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Rialto-Boulevard 6 Monate Baustelle

Eine Freigabe der Brücke für Fußgänger sei bald wieder möglich, die Geschäfte auf der Nordseite können in wenigen Wochen wieder den Betrieb aufnehmen. Für die vom Brand unmittelbar betroffene Südseite fällt die Prognose allerdings „deutlich schlechter“ aus. Die Polizei wertet derweil weiter Spuren und Zeugenaussagen aus.

UPDATE 29.08., 13 Uhr: Ab Montag, 1. September, können die Geschäfte auf der nördlichen Seite der Brücke sowie das Eiscafé wieder öffnen. Ein Gutachter für Brandmeldeanlagen habe heute die technischen Anlagen in den Geschäfts-, Keller- und Nebenräumen des nördlichen Rialto Boulevard sowie im Eiscafé geprüft und abgenommen, teilt die WGL mit: Mit der Prüfbescheinigung können die Betreiber dieser Ladenlokale „ab dem 01.09.2014 ihren Geschäftsbetrieb uneingeschränkt wieder aufnehmen“.

UPDATE 01.08., 13:15 Uhr: Die Polizei schließt mittlerweile „böse Absicht“ als Brandursache aus. Die Ermittlungen nach der Brandursache dauerten weiter an, jedoch könne ausgeschlossen werden, dass dort ein gegen die Betreiber des Geschäfts gerichteteter Anschlag verübt worden sei. In dem Geschäftslokal hatte sich zu dem Zeitpunkt ein Kind alleine aufgehalten; ein technischer Defekt als Brandursache könne weiterhin nicht völlig ausgeschlossen werden. UPDATE 25.07., 14 Uhr: Die Rialto-Brücke ist für Fußgänger wieder geöffnet!

Blick auf den "Rialto-Boulevard" - in der Mitte das zerstörte Glasdach.

Blick auf den „Rialto-Boulevard“ – in der Mitte das zerstörte Glasdach.

Für rund ein halbes Jahr wird der „Rialto-Boulevard“ eher einer Baustellengasse gleichen: So lange werde es dauern, bis die vom Brand am Abend des 11. Juli unmittelbar betroffene Ladenzeile wieder hergestellt ist, prognostizierte WGL-Geschäftsführer Wolfgang Mues heute bei einem Pressetermin. Die Ladenzeile sei von dem „verheerenden Brand“ (hier der Bericht im LevLog) so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass dort „bis zum Zustand des Rohbaus zurückgebaut werden muss“, erklärte Mues. Den Gesamtschaden schätzt Mues auf 1 Million Euro.

Die erfreulichere Nachricht, die Mues parat hatte: Für Fußgänger könne die Brücke voraussichtlich „in Kürze“ wieder freigegeben werden. Das Ergebnis der Materialprüfung von der die Brücke überspannenden Stahl-Glas-Decke durch die Fachhochschule Köln werde in diesen Tagen erwartet. Fällt dieses Urteil zufriedenstellend aus, sei es möglich, rasch eine mit Bauzäunen gesicherte, fünf Meter breite Passage für Fußgänger über die Brücke zu öffnen. Auf einen genauen Tag mochte sich Mues nicht festlegen, zumal ein Statiker und der Fachbereich Gebäudewirtschaft der Stadt Leverkusen letztlich über die Freigabe zu entscheiden haben. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass überall dort, wo noch Glasscheiben in den Rahmen stecken, die Standsicherheit der Stahlkonstruktion nicht gefährdet sei. Andernfalls müsse auch dort das Glas entfernt werden, bevor die Brücke wieder freigegeben werden kann.

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„Der Brand hatte verheerende Folgen“, beschönigte Mues nichts. Entstanden sei der Brand, wie im LevLog bereits berichtet, in dem Geschäft „Amore Accessoires“ und habe von dort auf die benachbarten Geschäfte übergegriffen. Bei Temperaturen von zum Teil über 500 Grad Celsius habe die Konstruktion sehr gelitten. Auch die nicht unmittelbar vom Brand betroffene Ladenzeile auf der Nordseite der Brücke (mit „Mr. Chicken“, die Pizzeria oder „Back-Company“) sei durch Verrußung und Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen. Die gebäudetechnischen Einrichtungen und der Strom seien hier außer Betrieb, derzeit sei ein Brandsanierer damit beauftragt, alle Spuren des Brandes zu beseitigen. Dazu gehöre auch das Prüfen sämtlicher Lüftungsöffnungen. „Das dauert einige Wochen“, erläutert Mues, „wir rechnen damit, dass die Geschäfte auf dieser Seite in rund vier bis sechs Wochen wieder öffnen können.“

Auf der vom Brand unmittelbar betroffenen Südseite müsse die Metalldachkonstruktion, die dem Bau ein Hangar-ähnliches Aussehen verleiht, nahezu vollständig entfernt werden. Hierzu sei es voraussichtlich nötig, die Abfahrt vom Europaring in Richtung Rathenaustraße und Bahnhof für ein bis zwei Tage zu sperren. Die Dauer der Arbeiten sei jedoch schwer einzuschätzen, womöglich ließen sich die vom Brand zum Teil erheblich verformten Metallteile nur mit schwerem Gerät entfernen. Eine neue Metallverkleidung müsse in Auftrag gegeben werden, es handele sich um eine Sonderanfertigung. Mues: „Die bekommt man nicht von der Stange“. Ebenfalls sämtliche Innenarchitektur und Zwischenwände in der Ladenzeile müssten entfernt werden, ebenso der fünflagige Bodenaufbau, der durch Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen sei. Das betreffe die Geschäfte vom China-Imbiss auf der Bahnhofsseite bis zu „Pretty Shoes“. Mues: „Hier wird mehrere Monate kein Geschäftsbetrieb möglich sein, wir rechnen mit einem Zeitraum von bis zu einem halben Jahr.“ Glück im Unglück könnte die Eisdiele auf Seite der City C gehabt haben, hier seien die Schäden nicht so groß: „Die wird vielleicht in ein paar Wochen wieder öffnen können“, ist Mues hier vorsichtig optimistisch.

Kritik am Brandschutzkonzept mochte Mues nicht gelten lassen: „Eine Sprinkleranlage ist bei Verkaufsflächen dieser Größe nicht notwendig und auch nicht vorgeschrieben“, verweist er auf die Gesetzeslage. Gleichwohl stehe er der Einrichtung einer Sprinkleranlage beim Neuaufbau auf der Südseite durchaus offen gegenüber, „wenn sie etwas bringt“. Die WGL ist durch Versicherungen abgesichert, sowohl für den Schaden als auch für den Einnahmeausfall durch die fehlenden Mietzahlungen. Den Mietern stelle man für die Dauer der Arbeiten keine Miete in Rechnung, die bereits gezahlte Juli-Miete habe man bereits anteilig wieder zurückgezahlt. Mit den Händlern selber stehe man ständig in engem Kontakt, es habe mehrere Versammlungen gegeben, die nächste sei bereits terminiert. Allerdings: „Was die Händler für Versicherungen abgeschlossen haben, wissen wir nicht.“ Aus Händlerkreisen war zu erfahren, dass sich nicht alle für einen solchen Fall abgesichert haben.

Der Brand hat hinter der Verkleidung die Wand wieder freigelegt, auf der das Jugendamt Leverkusen auf der Brücke bis zum Bau des „Boulevards“ 2003 mit einem großen Graffiti für die „Nummer gegen Kummer“ (diese hier) für Eltern und Jugendliche warb. Eine „Nummer gegen Kummer“ dürfte mancher Geschäftsbetreiber jetzt bitter nötig haben.

Im Dunkeln bleibt weiterhin die Brandursache: Die Polizei hatte Videoaufnahmen umliegender Kameras unmittelbar nach dem Brand einkassiert und auch im Umfeld der Brücke nach Spuren und Hinweisen gesucht. Darunter auch von Videokameras, die die WGL dort installiert hat. „Wir hatten keine Gelegenheit, die Bänder zu sichten, die Polizei hat die unmittelbar am nächsten Tag eingesammelt“, erklärte Klaus-Ulrich Heimann von der WGL. Die Polizei teilte heute auf Anfrage nur mit, es lägen „mehrere Spuren und Zeugenaussaugen vor“, deren Auswertung aufgrund ihrer Fülle noch andauere. Sobald man näheres sagen könne, werde man dies tun, „in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Köln“.

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Mietspiegel 2013: Die Welt in Ordnung

Der „Arbeitskreis Mietspiegel Leverkusen“ legt den Mietspiegel 2013 für die Stadt vor. Die Tabelle ist ab dem 1. September verbindlich.

Man ist das kaum noch gewohnt: Neuigkeiten künden von Unbilden, Katastrophen, zuallermindest von nahendem Unheil. Insbesondere dann, wenn es um Geld und Prozentzahlen geht. Und dann treten Donnerstagnachmittag im Rathaus sieben dunkel gekleidete Herren und eine dunkel gekleidete Dame der lokalen Presse gegenüber und fassen ihre Neuigkeit so zusammen: „Man kann sagen, dass die Welt hier noch weitgehend in Ordnung ist.“ So formulierte es Dr. Thomas Gutknecht, Vorsitzender des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer-Vereins Leverkusen und Umgebung. Was Gutknecht, Birgit Maaß von der städtischen Statistikstelle und die übrigen sechs Herren so froh vorstellten, war der neue Mietspiegel für Leverkusen. Die letzte tabellarische Auflistung über die ortsüblichen Wohnungsmieten war 2011 erstellt worden, und da eine Kommune angehalten ist, mindestens alle zwei Jahre einen neuen Mietspiegel vorzulegen, war es nun wieder soweit. Der neue gilt ab dem Stichtag 1. September.

Spektakulär unspektakulär also die Steigerungen, die in der Diktion der Runde auch nur „Anpassungen“ hießen: Die „Anpassungen“ seien „sehr moderat ausgefallen“, noch unter der Inflationsrate. In gerade mal 23 der 60 Werte habe es überhaupt Veränderungen gegeben, erläuterte Maaß. Noch den größten Sprung um bis zu 25 Cent seien bei Wohnungen mit 90 Quadratmetern und mehr zu verzeichnen, und das weitgehend unabhängig von Baujahr oder Lage. Insgesamt lägen die Mittelwerte abhängig von der Baualtersklasse, der Lage und der Größe der Wohnung zwischen 5,10 Euro und 9,45 Euro, jeweils bezogen auf die Netto-Kalt-Miete, also ohne Betriebskosten.

Geordnete Mietpreise statt Exzesse

WGL-Chef Wolfgang Mues variierte die Heile-Welt-Metapher dann auch noch etwas poetischer: „Man kann sagen, dass sich die Welt hier noch in geordneten Mietpreisen darstellt.“ Mehr Ordnung braucht kein Mensch. Im landauf, landab wütenden Sturm explodierender Mietpreise ist Leverkusen also ein behaglicher Hort glückseliger Anpassungen im Prozentbereich einer durchschnittlichen Sparbuchverzinsung. Von den „Exzessen“ in Metropolen wie Köln oder Düsseldorf, wo binnen nur eines Jahres zum Teil „Steigerungen“ (nicht „Anpassungen“) um 8 oder gar 9 Prozent zu verzeichnen seien, sei man weit entfernt.

Und zu was so ein Mietspiegel eigentlich zunutze ist? Es sei „ein Friedensinstrument“, erläuterte André Juffern vom Mieterverein Leverkusen, für zerstrittene Mieter und Vermieter sowie Arbeitsgerät für vereidigte Sachverständige. Jürgen Späker vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Leverkusen erklärte, wer sich außerdem am Mietspiegel zu orientieren pflege: „Es gibt verschiedene Akteure auf dem Immobilienmarkt“, außer Käufern und Verkäufern seien das auch Makler „oder Investoren, die darüber entscheiden, wie sie ihr Geld möglichst gewinnbringend aufwenden wollen.“ Und nebenbei stünden auch die Kommunen im Wettbewerb untereinander, erinnerte Gutknecht mahnend: denn wenn so ein Mietspiegel möglicherweise gar einen negativen Trend aufweise, könne das einen Domino-Effekt nach sich ziehen.

Günstiger Wohnraum Sache der Politik

Was das derzeit oft beschworene Ringen um günstigen Wohnraum angeht, verwiesen die anwesenden Vertreter übrigens gleich vorbeugend auf die Politik: „Der freie Markt kann das nicht leisten“, betonte Gutknecht, „dieses Postulat aus der Politik ist nur mit Förderung möglich.“ Womit an diesem Nachmittag beiläufig die Grenzen des Marktliberalismus auch in einer geordneten Welt ausgemessen waren.

Der Mietspiegel ist gegen eine Schutzgebühr von 5 Euro unter anderem per E-Mail als pdf-Dokument erhältlich, Bestellungen werden unter statistik@stadt.leverkusen.de erbeten.

Um den Mietspiegel zu ermitteln, treten in Leverkusen die fünf Mitglieder des „Arbeitskreises Mietspiegel Leverkusen“ zusammen:

  • Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer-Verein Leverkusen und Umgebung e.V.
  • Mieterverein Leverkusen und Umgebung e.V.
  • Leverkusener Immobilienbörse
  • Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Leverkusen
  • Stadtverwaltung

sowie die Wohnungsgesellschaft Leverkusen GmbH und Vivawest Wohnen GmbH.

Der erste Mietspiegel vergleichbar der jetzigen Form, wurde übrigens 1975 von „Haus- und Grund“, „Mieterverein“ und Stadt Leverkusen 1975 unterschrieben.

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Bahnstadt: Land widerspricht nicht – CDU: Currenta „ergreift Partei“

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Donnerstag, 18. März 2010:
Bahnstadt Opladen: Die Staatskanzlei will dem Regierungspräsidenten nicht widersprechen. +++ Wirtschaftsförderung: CDU uneins über Mues‘ Ablösung. +++ Currenta „ergreift Partei“ bei der CDU. +++ Kölner irrten orientierungslos durch Leverkusen.
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Beschlussfertig: Stadtetat für 2010 – Dante: Uraufführung mit Textlücken

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Dienstag, 16. März 2010:
„Jamaika Plus“ bringt den Stadtetat für 2010 auf den Weg. +++ Die SPD rüstet sich für den NRW-Wahlkampf. +++ Dantes „La Vita Nova“: Durchwachsene Uraufführung in Leverkusen. +++ Lokalsport: 135 Stadionverbote nach Fußball-Derby ausgesprochen.
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SPD trüge Mues‘ Ablösung mit – Rüttgers und Lindlar zur Bahnstadt

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Montag, 15. März 2010:
SPD würde Mues‘ Ablösung als WfL-Chef mittragen, weiß die RP. +++ Ministerpräsident und Regierungspräsident mit unterschiedlichen Standpunkten zur Bahnstadt Opladen. +++ Kommt ein Sozialticket für den VRS? +++ Lokalsport: René Adler flattert beim Sieg gegen den Hamburger SV.
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WfL: Mues muss gehen – Im Wupsi-Bus für’s Leben lernen

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Mittwoch, 10. März 2010:
Wolfgang Mues soll nicht länger Leverkusens erster Wirtschaftsförderer sein, weiß die RP. +++ Preisfrage: Was kosten Kindertagesstätten? +++ Wupsi-Chef Marc Kretkowski fährt im Schulbus mit. +++ Uraufführung in Leverkusen: Schauspieler Tilo Prückner im Interview mit dem Anzeiger.
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Kiri-Lob: „Positive Veränderungen“ – Leerstände im Netz

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen, Wochenende, 6./7. Februar 2010:
Manish Kiri lobt Mark Allan für „positive Veränderungen“ bei DyStar. +++ Leverkusener Einzelhandel: Leerstände ab sofort im Netz abrufbar. +++ Ein Besuch in der „Slow Paintings“-Ausstellung im Museum Morsbroich. +++ Lokalsport: Die Integrations-Experten bei Bayer 04.
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ECE: „Jammern gehört ins Archiv“ – Rettung für die Werkselfen?

Der Nachrichten-Überblick für Leverkusen am Donnerstag, 4. Februar 2010:
Noch 22 Tage bis zur Eröffnung der ECE Rathaus-Galerie in Wiesdorf. +++ Der DyStar-Verkauf an Kiri ist vollzogen. +++ Heute letzte Lesung in der Buchhandlung Zentral Antiquariat. +++ Lokalsport: Fusionieren die Bayer-Werkselfen mit einem Zweitligisten?
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Keine Steuererhöhungen in Leverkusen

Der Finanzausschuss lehnt Steuererhöhungen ab, um Wohnen und Arbeiten in Leverkusen attraktiv zu halten; die Pleite drohe aber schon für 2014, rechnet die RP vor. In Sachen Rossmann setzt sich Baudezernent Wolfgang Mues zur Wehr. Und der Anzeiger stellt gleich einen ganzen Stoß Bücher aus und über Leverkusen vor.
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Bahnstadt Opladen: Was ahnte Mues?

Die Lage ist ernst, die „veränderte Situation“ für die Bahnstadt Opladen durch die vom Regierungspräsidenten verweigerte Verlegung der Güterstrecke keine Kleinigkeit – das signalisiert die Rheinische Post ihren Lesern heute schon, indem sie gleich die beiden ersten Lokalseiten für dieses Thema frei räumt. „Teil der Bahnstadt droht das Aus“ titelt sie auf der ersten Lokalseite: Die Kosten für die Bahnstadt seien mittlerweile auf 125 Millionen angestiegen, Regierungspräsident Hans-Peter Lindlar habe nicht zuletzt aus diesem Grund und mit Verweis auf die Schulden Leverkusens den Stadtoberen in einem Brief (den die RP auf Seite zwei komplett abdruckt und hier online bereit hält) mitgeteilt, die geplante Gleisverlegung nicht zu gestatten. Da die Gleisverlegung das entscheidende verbindende Element (RP: „das Herzstück“) des Konzepts für die „Neue Bahnstadt Opladen“ ist, darf das als ein harter Schlag für das Stadtentwicklungsprojekt gelten. Überdies drohe Lindlar der Stadt eine bevorstehende Zwangsverwaltung an.
Kämmerer Rainer Häusler und Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn überbrachten gestern erst Vertretern der Ratsfraktionen und anschließend der Presse die Nachricht. Eigentlich habe der Anteil der Stadt an den Kosten der Gleisverlegung (in einer kalkulierten Höhe von 14,6 Millionen Euro) durch den Verkauf von RWE-Aktien finanziert werden sollen, das widerspreche Absprachen, erklärt die Bezirksregierung nun. Den Vertretern der Ratsfraktionen solle Häusler laut RP bereits Projekte genannt haben, deren Streichung die notwendigen Einsparungen bringen könnten: Umbau Busbahnhof Wiesdorf, Sanierung Ophovener Weiher, Sanierung Hauptfeuerwache sowie Straßenausbau Hitdorf. Die Verabschiedung des Haushaltsetats für 2010 sei gestern bereits von Dezember auf Februar verlegt worden. Die RP erkundigte sich bei Vertretern Leverkusener Ratsfraktionen, die weitgehend geschlossen ankündigen, für den Westteil der Bahnstadt kämpfen zu wollen. Klaus Hupperth von der CDU wolle nötigenfalls sogar Landesvater Jürgen Rüttgers zu Hilfe holen.
Im Kommentar stellt „peco“ die Frage, ob das Thema womöglich unter der Decke gehalten worden sei, um den Wahlkampf von Buchhorns Amtsvorgänger Ernst Küchler nicht damit zu belasten. Im beistehenden Artikel „Wer wusste wann Bescheid?“ erinnert „peco“ auch daran, dass Baudezernent Wolfgang Mues „bereits vor Monaten gewarnt“ haben soll. Tatsächlich hatte es Mues 2008 sogar abgelehnt, den Ratsentwurf für die Gleisverlegung zu unterschreiben (siehe hier). Öffentlich äußerte sich Mues damals nicht, wenige Monate später wurde er aus dem Bahnstadt-Aufsichtsrat entfernt, Begründung damals: Mues habe keine Zeit mehr dafür. Das fand nicht nur der Leverkusener Anzeiger schon sehr, sehr eigenartig.
Etwas gelassener als die RP berichtet der Anzeiger: Artikel („Stadtrat will sich wehren“) nebst Kommentar („Es riecht nach Schnellschuss“) vermitteln ein nicht so sehr getrübtes Bild der Gesamtlage mit Aussicht auf eine denkbare Korrektur. Tenor: Die Verfügung des Regierungspräsidenten sei möglicherweise nicht konsequent zuende gedacht und erweise der Stadt einen „Bärendienst“, falls andere dringende Investitonen auf der Strecke blieben.

Den Protestzug der DyStar-Mitarbeiter mit rund 800 Teilnehmern gestern durch Wiesdorf würdigen Anzeiger und RP jeweils mit kurzen Berichten. Es sollen „Investoren bevorzugt werden, die das Unternehmen als Ganzes weiter betreiben wollen“, zitiert die RP OB Buchhorn.

Nach der Umfrage bei Leverkusener Ärzten hat der Anzeiger heute auch Passanten zur Impfung gegen die Schweinegrippe befragt. Derweil meldet die Stadt nun einen „Run“ auf die Impfungen.

Die Energieversorgung Leverkusen (EVL) senkt die Strompreise zum 1. Januar, je nach Kundengruppe um bis zu vier Prozent.

Im Sportteil stellt die RP heute Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius in ihrem neuen Job als Trainerin in der Behindertensportabteilung beim TSV Bayer 04 vor. „Werkselfe“ Laura Steinbach von den Leverkusener Handballfrauen hat eine Patenschaft für den Verkauf der kürzlich erschienenen Biografie „Teamgeist“ des seit 1979 nach einem Sportunfall pflegebedürftigen Handballers Jo Deckarm übernommen, meldet der Anzeiger. Das weltweit große Interesse an dem Videoclip von der Bayer-Medienfassade bei YouTube (den wir an dieser Stelle auch bereits eingebettet hatten) resümiert die RP heute verblüffend detailliert (was alleine den Rückschluss zulässt, dass YouTube-User „1234bayer“ allerbeste Beziehungen zur RP-Redaktion pflegt). Vor Briefen der Finanzdienstleistungsfirma „Dr. Schneider & König“ warne die Verbraucherzentrale in Leverkusen, berichtet der Anzeiger. Der Anzeiger ist auch den gefährlichen Tücken, die die Steinbücheler Straße für Fußgänger bereit hält, nachgegangen. Und heute ab 22 Uhr bis Montagmorgen wird die A3 zwischen Leverkusen und dem Kreuz Köln-Ost voll gesperrt, erinnert Straßen NRW u.a. bei leverkusen.com; wie sich Besucher des Fußballspiels heute Abend in der BayArena (Bayer 04 – Eintracht Frankfurt) am besten verhalten, rät leverkusen.de.

Kultur: Die Ausstellung „Zwei Welten“ der Foto-Designerin Annet van der Voort im Forum stellen heute RP und Anzeiger vor.
In der RP resümiert Monika Klein den Auftritt von Kleinkünstler Jess Jochimsen im K1.
Den Auftakt der Konzertreihe „Orgel Plus“ der katholischen Kirchen in Leverkusen kündigt der Anzeiger an: Los gehe es am Sonntag, 8. November, in St. Andreas in Schlebusch mit Saxofonist Martin Hilner und Organist Hans-André Stamm, die einen Bogen schlagen vom Barock bis zu Jazzstücken.
Die RP erinnert: Heute, Freitag, ist die „Nacht der Bibliotheken“, in der Stadtbibliothek in Wiesdorf werde dann ein „Traum aus 1001 Nacht“ Wirklichkeit. Und morgen, Samstag, 7. November, trete die Leverkusener Nadine-Kraemer-Band um 18.30 Uhr bei der Schulvereins-Gala in der Aula des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums auf.

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