braucht mehr Quereinsteiger.“ Aber müssen es gleich Pharma-Lobbyisten sein?

In die Reihe „Was Erstwähler wirklich wissen wollen“ gehört wohl diese Meldung: Das Kreuzfeuer der Fragen hat zwei andere Leverkusener Bundestagswahl-Kandidaten bei einer Podiumsdiskussion in der Gesamtschule Schlebusch offenbar zu äußerst intimen Geständnissen getrieben: Benedikt Vennemann von der FDP und Manuel Lindlar von der Linken sollen sich dort laut Berichterstatter Alexander Franz zu ihrer homosexuellen Neigung „bekannt“ haben – und dafür auch mit großem Applaus bedacht worden sein. Wir gratulieren!

Lindlar erklärte bei der Veranstaltung übrigens auch, warum er keine Krawatten tragen mag (er wolle den Anschluss zur Basis nicht verlieren, heißt es im Artikel sinngemäß). Für den Wahlkampf-Besuch von Sahra Wagenknecht am Mittwoch in Wiesdorf hatte er sich das offenbar schon wieder anders überlegt, denn da trug er Krawatte. Aber Wagenknecht ist ja auch nicht die Basis.

ECE hat es geschafft: Der Willy-Brandt-Ring wird doch erst 2012 saniert. Die Investoren und Bauherren der Rathaus-Galerie fürchteten um prognostiziert 420.000 Kunden aus dem Umland, wenn deren Anfahrt von der Autobahn 3 schon zur Eröffnung im März 2010 im Staudebakel ende. Auch die Frauen-Fußball-WM 2011 in der BayArena solle verschont bleiben, daher hat der Verwaltungausschuss der Technischen Betriebe Leverkusen (TBL) die Maßnahme gleich um zwei Jahre verschoben.

Apropos ECE: Mit Axel Kaechele, dem Chef der mit der Werbekampagne für die Rathaus-Galerie beauftragten Leverkusener Werbeagentur „TasteOne“, führte die RP ein Interview. Kaechele gibt darin einen Vorgeschmack: „Die außergewöhnliche Architektur der Galerie wird in der Werbung sicher eine zentrale Rolle spielen. Auch das gesamte Umfeld wird sich wiederfinden. Unser Ziel wird es sein, das Einkaufszentrum fest in Leverkusen zu verankern.

Von steigenden Gebühren an der Leverkusener Musikschule zum 1. Januar 2010 berichtet die RP: Die Anhebung um durchschnittlich 6,4 Prozent folgt als vorerst letzter Schritt als Konsequenz aus dem Kienbaum-Gutachten aus dem Jahr 2006. Mehreinnahmen in Höhe von rund 40.000 Euro beschert der Stadtkasse die Hundesteuer, weiß die RP.

Von einem „wissenschaftlichen Kolloquium“ im Kölner Gürzenich auf Einladung von Lanxess anlässlich des Kautschuk-Jubiläums (der synthetische Kautschuk wurde am 12. September 1909 patentiert) berichtet die RP (leider nicht online). Lanxess-Chef Axel C. Heitmann ließ sich bei der Gelegenheit auch von TV-Moderatorin Nina Ruge interviewen. Man gönnt sich in diesen Krisenzeiten ja auch sonst nur noch sehr wenig.

Vom ersten „Business-Frühstück“ der Wirtschatsförderung Leverkusen (WFL) berichtet die RP, auch nur im Print: Geladen waren Unternehmer, die sich mit „Innovativen Werkstoffen“ auseinandersetzen möchten. Schließlich möchten WFL-Leiter Wolfgang Mues und Currenta ganz Leverkusen und den Chempark bis 2020 sehr gerne zu einem Leuchtturm-Standort für die futuristischen Werkstoffe machen.

Von den Jagdplänen auf die Wildgänse am Hitdorfer See berichtete am Mittwoch die Lokalzeit im WDR. Tierschützer plädieren dafür, die Gänse nicht zu jagen, sondern mit Gipseiern „auszutricksen“; und Ursula Arand vom Umweltamt erklärt, warum es so viele Gänse gibt: Weil Gänse nämlich gar nicht dumm sind. Der Bericht ist hier abrufbar.

Der Anzeiger vermeldet heute (bzw.: hätte heute vermeldet) auch das neue Verkehrskonzept rund um die BayArena mit den Straßensperrungen rund um den Stadtpark, was wir schon von Radio Leverkusen und aus der RP kennen.

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„Jamaika Wirklichkeit werden lassen“

Der Leverkusener Anzeiger hat genüsslich die Reaktionen auf die am Samstag auf der ersten Lokalseite veröffentlichten Spekulationen um eine „Jamaika-Koalition“ im Stadtrat eingesammelt. CDU-Fraktionschef Klaus Hupperth bestätigt laut Anzeiger etwas umständlich: „Es ist der erklärte Wille des künftigen Oberbürgermeisters Buchhorn, der Parteivorsitzenden Ursula Monheim und der Fraktionsführung der CDU, den Versuch zu unternehmen, Jamaika Wirklichkeit werden zu lassen.“ Gespräche mit den für ein solches Bündnis angedachten Parteien (FDP, Freie Wähler und Grüne) hätten allseits grundsätzliche Bereitschaft ergeben; freilich hält sich Hupperth das Hintertürchen für eine Große Koalition mit der SPD doch lieber noch offen: Diese seien „politische Gegner, aber keine Feinde“.

Der Gegner, der kein Feind ist, kommt in der Rheinischen Post zu Wort. Dort warnt Fraktionschef Dr. Walter Mende nachdrücklich vor dem bunten Bündnis und verweist auf die daraus resultierende knappe Mehrheit von zwei Stimmen, die bisweilen die Rechtsradikalen von Pro NRW zum Mehrheitsbeschaffer für „Jamaika“ werden lassen könne. Mende in der RP: „Das kann doch keiner wollen.“ Mende zeigt sich auch unbegeistert über die Spekulation, nicht einen Vertreter der zweitstärksten Fraktion im Rat (nämlich die SPD), sondern Roswitha Arnold vom avisierten CDU-Bündnispartner Grüne zur Ersten Bürgermeisterin zu küren. Arnold und Hupperth betonen derweil unisono (wiewohl getrennt: hier und hier), über Posten sei noch gar nicht diskutiert worden.

Der Anzeiger staunt über Dr. Thomas Portz, der als Kölner Kandidat für die CDU den Wahlkreis Leverkusen/Köln-Mülheim bei den bevorstehenden Bundestagswahlen gewinnen will – und das ganz ohne den erfahrenen Leverkusener Wahlkampfmanager Stefan Seide, dessen Hilfe Portz laut Anzeiger auch nichts gekostet hätte. In Leverkusen entscheiden rund 25.000 Wähler mehr über den Kandidaten als im Kölner Teil des Wahlkreises, aber der Kölner Portz ist gewiss: „Ich sehe die Notwendigkeit nicht.“ Fazit im Anzeiger: „Statt Wahlkampf kann Stefan Seide recht ausgiebig Urlaub machen.“ Vielleicht hat Portz aber auch einfach schon ausreichend Ärzte und Apotheker aus Leverkusen hinter sich bringen können.

Freie Fahrt für freie Bürger: Radio Leverkusen meldet, dass die Verkehrsbehinderungen im Rahmen der Sanierung der Y-Brücke in Wiesdorf ab sofort Geschichte sind. Und noch dicker soll es eigentlich ab März 2010 auf dem Willy-Brandt-Ring kommen, wo der zweite Abschnitt saniert werden soll. Aber die RP meldet heute, dass Reinhard Gerlich, der Chef der Technischen Betriebe Leverkusen (TBL) die Sanierung auf 2012 verschieben will. Begründung: Die Eröffnung des ECE-Center 2010, die Frauenfußball-WM 2011 sowie das mögliche Ausschöpfen von Fördergeldern aus Töpfen des Landes 2012. Der Verwaltungsrat entscheidet am 15. September über die Vorlage.

Ärger mit dem Verkehr hatten offenbar auch die Anwohner rund um den Stadtpark während des Länderspiels in der BayArena am Samstag, was die RP zu einem Nachklapp zu dem Spiel animiert. Der Anzeiger berichtet von der geschlossenen Kooperation zwischen Bayer AG und DFB zugunsten von kranken und behinderten Kindern. Bei Bayer 04-TV erläutern Bayer-Vorstandschef Werner Wenning und DFB-Präsident Theo Zwanziger diese Zusammenarbeit. Der Fußball-Verband Mittelrhein meldet indes, dass sein Präsident Alfred Vianden, bereits häufiger in Erscheinung getreten als Förderer des Frauenfußballs, von Zwanziger ebenfalls am Samstag zum neuen Vorsitzenden der WM-OK-Außenstelle Leverkusen zur Frauenfußball-WM 2011 ernannt wurde.

Radio Leverkusen meldet, dass der Stadtkämmerer derzeit auf eine millionenschwere Rückzahlung vom Land hofft: Für den Aufbau Ost habe die Stadt rund 12 Millionen zu viel gezahlt. Neues (mehr oder weniger) vom Verkehrskonzept für Hitdorf berichtet die RP. Über das neuerliche Verschieben von 100 betriebsbedingten Kündigungen beim Burscheider Automobilzulieferer Federal Mogul berichtet die RP. Der Anzeiger berichtet, dass im Kombibad Opladen im Wiembachtal die Böden fürs Becken gegossen wurden.

Kultur: Bei Anzeiger und RP wird jeweils (hier, bei der RP leider nicht online) das Konzert des Bayer Frauenchors in der Herz-Jesu-Kirche gewürdigt, und der Anzeiger blickt schon auf das Schüler-Theaterfestival ab Freitag im Forum.

Und schließlich: Die WDR-Lokalzeit machte gestern das nette Wetter heute schmackhaft (ab Minute 27:00)mit hübschen Bildern vom Nachwuchs der afrikanischen Zwergziegen im Tierpark Reuschenberg. Süüüß!

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