Schlagwort-Archive: Thomas de Win

OB erwägt zivilen Ungehorsam

Jetzt soll’s feststehen: Kein Rot-Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen!
Die Linken in Leverkusen wussten es schon vor der Wahl: „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“, verkündete ein Wahlplakat, das exklusiv in Leverkusen für die Linke warb.

Die können sie jetzt vielleicht bald schon wieder aufhängen: Wenn es Neuwahlen gibt. Freitag, 21. Mai – was steht in Leverkusen an?
Regierungspräsident Hans Peter Lindlar hat Leverkusen mal wieder einen Brief geschrieben: Er mahnt die Stadt zum – was auch sonst? – Sparen. Und richtet seinen Zeigefinger auf die Ausgaben für die Kultur: Er warte weiterhin auf ein Konsolidierungskonzept für die KulturStadtLev: „Bisher haben Sie mir kein dahingehendes Konzept vorgelegt.“ Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn habe Kulturdezernent Marc Adomat noch gestern damit betraut, ein solches Konzept zu erstellen. Laut Rheinischer Post (finde ich online leider nicht) kündigte er aber auch an, „über zivilien Ungehorsam nachzudenken“.

Ziviler Ungehorsam eines Oberbürgermeisters?
Durchaus wohlbegründet: „Sollten Land und Bund uns weiterhin mit teuren Pflichtaufgaben so belasten, dass wir unseren freiwilligen Aufgaben wie Kultur nicht mehr nachkommen können, kann ich nur sagen: Armes Deutschland, arme Kommunen“, zitiert die RP den OB.

Was vom Kulturgeschehen in Leverkusen spiegeln denn die Zeitungen heute wieder?
Einiges: Vom „Sonder-Einsatz-Kabarett“ am Landrat-Lucas-Gymnasium berichtet heute auch der Leverkusener Anzeiger. Der war nach langer Zeit auch mal wieder bei der Kabarett-Reihe im „K 1“, wo Bill Mockridge am Mittwoch die Saison beschloss. Und der Anzeiger stellt das Programm für den Morsbroicher Sommer vor. Das macht auch die RP, die heute auch die Fotos von Kabarettist Jess Jochimsen vorstellt. Nicht berichtet werden kann übrigens über die für heute und morgen Abend vorgesehenen Vorstellungen von „Oder nicht sein …“ des Jungen Theaters im Kulturausbesserungswerk: Ein Darsteller fällt mit Bänderriss aus.

Was lese ich: Der Betriebsrat bei Bayer hat etwas Überraschendes gemacht?
Den Wechsel beim Bayer-Betriebsrat in Leverkusen findet Thomas Käding „überraschend“ – und der lässt sich da üblicherweise eher selten überraschen. Thomas de Win tritt als Leverkusener Vorsitzender zurück und überlässt den Posten seinem Vize Oliver Zühlke. De Win bleibe aber Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Bayer AG. Käding unternimmt im nebenstehenden Kommentar den Versuch, diese neue Arbeitsteilung zu interpretieren. Und konzediert, dass Zühlke einen „kernigen Auftritt bevorzuge“ – der womöglich gefragt sei, wenn ab Oktober Marijn Dekkers das Ruder im Konzern übernehme, denn: „Niemand weiß, was die niederländisch-amerikanische Sphinx so alles im Schilde führt.“ Auch nicht Thomas Käding.

Noch nicht! Überrascht waren gestern auch die Bayer-04-Fans?
Die kickerMeldung von der bevorstehenden Einigung mit dem alten Bekannten Hanno Balitsch löste bei den Fans fraglos mehr Verblüffung denn Begeisterung aus. Tenor: „Wat soll dat denn!?“ Bestätigt ist der Transfer aber noch nicht.

Anspruch und Wirklichkeit klaffen ja häufig weit auseinander. Gibt es eigentlich Neues zur Kritik am Ratssaal in der Rathaus-Galerie-Rotunde?
Die fasst die RP heute noch einmal auf drei Probleme zugespitzt zusammen: Zu stickig sei es, die Sonne blende nachmittags Sitzungsleiter OB Buchhorn. Und die CDU-Fraktion bemängele, die neue (noch nicht in Betrieb genommene) Abstimmungsanlage widerspreche dem Grundsatz der Transparenz, da die Abstimmungsergebnisse nur nach Fraktionen zusammengefasst würden.

Das Thema hatte der Anzeiger ja kürzlich schon glossiert.
CDU-Fraktionchef Klaus Hupperth fürchte, seine unsteten Fraktionskollegen gerieten ihm so allzu leicht außer Kontrolle, mutmaßte der Anzeiger. Laut RP-Artikel (den ich online leider nicht finde) sorgt sich Hupperth freilich besonders um „die Zuschauer und die Presse“.

Werbeanzeigen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Presseschau

„Bayer@Leverkusen“ immer kleiner

Bayer verlängert die Jobgarantie für 23.000 Beschäftigte bis Ende 2012; von einer „Standortsicherung“ sei aber keine Rede mehr. Die Wupsi setzt in ihren Bussen ab sofort auf Videoüberwachung. Der Oberbürgermeister entsendet Weihnachtsgrüße aus Leverkusen in die große, weite Welt.
Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Presseschau

DyStar: Geschäftliche Auswirkungen

Am Dienstag in den Leverkusener Medien: Bei DyStar steht die Produktion wieder still, die Mitarbeiter sind ab heute „arbeitssuchend“. Die RP kennt schon den nächsten Krisenherd: Das Verteilzentrum der Firma Rossmann in Hitdorf stehe auf der Kippe – und mit ihm 120 Arbeitsplätze. Und beim Jahresempfang der Wirtschaftsförderung Leverkusen wurde am Montagabend der Unternehmerpreis vergeben.
Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Presseschau

Trendwenden & „normale Fluktuation“

Zustimmung ist der Bayer AG heute in den Zeitungen sicher für die Quartalszahlen, die der Vorstandsvorsitzende Werner Wenning gestern unter dem Motto „Trendwende geschafft“ bekannt gab. Leverkusener Anzeiger und Rheinische Postberichten jeweils regional (hier und hier) und überregional (hier und hier) – und allseits werden die guten Ergebnisse in der Pharmasparte und in der Kunststoffsparte Bayer MaterialScience gelobt, während die Pflanzenschutzsparte CropScience offenbar eher schwächelte. Den interessanten lokalen Aspekt, die Gespräche zu einer neuen Standortvereinbarung, nimmt die RP etwas genauer unter die Lupe: Die aktuelle „Standort- und Beschäftigungssicherung“ läuft zum 31. Dezember aus, danach könnte Bayer wieder „betriebsbedingt“ Mitarbeiter kündigen. Aber Wenning und Bayer-Gesamtbetriebsratschef Thomas de Win bestätigen gegenüber der RP „Sondierungsgespräche“ für eine neue Vereinbarung. Wenning: „Das, was wir an Jobanpassungen zu realisieren haben, werden wir über die normale Fluktuation hinbekommen.“

Eine Trendwende auch bei DyStar meldet soeben RP Online: Currenta liefere wieder Energie, die Produktion laufe derzeit an. Update: Auch der Anzeiger meldet das nun.

In der Leverkusener Lokalpolitik gibt es möglicherweise auch eine Art Trendwende: Erhard Schoofs, Big Boss der Bürgerliste, bastelt nach den gescheiterten Verhandlungen mit dem bürgerlichen Lager CDU und FDP nun offenbar an einem linken Bündnis. Gemeinsam mit SPD, OP, Grünen und der Linken, die es exakt auf die notwendigen 35 Stimmen für eine absolute Mehrheit im Rat brächten, wolle man sich Sachfragen widmen, heißt bei Anzeiger und RP. Von einer verbindlicheren „Koalition“ ist freilich gar keine Rede, außerdem hegen Schoofs und Parteikollege und Ex-Bürgermeister Karl Schweiger bereits den Verdacht, dass mittelfristig doch wieder eine große Koalition zwischen CDU und SPD die Stadt regiere: Sie glauben, die beiden Parteien wollten nur die Landtagswahl im Mai abwarten.
Der Artikel im Anzeiger beleuchtet das bislang nur von der RP geschilderte Scheitern der Verhandlungen zuwischen Bürgerliste mit CDU und FDP übrigens neu: Schoofs zufolge seien die Gespräche gut verlaufen, solange die CDU-Vorsitzende Ursula Monheim diese geführt habe. Erst als die in Urlaub ging und man Klaus Hupperth gegenübersaß, seien die Gespräche ins Stocken geraten: „Erkennbar kein Interesse an einer Zusammenarbeit“ habe Hupperth gehabt. Dabei ist der doch Katholik.

Die neuen Vorsitzenden für elf Fachausschüsse für den Stadtrat gibt der Anzeiger bekannt: Finanzausschuss – Thomas Eimermacher (CDU); Bau- und Planungsausschuss – Peter Ippolito (SPD); Bürger und Umwelt – Karl Schweiger (Bürgerliste); Betriebsausschuss KulturStadtLev – Roswitha Arnold (Grüne); Betriebsausschuss Sportpark – Christopher Krahforst (CDU); Rechnungsprüfungsausschuss – Monika Ballin-Meyer-Ahrens (FDP); Wahlprüfungsausschuss – Hermann-Josef Kentrup (CDU); Personal- und Organisationsausschuss – Christine Richerzhagen (CDU); Schulausschuss – Hans Klose (SPD); Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Senioren – Ingrid Geisel (SPD); Ausschuss für Anregungen und Beschwerden – Dieter März (SPD).

Die Kassen füllen sollen der klammen Stadt ungehorsame Autofahrer. So zumindest hofft das laut RP Stadtkämmerer Rainer Häusler, der die Strafzettel-Vorgaben für 2010 an die motorisierten Verkehrsteilnehmer schon formuliert: 950.000 Euro sollen Falschparker mittels Knöllchen zum Haushalt 2010 beitragen, weitere 750.000 Euro sollen stationäre Tempomessungen einbringen, immerhin noch mit 450.000 Euro kalkuliert Häusler aus Verwarnungen im „fließenden Verkehr“.

Leverkusen beteiligt sich an einer Verfassungsklage des Städtetags NRW, meldet der Anzeiger: Die Stadt will vom Land mehr Geld für die Umsetzung des vom Land beschlossenen Kinderförderungsgesetzes. Der Anzeiger übersetzt das Ansinnen der Stadt so: „Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen.“

Vom Kampf des Rheindorfer Frührentners Thomas Heusner gegen die Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechlichen Rundfunkanstalten, kurz GEZ, berichtet die RP. Trotz einer nur äußerst knappen EU-Rente wolle ihn die GEZ nicht von den Rundfunkgebühren befreien. Nun klagt er vor dem Verwaltungsgericht in Köln. Große Hoffnung auf Erfolg hat er nicht, aber er handelt aus Überzeugung: „Ich sehe nicht ein, dass die Schwachen Thomas Gottschalk und hochbezahlte Fußballprofis bezahlen.“

Apropos Fußballprofis: Entwarnung gibt die RP in Sachen Bayer-04-Trikot: Das Shirt für Fans der Werkskicker sei laut Bayer-04-Kommunikationschef Meinolf Sprink „gesundheitlich unbedenklich“. Bayer 04 hatte das Trikot bei der Analyseabteilung von Currenta untersuchen lassen, nachdem die Stiftung Warentest jüngst vor Giftstoffen in den Trikots namhafter Bundesligamannschaften warnte.

Bei der „User-Conference“ bei der Firma Lux Elements an der Schusterinsel in Opladen, zu der rund 100 Geschäftspartner aus aller Welt kamen, schaute der Anzeiger vorbei. Die Firma produziert Schaumplatten, mit denen Bäder und Badelandschaften gestaltet werden. „Uns ist es egal, wie wir unsere Platten schneiden oder wie dick die Säulen sind“, darf Geschäftsführer Rolf Longrée in dem Artikel erläutern.

Karten für die Frauenfußball-WM 2011 sind ab morgen erhältlich, melden Anzeiger und RP unisono. Von Neugliederungen der Seelsorgebereiche in Leverkusen im Rahmen der Strukturreform im Erzbistum Köln berichtet die RP. Bei einer Rettungsübung der Polizei mit Hubschrauber am Rhein bei Hitdorf schaute der Anzeiger zu. Neue Lernprogramme für den Klimaschutz hat der Anzeiger auf dem NaturGut Ophoven kennen gelernt. Die Altstadtstraße in Opladen ist ab dem Wochenende wieder Einbahnstraße, meldet der Anzeiger. Die Leverkusener Ärzte, die ab Mitte November gegen die Schweinegrippe impfen, von O bis Z hat die RP heute, wie versprochen, im Blatt. Die A3 wird im November zwischen Leverkusen und Köln wegen Brückenbauarbeiten gleich zweimal voll gesperrt, entdecken wir bei leverkusen.com: An den Wochenenden 6. bis 9. und 20. bis 23. November. Schon wieder Neues von der Stadthalle Opladen, wo es offenbar Streit gibt um 100.000 Euro Pacht, weiß die RP.

Kultur: Die RP stellt vor der Kunstnacht (aber nicht in ihrem Kunstnacht-Serienformat) den Leichlinger Künstler Winfried Gille vor, der Engel in der Wiesdorfer Herz-Jesu-Kirche ausstellt.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Presseschau