Schlagwort-Archive: Wohnungsgesellschaft Leverkusen

„Fiskalische Verbesserungspotenziale“

Der Stadtkämmerer weigert sich: Rainer Häusler will die Steuern in Leverkusen nicht erhöhen, berichtet die Rheinische Post heute. Einen entsprechenden Beschlussentwurf lege er Finanzausschuss und Stadtrat vor – und widersetze sich damit einer Empfehlung der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) für Nordrhein-Westfalen. Eine Anhebung der Hebesätze für Grundsteuer und Gewerbesteuer sowie die Einführung einer Zweitwohnsitzsteuer solle nicht umgesetzt werden, obwohl die GPA mit diesen Maßnahmen ein „fiskalisches Verbesserungspotenzial“ von 3,6 Millionen Euro kalkuliere. Häusler verweise darauf, dass die Steuererhöhungen die Ergebnisse Leverkusener Unternehmen verschlechtere und damit nicht nur die Gewerbesteuer-Erlöse wieder senke, sondern auch das Risiko von Unternehmens-Wegzügen aus Leverkusen erhöhe. Im beistehenden Kommentar pflichtet „US“ Häusler bei: „Eine Zitrone lässt sich nur einmal ausquetschen.“ Die Hebesätze in Leverkusen, erläutert die RP, lägen mit 500 Prozent bei der Grundsteuer und 460 Prozent bei der Gewerbesteuer bereits „deutlich überm Schnitt“.

Ursula Monheim will Vorsitzende der CDU in Leverkusen bleiben: Sie erklärte ihre Bereitschaft zu der Kandidatur für die anstehenden Vorstandswahlen auf dem Parteitag am 28. November, melden heute RP, Radio Leverkusen und leverkusen.com. Die Leverkusener Landtagsabgeordnete, seit 2003 Vorsitzende der CDU in Leverkusen, hatte kürzlich ihren Verzicht auf eine neuerliche Kandidatur für die Landtagswahl bekannt gegeben.

Die bereits angekündigte Umbenennung von „Pro Op“ ist nun vollzogen, melden Leverkusener Anzeiger und RP: Der im Stadtrat vertretene Verein werde künftig unter dem Namen „Opladen Plus“ firmieren, was in der Kurzform eleganterweise das alte Opladener Autokennzeichen „OP“ ergibt.

Vor zwei Jahren kündigte die Bayer AG an, sich aus dem Sportsponsoring zurückzuziehen und mit dem Geld zukünftig über eine neue Stiftung Schulen im Umfeld der Unternehmensstandorte zu fördern. Heute berichten Anzeiger und RP über eine Spendenübergabe an das Landrat-Lucas-Gymnasium (15.000 Euro) und an das Lise-Meitner-Gymnasium (10.000 Euro) aus dem Topf der „Bayer Science & Education Foundation“. Die Bewerbungsfrist für Schulen, um Fördermittel für naturwissenschaftlich-technische Projekte für 2010 zu beantragen, ende am 1. Dezember, Bewerbungen sind unter www.bayer-stiftungen.de möglich. Seit 2007 seien laut Anzeiger insgesamt 1,25 Millionen Euro an 101 Bildungsprojekte in 43 Städten gegangen.

Als Leistungssportler noch vom Bayer-Geld profitierten, war sie eines der Aushängeschilder: Ein Porträt der Leverkusener Diskuswurf-Weltrekordlerin Liesel Westermann-Krieg, die am 2. November 65 Jahre alt wurde, in der Main-Spitze finden wir erst heute.

Hellauf begeistert scheint Hans Becker, Leiter des Leverkusener Büros für die Fußballfrauen-WM 2011, über die Nachfrage nach den WM-Tickets für Leverkusen zu sein: „Das ist der Wahnsinn!“, zitiert ihn heute der Anzeiger. Eine konkrete Zahl der für Leverkusen verkauften Tickets finden wir zwar nicht, die Tickets in der „Kategorie vier“ seien aber bereits „überbucht“ und müssten nun verlost werden. Im beistehenden Kommentar singt Günter Müller das Loblied des Frauenfußballs in Leverkusen: „Dynamisch, kämpferisch, torhungrig, erfolgreich.“

Der Kreisverkehr an der Nobelstraße solle auf Wunsch der Stadtverwaltung nun doch nicht mehr umgebaut werden, meldet die RP kurz: Eine neuerliche Berechnung der Kosten habe eine Summe von 690.000 Euro ergeben, zuvor seien Kosten in Höhe von 455.000 kalkuliert gewesen. Der geplante Umbau gab Anlass zu „Kurven-Diskussionen“ (siehe hier und hier) unter Wiesdorfer Bürgern und betroffenen Einzelhändlern an dem der Fußgängerzone zugewandten Ende der Nobelstraße.

Auch am zweiten Tag der Umleitungsmaßnahmen ebbt das Verkehrschaos in Opladen nicht ab, die RP habe allein binnen 20 Minuten drei Geisterfahrer auf der Fürstenbergstraße, deren Fahrtrichtung gedreht wurde, entdeckt. Die Baustelle solle laut Technischen Betrieben der Stadt Leverkusen bis März 2010 dauern.

Dazu passt diese Meldung: Leverkusen zieht viele Einpendler an, weiß Radio Leverkusen aus der aktuellen NRW-Pendlerstatistik: Rund 40.000 Arbeitnehmer pendelten täglich ein, demgegenüber verließen täglich 30.000 Leverkusener die Stadt aus beruflichen Gründen.

Bei der Verabschiedung in den verdienten Ruhestand von Horst Hoschkara als Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL) waren Anzeiger und RP dabei. Als Nachfolger hat der Stadtrat bereits im Sommer Heiko Leonhard bestellt. Bayer CropScience hat den Kauf des amerikanischen Biotechnik-Unternehmens Athenix Corp. abgeschlossen, meldet die Bayer-Unternehmenskommunikation. Der Kaufpreis für die Firma mit einer „umfangreichen Entwicklungsplattform von Pflanzeneigenschaften“ betrage umgerechnet knapp 250 Millionen Euro. Die Gründung der neuen „Werbegemeinschaft Rathaus-Galerie Leverkusen“ meldet heute auch kurz der Anzeiger. Die RP macht den Lokalteil auf mit der Verurteilung eines Ex-Leverkuseners, der Kokain aus Peru nach Deutschland schmuggelte, vor dem Schöffengericht in Opladen zu 42 Monaten Haft.

Kultur: Die vier siegreichen Bands des Leverkusener Nachwuchswettbewerbs „Lauter Lev“ stellen heute Anzeiger (ausführlich) und RP (etwas weniger ausführlich) vor: Am 18. Dezember werden auf Einladung der KulturStadtLev die Bands „Das Holtz“, „Divine To The End“, „MPH“ und „Miaomio“ im Agam-Saal aufspielen.
Und die Plattensammlung von NaturGut Ophoven-Chef Hans-Martin Kochanek hat der Anzeiger ausgekundschaftet. Der Skandal: Auf Rang drei seiner fünf Lieblingsplatten gibt Kochanek Gary Moores „Still Got The Blues“ an – dabei sollten doch gerade wir in Leverkusen wissen, dass das Titelstück laut Gerichtsurteil ein schändliches Plagiat sei: abgekupfert angeblich vom „Jud’s Gallery“-Stück „Nordrach“ aus der Feder des Leverkuseners Jürgen Winter.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Presseschau

„Jetzt geht es ans Eingemachte“

Recht spät kommt heute die Presseschau, sorry! Dafür verweisen wir stolz auf den ersten Beitrag in einer neuen Rubrik: Ab heute holen wir im LevLog zu verschiedenen Themen und Debatten in Leverkusen regelmäßig eine „Zweite Meinung“ ein. Autoren, Blogger, Journalisten, gerne mit gebotener räumlicher Distanz, sind eingeladen, sich in dieser Rubrik an aktuellen Debatten zu beteiligen.
Den Anfang macht der Leverkusener Unternehmensberater und Buchautor Hauke Fürstenwerth mit einem Essay zu den Auswirkungen neoliberaler Wirtschaftspolitik in Leverkusen: Er beschreibt die aktuelle Situation als ein „entfesseltes Finanzcasino“, in dem DyStar, Tanatex sowie andere Firmen, deren Arbeitnehmer und, nicht zuletzt, Kommune und öffentliche Hand die Zeche zahlen. Hier lesen & mitdiskutieren.

Wirtschaftsthemen dominieren heute auch die Schlagzeilen der Zeitungen: DyStar ist für Leverkusener Anzeiger und Rheinische Post der Aufmacher im Lokalteil. Insolvenzverwalter Stephan Laubereau teilte bei einer Betriebsversammlung am Mittwoch mit, dass man derzeit versuche, die Produktion bei DyStar wieder anlaufen zu lassen. Roman Zilles schnappte für die RP die Stimmung unter den 383 Mitarbeitern ein, „LH“ berichtet vom unfreundlichen Empfang der Angestellten für Marc Allen vom US-Investor Platinum Equity, der sich offenbar alle Mühe gab, zu versichern, dass man DyStar nicht mit Absicht in die Insolvenz geführt habe. Und das ist ja nun wirklich nicht das Geringste! Vor Ort war auch Radio Leverkusen.
Mit einem Mitarbeiter, der nun keine Abfindung mehr erhalten wird, hat die RP gesprochen, der Anzeiger weiß, dass es insgesamt 21 DyStar-Mitarbeiter sind, die auf diese Weise sehr unmittelbar von der Zahlungsunfähigkeit ihres (Ex-)Arbeitgebers betroffen sind: Sie hatten sich im vergangenen halben Jahr dazu überreden lassen, eine Kündigung zu unterschreiben und hätten am 30. September Abfindungen in Höhe von 80.000 bis 90.000 Euro erhalten sollen. Daraus wird nach der Insolvenz am 28. September nun nichts, die Leute stehen mit leeren Händen da. Thomas Käding kommentiert: Das Beispiel zeige, „wie Lebenspläne und Kalkulationen selbst derjenigen über den Haufen geworfen werden, die dem Unternehmen schon den Rücken gekehrt haben. In vielen Fällen auf Druck der Firma – und mit Versprechen der Firma.“

„Jetzt geht es ans Eingemachte“, zitiert die RP Peter Orlowski zu einer anderen, ganz ähnlichen Baustelle in Leverkusen: Der Rechtsanwalt vertritt gekündigte Mitarbeiter von TMD Friction, die auf rückwirkende Gehaltszahlungen sowie auf Weiterbeschäftigung klagen. Die Gütetermine seien verstrichen, teilt Orlowski mit, im November stünden die ersten Kammertermine an. Und er rechnet schon einmal vor, welche Summe TMD-Insolvenzverwalter Frank Kebekus schon einmal bereits halten sollte: Bei acht Monatsgehältern für 42 Kläger sei man „ganz schnell bei über einer Million“. Kebekus erklärt vorsichtshalber, man werde „auf jeden Fall in Revision gehen“, sollte das Arbeitsgericht Solingen gegen sie entscheiden.
Der Anzeiger vermeldet indes, dass TMD Friction bereits seit dem 11. September einen neuen Aufsichtsrat habe. Und dessen Vorsitzender sei sogar mit Sachverstand gesegnet: Schließlich sei Jorma Halonen ehemaliger Vizechef von Volvo, arbeitete zuvor bei Saab und Scania und kenne sich also aus in der Auto-Branche. „Ich sehe es als meine Aufgabe an, dem Unternehmen zu helfen, seine Kernkompetenzen (…) weiter auszubauen“, wird ein offenbar zuversichtlicher Halonen zitiert. Ihm zur Seite stehen im Aufsichtsrat William Kozyra, Timothy Hemingway, Martin Schwab, Michael Rosen sowie Raphaël Poncelet.

Heute meldet auch der Anzeiger, dass Federal Mogul nur noch 45 Mitarbeiter (statt 100) entlassen will, die RP unterbietet das erneut (leider nicht online): 44 Mitarbeiter müssen gehen, einer habe sich entschieden, „in einem anderen Aufgabenfeld bei Federal tätig zu werden“, wird Betriebsratschef Michael Bergmann zitiert.

Das Klinikum Leverkusen hingegen wächst und gedeiht: In einem neuen Laborgebäude sollen 160 Mitarbeiter der Firma MVZ Laboratoriumsmedizin Platz finden, teilt Geschäftsführer Hans-Peter Zimmermann in der RP mit. 450 Mitarbeiter des Unternehmens haben bereits seit 2004 ihren Arbeitsplatz am Klinikum. Investor für das Gebäude wird die Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL) sein.

Einige Lesermeinungen zum geplanten Neubau im Park des Museum Morsbroich veröffentlicht der Anzeiger heute. Die meisten haben offenbar weniger auf das Geld, sondern vielmehr auf das Bild mit dem Entwurf geschaut: „Blödsinniger Betonmüll“ schimpft einer, einen „sensiblen Umgang“ mit dem Parkgelände fordert eine andere, eine Dritte findet den Standort „gut gewählt“. An die Folgekosten erinnern mahnend immerhin zwei Leser, während einer nur hofft: „Hoffentlich scheitert es nicht am Geld.“ Und Hiltrud Meier-Engelen lobt den Kommentar von Frank Weiffen: „Richtig erfreulich, einen Kommentar zu lesen, der sich nicht darin ergeht, einen neuen Vorstoß zur Erweiterung der Museumslandschaft in Leverkusen zu zerreden.“

Vom überraschenden Beschluss des alten Stadtrats, zwischen Rheindorf und Hitdorfer Stadtgrenze eine Umgehungsstraße zu bauen, berichtet die RP, und kommentiert (nicht online), dass diese Straße bei der Nähe der A 59 „eine vermeidbare Vergeudung von Steuergeldern“ sei.

Mit so etwas kann man nun auch schon Preise gewinnen: Sabine Ingber-Canters von Currenta ist nominiert für den Titel der „AusbilderIn des Jahres 2009/10“ der Industrie- und Handelskammer in Köln. Die RP fragte sie, was sie zu einer guten Ausbilderin mache. Ihre Antwort: „Ich habe Lehramt studiert, kam nach dem Referendariat in eine Zeit, in der es für Lehrer keine Jobs gab. Bayer bot damals eine Umschulung für arbeitslose Lehrer an.“ Gepriesen seien die Quereinsteiger!

In das verwirrende Tauziehen um den Köttershof in Steinbüchel bringt der Anzeiger ein wenig Licht.

Von den sportlichen Schülern des Landrat-Lucas-Gymnasiums und deren Träumen von Olympia, nachdem sie beim Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ den zweiten Platz errangen, berichten heute Anzeiger und RP.

Und dann hat sich die RP noch auf Lanxess-Kosten in Grevenbroich über nassen Asphalt schlittern lassen.

Den Dramatiker Alfred Matusche stellt die Frankfurter Rundschau vor. Was das mit Leverkusen zu tun hat, erklärt die FR auch gleich: „Auf der Bühne des Bayer-Kulturhauses in Leverkusen findet am 14. November eine szenische Lesung aus den Werken Matusches statt.“

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Presseschau