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A3: Die Welt zu Gast bei Freunden

Auf der A3 zwischen Leverkusen und Köln-Mülheim werden zwei Behelfsbrücken abgebaut, daher ist der Autobahnabschnitt seit gestern Abend und noch bis voraussichtlich heute, 22 Uhr, voll gesperrt. Auf der B8 dürfen wir in Leverkusen daher wieder die Reisenden in unserer Stadt begrüßen.

Das geht bei aller Gastfreundschaft einher mit ein paar Unannehmlichkeiten für alle Beteiligten. Eine Pink-elpause der besonderen Art an der B8 hat @drehumdiebolzening dokumentieren können:

Ich habe mir gestern extra ein Auto besorgt, um zu probieren, ob der Verkehr wirklich so grausam ist. Nach rund 2 Stunden quer durch Köln-Mülheim teile ich @Jimfi s Einschätzung:

Vom Stau noch heute überraschen ließ sich @schopfzz:

Ein Blick in die Zukunft von @zusehrverkuerzt:

Manchmal muss man merkwürdige Dinge tun, Andreas Born von leverkusen.com hat das in tiefer Nacht wieder mal beherzigt und bei den Versuchen verschiedener Autofahrer, mit den Sperrungen klarzukommen, einfach mal draufgehalten. Dank moderner Schnitttechnik ein unterhaltsamer 145-Sekünder:

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Rialto-Boulevard 6 Monate Baustelle

Eine Freigabe der Brücke für Fußgänger sei bald wieder möglich, die Geschäfte auf der Nordseite können in wenigen Wochen wieder den Betrieb aufnehmen. Für die vom Brand unmittelbar betroffene Südseite fällt die Prognose allerdings „deutlich schlechter“ aus. Die Polizei wertet derweil weiter Spuren und Zeugenaussagen aus.

UPDATE 29.08., 13 Uhr: Ab Montag, 1. September, können die Geschäfte auf der nördlichen Seite der Brücke sowie das Eiscafé wieder öffnen. Ein Gutachter für Brandmeldeanlagen habe heute die technischen Anlagen in den Geschäfts-, Keller- und Nebenräumen des nördlichen Rialto Boulevard sowie im Eiscafé geprüft und abgenommen, teilt die WGL mit: Mit der Prüfbescheinigung können die Betreiber dieser Ladenlokale „ab dem 01.09.2014 ihren Geschäftsbetrieb uneingeschränkt wieder aufnehmen“.

UPDATE 01.08., 13:15 Uhr: Die Polizei schließt mittlerweile „böse Absicht“ als Brandursache aus. Die Ermittlungen nach der Brandursache dauerten weiter an, jedoch könne ausgeschlossen werden, dass dort ein gegen die Betreiber des Geschäfts gerichteteter Anschlag verübt worden sei. In dem Geschäftslokal hatte sich zu dem Zeitpunkt ein Kind alleine aufgehalten; ein technischer Defekt als Brandursache könne weiterhin nicht völlig ausgeschlossen werden. UPDATE 25.07., 14 Uhr: Die Rialto-Brücke ist für Fußgänger wieder geöffnet!

Blick auf den "Rialto-Boulevard" - in der Mitte das zerstörte Glasdach.

Blick auf den „Rialto-Boulevard“ – in der Mitte das zerstörte Glasdach.

Für rund ein halbes Jahr wird der „Rialto-Boulevard“ eher einer Baustellengasse gleichen: So lange werde es dauern, bis die vom Brand am Abend des 11. Juli unmittelbar betroffene Ladenzeile wieder hergestellt ist, prognostizierte WGL-Geschäftsführer Wolfgang Mues heute bei einem Pressetermin. Die Ladenzeile sei von dem „verheerenden Brand“ (hier der Bericht im LevLog) so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass dort „bis zum Zustand des Rohbaus zurückgebaut werden muss“, erklärte Mues. Den Gesamtschaden schätzt Mues auf 1 Million Euro.

Die erfreulichere Nachricht, die Mues parat hatte: Für Fußgänger könne die Brücke voraussichtlich „in Kürze“ wieder freigegeben werden. Das Ergebnis der Materialprüfung von der die Brücke überspannenden Stahl-Glas-Decke durch die Fachhochschule Köln werde in diesen Tagen erwartet. Fällt dieses Urteil zufriedenstellend aus, sei es möglich, rasch eine mit Bauzäunen gesicherte, fünf Meter breite Passage für Fußgänger über die Brücke zu öffnen. Auf einen genauen Tag mochte sich Mues nicht festlegen, zumal ein Statiker und der Fachbereich Gebäudewirtschaft der Stadt Leverkusen letztlich über die Freigabe zu entscheiden haben. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass überall dort, wo noch Glasscheiben in den Rahmen stecken, die Standsicherheit der Stahlkonstruktion nicht gefährdet sei. Andernfalls müsse auch dort das Glas entfernt werden, bevor die Brücke wieder freigegeben werden kann.

Bildergalerie – zum Vergrößern einfach klicken! Unten geht’s weiter im Text.

„Der Brand hatte verheerende Folgen“, beschönigte Mues nichts. Entstanden sei der Brand, wie im LevLog bereits berichtet, in dem Geschäft „Amore Accessoires“ und habe von dort auf die benachbarten Geschäfte übergegriffen. Bei Temperaturen von zum Teil über 500 Grad Celsius habe die Konstruktion sehr gelitten. Auch die nicht unmittelbar vom Brand betroffene Ladenzeile auf der Nordseite der Brücke (mit „Mr. Chicken“, die Pizzeria oder „Back-Company“) sei durch Verrußung und Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen. Die gebäudetechnischen Einrichtungen und der Strom seien hier außer Betrieb, derzeit sei ein Brandsanierer damit beauftragt, alle Spuren des Brandes zu beseitigen. Dazu gehöre auch das Prüfen sämtlicher Lüftungsöffnungen. „Das dauert einige Wochen“, erläutert Mues, „wir rechnen damit, dass die Geschäfte auf dieser Seite in rund vier bis sechs Wochen wieder öffnen können.“

Auf der vom Brand unmittelbar betroffenen Südseite müsse die Metalldachkonstruktion, die dem Bau ein Hangar-ähnliches Aussehen verleiht, nahezu vollständig entfernt werden. Hierzu sei es voraussichtlich nötig, die Abfahrt vom Europaring in Richtung Rathenaustraße und Bahnhof für ein bis zwei Tage zu sperren. Die Dauer der Arbeiten sei jedoch schwer einzuschätzen, womöglich ließen sich die vom Brand zum Teil erheblich verformten Metallteile nur mit schwerem Gerät entfernen. Eine neue Metallverkleidung müsse in Auftrag gegeben werden, es handele sich um eine Sonderanfertigung. Mues: „Die bekommt man nicht von der Stange“. Ebenfalls sämtliche Innenarchitektur und Zwischenwände in der Ladenzeile müssten entfernt werden, ebenso der fünflagige Bodenaufbau, der durch Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen sei. Das betreffe die Geschäfte vom China-Imbiss auf der Bahnhofsseite bis zu „Pretty Shoes“. Mues: „Hier wird mehrere Monate kein Geschäftsbetrieb möglich sein, wir rechnen mit einem Zeitraum von bis zu einem halben Jahr.“ Glück im Unglück könnte die Eisdiele auf Seite der City C gehabt haben, hier seien die Schäden nicht so groß: „Die wird vielleicht in ein paar Wochen wieder öffnen können“, ist Mues hier vorsichtig optimistisch.

Kritik am Brandschutzkonzept mochte Mues nicht gelten lassen: „Eine Sprinkleranlage ist bei Verkaufsflächen dieser Größe nicht notwendig und auch nicht vorgeschrieben“, verweist er auf die Gesetzeslage. Gleichwohl stehe er der Einrichtung einer Sprinkleranlage beim Neuaufbau auf der Südseite durchaus offen gegenüber, „wenn sie etwas bringt“. Die WGL ist durch Versicherungen abgesichert, sowohl für den Schaden als auch für den Einnahmeausfall durch die fehlenden Mietzahlungen. Den Mietern stelle man für die Dauer der Arbeiten keine Miete in Rechnung, die bereits gezahlte Juli-Miete habe man bereits anteilig wieder zurückgezahlt. Mit den Händlern selber stehe man ständig in engem Kontakt, es habe mehrere Versammlungen gegeben, die nächste sei bereits terminiert. Allerdings: „Was die Händler für Versicherungen abgeschlossen haben, wissen wir nicht.“ Aus Händlerkreisen war zu erfahren, dass sich nicht alle für einen solchen Fall abgesichert haben.

Der Brand hat hinter der Verkleidung die Wand wieder freigelegt, auf der das Jugendamt Leverkusen auf der Brücke bis zum Bau des „Boulevards“ 2003 mit einem großen Graffiti für die „Nummer gegen Kummer“ (diese hier) für Eltern und Jugendliche warb. Eine „Nummer gegen Kummer“ dürfte mancher Geschäftsbetreiber jetzt bitter nötig haben.

Im Dunkeln bleibt weiterhin die Brandursache: Die Polizei hatte Videoaufnahmen umliegender Kameras unmittelbar nach dem Brand einkassiert und auch im Umfeld der Brücke nach Spuren und Hinweisen gesucht. Darunter auch von Videokameras, die die WGL dort installiert hat. „Wir hatten keine Gelegenheit, die Bänder zu sichten, die Polizei hat die unmittelbar am nächsten Tag eingesammelt“, erklärte Klaus-Ulrich Heimann von der WGL. Die Polizei teilte heute auf Anfrage nur mit, es lägen „mehrere Spuren und Zeugenaussaugen vor“, deren Auswertung aufgrund ihrer Fülle noch andauere. Sobald man näheres sagen könne, werde man dies tun, „in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Köln“.

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Großbrand auf Rialto-Boulevard

Ein Kind wird von Passanten aus einem brennenden Geschäft gerettet. Polizei sucht offenbar nach Hinweisen auf Brandstiftung. Die Sicherheit der Brücke muss von einem Statiker geprüft werden.

UPDATE 23.07. & alle weiteren Neuigkeiten – bitte hier entlang: Rialto-Boulevard 6 Monate Baustelle

UPDATE 22.07., 16.15 Uhr: Nach dem Brand haben heute weitere Abstimmungsgespräche zwischen Wohnungsgesellschaft Leverkusen, städtischer Bauaufsicht und Feuerwehr zur Frage einer Wiederöffnung der Brücke für Fußgänger stattgefunden, meldet die Pressestelle der Stadt soeben. Derzeit würden Stahlproben der Dachkonstruktion in einem Prüflabor untersucht, das entsprechende Gutachten werde voraussichtlich im Laufe dieser Woche vorliegen. Parallel dazu würden die Vorbereitungen zur Demontage der beschädigten Stahlträger getroffen. Im Anschluss daran müsse die Standsicherheit der verbliebenen Dachkonstruktion erneut durch einen Statiker begutachtet werden, bevor die städtische Bauaufsicht über eine Freigabe zur Öffnung für Fußgänger entscheiden könne. Angedacht sei, einen etwa fünf Meter breiten, durch Bauzäune abgesicherten Fußgängerweg in der Brückenmitte einzurichten. Am Mittwochmittag informiert die WGL die Presse bei einem Pressetermin.

UPDATE 15.07., 15 Uhr: Bis die Rialto-Brücke wieder (teilweise) freigegeben werden könne, werden eher Wochen denn Tage vergehen, so die Auskunft für’s LevLog von der WGL.
UPDATE 14.07., 12.13 Uhr: Erste Entwarnung für die Rialto-Brücke: Die Statik der Brücke sei durch das Feuer nicht in Mitleidenschaft gezogen. Das habe die Prüfung der drei Teilbrücken des Rialto-Boulevards durch die Brückenfachleute der Technischen Betriebe Leverkusen (TBL) ergeben, teilt die Stadtverwaltung soeben mit. Unklar sei nunmehr, ob die Glasdachkonstruktion stabil sei, das werde nun durch einen Statiker geprüft. Dann solle über die Öffnung des Fußgängerüberweges auf der nördlichen Seite der Brücke entschieden werden.
Die Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL), die Eigentümerin der beiden seitlichen Brückenteile mit der Dachkonstruktion und den darauf befindlichen Ladenzeilen ist, werde über die weiteren Schritte zur Sicherung bzw. möglichen Abtragung des Glasdaches gemeinsam mit der städtischen Bauaufsicht entscheiden.
Derzeit ist der Rialto-Boulevard noch gesperrt, eine Sicherheitsfirma ist damit beauftragt, das Gelände zu überwachen. Der Zugang vom Busbahnhof LEV-Mitte zur Innenstadt und in die Gegenrichtung ist derzeit über die Y-Brücke, den Fußgängerüberweg zwischen Forum und Kinopolis oder die Fußgängerbrücke zwischen Rentenversicherung und Musikschule möglich.

UPDATE 2: Hier ist übrigens die Webpräsenz des Ladens, der am stärksten von dem Brand betroffen war: http://www.amore-accessories.com/

Zu einem Großbrand auf der Rialto-Brücke in Leverkusen-Wiesdorf zwischen City und Busbahnhof LEV-Mitte musste die Feuerwehr am Freitagabend ausrücken. Zwei Personen wurden leicht verletzt, darunter ein Kind; beide hatten Rauchgas eingeatmet und wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Das Feuer war offenbar in einem Bekleidungsgeschäft ausgebrochen, etwa dort, wo Ladenzeilen-Eigentümerin WGL auf dieser (veralteten) Übersicht noch das Geschäft für „Tierbedarf“ führt.

Bildergalerie – zum Vergrößern einfach klicken! Unten geht’s weiter im Text.

Um 21.05 Uhr war die Feuerwehr durch die automatische Brandmeldeanlage zu dem Einsatz gerufen worden. Kurz zuvor sollen sich nach Auskunft eines Augenzeugen dramatische Szenen abgespielt haben: Demnach sei der circa 10 bis 12 Jahre alte Sohn des Ladenbesitzers offenbar allein in dem Geschäft gewesen, als sich Rauch darin ausbreitete. Daraufhin hätten Passanten versucht, den Jungen aus dem Laden zu befreien und eine Glastüre eingeschlagen. Kurz darauf, vermutlich durch den nun in den Laden strömenden Sauerstoff, habe sich das Feuer schlagartig zu einem riesigen Brand ausgedehnt. Bilder von Augenzeugen zeigen, wie die Flammen auf allen Seiten meterweit aus dem Geschäft schlugen. Dichter Rauch stieg über dem Rialto-Boulevard auf. Auf dem Fußweg der Brücke lagen später zahllose Glassplitter zerborstener Glasplatten von der Überdachung der Brücke, auch die Aluminiumverkleidung der Fassade hatte sich verbogen. Auch benachbarte Geschäfte, unter anderem der Blumenladen, seien zum Teil erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden. Zum Teil seien auch Trümmerteile auf die Fahrbahn der B8 gestürzt.

Zur Ursache des Brandes konnte die Feuerwehr nach Angaben von Chef und Einsatzleiter Hermann Greven noch keine Auskunft geben. Die Polizei hatte aber bereits die Umgebung nach Videokameras abgesucht, womöglich besteht also ein Anfangsverdacht auf Brandstiftung. Auch die Gebüsche neben der B8 wurden durch Polizisten mit Taschenlampen abgesucht. Die Feuerwehr war angesichts der Dimensionen des Brandes mit 142 Kräften im Einsatz, zum Teil mit schwerem Atemschutzgerät. Löschzüge der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr Wiesdorf sowie zwei weitere Löschzüge benachbarter Freiwilliger Feuerwehren wurden alarmiert. Nachdem der Brand gelöscht war, suchten sie unter der Deckenverkleidung über dem Geschäft als auch im Brückengerüst unter dem Geschäft nach Glutnestern, zumal sich das Feuer auch nach außen gefressen habe. Diese Arbeit dauerte nach 1 Uhr in der Nacht noch an, die Deckenverkleidung musste dafür zum Teil aufgeflext werden.

Der Rialto-Boulevard war die ganze Zeit über gesperrt und wird es laut Greven sicher auch am Samstag noch sein. Die Busse wurden umgeleitet und auch die B8, die unter der Brücke herführt, musste während der Löscharbeiten gesperrt werden. Zwischenzeitlich sollen die Straßen wieder freigegeben sein. Ob die Statik der Brücke in Mitleidenschaft gezogen sei, vermochte Greven nicht zu sagen: „Das ist Sache des Eigentümers der Brücke, die werden einen Statiker mit der Prüfung beauftragen.“

Der Brand in den sozialen Medien:

Auf Facebook gibt es einige bewegte Bilder von dem Brand: Hier und hier

Bei Twitter verbreitete sich die Nachricht am raschesten. Hier ein paar Tweets:

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Festnahme nach Schießerei in Wiesdorf

Nachdem ein Mann am frühen Sonntagnachmittag auf Gäste vor der Bäckerei „Merzenich“ an der Otto-Grimm-Straße in der Wiesdorfer Fußgängerzone geschossen hat, nahm ein Sondereinsatzkommando den mutmaßlichen Schützen in einer Wohnung an der Dönhoffstraße fest. Die Wohnung liegt nur rund 100 Meter vom Tatort entfernt. Es handelt sich um einen Mann zwischen 60 und 70 Jahren, der gebrochen Deutsch spricht. Durch die Schüsse wurde ein Mann leicht verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden. Vor der Bäckerei zeugen umgeworfene Stühle, zerbrochenes Geschirr am Boden und eine Patronenhülse von dem Geschehen. Über das Motiv des Täters wusste die Polizei zunächst nichts.

Via Megaphon hatte das Sondereinsatzkommando Kontakt zu dem Mann am Fenster einer Wohnung in der vierten Etage aufgenommen. Er wurde aufgefordert, beide Hände sichtbar aus dem Fenster zu halten. Der Mann hielt ein Handy, das er zunächst nur widerwillig aus der Hand legte. Bei der Kommunikation mit dem Mann gab es Verständigungsprobleme, aber der Mann hielt sich mit Verzögerung an die Anweisungen, die ihm die rigide Beamtin freundlich, aber bestimmt via Megaphon gab. Vor der Spielhalle an der Dönhoffstraße hielten sich währenddessen ein Dutzend SEK-Beamte in voller Montur bereit. Der Mann sprach davon, dass er Hilfe benötige. Nach rund fünf Minuten forderte die Beamtin den Mann auf, mit leeren Händen zu seiner Wohnungstüre zu gehen und herauszukommen. Daran hielt er sich, mit etwas Verzögerung, und wurde sofort überwältigt, nachdem er die Türe geöffnet hatte. Ein Beamter in zivil signalisierte seinen Kollegen auf der Straße mit erhobenem Daumen, dass die Lage unter Kontrolle ist. Der mutmaßliche Schütze wurde wenig später abgeführt. Die Dönhoffstraße blieb für polizeiliche Untersuchungen weiter gesperrt, ist inzwischen aber wieder freigegeben.

Zum Vergrößern auf das Bild klicken:

NACHTRAG 18.08.: Am gestrigen Sonntag wollte sich der Mann, der von dem Schützen angeschossen und dabei leicht verletzt wurde, wieder bei der Wiesdorfer Bäckerei hinsetzen. Die Verkäuferin, die den Zwischenfall vor zehn Wochen miterleben musste, zeigte sich nicht ganz so furchtlos: sie bat ihn höflich, sich einen anderen Ort für das zweite Frühstück zu suchen. Der Mann zeigte sich verständig und ging.

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City Center: „Richtige Macher an Bord“

Siegfried KuhlSiegfried Kuhl, einst Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Opladen, begrüßt den neuen Kurs für das „City Center“ in Wiesdorf. Nun gelte es, ein eigenes Profil zu entwickeln. Kuhls Leserbrief im Wortlaut:

Die problembehaftete, so genannte „City C“ soll strategisch angegriffen werden. „Endlich!“, kann man da nur sagen und gratulieren. Wenigstens hat man die Zeit sinnvoll genutzt und zumindest einen richtigen Strategen und vor allem pragmatischen Macher an Bord geholt. Rainer Häusler kennt alle Befindlichkeiten und pragmatischen Lösungswege in Leverkusen. Und er hat gleich etwas sehr wichtiges und richtiges verlautbaren lassen: Nicht der Einzelhandel kann die Vision für eine zukünftige „City C“ sein. Dessen gibt es nun wahrlich Gleichförmiges genug in Wiesdorf. Und die innerstädtische – vor allem wiesdörfliche – Struktur würde nur weitere Kollateralschäden davontragen.

Jetzt heißt es mit den richtigen Leuten tragfähige Visionen zu entwickeln, von Dienstleistungen oder Freizeitangeboten, die in die „City C“ passen und das Angebot in Leverkusen sinnvoll ergänzen, vielleicht sogar innovative Inkubatorstelle für Neues zu werden, ob preislich ansprechend oder in der Struktur attraktiv – wenigstens mit eigenem Profil.

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Feuer an Bürogebäude in Wiesdorf

Zu einem Brand an einem Bürogebäude am Bahnhof in Leverkusen-Wiesdorf musste die Feuerwehr in der Nacht auf Donnerstag ausrücken. Verletzt wurde niemand, Ursache für das Feuer ist vermutlich Brandstiftung.

In der Nacht auf Donnerstag rückte die Feuerwehr kurz nach Mitternacht zu einem Brand in Wiesdorf aus. An einem Bürogebäude an der Heinrich-von-Stephan-Straße, unmittelbar gegenüber dem Bahnhof Mitte, waren Papiertonnen in Brand geraten. Das Feuer griff von dort auf Dämmmaterial zwischen den Gebäuden, in denen die Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL) und die Arbeitsgemeinschaft Leverkusen (AGL) untergebracht sind, über. Dort fraßen sich die Flammen dann unter der Gebäudeverkleidung langsam bis auf Höhe des obersten Stockwerks. Unter anderem mit Leiterwagen starteten die Brandschützer von beiden Seiten des Gebäudes ihre Löschangriffe. „Wir versuchen von allen Seiten so gut wie möglich heranzukommen“, erklärte der Leiter der Leverkusener Feuerwehr Hermann Greven, der selbst vor Ort war. Er vermutete Brandstiftung als Ursache für das Feuer. Verletzte gab es keine, auch die Büros von AGL und WGL selbst waren offenbar nicht von dem Feuer betroffen. Allerdings gab es eine starke Rauchentwicklung, der Rauch zog in Richtung Westen über die City. Die Feuerwehr Leverkusen war mit rund 50 Mann noch bis nach 2 Uhr im Einsatz.

UPDATE 3 Jetzt sucht die Polizei nach drei Jugendlichen im Alter von zirka 14 bis 16 Jahren, die im Verdacht stehen, den Brand verursacht zu haben. Hier die Beschreibungen der Polizei:

Die drei Jungen werden wie folgt beschrieben:

1.Täter: korpulent und mit einem Spongebob – T-Shirt bekleidet, weiße Nike Air Max Turnschuhe
2. Täter bekleidet mit schwarzer Lederjacke
3. Täter bekleidet mit rotem „Smile“ T-shirt

Zeugen, die Angaben zu diesem Vorfall machen können, werden gebeten, sich mit dem Kriminalkommissariat 13 unter der Rufnummer 0221/229-0 in Verbindung zu setzen.

Die vollständige Pressemitteilung der Polizei ist hier abrufbar.

UPDATE 2 Soeben meldet die Pressestelle der Stadt, dass das WGL-Gebäude auch am Freitag geschlossen bleiben muss:

WGL-Gebäude bleibt geschlossen

Angesichts der aufwendigen Grundreinigung, die nach dem Brand am frühen Donnerstag, 1. Juli, im Gebäude der Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL), Henirich-von-Stephan-Straße, notwendig geworden ist, muss das Gebäude am Freitag, 2. Juli, weiterhin geschlossen bleiben.

Die WGL bittet hierfür um Verständnis.

UPDATE Das WGL-Bürogebäude bleibt heute geschlossen. Hier die Mitteilung der Pressestelle der Stadt Leverkusen:

Brand in Leverkusen-Wiesdorf

Am Donnerstag, 1. Juli, 00:03 Uhr, wurde die Feuerwehr Leverkusen zu einem Containerbrand unter einer Fassade eines siebenstöckigen Hauses in die Heinrich-von-Stephan-Str. 6 a in Leverkusen-Wiesdorf alarmiert. Auf Grund der Anzahl der Meldungen wurde sofort die Einsatzstufe erhöht. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stellte sich heraus, dass das Feuer schon in die Fassade des Gebäudes übergegriffen hatte. Das Feuer drohte auf das Dach der beiden Gebäude überzugreifen. Bei dem Gebäude handelte es sich um die Gebäude der Arbeitsgemeinschaft Leverkusen (AGL) und Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL).

2 Löschzüge der Berufsfeuerwehr, 4 Löschzüge der Feiwilligen Feuerwehr waren an der Einsatzstelle eingesetzt, ein Löschzug der Freiwilligen wurde zur Besetzung der Feuerwache Süd alarmiert. Die Feuerwehr war mit insgesamt 75 Kräften vor Ort. Der Brand wurde mit 2 B-Rohren, 4 C-Rohren und einem Schaumrohr unter anderem über drei Drehleitern bekämpft. Neben 40 Pressluftatmern wurden auch zwei Wärmebildkameras eingesetzt. Um das Feuer zu löschen, mussten große Teile der vorgehängten Fassade abgerissen werden, das war besonders personalintensiv. Das Einsatzende war um 05:20 Uhr.

Das Gebäude der WGL bleibt am Donnerstag, 1. Juli, für den Publikumsverkehr geschlossen.

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Hundert Tage Flut

100 Tage schon ist Wiesdorf ein Shopping-Paradies.
Vor 100 Tagen stand ich morgens um 5.30 Uhr auf, um bei den ersten zu sein, die die Rathaus-Galerie um Punkt 6 Uhr stürmen. Noch heute wache ich manchmal um diese Zeit auf und denke voller Panik, in Leverkusen eröffne wieder irgendein Einkaufscenter vor Sonnenaufgang.

Keine Sorge, das passiert so schnell nicht wieder. Es ist Dienstag, 1. Juni – Nachmittag. Was gibt es Neues in Leverkusen?
ECE-Center-Managerin Katrin Becker zieht eine positive 100-Tage-Bilanz: Es gebe „faktisch keine Mieterbeschwerden“. Im Schnitt kämen täglich 35.000 Besucher, mehr als die Hälfte tatsächlich aus Nachbargemeinden, so eine Erhebung von ECE. Der Leverkusener Anzeiger zitiert Becker übrigens mit einer eindrücklichen Metaphorik: Das Haus werde über die Eingänge „sehr, sehr gleichmäßig durchflutet“.

Das illustriert Andrang doch mal anschaulich.
Laut Rheinischer Post fühlt sich „Jamaika Plus“-Ratsmehrheit auch dazu berufen, neue Parkplätze zu schaffen: Auf der immer noch leer stehenden Fläche Ecke Pesch-/Breidenbachstraße. So könne zugleich der untere Teil der City belebt werden. „Aktionismus“, befindet der RP-Kommentator.

Ach ja: Politik.
Die gibt es auch noch, auch die Politiker. Beweis: Die RP befragte einige von ihnen zum Rücktritt von Horst Köhler als Bundespräsident: Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn nötigt dieser Schritt „Respekt“ ab, Parteigenosse und CDU-Fraktionschef Klaus Hupperth erkennt in der Kritik der vergangenen Wochen an dem Staatsoberhaupt gar ein „Phänomen der Verrohung“ und sieht die Demokratie in der Krise. Und sein SPD-Kollege Walter Mende spricht von einem „Blackout“ Köhlers und erinnert an den Ausspruch mit der „Küche“ und der „Hitze“.

Das „Phänomen der Verrohung“ hatten Beobachter zuletzt doch auch im Leverkusener Rat beobachtet.
Darauf nimmt Hupperth durchaus Bezug: „In Bund, Land und auch bei uns in der Stadt“ greife dies derzeit um sich.

Apropos – gibt es eigentlich Neues von der Stadthalle in Opladen?
Dort bewegt sich alles im Rahmen eines ordentlichen Rechtsstreits. Naja, mehr oder weniger: Offenbar muss ein Sicherheitsdienst darüber wachen, dass aus dem Komplex mit den ungeklärten Pachtverhältnissen nicht unrechtmäßig Inventar entwendet wird.

Wo wir schon in Opladen sind: Gibt es neue Bombenfunde?
Nein, aber die RP hat zumindest einen Unternehmer gefunden, der zwar namentlich nicht genannt werden möchte, aber bereit ist, zu erklären, dass ihm eine Investition auf dem Bahnstadtgelände „zu heiß“ sei wegen der Gefahr weiterer Bombenfunde.

Will dieser Unternehmer vielleicht einfach den Preis drücken?
In der RP steht zumindest, der ungenannte Unternehmer habe vorher schon Abstand von einer Beteiligung an der Ausschreibung des Bahnstadt-Grünzugs genommen, weil es ihm „eine Nummer zu groß“ sei.

Was gibt es vom Sport?
Eine Überraschung! Der Anzeiger berichtet recht ausführlich über die Jahreshauptversammlung des TSV Bayer 04 Leverkusen.

Was daran ist überraschend?
Die Versammlung begann zu einem Zeitpunkt, zu dem der Lokalteil eigentlich bereits gedruckt wird. Die RP, die auch lokale Ereignisse nötigenfalls noch spät abends unterbringen kann, bietet heute nur eine kurze Meldung und verweist auf eine ausführliche Berichterstattung morgen. Beide Zeitungen wissen aber immerhin von dem Fehlbetrag von 650.000 Euro für das Jahr 2009 in der TSV-Kasse, den der Vereinsvorsitzende Klaus Beck verkünden musste. Für die Ballsportarten müssten fremde Mittel herbeigeschafft werden.

Was machen denn die TSV-Sportler so?
Läufer Robin Schembera missriet die Premiere bei einem Wettbewerb in Hengelo hinter den Erwartungen, Mehrkämpferin Jennifer Oeser schaffte in Götzis die EM-Norm. Neuigkeiten deuten sich auch bei der Bayer 04 Fußball GmbH an: Der RP verriet Stürmer-Ikone Ulf Kirsten, dass Einigkeit bestehe über seine Vertragsverlängerung als Trainer der Zweiten Mannschaft.

Und was machen die Leverkusener Kultur-Ikonen?
„Höhner“-Frontmann Henning Krautmacher zumindest lebt längst in Pulheim, was Frank Weiffen aber nicht davon abhielt, bei ihm einen Lauschangriff zu starten. Er stößt dort erst auf ein „Hohn“ im Bademantel – und anschließend auf ganz viele Beatles-Tonträger. Krautmachers Bekenntnis dazu: „Alles, was ich musikalisch gemacht habe, geht auf die Beatles zurück!“

Was gibt es sonst von der Kultur?
Vom Auftaktkonzert der Musikschul-Stiftung berichtet heute die RP. Und kündigt das Festival der Freien Theater Leverkusen „Freispiel“ im Forum an, das heute Abend mit einer improvisierten Inszenierung von „Hamlet“ durch das W.Erk-Theater beginnt (20 Uhr).

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Wofür Lokalzeitungen wirklich da sind

Köln verzichtet auf die Gewerbesteuern, die bei der Sanierung von Karstadt anfallen könnten. Gab es so etwas ähnliches nicht auch schon einmal in Leverkusen?
In der Tat: 2006, als der Stadtrat einen Steuererlass in dreistelliger Millionenhöhe zu Gunsten von Finanzinvestoren für TMD Friction beschloss. Damit sollten Arbeitsplätze gerettet werden. Leider war der Erfolg rückblickend eher nicht so durchschlagend.

Möge es Karstadt besser ergehen. Wohlan: Dienstag, 25. Mai – wäre es jetzt noch Vormittag: Was wären jetzt die neuesten Nachrichten?
Keine Sorge: Auch wenn es nicht mehr Vormittag ist – es war nicht so sehr viel los. In Wiesdorf lockte das Stadtfest in einem Rutsch mit der Ehrenamtsbörse an drei Tagen Menschen in die Fußgängerzone. Dabei gab es laut Rheinischer Post unzufriedene Gesichter bei den Marktbeschickern, die dem Fest am Samstag ausweichen mussten. Am Montag lockte der „Mühlentag“ einige Ausflügler auch zum Sensenhammer. Die RP weiß, warum es in Leverkusen bald zu einer Schwemme an Neubauten kommen könnte: Die Stadt bietet derzeit 1000 Grundstücke zum Verkauf an. Und die RP kennt Überlegungen, nach denen in dem Magazin der Bahnstadt Opladen möglicherweise Büros für die Stadtverwaltung untergebracht werden könnten. Dessen Verkauf war rechtswidrig, wie der Leverkusener Anzeiger am Samstag berichtete.

Und ich höre, die Berichterstattung der Rheinischen Post über die „heimatlosen“ Bogenschützen hat Reaktionen gezeitigt?
Jawohl: Veranstaltungsprofi und „Bierbörsen-Guru“ (Zitat RP) Werner Nolden liest die RP – und hat bei der Lektüre des Artikels über die Schützen, die am Birkenberg wegen des neuen Klettergartens nicht mehr trainieren können, spontan beschlossen, ihnen das Bierbörsen-Areal für ihr Training zur Verfügung zu stellen.

Was lernen wir daraus?
Man kann recherchieren, hinter die Kulissen der Kommunalpolitik schauen oder wissen, was die Wirtschaft vor Ort im Innersten zusammenhält – in Wirklichkeit sind Lokalzeitungen für so etwas erfunden worden! Für alles andere gibt es ja zum Beispiel die Börsen-Zeitung: Die widmet sich heute zum Beispiel recht ausführlich Lanxess und porträtiert dessen Finanzvorstand Matthias Zachert – leider aber nicht online.

Was tut sich im Sport?
Während die Profi-Fußballer längst im Urlaub (oder auf dem Weg nach Südafrika) sind, muss die von Ulf Kirsten trainierte Bayer II plötzlich noch einmal mächtig um den Klassenerhalt in der Regionalliga bangen: Nach einer 0:1-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf muss kommende Woche gegen die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach unbedingt gewinnen.

Und was gab’s in der Kultur?
Von Abdullah Ibrahims Komposition „Bombella“ mit der WDR Big Band im Erholungshaus zeigt sich der Anzeiger bezaubert. Und vom Pfingstkonzert des Bayer Blasorchesters wird in der RP geschwärmt.

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Abschottung und Macht

Was höre ich: Konstantin Neven DuMont warnt heute in seinem Kölner Stadt-Anzeiger und in seiner Frankfurter Rundschau vor dem Internet?
Nicht direkt vor dem Internet. Neven DuMont fürchtet zwischen dem staatlich subventionierten (Internet-)Angebot des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks und der freien Bloggerszene um die Wettbewerbsfähigkeit der Zeitungsverleger. Das ist ja durchaus nicht unbegründet. Er garniert diese Sorge freilich mit einer allzu großen Portion diffuser Internet-Skepsis, verweist auf das bislang „weitgehend unregulierte Netz“, auf die Datenschutzpraktiken bei sozialen Netzwerken oder mangelnden Jugendschutz, und fragt, ob zunehmende Politikverdrossenheit und zurückgehende Wahlbeteiligungen auf die Digitalisierung zurückzuführen seien. Schließlich appelliert er in Richtung Politik: „Die offene Frage, wie wir unsere Demokratie in Zukunft ausgestalten, geht uns alle an.“

Soll wohl heißen, dass Zeitungen und ihre Verleger auf dem (digitalen) Informationsmarkt auch weiterhin ihren Teil zur demokratischen Meinungsbildung beitragen können sollen.
Etwas in der Art. Genau zu diesem Zweck, übrigens, verweisen wir hier auf seinen Beitrag. Er verweist freundlicherweise ja gelegentlich auch auf das LevLog. Auf diese Weise nämlich wird im Internet Relevanz generiert – ganz basisdemokratisch.

Also denn: Mittwoch, 19. Mai – was berichten Neven DuMonts Angestellte denn heute aus Leverkusen?
Der Leverkusener Anzeiger dreht seine Geschichte über den Wachdienst am Rathaus weiter. Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn informiere in einem Schreiben darüber, dass der Vertrag mit dem Sicherheitsdienst jetzt auslaufe, dass es für diese Aufgabe bei der Stadt aber sehr wohl Personalmangel gebe und dass mit dem Sicherheitsdienst zugleich auch der Rathausvorplatz beaufsichtigt werden solle. Dazu hat der Anzeiger fünf Bürger befragt, die durchweg nicht einsehen, was so ein Wachdienst am Rathaus denn soll. Dass diese Wachdienst-Geschichte von Relevanz ist, beweist übrigens, dass die Rheinische Post das Thema heute auch aufnimmt (freilich ohne auf den Anzeiger zu verweisen). Besonders spannend daran sind nun…

…ja!?…
…die Kommentare dazu in den beiden Blättern: Während Ralf Krieger im Anzeiger fordert, OB Buchhorn möge recht bald den Befehl „Wachen – abtreten“ geben, weil die Wachleute ein Bild von Abschottung und Macht vermittelten, lenkt Ulrich Schütz in der RP in seinem Kommentar (leider nicht online) die Aufmerksamkeit eher auf die zunehmende Verunreinigung sowie auf Schäden durch Skater auf dem Vorplatz (heißt nicht umsonst „Leverkusener Domplatte“) – und spricht sich so zumindest indirekt für die Beibehaltung eines Wachdienstes aus.

Das ist echte Meinungsvielfalt!
Ganz im Sinne von Herrn Neven DuMont! Übrigens passen die Stichworte „Skater“, „Sicherheit“ und „Oberbürgermeister“ auch zu einem zweiten, aktuellen Thema: OB Buchhorn hat einer Mutter, deren Sohn am Skaterpark unter der Stelzenautobahn überfallen und geschlagen wurde, Hilfe zugesagt: Er sehe es „durchaus als Aufgabe, dafür zu sorgen, dass ein solcher Überfall nicht noch einmal passiere“, versichere Buchhorn laut Anzeiger.

Was bietet die Rheinische Post heute außerdem?
Die RP hat immerhin schon ein Foto von einem der berüchtigten Google-Streetview-Autos in seinem Archiv. Aber Neues aus Leverkusen gibt es dazu auch hier nicht – dafür aber immerhin aus der Nachbargemeinde Leichlingen.

Was gibt es Neues aus dem Osten der Stadt?
Zeichen der Vergänglichkeit: Die vor sieben Jahren abgebrannte Gaststätte „Alt Schlebusch“ stehe nun vor dem Abriss. Eine Blutbuche im Park von Schloss Morsbroich hingegen vor einer möglichen Fällung retten möchte der Musiker Rolf Müller – trotz aufgehobener Baumschutzsatzung. Und am Klinikum solle sich der Ärztestreik zum Ende der Woche noch verschärfen: Die Ärzte wollen dann auch vor dem Klinikum demonstrieren.

Ein paar erfreuliche Geschichten?
Die RP stellt das Kirchencafé vor, dass sich in Wiesdorf als feste Institution etabliert hat. Und der Anzeiger hat Dorothee Willers-Klein und ihren Mann Wolfgang Willers anlässlich des zehnjährigen Bestehens des von ihnen gegründeten Deutsch-Italienischen Clubs Leverkusen besucht. Wer ihr Haus in der Pyritzer Straße betrete, „der überschreitet die Grenze nach Südeuropa“, bezeugt Frank Weiffen.

Was gibt es vom Sport?
Surachet Ngamtip aus Thailand ist zur Zeit Gastspieler bei der von Ulf Kirsten und Dirk Dreher betreuten zweiten Mannschaft von Bayer 04. Etwas länger, nämlich fünf Jahre, und nicht nur als Gast soll Mittelfeldspieler Sidney Sam die Bayer-Profis verstärken, wie die Fußball GmbH heute offiziell mitteilt.

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Wo Debatten Anarchie atmen

Feiertage, scheint es, werden hier wohl sehr strikt eingehalten?
Die Zeitung von gestern ist dank Christi Himmelfahrt ausnahmsweise auch noch die Zeitung von heute. Also entsteht durch diese Pause keine Lücke.

Leuchtet ein. Also: Donnerstag und Freitag, 13. und 14. Mai – was gibt es Neues in Leverkusen?
So richtig Flammneues nur wenig. Die Ratssitzung von Montag, auf der sich so viele Ratsherren etwas daneben benommen haben sollen, bietet im Wesentlichen noch den Stoff für Nachrichten. So meldet die Rheinische Post, dass Bürgerlisten-Fraktionschef Erhard Schoofs im Nachgang zu der Sitzung Kämmerer Rainer Häusler und Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn beim Regierungspräsidenten in Köln „angeschwärzt“ habe: Der RP möge bitte mal prüfen, wie es sein könne, dass in Leverkusen noch immer „munter Projekte“ beschlossen würden, deren Finanzierung nicht gesichert sei. Anlass ist der Ratsbeschluss, die Kinderbetreuungsplätze über die Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL) ausbauen zu lassen.

Was bringt der Leverkusener Anzeiger zur jüngsten Ratssitzung?
Der Anzeiger meldet, dass das aktuelle Verkehrskonzept für die BayArena verabschiedet worden sei – also auch in der kommenden Saison beibehalten werden solle. Vor allem aber rätselt man beim Anzeiger genüsslich über das Schicksal der noch immer nicht in Betrieb genommenen Abstimmungsanlage im neuen Ratssaal. Deren Einweihung täte offenbar Not, denn, so formuliert es Thomas Käding: „Nicht nur die Debatten atmen Anarchie – die sich anschließenden Abstimmungen verlaufen des öfteren genauso unübersichtlich.“ Als Pointe erklärt Käding, dass es vielleicht gar nicht allein an der Technik hake, sondern dass man munkele, die CDU lehne die Anlage womöglich grundweg ab: Weil dann nämlich „sofort herauskäme, wer Fraktionschef Hupperth die Gefolgschaft verweigert“.

Und was ist jetzt mal richtig neu?
Die RP hat Plakate der Bahn an der S-Bahn-Haltestelle Rheindorf gelesen, nach denen der Bahnhof bis Ende 2011 aufpoliert werden solle. Gleiches solle auch mit den Bahnhöfen Küppersteg, Schlebusch und Mitte geschehen. Das Geld dafür stamme aus dem Konjunkturprogramm, mit dem die Bahn bundesweit insgesamt 300 Millionen Euro in mehr als 2000 kleinere und mittlere Bahnhöfe investiere.

An Bahnhöfen ist immer viel los.
Das dachte sich übrigens auch der Arbeitslose, der gegenüber dem Bahnhof „Mitte“ in Wiesdorf eine rollende Wurstbude aufgemacht hatte. Das Geschäft lief prächtig – bis die Stadt ihm mitteilte, er müsse alle 21 Minuten seinen Standort wechseln. Wie der Mann und sein Geschäftspartner auf dem Weg vom Hartz-IV-Empfänger zum Geschäftsmann und zurück von den Behörden „an der Nase herumgeführt“ wurde, berichtet der Anzeiger heute als Lokalaufmacher. Journalist Jan Sting macht im nebenstehenden Kommentar aus seinem Herzen erst gar keine Mördergrube: „Einem Existenzgründer nun zu sagen, dass er alle 21 Minuten den Platz wechseln soll, ist schlichtweg gemein.“

Und obendrein vielleicht auch nicht konsequent zu Ende gedacht.. Schließlich „verdient“ der Mann sein Geld jetzt wieder ein paar Schritte weiter bei der Arbeitsgemeinschaft Leverkusen. Sting empfiehlt jedenfalls, die Entscheidungsträger im Rathaus sollten sich in ihrem „Ufo“ doch auch einfach alle 21 Minuten dünne machen müssen.

2010 – Odyssee im Weltall?
Warum in die Ferne schweifen? Sie könnten doch auch einfach mal über der City C herumschweben. Die müsse nämlich dringend belebt werden, mahnt Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Manfred Herpolsheimer an. Der neue Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Leverkusen, Frank Obermaier, solle sich das mal „auf die Fahnen schreiben“. Den hat sich aber als erster Chempark-Chef Ernst Grigat geschnappt, um ihm das „Geschäftsmodell Chemiepark“ zu erläutern.

Und? Ist dieses Geschäftsmodell erfolgversprechend?
Jedenfalls muss ein Chemiepark wohl nicht alle 21 Minuten den Standort wechseln. Das ist ja schon etwas.

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