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Bayer 04 und Leverkusen: cui bono?

Bayer 04 und Stadt Leverkusen

Leverkusens Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn (v.l.), Professor Dr. Sascha L. Schmidt vom Institute for Sports, Business & Society, Bayer-04-Sprecher Meinolf Sprink und Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser bei der Präsentation der Studie.

Bayer 04 Leverkusen hat beim Institute for Sports, Business & Society, kurz ISBS, eine Studie in Auftrag gegeben, mit der der Nutzen, den die Stadt Leverkusen vom Fußballverein Bayer 04 Leverkusen hat, dargelegt werden soll. Jetzt haben Professor Dr. Sascha L. Schmidt und sein Institut geliefert: Holzhäuser ist stolz – und OB Buchhorn hat’s eh schon vorher gewusst.

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„Rassismus ist ein Arschloch!“

Noch bis Samstag zeigt die Stadtbibliothek Leverkusen in Wiesdorf die Ausstellung „Tatort Stadion 2“. Heute referiert der Fansoziologe Dieter Bott über die Rolle der Massenmedien im modernen Fußball.

Tatort Stadion 2

Stadtbibliotheks-Leiterin Lucia Werder (li.) und Sozialpädagogin Daniela Frühling vom Fanprojekt Leverkusen freuen sich, die Ausstellung „Tatort Stadion 2“ nach Leverkusen geholt zu haben.

Es ist seit langem das erste Mal gewesen, dass man bei Bayer 04 Leverkusen von einem „Problem“ mit den Fans sprechen musste: Als die vergangene Saison sportlich endgültig nicht das einzulösen versprach, was sich die Fans erhofft hatten, zogen Trainer, Spieler und Geschäftsführung Unmut auf sich. Über „Beleidigungen aus der Fäkaliensprache“ empörte sich Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser damals gegenüber dem Express, „das ist eigentlich nicht zu tolerieren“. Inzwischen ist die Unruhe gewichen, woran zum einen die zufriedenstellenden Ergebnisse der vergangenen Monate ihren Anteil haben, zum andern sicher auch die gute Fanarbeit, die in Leverkusen betrieben wird.

Das Fanprojekt Leverkusen, ein eingetragener Verein, kümmert sich seit 1996 um die Belange der Fans, parallel zur Fanbetreuung von Bayer 04 selbst, mit denen sie sich das Fanhaus an der Lichstraße in Wiesdorf teilen. Dort finden Fans Ansprechpartner zu allen Themen, die sie beschäftigen – und umgekehrt pflegt man hier einen guten Draht zu den Fans. Sozialpädagoge Stefan Thomé und seit 2011 auch Sozialpädagogin Daniela Frühling bieten unterschiedliche Aktivitäten insbesondere für junge Fans an, wie etwa Touren zu Auswärtsspielen für Jugendliche bis 16 Jahren oder den Lauftreff. Dafür wurde Thomés und Frühlings Arbeit vergangene Woche mit dem Qualitätssiegel der Koordinationsstelle der Fanprojekte ausgezeichnet.

Initiative des Bündnisses Aktiver Fußball-Fans

Parallel zu der feierlichen Übergabe präsentiert das Fanprojekt in der Stadtbibliothek Leverkusen in Wiesdorf die Ausstellung „Tatort Stadion 2“, die dort noch bis Samstag, 17. November, zu sehen ist. Die Wanderausstellung ist auf Initiative des Bündnisses Aktiver Fußball-Fans, kurz „B.A.F.F.“, entstanden und die Fortsetzung einer Ausstellung, die unter dem Namen 2001 an über 200 Orten in Deutschland zu sehen war, auch in Leverkusen. Die Ausstellung, in Leverkusen unter der Schirmherrschaft von Wolfgang Holzhäuser, widmet sich dem Thema Fußball und Diskriminierung. Und da kommt einiges zusammen: Sexismus, Homophobie, Rechtsextremismus, gar Antisemitismus sind demnach auf Stadionrängen keine Seltenheit. Die Ausstellung dokumentiert solche Fälle im deutschen und europäischen Fußball, aber auch die Gegenbeispiele, etwa das Banner von Fans des FC St. Pauli Hamburg. Auf schwarzem Grund ist dort diese klare Ansage vermerkt: „Rassismus ist ein Arschloch!“

Bibliotheks-Leiterin Lucia Werder begrüßt interessante Ausstellungen wie diese in ihren Räumen: „Das hat sich bewährt, zum einen bieten wir unseren Kunden damit etwas Abwechslung, zum anderen lockt man mit solchen Ausstellungen durchaus auch den einen oder anderen potenziellen neuen Kunden zu uns.“

Ein Rahmenprogramm widmet sich Themen mit Vorträgen und Diskussionen, über die Ultra-Szene, ebenso über Rechtsextremismus und Homosexualität. Heute, Donnerstag, 15. November, ab 15.45 Uhr, wird Fansoziologe Dieter Bott einen Vortrag über „Die Fußballidole der Fans – und den Einfluss der Massenmedien am Beispiel von Beckenbauer, Bayern München und der Bild-Zeitung“ halten. Der Eintritt zu Veranstaltung und Ausstellung ist frei.

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Anonymer Angriff auf Holzhäuser

So richtig viel Berichtenswertes gab es am Wochenende nicht in Leverkusen, sieht man mal vom 4:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg ab, der den Bayer-Kickern die Bundesliga-Tabellenführung beschert. Nicht nur im, sondern auch vor dem Stadion schaute sich die Rheinische Post erwartungsgemäß sehr genau um (hier die Vorberichterstattung), die An- und Abreise der Fans im Blick. „Etwas Chaos, etwas Schlägerei“ lautet die Überschrift der Reportage, die darauf hindeutet, dass es, um die Lokalseite eins komplett zu füllen, vielleicht gerne auch etwas mehr hätte sein dürfen. So kommt ein vergleichsweiser langer und zudem ohne Namen versehener Leserbrief zu Ehren, in dem ein Anwohner – „Der Name ist der Redaktion bekannt“ – die Situation rund um die BayArena an Spieltagen kritisiert und unverhohlen Bayer 04-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser angreift: Niemand anderes als Bayer 04 und Holzhäuser seien veranwortlich für diese Situation, so der für die Leser anonym bleibende Leserbriefschreiber, und weiter: Die Kritik am Verkehrskonzept der Stadt, die Holzhäuser in einem Brief an eine Anwohnerin äußert, sei „eine groteske Heuchelei“. Fortsetzung folgt.

Bemerkenswert ist ein zweiter Leserbrief, der heute in der RP abgedruckt und sogar online abrufbar ist, zum Thema Dystar und Tanatex: Hauke Fürstenwerth, seines Zeichens Unternehmensberater und Buchautor aus Bergisch Neukirchen und bereits einige Male in lokalen Wirtschaftsfragen meinungsstark in Erscheinung getreten, weist darin auf „offenkundige Fehlentscheidungen in Wirtschafts- und Finanzpolitik“ hin: Die Politik habe „die Geschäftspraktiken der Heuschrecken durch entsprechende Gesetzgebung gefördert“. Und mit Verweis auf die jüngste Werbekampagne bemerkt Fürstenwerth spitz: „Imagekampagnen werden Leverkusen nicht retten.“

Den bundesweiten „Tag der offenen Moschee“ am Tag der deutschen Einheit nutzte der Leverkusener Anzeiger für einen ausgiebigen Blick in die Moschee des türkisch-islamischen Vereins am Kiesweg in Küppersteg. Und trifft dort auf eine deutsche Besucherin, die sich skeptisch gibt: Dass ihre Landsleute „den Islam wirklich akzeptieren, glaube ich nicht“.

Wie er seinen Ankündigungen nun Taten folgen lassen möchte, das verriet der kommende Leverkusener Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn der Jahresversammlung der örtlichen CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) am Sonntag im Bayer-Kasino: Neue Netzwerke in Politik, Verwaltung und Wirtschaft sollen gegründet und die Wirtschaftsförderung „neu aufgestellt und personell verstärkt“ werden, zitiert ihn der Anzeiger. Mit von der Partie war bei dem „Politischen Frühschoppen“ auch der Verein „Leverkusen – Ein starkes Stück Rheinland“ mit seinem Vorsitzenden Manfred Wiethüchter, leverkusen.com hat die Veranstaltung filmisch weitgehend dokumentiert, wer Zeit und Lust hat: bitteschön!

Auf die letzte Stadtratssitzung in alter Konstituierung und ohne Buchhorn am heutigen Montag weisen Anzeiger und Radio Leverkusen hin.

Flugs noch ein Nachtrag aus dem Themenbereich „Politik“: Ursula Monheim (CDU) kündigt soeben ihren Verzicht für eine erneute Kandidatur bei der Landtagswahl im Mai 2010 an.

Der Anzeiger war beim Feuerwehrtag an der Stixchesstraße und berichtet außerdem unter anderem aus der Nachbarschaft, wo sich am Wochenende alles ums Obst drehte: Auf dem Leichlinger Obstmarkt und beim traditionellen, karnevalistisch angehauchten Erntedank-Festumzug in Witzhelden.

Der „richtige“ Karneval wirft in der RP bereits erbarmungslos seine Schatten voraus: Roman Zilles stellt Jens Singer vor – beziehungsweise dessen neues „Alter Ego“ für die kommende Session: Konny Kühnsbusch, der Chauffeur von Kanzlerin Angela Merkel. In seiner Heimat Schlebusch will Singer, der im „richtigen Leben“ für die SPD in der Bundeshauptstadt Berlin tätig ist, aber weiterhin als „Schliebijer Schäng“ in die Bütt steigen.

Eine randvolle Wiesdorfer City hat RL am verkaufsoffenen Sonntag beim Herbstfest gesehen: 50.000 Besucher seien dort gewesen, schätzt der (namentlich nicht genannte) Veranstalter.

Über die Wiederansiedlung von Lachsen und der illegalen Jagd auf sie hat der Kölner Stadt-Anzeiger am Samstag einen Beitrag veröffentlicht, zumindest in der Ortsmarke taucht da auch „Leverkusen“ auf – im Text freilich leider nicht mehr.

Das auch im Manforter Innovationspark vertretene finnische Chemieunternehmen Kemira hat ein neues „Research & Development“-Center eröffnet: Neben denen in Leverkusen, Schanghai und Espoo (Finnland), gibt es nun auch eines in Atlanta in den USA, ein fünftes „R&D“-Center soll 2010 in São Paulo (Brasilien) eröffnet werden.

Zum Abschluss noch einen Blick in die unmittelbare Nachbarschaft: Das Team von „HiB-TV“ hat einen neuen Beitrag im Netz: Die beiden schauten sich bei der „Bergisch BBQ“-Grillmeisterschaft in Odenthal um. Da taucht doch tatsächlich auch mein einstiger Mathematiklehrer auf – wer errät, um wen es sich handelt, dem erkläre ich kostenlos noch einmal die Grundprinzipien der Funktion f(x). Ein Tipp: „Heinz“ ist es nicht.

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„Ein echter Traum“

Firmenpleiten, Geschäftsaufgaben, Nieselregen – das alles war gestern. Heute sieht das schon ganz anders aus: Heute schlägt die Stunde der Idealisten und Lokalpatrioten!

Mit einer Image-Kampagne wollen Bayer und Leverkusen – ja: was eigentlich? In der Rheinischen Post verrät es Bayer-Pressechef Michael Schade: „Wir wollen damit wahrnehmbar machen, was die Stadt zu bieten hat. Hier passiert so viel, die neue Stadtmitte, die Fassade, das Stadion“ – und doch überwiege die Zahl der Nörgler. Oberbürgermeister Ernst Küchler sekundiert im Leverkusener Anzeiger: Dass diese Stadt so viel zu bieten habe, sei dem Umstand geschuldet, dass „Bayer sich in allen gesellschaftlichen Bereichen engagiert hat“. Auf der Internet-Plattform www.bayer-und-leverkusen.de werden also ab sofort in zeitgemäßer Interpunktion die Schokoladenseiten dieser Stadt beleuchtet, als da wären: Wirtschaft@LEV, Bildung@LEV, Kultur@LEV, Sport@LEV und Leben@LEV. So wird auf der Seite geworben:

Leverkusen: Traditionell zukunftsorientiert
Leverkusen kombiniert Top-Angebote aus Kultur, Sport und Freizeit mit den Stärken eines dynamischen Wirtschaftsstandorts. Die Region bietet ihren Bürgern nicht nur attraktive Arbeitsplätze, sondern auch zahlreiche Möglichkeiten zum Leben und Wohlfühlen.

Geht es nach Markus Heinzelmann, dann kommt bald noch ein weiterer Glanzpunkt hinzu. Bereits in der zweiten Runde rührt der Leiter des Museum Morsbroich die Werbetrommel für einen 14-Millionen-Anbau im Museumspark: „Die Schönheit der Chance“ titelt der Anzeiger, nun im Lokalteil, wo Heinzelmann nach dem Interview im Kulturteil vor zwei Tagen heute zu Wort kommt. „Der vom Architektenbüro Kuehn Malvezzi entworfene Bau sei letztlich ein vom Museumsverein geschnürtes, privat bezahltes und an die Stadt übergebenes Geschenk“, lesen wir dort, und Heinzelmann ergänzt: „Wer diese Chance wegwirft, ist selber schuld.“ Marion Grundmann, Chefin der „KulturStadtLev“, ist jedenfalls angetan von der Idee: „Die Verwirklichung wäre ein echter Traum.“

Bei Dystar liegt die Produktion (nicht nur) im Chempark still, meldet nun auch die RP, die Wirtschaftsprüfer von KPMG suchten „mit Hochdruck“ nach Investoren. Die FAZ kennt das eigentliche Problem des Textilfarbenherstellers: „Die billigen Farben aus Asien“

Über alten und neuen Ärger von Anwohnern der BayArena über die Parkplatzsituation und das Verkehrskonzept bei Fußballspielen im Stadion berichtet die RP (nicht online) und zitiert auch aus einem Brief von Bayer 04-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser an eine Anwohnerin: „Warum ich Ihren Ärger verstehen kann? Weil auch wir von Bayer 04 alles andere als erfreut sind, dass unseren Zuschauern und Gästen vergleichsweise chaotische Verkehrsführung zugemutet wird.“ Eine Änderung gibt es schon: Ab sofort sollen die Pendelbusse wieder direkt vorm Stadion halten, melden Anzeiger und Radio Leverkusen.

Bei einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Energie-Check für Hausbesitzer war der Anzeiger mit dabei.

Die Wirtschaftsförderung Leverkusen (WfL) hat zum Monatsbeginn ihren neuen Newsletter veröffentlicht, darin: Viel Werbung und ein Ausblick auf die WfL-Präsentation auf der Gewerbeimmobilienmesse EXPO REAL in München.

Monika Klein schwärmt (vollkommen zurecht!) in der RP über die „schlicht fantastische“ Vorstellung der Kammerspiele Hamburg am Dienstag im Erholungshaus: Michael Ehnert und Volker Lechtenbrink glänzten als „Frost/Nixon“ – und im Erholungshaus waren auch erheblich mehr (begeisterte) Zuschauer als einst im Kinopolis.

Und ganz zum Schluss noch dies: Das Land zahlt 2010 an Leverkusen rund 61 Millionen Euro, meldet die RP heute ihren Lesern: „Dies berichtete gestern Ladtagsabgeordnete Ursula Monheim.“ (Hier die Pressemittteilung vom 14. September 2009)

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